{"id":285,"date":"2018-02-28T13:42:48","date_gmt":"2018-02-28T12:42:48","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=285"},"modified":"2018-02-28T13:42:48","modified_gmt":"2018-02-28T12:42:48","slug":"ueber-zauberer-hexen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=285","title":{"rendered":"\u00dcber Zauberer &#038; Hexen"},"content":{"rendered":"<h1>\u00dcber Zauberer &amp; Hexen<\/h1>\n<h2>Die Zauberelse zu Zwickau<\/h2>\n<p>Im Jahre 1557 den 22. Mai ist zu Zwickau die alte Zauber-Else gef\u00e4nglich eingezogen worden. Die hatte den Leuten Getr\u00e4nke gesotten, den M\u00e4gden Kinder abgetrieben, auch viele Menschen an ihren Gliedma\u00dfen, Armen, Beinen, Fingern, Br\u00fcsten und an den Fersen gesch\u00e4digt, auch viele andere Zauberei mehr getrieben. Sie hatte auch einem Maler zu Glauchau Gift beigebracht, da\u00df er gestorben. So hatte sie auch leiblich mit dem b\u00f6sen Feinde gebuhlt und eine lange Zeit mit ihm zugehalten, der ihr auch Geld gebracht, bisweilen 2 und 3, bisweilen auch 4 Thaler, mehr aber nie. Da man sie gefragt, wie er aussehe, hat sie geantwortet, er w\u00e4re ein alter grauer, h\u00e4\u00dflicher Teufel. Dieser b\u00f6se Geist ist auf der Gasse oftmals mit ihr gegangen, &#8222;doch&#8220;, sprach sie, &#8222;es hat ihn Niemand als ich sehen k\u00f6nnen&#8220;. Als sie gefangen gesessen, ist er oftmals zu ihr vor&#8217;s Gef\u00e4ngni\u00df und an das vergitterte Fenster gekommen und hat sie gefragt, was sie mache, ob sie herauswolle, er wolle ihr helfen. Sie hat aber geantwortet, sie wolle gern heraus, aber sie habe noch ihre Seele zu bedenken. Auf diese Rede ist er davon geschieden, sie hat aber gesessen bis zum 18. Juni, da hat sie wegen vielf\u00e4ltiger Zauberei ihre Strafe empfangen und ist am Galgen verbrannt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Schmidt &#8222;Chronica Cygnea&#8220; 1656<\/p>\n<h2>Die unheimlichen G\u00e4ste in Werda<\/h2>\n<p>In dem Dorfe Werda bei Oelsnitz lebte ein junger Mann, der sa\u00df an einem Sonntagsabend im Winter ganz allein zu Hause und hatte ein Buch aus einem alten Schranke zur Hand genommen, um darin zu lesen. In dem Buche aber waren verschiedene Zeichen und Figuren, die er sich nicht sogleich ausdeuten konnte. Deshalb zog er die Lampe n\u00e4her an sich heran, um besser sehen zu k\u00f6nnen. Als er nun so eine Weile im Lesen und Ausdeuten vertieft war, blickte er zuf\u00e4llig in die H\u00f6he, fuhr aber wieder erschrocken zur\u00fcck, denn zu dem kleinen Schiebfenster herein sieht ein rabenschwarzer Mann mit grinsendem Gesichte. Der Bursche fragt nach seinem Begehr, erh\u00e4lt aber keine Antwort. Nachdem er sich vom Schreck ein wenig erholt hatte, liest er ruhig weiter und ist bem\u00fcht, die Figuren ordentlich zu deuten. Er sieht sich wieder um und wird zu seinem Schrecken gewahr, da\u00df zu jedem Fenster ein schwarzer unheimlicher Gast hereinsieht. Dabei ist er auf seinem Sitze wie festgebannt und er kann fast kein Glied mehr regen. Jetzt will er das Buch zumachen, denn es flimmert und tanzt ihm Alles vor den Augen. Aber wie von einer unsichtbaren Macht gefesselt, kann er seinen Blick nicht von dem Buche abwenden und er f\u00e4ngt wieder an zu lesen. Jetzt aber entsteht im Hause ein gro\u00dfes Gepolter und Get\u00f6se; auf einmal fliegt die Th\u00fcre auf und und ein langer schwarzer Mann kommt zur Th\u00fcre herein und bleibt in der Mitte der Stube stehen. Der Leser fragt zum zweiten Male, was sein Begehr sey, erh\u00e4lt aber wieder keine Antwort. Dabei mu\u00df er in dem Buche immer weiter lesen, und es dauert gar nicht lange, so geht da Gepolter von Neuem los und eine zweite schwarze Gestalt tritt in die Stube und stellt sich neben die erste hin. Ohne von seinem Buche aufzusehen, liest der Bursche immer fort. Jetzt aber thut es einen Schlag, da\u00df das ganze Haus in seinen Grundfesten ersch\u00fcttert wird, Fenster und Th\u00fcren springen auf, ein blitz\u00e4hnlicher Schein f\u00e4hrt durch die Stube und eine dritte Gestalt, l\u00e4nger als die beiden ersten und noch wilder von Aussehn tritt dabei in Begleitung von allerhand Thieren, als Raben, Eulen und Elstern, in die Stube und stellt sich nun zwischen die beiden ersten hinein. Jetzt aber wird&#8217;s unserem Geisterbeschw\u00f6rer himmelangst und er ruft aus vollem Halse um Hilfe. Es dauert aber lange, ehe die gew\u00fcnschte Hilfe kommt. Endlich kommt der Bruder des Burschen mit noch einigen Nachbarss\u00f6hnen nach Hause und diese sehen nun, was vorgefallen ist. Der Sohn des Wirths, der auch mit hinzugekommen war, l\u00e4uft sogleich zum Pastor des Ortes, der auch erscheint, dessen Kraft aber zu schwach ist. Er giebt den guten Rath, es solle doch gleich einer nach Theuma zum Pater reiten, der k\u00f6nne Hilfe schaffen. Ohne sich lange zu besinnen, reitet der Sohn des Wirths nach Theuma und erz\u00e4hlt daselbst dem Pater, was vorgefallen ist. Derselbe l\u00e4\u00dft sich bewegen mitzukommen, und da er ankommt, ist bereits das halbe Dorf vor dem Hause versammelt und sogleich beginnt er seine Beschw\u00f6rungen. Es dauert auch nicht lange, so entfernen sich die ungebetenen G\u00e4ste, nur der letzte hielt noch Stand und wollte nicht weichen. Als aber der Theumsche Pater ein gro\u00dfes Buch aus der Tasche zog, entfloh er unter f\u00fcrchterlichem Gebrause durch den Schornstein und lie\u00df einen Schwefelgeruch zur\u00fcck. Das Buch aber, welches der Bursche gebraucht hatte, nahm der Pater mit und ermahnte noch den jungen Mann, solche Sachen fernerhin zu lassen und nichts zu unternehmen, was er nicht verstehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus K\u00f6hler &#8222;Aberglauben und Sagen im Voigtlande&#8220;<\/p>\n<h2>Zacher Gocof<\/h2>\n<p>In Unter-Heinsdorf bei Reichenbach existirte die Familie Gocof (Jacobi), in der, wie man erz\u00e4hlt, mehrere Jahrhunderte hindurch gewisse geheimni\u00dfvolle Kenntnisse forterbten. Es waren die Gocofe Heilk\u00fcnstler und Wunderdoctoren und der letzte Gocof mit dem Zunamen Zacher (Zacharias), welcher vor ungef\u00e4hr 40 Jahren starb, war nicht blos durch ein Mittel gegen den sogenannten Nachtschatten, eine Augenkrankheit, ber\u00fchmt, sondern er verstand auch ein gutes Weich- und Schnellloth herzustellen und war nebenbei ein geschickter Holzschnitzer. Bei seinem Tode war eine Kammer voll wunderlichen Kram, Fl\u00e4schchen mit Tincturen, Knochen, B\u00fccher und Manuscripte vorhanden, allein seine Hinterbliebenen \u00fcbergaben Alles aus abergl\u00e4ubischer Furcht dem Feuer. Er selbst ging stets sehr einfach, fast abgerissen einher, obgleich er sehr wohlhabend war. Man erz\u00e4hlt nun von ihm folgende Teufelsst\u00fcckchen:<br \/>\nEintmals, als er eben zu Mittag a\u00df und die Fliegen ihn sehr bel\u00e4stigten, nahm er einen Teller, pfiff eine eigne Melodie und s\u00e4mmtliche Fliegen setzten sich auf den Teller, den er dann hinauszutragen befahl.<br \/>\nEin anderes Mal wurde ihm Holz gestohlen, die Diebe trugen es fort, und, wie sie meinten, in ihre Wohnung. Aber als sie an Ort und Stelle gekommen zu sein dachten und sich von ohngef\u00e4hr umsahen, waren sie in Zachers Hofe, Zacher aber kam zur Th\u00fcre heraus und sagte: &#8222;nun, legt&#8217;s nur hin und geht heim!&#8220; und die erschrockenen Diebe thaten&#8217;s auch.<br \/>\nEinem seiner Knechte war auf dem Felde die &#8222;Kratz&#8220; gestohlen worden. Als er ohne dieselbe nach Hause kam, befahl ihm Zacher vor die Hausth\u00fcre zu treten. Da kommt ein Nachbar, welcher der Dieb war und bringt die Kratze in den Hof.<br \/>\nEinst hatte ihm eine Magd R\u00fcben und M\u00f6hren entwendet und kochte sie zu Hause. Aber sie mu\u00dfte den Topf samt den R\u00fcben und M\u00f6hren zu Gocof tragen. &#8222;Siehst Du,&#8220; sagte dieser, &#8222;h\u00e4ttest Du gefragt! Nun, gehe nur, und nimm Dir noch R\u00fcben, die bringst Du mir aber nicht!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus K\u00f6hler &#8222;Aberglauben und Sagen im Voigtlande&#8220;<\/p>\n<h2>Die beiden Zauberer<\/h2>\n<p>Geht man auf dem geraden Wege von Budissin nach Neschwitz, so gelangt man, nachdem man das Gasthaus, der schwarze Adler, und das zum Posthorn passirt ist, in ein kleines Birkenw\u00e4ldchen, wo man rechter Hand eine gro\u00dfe Steinwacke gewahrt. Als dies W\u00e4ldchen noch ein gro\u00dfer Wald war, voll von B\u00e4ren und W\u00f6lfen, wohnte dort ein alter heidnischer Zauberer, welchem die Erd- und Feuergeister dienstbar waren. Seine Macht benutzte er dazu, Sch\u00e4tze \u00fcber Sch\u00e4tze aufzuh\u00e4ufen, an deren Anblick er sich weidete. Zu gleicher Zeit lebte nicht weit davon ein anderer j\u00fcngerer Schwarzk\u00fcnstler, dessen Befehlen nur die Wassergeister gehorchten, und dem der Meister der Gnomen und Salamander grollte, drohte, wo er wu\u00dfte und konnte, ihm zu schaden bem\u00fcht war und endlich im b\u00f6sen Herzen gar seinen Untergang beschlo\u00df. Nun trat jener einst, gleich einem Flu\u00dfgotte, in des Alten Wohnung, von dem er wider Erwarten freundlich aufgenommen wurde. Ein Mahl, welches Erd- &amp; Feuergeister bereitet hatten, wurde aufgetragen, wobei das weibliche Geschlecht derselben die Becher kredenzte. W\u00e4hrend nun die Becher weidlich geleert wurden, entspann sich zwischen den beiden Magiern \u00fcber ihre Wissenschaft ein Streit. Ungem\u00fcthlich ward daher der Gebieter der Erd- und Feuergeister und vergessend aller Pflichten der jenem erwiesenen Gastfreundschaft, anz\u00fcglich gegen den J\u00fcngeren, welcher, kalt wie sein Element, sich vergebends bem\u00fchte, ihn zu beschwichtigen. Da warf der Alte endlich gar seinen Gast zur Th\u00fcre hinnaus, schleuderte ihm gar manches irdenes Gef\u00e4\u00df nach und hetzte seine Feuergeister gleich einer Kuppel Parforcehunde ihm nach. Da\u00df dar\u00fcber auch dem J\u00fcngeren die Galle \u00fcberlief, wird wohl Niemanden, der nicht Fischblut besitzt, befremden. Er beschlo\u00df daher, augenblicklich Rache zu nehmen. Die Fenster des Himmels \u00f6ffneten und die Brunnen der Erde ergossen sich. Von oben und unten, wie von allen Seiten, str\u00f6mten die Wasserwogen, Teiche und Seen durchbrachen ihre D\u00e4mme und unbez\u00e4hbar tosten die wilden Wogen. Da erbebte, vielleicht das Erstemal in seinem Leben, der sonst fuchtlose Alte, wohl, jedoch zu sp\u00e4t, einsehend, da\u00df das Wasser das furchtbarste aller Elemente sei. Donnernd herrschte er seine Geister an, welche ihr M\u00f6glichstes thaten, allein eben so wenig als der Korporalstock Muth und Patriotismus zu erzwingen vermag, vermochte sein drohender, beschw\u00f6render Ruf die heranfluthenden Wellen, welche Erdw\u00e4llen und Feuerbr\u00e4nden spotteten, zu b\u00e4ndigen. Ertr\u00e4nkt wurde er, verschl\u00e4mmt seine Sch\u00e4tze, und da, wo sie sich befinden, bildete sich jene Steinmasse, welche man noch jetzt sieht, und die unerme\u00dfliche Reichth\u00fcmer birgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus dem Lausitzer Magazin 1838<\/p>\n<h2>Der Zauberer Caspar Dulichius<\/h2>\n<p>Im J. 1642 war ein gewisser Caspar Dulichius Pfarrer zu Camenz, er f\u00fchrte aber ein so wenig geistliches Leben, war so streits\u00fcchtig und narrenhaft, da\u00df man ihn schon nach einigen Jahren wieder absetzte. Nachdem er zehn Jahre in der Irre herumgezogen war, kam er nach seiner R\u00fcckkehr nach Camenz aus irgend einem Grunde ins Gef\u00e4ngni\u00df auf den sogenannten Pulsnitzer Thurm. Da kam es aber heraus, da\u00df er mit dem leibhaftigen Teufel im Bunde war, denn am 7.Octbr. 1652 war er bei verschlossenen Th\u00fcren vom Thurme gestiegen und hatte mit mehreren Personen auf der Stra\u00dfe gesprochen und doch am andern Morgen sich wieder in seinem Gef\u00e4ngnisse befunden. Dazu kam das Ger\u00fccht, da\u00df er in Wien zur katholischen Religion \u00fcbergetreten sei, und sein eigenes Gest\u00e4ndni\u00df, da\u00df er eine Nu\u00df besitze, verm\u00f6ge welcher eer sich unsichtbar machen k\u00f6nne, sowie da\u00df ein von Haaaren geflochtener Kranz ihm die Herrschaft \u00fcber die Geister des Schattenreiches verleihe. Man schritt daher zur Inquisition und verschickte die Acten an den Leipziger Sch\u00f6ppenstuhl, welcher auf die Tortur erkannte, um ihm das Gest\u00e4ndni\u00df seines Bundes mit dem Teufel abzupressen. Aber schon bei dem Anblick der Marterinstrumente erkl\u00e4rte der Delinquent, er bekenne, da\u00df er einen Bund mit dem Teufel gemacht habe, auch mit dessen Hilfe vom Thurme herabgestiegen sei. Er wiederrief zwar seine Aussage am 6. Novbr. 1654, es half ihm aber nichts, er ward am 8.Juli 1655 auf dem Markte in Camenz \u00f6ffentlich mit dem Schwerte hingerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus dem Lausitzer Magazin 1838<\/p>\n<h2>Das behexte M\u00e4dchen zu Eisenberg<\/h2>\n<p>Am 14. April des Jahres 1686 erkrankte des damaligen Oberbaccalaureus zu Eisenberg, Johann Michael Heincke, einzige Tochter Johanne Dorothea, ein M\u00e4dchen von 14 Jahren, klagt \u00fcber Kopfweh, bekommt Ekel vor Spei\u00dfen, wird oft ohnm\u00e4chtig und siecht so fort bis in die zw\u00f6lfte Woche, ohne da\u00df eine bestimmte Krankheit hervortritt. Den 6. Juni f\u00e4hrt es ihr ins rechte Bein und nach und nach auch in die \u00fcbrigen Glieder. Es d\u00e4ucht ihr, als ob etwas darin lebe und sich bewege. Dazu k\u00f6mmt ein heftiges Rei\u00dfen, Hals und Arm verdrehen sich und es wirft sie so, da\u00df sie von mehreren Personen kaum gehalten werden kann. Den 29. Juli wird&#8217;s mit ihr noch schlimmer. Drei M\u00e4nner k\u00f6nnen sie kaum erhalten, sie erschrickt heftig, verliert die Sprache, liegt oft lange wie todt, i\u00dft nichts, beh\u00e4lt kein Getr\u00e4nk bei sich, bleibt jedoch, zu Gott betend und geduldig, bei Verstande. Den 4. August ist es mit ihr am schlimmsten. Sie schreit, als ob Zunge und Schlund aus dem Halse gerissen w\u00fcrden. Nachmittags aber f\u00e4ngt sie an sich zu erbrechen und giebt von diesem Tage bis zum 10. Februar 1687 nach und nach 1231 verschiedenartige Dinge durch Erbrechen von sich, als: Haarb\u00fcschel, Federn, gezwirnte wollene F\u00e4den, ungesponnene Wolle, zusammengekn\u00fcpfte B\u00fcndlein Wolle und Garn, einen starken Zwirnfaden mit 16 Knoten, eine gekr\u00fcmmte Stecknadel, ein St\u00fccklein Papier, ein B\u00fcschlein Haare, wie ein Zweifelsknoten geschlungen, abgeschnittene, mit Zwirn zusammengebundene Menschenn\u00e4gel, Baumwolle, Fischgr\u00e4ten, ein St\u00fccklein Haut, ein Striemlein Leinwand, eine kleine Spinne oder Kanker, rothbaumwollenes Garn, ein mit Bast zusammengebundenes B\u00fcndlein Stroh, ein F\u00e4dchen schwarze Seide mit Knoten, Unschlitt, Katzen- und Hundehaare, Flachs, H\u00e4ckerling, Seife, Gersten\u00e4hren etc. Den 20. August erkrankt auch ihr Bruder, bekommt Herzst\u00f6\u00dfe und erbricht dergleichen Dinge. Im Fieber-Paroximus schreit das M\u00e4dchen einst &#8222;Liese! Liese!&#8220; und bezeichnet eine in Eisenberg wohnende Tagel\u00f6hnersfrau, welche mit ihr spiele, sie aus dem Bette heraus zu rei\u00dfen und obengenannte Dinge ihr in den Hals zu stecken drohe. Darauf ward vom Gerichte gegen die von dem M\u00e4dchen bezeichnete Person eine Untersuchung auf Behexung erhoben. Es wird also am 16. Septbr. Elisabeth Papstin, des tagel\u00f6hners Hans Papst&#8217;s Eheweib, vom Stadtrath zu Eisenberg ins Verh\u00f6r genommen und befragt, ob sie das Heinckesche M\u00e4dchen behext habe. Sie leugnet standhaft. Es werden Zeugen \u00fcber sie vernommen und Ende Septbr. d. J. erkennt der Sch\u00f6ppenstuhl zu Jena, an welchen die Acten eingesendet worden waren, da\u00df zuv\u00f6rderst wegen der Inquisitin gef\u00fchrten Lebens und Wandels bei Geistlichen, Nachbarn und Andern nachzuforschen sei. Dies geschieht und die Nachforschung f\u00e4llt zu Gunsten der Angeschuldigten aus. Im Monat Decbr. erkennt, nach anderweitiger Actenversendung der Sch\u00f6ppenstuhl zu Jena, da\u00df Inquisitin in Ermangelung anderer und st\u00e4rkerer Indicien zu absolviren und zu entbinden sei. Unterdessen kr\u00e4nkelt aber das M\u00e4dchen fort. Am 10. Febr. 1687 greift es \u00fcber sich, schreit: &#8222;ich habe sie bei dem Rocke, ich halte sie fest, haltet ein, sie zieht mich aus dem Bette!&#8220; und wird auch wirklich weit mit fortgezogen, soda\u00df die Eltern und andere Anwesende genug zu halten haben. Da zieht der in der Stube mit anwesende Malergeselle, Johannes Ro\u00dfbach seinen S\u00e4bel heraus, haut in die Gegend, wo das M\u00e4dchen hingezogen wird, und sogleich l\u00e4\u00dft es nach und hat das Kind ein Fleckchen schwarzes Tuch in seiner Hand, ist am Finger ein wenig gestreift und sagt &#8222;die Liese h\u00e4tte sich \u00fcber sie gebeugt gehabt und w\u00e4re mit dem Rocke ihr nahe am Kopfe gewesen, daher habe sie zugegriffen und sie gehalten&#8220;. Das M\u00e4dchen hatte seit dem 14. April 1686 gelegen, nichts gegessen, wenig getrunken (18 Wochen lang nichts als klares Wasser), ihre St\u00fchle aber hatte sie behalten. Auch der Knabe hatte w\u00e4hrend dieser Zeit mehrere hundert Male sich \u00fcbergeben und \u00e4hnliche Dinge, wie oben genannt sind, von sich gegeben. Den 11. Febr. 1687 fordert die Landesregierung zu Altenburg die Acten und am 17. Febr. d. J. verlangt der Herzog Christian dieselben gleichfalls. Im M\u00e4rz d. J. erkennt der Sch\u00f6ppenstuhl zu Leipzig, an welchen die Acten, wozu noch einige Vernehmungsregistraturen gekommen, gesendet worden waren, da\u00df wider gedachte Papstin die\u00dffalls in Ermangelung kr\u00e4ftigerer und zur Peinlichkeit genugsamer Indicien, nichts vorzunehmen sei, ma\u00dfen sie auch mit den in dieser Sache aufgelaufenen Unkosten zu verschonen sei. Mit dieser Erkenntni\u00df schlie\u00dfen die Acten und man erf\u00e4hrt nicht, was aus der weitern Untersuchung geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Back &#8222;Chronik von Eisenberg&#8220; 1845<\/p>\n<h2>Das sechste und siebente Buch Mosis<\/h2>\n<p>Das Eichhornsche Haus in Tautenhain ist ein gefeites Haus, da geht seit undenklichen Zeiten bei Tag und Nacht eine schwarze Katze um, Niemand kann sich erinnern, da\u00df sie je von irgend wem gef\u00fcttert worden sei, aber da sie Niemandem etwas zu Leide thut, so l\u00e4\u00dft man sie gehen.<br \/>\nNun sollte aber in demselben Hause auch das 6. und 7. Buch Mosis zu finden sein, ein Zauberbuch, von dem man glaubt, da\u00df dem, der es zu lesen verstehe, alle Sch\u00e4tze der Welt, der Stein der Weisen etc. zu Theil w\u00fcrden. Man wu\u00dfte aber auch, da\u00df wer es unrecht damit anf\u00e4ngt, ungl\u00fccklich dabei wird, deshalb hielt man den Besitz desselben durchaus f\u00fcr kein Gl\u00fcck, man f\u00fcrchtete im Gegentheil, da\u00df es dem Dorfe Ungl\u00fcck bringe. Einem armen Schneider, der darum nachsuchte, das Buch ansehen zu d\u00fcrfen, wollte es der Besitzer deshalb durchaus nicht gestatten. Endlich gab er ihm aber doch eine Laterne und lie\u00df ihn in den Keller, wo das Buch sich befand, hinabsteigen. Unser Schneider nahm dort Platz auf einem Lehnstuhle und begann sogleich zu lesen. Aber es rauschte und sauste um ihn ganz greulich herum; aus dem Buche stoben Eulen und Raben heraus, und Geisteraugen blickten ihn dabei aus allen Ecken an; ja zuletzt wu\u00dfte er gar nicht einmal mehr, was er las. Wie nun seine Angst zum H\u00f6chsten gestiegen war, begann er endlich r\u00fcckw\u00e4rts zu lesen, worauf sich Alles wieder ins Buch hinein verkroch und er nur froh war, mit dem Leben davon- und wieder herauf zu kommen. Siehe da stand das ganze Dorf versammelt, denn zw\u00f6lf Stunden war er ausgewesen, da es ihm doch kaum eine ged\u00e4ucht hatte. Einige alte Leute meinten zu seinem Abenteuer, er sei dem Ziele ganz nahe gewesen und in wenigen Minuten h\u00e4tte er das Zauberwort finden m\u00fcssen. Aber der Schneider, den nun seine Angst um Reichthum und Gl\u00fcck gebracht hatte, ist trotzdem nicht wieder hinabgegangen.<br \/>\nNach einer andern Sage w\u00e4re das Buch unter dem Ofen, zwischen den Saugruben, in einer entlegenen Kammer (hier an ketten liegend etc.) eingemauert und sei vom Teufel selbst bei Nacht und Nebel dorthin gebracht worden. Andere nennen es aber Faust&#8217;s H\u00f6llenzwang. Einmal als der Hausbesitzer bauliche Ver\u00e4nderungen vornahm, kam das Buch dabei zum Vorschein und wurde von ihm verkauft oder verschenkt. Von Stund&#8216; an aber war&#8217;s um seinen Schlaf geschehen, es warf ihn jede Nacht aus dem Bette und nur eins blieb ihm \u00fcbrig, das Buch wieder an seine alte Stelle zu bringen, wo es noch ist. Ueberhaupt darf weder am Ofen noch am Hause, so hinf\u00e4llig beide seit Jahrhunderten schon sind, ohne doch einzufallen, etwas ver\u00e4ndert werden, und schon das Umsetzen des Ofens r\u00e4chte sich einst dadurch, da\u00df unz\u00e4hlige M\u00e4use, Kr\u00e4hen und Dohlen aus ihm herausfuhren. Auch darf, soll Alles wohl gehen, im ganzen Hause nicht geflucht werden, so wie es schlie\u00dflich f\u00fcr die Hausbewohner nicht gerathen ist, nur mit einer Silbe des Buches zu gedenken. Einmal fing ein Besen, der in der Stube lag, dar\u00fcber zu tanzen an und machte die tollsten Spr\u00fcnge, zwei M\u00e4dchen aber, die dar\u00fcber spotteten, zerbl\u00e4ute er den R\u00fccken derma\u00dfen, da\u00df sie mit Heulen und Schreien nach Hause liefen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Eifel &#8222;Voigtl\u00e4ndisches Sagenbuch&#8220;<\/p>\n<h2>Die Hexen zu Meuselwitz<\/h2>\n<p>Als in den ersten Tagen des Februar 1648 noch kaiserliche Einquartirung in Meuselwitz lag und deshalb verst\u00e4rkte Nachtwache gehalten werden mu\u00dfte, bemerkten mehrere W\u00e4chter, da\u00df feurige Lufterscheinungen sich \u00fcber die Kirche hinzogen und in der Gegend der herrschaftlichen Scheune beim Kellerh\u00e4uslein niedersenkten. Gleichzeitig hatte ein Viehsterben auf dem Hofe Heinrichs von Clauspruch des J\u00fcngern die St\u00e4lle gelichtet. Man nahm nun an, jene Erscheinung am Himmel sei der in Drachengestalt sich zeigende Teufel gewesen und die Viehseuche eine Wirkung desselben. Es kam also nur darauf an, seine Verb\u00fcndeten und Werkzeuge ausfindig zu machen. Nun wohnte in dem Kellerh\u00e4uslein ein Tagel\u00f6hner, Martin Eichler, dessen Ehefrau Marie aber, 28 Jahre alt, seit zwei Jahren kr\u00e4nkelte, damals bereits bis zum Skelett abgezehrt, v\u00f6llig entkr\u00e4ftet und offenbar geistesschwach war, aber in diesem Zustand Aeu\u00dferungen \u00fcber sich selbst und andere Personen gethan hatte, die man f\u00fcr bedenklich hielt und der auflauernden Gerichtsherschaft hinterbrachte. Clauspruch lie\u00df die Kranke erst durch ihren Mann ausforschen, begab sich darauf am 11. Februar selbst zu ihr und fragte sie, ob sie den Drachen habe. Als dies nebst andern daran gekn\u00fcpften Fragen von ihrr bejaht, auch sofort gerichtliche Aussage der oben erw\u00e4hnten W\u00e4chter beigebracht worden war, lie\u00df er die schon halbtodte Frau in einem Backtroge ins Gef\u00e4ngni\u00df tragen. Dies geschah am 12. Februar und am 13. und 14. erfolgte die Vernehmung durch den Gerichtsverwalter Johann Kind. Den Drachen habe sie vermuthlich von ihrer Mutter in deren Sterbestunde erhalten und zwar mittels eines St\u00fcckes aufgew\u00e4rmten Fleisches, welches diese ihr zu essen aufgen\u00f6thigt; darauf habe sie sich mit ihm verlobt und n\u00e4hern Umgang mit ihm gepflogen, in dessen Folge einige Male garstige W\u00fcrmer von ihr gegangen seien, er habe sich George genannt (sie nennt ihn aber Saug\u00f6rge) und einmal sei sie mit ihm zum Tanz auf dem Rupperts- (Bloks-) Berge gewesen. Dies sei das andere Jahr, als sie den Drachen angenommen, am Walpurgisabend geschehen, denn im ersten Jahre habe sie wegen ihrer Krankheit nicht hinauf kommen k\u00f6nnen. Ueber die n\u00e4hern Umst\u00e4nde dieser Fahrt befragt, sagte sie, sie habe sich auf einer Ofengabel hinausbegeben, Essen sei oben nicht dagewesen, wohl aber Bier zum Trinken, ein Viertel etwa, auch habe als Einschenker eine Frau fungirt, im untern Gesichtstheile wei\u00df und fein dickbl\u00fcntzschigt, auch etwas hinkend, wie sie gehei\u00dfen, wisse sie nicht, aber von Spora sey sie geb\u00fcrtig gewesen. Das Bier w\u00e4re aus T\u00f6pfen und Kr\u00fcgelchen getrunken worden, aber h\u00e4tte nicht gut geschmeckt. Nach ihren Mitschwestern gefragt, bezeichnete sie f\u00fcnf Ehefrauen und eine Wittwe aus dem Dorfe, die s\u00e4mmtlich als Hexen mit auf dem Ruppertsberge gewesen seien, ein alter Musicant aber aus demselben Orte, Namens Krombsdorf, habe mit seiner Fidel zum Tanze aufgewartet. Weiter erz\u00e4hlte sie, der Drache habe ihr gleich anfangs zehn Thaler gegeben, wof\u00fcr sie Einiges eingekauft, etliche Male habe er sie zu sich ins Holz bestellt und h\u00e4tte dann dort gestanden wie ein kleines N\u00e4rrchen, h\u00e4tte einen &#8222;Sahm&#8220; Holz zusammengebunden gehabt und ihr solches heimzutragen gegeben, auch h\u00e4tte er ihr helfen Butter und K\u00e4se machen und einen Sommer \u00fcber etwa zehn Mal, jedesmal eine Wasserkanne voll Milch gegeben, da\u00df sie aber von ihm zaubern gelernt und die Clauspruchschen Pferde und K\u00fche krank gemacht, davon wisse sie nichts. Gefragt, ob ihre Mitschwestern auch mit getanzt und jede von ihnen einen Buhlen gehabt, bejahte sie solches und beschrieb diese sogenannten Junker als gro\u00dfe M\u00e4nner in gelben Kleidern und rothen H\u00f6schen mit schwarzen M\u00fctzen. Der Leipziger Sch\u00f6ppenstuhl verdammte die Eichlerin hierauf zum Feuertode, allein sie starb vorher, am 1. M\u00e4rz 1648.<br \/>\nInzwischen war am 23. Febr. der schon erw\u00e4hnte Hans Krombsdorf, ein 77j\u00e4hriger Greis eingezogen worden, derselbe leugnete zwar anfangs, allein, als ihm die Eichler ihre Anklage ins Gesicht sagte, gestand er zwar, er habe mit seinem Fidelchen zum Tanze aufgespielt, dies sei aber auf einer Wiese des Junkers von B\u00fcnau zu Wildenhain geschehen. Weiterhin bekannte er auf der Folter noch mehr und nannte als eine der T\u00e4nzerinnen die Frau des Leinwebers Georg Graulich zu Meuselwitz. Diese leugnete zwar auch, allein nachdem sie am 11. M\u00e4rz torquirt worden war, r\u00e4umte auch sie ihren Umgang mit dem Teufel ein und ward deshalb mit dem Fiedler nach geschehenem Urtheilsspruche am 22. M\u00e4rz auf dem Galgenberg lebendig verbrannt. Eine ziemlich bejahrte, lahme Wittwe, Katharina Deckner, war von der Eichler und der Graulich auch als Mitt\u00e4nzerin angegeben worden, der Mann der Graulich ssagte von ihr aus, sie habe vor einigen Jahren einen Schubkarren mit einem Stricke von ihm geliehen, bei der Zur\u00fcckgabe habe er einen Knoten in dem Stricke gefunden und als er denselben zu l\u00f6sen versucht, sei es ihm in die linke Hand, besonders in den Mittelfinger gefahren, der so b\u00f6se geworden, da\u00df ein Glied nebst Beinlein herausgegangen sei, welches er in sein Stubenfenster gelegt, daraus es aber weggekommen sei. Da nun ihre eigenen S\u00f6hne f\u00fcr sie nicht einmal B\u00fcrgschaft leisten wollten und zugestanden, da\u00df ihr solche Rabenteufelei schon l\u00e4ngst Schuld gegeben worden sei, obwohl sie selbst niemals etwas bemerkt, so ward sie ebenfalls eingezogen und am 20. M\u00e4rz so furchtbar torquirt, da\u00df sie am 17. Mai daran starb, obwohl der Sch\u00f6ppenstuhl zu Leipzig sie schlie\u00dflich freigesprochen hatte.<br \/>\nBald darauf kaufte der schwedische Generalproviantmeister Johann Losse (1649) das Gut Meuselwitz und zu diesem zog ein fr\u00fcherer Soldatenjunge Hans Michael Weinle als Knecht. Derselbe bekam im J. 1650 epileptische Zuf\u00e4lle und obwohl man dies erst f\u00fcr ein St\u00fcck der schweren Noth hielt, so \u00fcberzeugte man sich doch angeblich bald, da\u00df es teuflische Besitzung sei, brachte den Knaben ins Gef\u00e4ngni\u00df und dort gestand er, da\u00df der Teufel in Gestalt einer Jungfrau zu ihm gekommen und ihn zur Unzucht verleitet habe, er habe nun mit demselben ein B\u00fcndni\u00df gemacht und von demselben die trockne Taufe auf den Kopf (woher noch sein Kopfschmerz r\u00fchre) erhalten, derselbe habe ihn in Gestalt eines kleinen, nur 1\/2 Elle langen, aber mit viel l\u00e4ngerem Barte versehenen M\u00e4nnchens aufgeweckt und allerlei Kurzweil gemacht, er habe auch vom Teufel eine Salbe erhalten, womit er die Frau Kanzlerin M\u00fcnch aus Zeitz, die sich damals zu Meuselwitz aufgehalten hatte, die K\u00e4semutter und die K\u00f6chin geschabernackt und ihnen Ungelegenheiten und Schmerzen zugezogen. Er bekannte auch, da\u00df ein Lehrer in Prag ihn in der Kunst zu zaubern, Ungezifer und dergl. zu machen, mit andern Knaben unterwiesen habe. Seine Mutter gab \u00fcber ihn die Aussage ab, er sei bereits in der Schule wegen Versuchs, die Zauberei zu erlernen, castigirt und der b\u00f6se Geist durch die Jesuiten von ihm ausgetrieben worden, ihr thue nichts mehr leid, als da\u00df ihr Sohn bei den Lutheranern sitze und zur Religion derselben gebracht werden w\u00fcrde. Hierauf ward ihm das Schwert zuerkannt, und er im April 1651 hingerichtet. Nun ward im J. 1672 die 80j\u00e4hrige Wittwe von Georg Mengel, der fr\u00fcher einmal (1663) der Schule zu Meuselwitz Feld legirt hatte, Ursula, welche als Ausz\u00fcglerin lebte, von ihrer fr\u00fchern Dienstmagd, Anna Weber, beschuldigt, sie habe vor 20 Jahren Buhlschaft mit dem b\u00f6sen Feind getrieben, der im Koller und Federbusch zu ihr gekommen sei, auch wimmle es noch jetzt in ihrer Wohnung von M\u00e4usen und unl\u00e4ngst habe man des Nachts gesehen, da\u00df ihr Hof voll Feuer w\u00e4re und der Drache sich daselbst niederlie\u00dfe. Da nun \u00fcberdie\u00df die im J. 1649 verbrannten obgedachten Personen sie damals als Mitschwester bezeichnet hatten, so zog man sie ein und legte sie an eine Kette, und als man bei einer Haussuchung bei ihr einen zweik\u00f6pfigen Thaler fand, war man \u00fcberzeugt, da\u00df sie solchen vom Teufel erhalten habe, man machte ihr den Proze\u00df und folterte sie auf Befehl des Jenaischen Sch\u00f6ppenstuhls. Sie hielt aber diee Tortur, w\u00e4hrend welcher sich ein furchtbarer Sturm erhob, aus und bekannte nichts. Gleichwohl ward sie, nachdem sie in Folge der gro\u00dfen ihren angethanen Martern den 6. Decbr. gestorben war, durch den Scharfrichter abgeholt und unter dem Galgen eingescharrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Altenburger Kirchengalerie Nr. 61&#8220;<\/p>\n<h2>Geister zu Uhlst\u00e4dt, Werfen und Obercrossen<\/h2>\n<p>Im J. 1669 erschien einer Wittfrau zu Uhlst\u00e4dt, einem Marktflecken bei Kahla, bei Nacht der Geist ihres Mannes und verk\u00fcndigte ihr unter Anderem, da\u00df sie bald sterben m\u00fcsse, sie hat aber gleichwohl noch viele Jahre gelebt.<br \/>\n1662 erschien der Geist eines Ertrunkenen seinem Bruder G. Geilfu\u00df von Mitternacht an bis gegen Morgen und sprach Vieles mit ihm.<br \/>\n1681 den 21. Novbr. etrank Gell&#8217;s Weib in der Saale und erschien als Gespenst 8 Tage darauf ihrem Manne, als er sich eben Abends 8 Uhr niedergelegt hatte, sprach und st\u00f6hnte wie bei ihren Lebzeiten, wo sie an Engbr\u00fcstigkeit gelitten hatte. Auf Befragen, warum sie k\u00e4me, antwortete sie, sie habe auf dem Grunde der Saale einen goldenen Ring gefunden, den sie ihm geben wolle. Er weigerte sich, ihn aus ihrer Hand zu empfangen, sie solle ihn aufs Deckbett werfen, was sie auch that. Er versicherte, dies gesehen, geh\u00f6rt und gef\u00fchlt, allein freilich am Morgen den Ring nicht gefunden zu haben. Seine Aeltern, welche neben ihm schliefen, wachten dar\u00fcber auf, h\u00f6rten ihn reden, standen auf ihn zu fragen, was ihm fehle oder mit wem er rede, aber das Gespenst h\u00f6rten und sahen sie nicht. Um 5 Uhr Morgens verlie\u00df es ihn.<br \/>\nVon Werfen, einem Filialdorfe von Uhlst\u00e4dt, wird berichtet, da\u00df der Satan vom 23. Novbr. 1702 bis zum 2. Weihnachstfeiertag nach Johann Anders und dessen Hause mir gebranntem Lehm und mit Steinen oft von 3 &#8211; 4 Pf. Schwere geworfen habe und zwar meistens von Morgens 6 &#8211; 8 Uhr und des Abends von 8 &#8211; 9 Uhr, auch nach andern Leuten warf er, aber besch\u00e4digte Niemanden, wiewohl er alle Fenster und vieles Andere zertr\u00fcmmerte. Am schlimmsten trieb er es den 26. Decbr.; nun hielt aber der Pfarrer kirchliche F\u00fcrbitten und da h\u00f6rte es auf.<br \/>\nZu Obercrossen, einem andern Filial von Uhlst\u00e4dt, zeigte sich der Geist im Hause Georg Kennert&#8217;s 1695 von Januar bis zum Johannisfeste in Gestalt einer Taube, aber nicht k\u00f6rperlich, sondern wie ein halber Nebel, der vor den Augen vor\u00fcberzieht. Bald setzte er die leere Wiege in Bewegung, bald gab er seine Gegenwart durch Pochen an der Th\u00fcre und andern Orten zu erkennen. Er brachte nichts hervor, was gegen das Wort Gottes gewesen w\u00e4re, ermahnte vielmehr, die Predigt zu h\u00f6ren und Bu\u00dfe zu thun. Bei Erw\u00e4hnung Gottes unterschied er genau die drei Personen, f\u00fchrte sch\u00f6ne Spr\u00fcche und Gebete an und sch\u00e4rfte moralische Vorschriften ein. Die Sache wurde offenkundig und gerichtlich untersucht, sowie in mehreren Schriften verhandelt (Bibliotheka Magica 1852), nach dem Johannisfest ist nichts mehr erschienen, allein aufgekl\u00e4rt ward es nicht.<br \/>\nIm J. 1684 curirte eine Hexe, Namens Katharine Deiner, kranke Menschen und Thiere durch den Spruch:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verschwind Du b\u00f6ses Gesichte<br \/>\nWie ich Dich fand,<br \/>\nWie der Mann verschwand,<br \/>\nDer die Winde wand,<br \/>\nDa sie Gott den Herrn mit an&#8217;s Kreuz band!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verschwinde Tu b\u00f6ses Gesichte<br \/>\nUnd Jahre hinweg in ein tiefes Meer<br \/>\nUnd lege Dich unten bis auf den Grund<br \/>\nSo werd&#8216; ich wieder gesund!<br \/>\nIm Namen des vaters, Sohnes und Heiligen Geistes. Amen!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus L\u00f6ffler &#8222;De puella Zittavinesi incantata&#8220; 1702<\/p>\n<h2>Das bezauberte M\u00e4dchen in Zittau<\/h2>\n<p>Einst lebte zu Zittau ein M\u00e4dchen, Helene Gottschalck genannt (geb. 1691), die stets von furchtbaren Kr\u00e4mpfen heimgesucht war, lange Zeit von einer Unzahl von L\u00e4usen geplagt ward, bis sie aus freien St\u00fccken eine Hand voll vom Kopfe nahm und mit den Worten: &#8222;Da hast Du Deine L\u00e4use wieder, Du alte Hexe!&#8220; von sich warf, und so r\u00e4thselhaft phantasirte, da\u00df man glaubte, sie sei bezaubert. Der Verdacht fiel auf eine gewisse alte Frau, Namens Sabine, die 1700 auf der Pappelgasse mit Gottschalcks Familie in einem Hause gewohnt hatte, und von dem ungl\u00fccklichen M\u00e4dchen selbst als die, welche sie behext h\u00e4tte, bezeichnet ward. Sie ward also als Hexe eingesetzt, und damit sie die Erde nicht ber\u00fchre, im Stockhause in Ketten frei aufgehangen.* Doch fand man sie eines sch\u00f6nen Morgens todt (21. Juni 1702), ob sie sich selbst erw\u00fcrgt oder ob der Teufel ihr den Hals umgedreht, wei\u00df man nicht: sie ward beim Galgen beerdigt. Sonderbarer Weise ward inde\u00df noch in demselben Monat das M\u00e4dchen v\u00f6llig von ihren Uebeln befreit.<br \/>\n* Aehnliches geschah 1678 zu Budissin, wo man einen Dieb und M\u00f6rder, der den Teufel hatte, in acht Ketten schwebend hinsetzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Altenburger Kirchengalerie&#8220;<\/p>\n<h2>\nPfarrer und Hexenmeister.<\/h2>\n<p>N\u00f6rdlich am Fu\u00dfe des sagenreichen Falkenbergs in Sachsen liegt das gro\u00dfe Dorf Neukirch, gew\u00f6hnlich Neukirch am Hochwald genannt, in einem anmuthigen Thale. Der Ort ist bekannt durch ein blutiges Gefecht, welches bei demselben vor der Schlacht bei Bautzen stattgefunden hat. Geht man von Ringenhain her auf der Chaussee nach dem Dorfe, so erblickt man halb nach dem Eintritt in dasselbe die sch\u00f6ne gro\u00dfe Kirche neben sich. Unter den geistlichen Herren, die an derselben gewirkt, ist sonderbarer Weise einer in in den Geruch gekommen, sich mit den nichts weniger als theologischen K\u00fcnsten der schwarzen Magie besch\u00e4ftigt zu haben. Es ist dies der Pastor Johann George Pech, der am 25. April 1795 in sein Amt eingewiesen worden ist. Viel erz\u00e4hlt die Sage des Volkes von ihm, aber am h\u00e4ufigsten begegnet man nachstehender M\u00e4r, in welcher der gelehrte Seelsorger eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Es waren einst in Neukirch einige junge Leute durch Zufall \u00fcber eins von jenen anr\u00fcchigen B\u00fcchern gerathen, welche von geheimen Dingen handeln. Der Lob hatt&#8216; es in einem Winkel auf dem Boden seines alten Vaterhauses aufgefunden und dem Lieb davon unter vier Augen erz\u00e4hlt; der Lieb aber, der nicht sehr verschwiegen war, hatte den Ehr&#8217;gott &#8211; Ehregott &#8211; in&#8217;s Geheimni\u00df gezogen, und der Ehr&#8217;gott konnt&#8217;s nicht \u00fcber&#8217;s Herz bringen und hatte gegen seinen Vetter Toffel von dem Zauberbuche verlauten lassen. Weiter jedoch erhielt Niemand Kenntni\u00df von dem unsch\u00e4tzbaren Buche, das m\u00f6glicher Weise die jungen Leute sehr reich machen konnte, da es eine Menge Orte in der Umgegend angab, wo noch Geld vergraben lag, und die Mittel bezeichnete, wie man sich dieses Geldes bem\u00e4chtigen k\u00f6nne.Au\u00dferdem handelte es von Beschw\u00f6rungen, und weil zu einem solchen Experiment nichts Anderes geh\u00f6rte, als in der Stunde der Mitternacht die Zauberformel abzulesen, so beschlo\u00df man, vor der Hand mit einem solchen Versuche den Anfang zu machen, um zu erfahren, ob die in dem Buche mitgetheilte Anleitung sich thats\u00e4chlich bew\u00e4hre.<br \/>\n&#8222;Heut&#8216; Abend,&#8220; sagte der Lob zu seinen Freunden, &#8222;kommt um Eilf zu mir, da wollen wir sehen, ob wir der Hexenscharteke trauen d\u00fcrfen oder nicht.&#8220;<br \/>\nLieb und Toffl stimmten bei, und auch der Ehr&#8217;gott lie\u00df, ungeachtet seines Namens, es angelegen sein, noch vor der verabredeten Stunde bei seinem Freunde einzutreffen.<br \/>\nEs war eine unheimliche finstre Nacht, der Sturm scho\u00df in m\u00e4chtigen St\u00f6\u00dfen durchs Thal, der Regen klatschte mit Gewalt gegen die Fenster, der alte Birnbaum vor Lob&#8217;s H\u00e4uschen st\u00f6hnte und schnaubte wie Einer, der sich gegen w\u00fcthende Angriffe vertheidigt, und er vertheidigte sich ja gegen die Elemente, welche rauschend und heulend in seinen morschen Aesten raseten. Die Burschen im wohlverschlossenen Hause k\u00fcmmerten sich inde\u00df wenig darum, zum Ueberflu\u00df verriegelte man noch die Fensterladen, dann holte Lob sein Buch herbei, das ganz schwarz aussah und die enge Stube mit Modergeruch erf\u00fcllte. Auf dem Tische brannte ein alte Oellampe von Blech, der Docht wurde neu mit Oel getr\u00e4nkt und dann nahmen alle an dem Tische Platz.<br \/>\nKeiner sprach mehr ein Wort, in Erwartung der Dinge, die da kommen sollten. Lob, der die alten Zeichen noch am Geschicktesten zusammenbuchstabirte, war zum Vorleser bestimmt und hatte das geheimnisvolle Manuscript vor sich liegen. Mit dem ersten Schlage der Mitternacht sollte das Werk beginnen.<br \/>\nDie alte Schwarzw\u00e4lder Uhr hob jetzt auf Zw\u00f6lf aus und ihr Knarren kam diesmal den Burschen sehr eigent\u00fcmlich vor; doch theilte keiner dem andern seine Gedanken mit. Wieder trat tiefe Stille in der Stunde ein, drau\u00dfen r\u00fcttelte der Sturm an den Fensterladen, der Birnbaum seufzte und wehklagte, und auf dem Boden lie\u00df eine Katze ihr kl\u00e4gliches Geschrei ert\u00f6nen, dem bald eine zweite noch kl\u00e4glicher antwortete.<br \/>\nDa schlug es zw\u00f6lf, und noch w\u00e4hrend der Kuckuck an der alten Schwarzw\u00e4lder in einem fort schrie und die Fl\u00fcgel dazu bewegte, buchstabirte Lob schon mit m\u00f6glichstem Flei\u00df in den altmodischen Zeichen, die h\u00e4ufig mit rothen und blauen Zeichen verziert waren und ihm dadurch nicht wenig zu schaffen machten. Und immer tiefer las er sich beim Qualm der dampfenden Oellampe in die schn\u00f6rklichen Buchstaben hinein, und die Andern horchten aufmerksam, als w\u00e4re es in der Kirche bei einer Trauung oder Leichenpredigt.<br \/>\nDer Erfolg lies nicht lange auf sich warten; denn pl\u00f6tzlich entstand ein sonderbares Ger\u00e4usch in der Ofenpfanne, der Deckel sprang auf und mit gellendem Meckern sprang ein kohlschwarzes B\u00f6cklein daraus hervor, das sehr bald anfing auf seinen Hinterbeinen sich zu erheben und nach seinem Schatten an der Wand zu sto\u00dfen. &#8222;Da haben wir&#8217;s,&#8220; sagte Lieb leise, &#8222;der Zauber wirkt. Klappe dein Buch zu, Lob, wir wissen, was wir wissen wollen, das ist f\u00fcr heute genug. Morgen geht&#8217;s auf den Falkenberg, die Braupfanne mit Gold zu holen, die dort vergraben liegt.&#8220;<br \/>\nAber Lob, einmal im Eifer, war durchaus nicht dieser Meinung, sondern las, nach einem vorwurfsvollen Seitenblick auf seinen Gef\u00e4hrten, herzhaft weiter. Und siehe da! immer reicher entfaltete die Beschw\u00f6rung ihre geheimni\u00dfvolle Kraft. Die kupferne Pfanne schien unersch\u00f6pflich, immer aufs neue that sich der Deckel auf, um eine Menge zahmes und wildes Gethier auszulassen, und halb war die Stube angef\u00fcllt mit schwerf\u00e4lligen Eulen und plappernden Elstern, mit kr\u00e4chzenden Kr\u00e4hen und schwirrenden Flederm\u00e4usen. Zu dem schon vorhandenen B\u00f6cklein gesellte sich noch eine Menge anderer nebst vielen andern langgeschw\u00e4nzten und krummgeh\u00f6rnten unbekannten Gesch\u00f6pfen, welche im wirren Kn\u00e4ul, in der Stube herumdr\u00e4ngten.<br \/>\n&#8222;Eine sch\u00f6ne Bescherung!&#8220; seufzte Toffel mit kl\u00e4glichem Blick auf seine Freunde, &#8222;h\u00f6re um des Himmels willen auf, Lob, mir stehen die Haare zu Berge!&#8220;<br \/>\n&#8222;Mir auch,&#8220; betheuerte Ehr&#8217;gott, dem eben eine Fledermaus an die Nase geflogen war.<br \/>\nDer Lieb wollte auch etwas hinzuf\u00fcgen; doch blieb ihm das Wort im Munde stecken, als er pl\u00f6tzlich von hinten einen wohlgezielten Sto\u00df mit einem Faustschlage vergolten, der allenfalls einen Ochsen niedergestreckt haben w\u00fcrde; aber heute schien es ihm doch rathsam, dem Angriff nur passiven Widerstand entgegenzusetzen.<br \/>\nLob war jetzt am Ende seiner Beschw\u00f6rung und h\u00e4tte mit dem gl\u00e4nzenden Erfolge derselben sehr zufrieden sein d\u00fcrfen, wenn nicht pl\u00f6tzlich der hinkende Bote nachgekommen w\u00e4re und eine fr\u00fcher \u00fcbersehene Anmerkung in dem Buche ihn belehrt h\u00e4tte, er m\u00fcsse, um seine G\u00e4ste wieder in die Ofenpfanne zur\u00fcckzubannen, die Zauberformel &#8211; r\u00fcckw\u00e4rts lesen.<br \/>\nR\u00fcckw\u00e4rts lesen! Der arme Lob kratzte sich in h\u00f6chster Verlegenheit hinter seinen ansehnlichen Ohren &#8211; er hatte zwar im Katechismus und Gesangbuch vorw\u00e4rts lesen gelernt, aber r\u00fcckw\u00e4rts lesen hatte ihn sein alter Schulmeister nicht gelehrt.<br \/>\nGro\u00dfe Verlegenheit! Lob theilte seinen Freunden den kitzlichen Uebelstand mit, die sich nun ebenfalls hinter den Ohren kratzten, &#8211; ein Ausdruck der Verlegenheit, durch den ermuthigt das anwesende Gethier anfing, strategisch ganz vorz\u00fcgliche Angriffe auf die Beschw\u00f6rer zu unternehmen. Der enge Raum wurde zum Schauplatz eines hartn\u00e4ckigen Kampfes, und je eifriger die Angegriffenen bem\u00fcht waren, ihre Gegner von sich fern zu halten, desto h\u00e4ufiger und energischer arbeiteten die H\u00f6rner der B\u00f6cklein an ihren Rippen. Sto\u00df auf Sto\u00df erfolgte, und dabei meckerten die Bestien boshaft einander zu, als ob sie sich gegenseitig zu neuen Experimenten anfeuern wollten.<br \/>\nOhne alle Frage war die Lage der armen Burschen trostlos genug, besonders die des am Meisten betheiligten Lob. &#8222;Da haben wir&#8217;s,&#8220; wehklagte Lieb, &#8222;ich f\u00fchle meinen Leichnam nicht mehr und mu\u00df schon ganz schwarz angelaufen sein, wie ein alter Schwert-Groschen. Lob, lies das Teufelsbuch zur\u00fcck, oder ich vergreife mich an Dir!&#8220;<br \/>\n&#8222;Ja, Lob, lies das Buch zur\u00fcck oder ich falle mit Lieb \u00fcber Dich her,&#8220; stimmte auch Toffl bei. &#8222;Ich bin morsch an allen Gliedern und trage einen Knax auf zeitlebens davon. Deine verdammte Hexengeschichte!&#8220;<br \/>\nSchlie\u00dflich betheuerte auch Ehrgott, den Lob &#8222;windelweich brechen&#8220; zu wollen, wenn er nicht sofort das Viehzeug entferne, so da\u00df der ungl\u00fcckliche Beschw\u00f6rer in die \u00e4u\u00dferste Verlegenheit gerieht. Aber da kam ihm pl\u00f6tzlich ein Gedanke, wie ein Lichtstrahl fiel es in die Nacht seiner Bedr\u00e4ngni\u00df, und mit dem Ausrufe: &#8222;Bleibt nur hier, ich werde sogleich H\u00fclfe herbeischaffen!&#8220; st\u00fcrmte er durch ein Fenster in&#8217;s Freie und geraden Wegs der Pfarrwohnung zu. Der Prediger sa\u00df noch angekleidet in seinem Studirst\u00fcbchen, mit wissenschaftlichen Arbeiten besch\u00e4ftigt, als sein Beichtkind athemlos hereinst\u00fcrzte und ihm in abgebrochenen S\u00e4tzen von seiner Bedr\u00e4ngni\u00df ein lebhaftes Bild entwarf. Der Pfarrer winkte ihm Stillschweigen zu, als er gar nicht fertig werden konnte.<br \/>\n&#8222;Schon gut, schon gut, ich wei\u00df, was Du mir sagen willst &#8230; ich habe schon seit einer Viertelstunde auf Dich gewartet!&#8220;<br \/>\n&#8222;Um so besser, Herr Pastor, so sei Er nur so gut und komme Er, uns aus unserer Bedr\u00e4ngni\u00df zu helfen, ich will auch in meinem Leben kein Zauberbuch mehr in die Hand nehmen. Komm&#8216; Er schnell und les&#8216; Er das Buch zur\u00fcck, sonst wird der Lieb noch zu Schanden gesto\u00dfen und der Toffel zu Brei gequetscht. Ich selber bin schon ganz contract am ganzen K\u00f6rper &#8230; .&#8220;<br \/>\n&#8222;Gerechte Strafe f\u00fcr Deinen Vorwitz!&#8220; warf der Pfarrer trocken hin.<br \/>\n&#8222;Er will uns also nicht helfen?&#8220; heulte Lob, der die Bemerkung des Pastors anders deutete.<br \/>\n&#8222;O doch,&#8220; beruhigte der Seelsorger, indem er nach seinem Stock langte, &#8222;komm&#8216;, Lob, wir wollen dem Spuk zeigen, da\u00df wir Gewalt \u00fcber ihn haben!&#8220;<br \/>\nBald war man an Lob&#8217;s Hause angelangt, das Fenster stand noch auf und Pastor und Geisterbeschw\u00f6rer nahmen durch dasselbe ihren Weg in das Innere, wo noch immer gek\u00e4mpft wurde. &#8222;Gott sei Dank, ich komme nicht zu sp\u00e4t,&#8220; sagte der Pfarrer, griff nach dem Buche und las es ohne Umst\u00e4nde r\u00fcckw\u00e4rts, worauf das Gethier, durch den Zauberspruch gen\u00f6thigt, seinen R\u00fcckzug in die kupferne Ofenpfanne antrat. Elstern, Eulen, Kr\u00e4hen und B\u00f6cklein verschwanden allgemach, und mit dem Schlage Eins war nicht eine der Bestien mehr in der Stube. Nachdem die letzte verschwunden, legte der Pfarrer das Buch weg, mit den ernsten Worten: &#8222;Wohl Euch, da\u00df ich noch fertig wurde! W\u00e4re nach dem Schlage Eins noch ein einziges der h\u00f6llischen Bilder hier verblieben, so h\u00e4tte Euch der B\u00f6se den Hals umgedreht!&#8220; Das klang freilich sehr schauerlich; doch die Burschen waren ja von der Gefahr befreit und sch\u00f6pften wieder Atem. Der &#8222;alte Pech&#8220; aber kanzelte sie noch t\u00fcchtig ob ihres verwegenen Beginnens herunter, und lie\u00df sich von ihnen das Versprechen ablegen, da\u00df sie nie wieder mit \u00e4hnlichen Dinge sich besch\u00e4ftigen wollten. Die jungen Leute, die im Gef\u00fchle ihrer Rettung sonst etwas versprochen haben w\u00fcrden, legten das Gel\u00fcbde freudig ab, und der Pfarrer verlie\u00df sie, nachdem er das Teufelsbuch an sich genommen, das seitdem f\u00fcr immer verschwunden ist. Die Braupfanne mit Gold ruht noch unversehrt im Falkenberge; Niemand mehr wei\u00df den Zauberspruch, der sie aus der Tiefe hebt, und die einzige Kunde, wie dies geschehen k\u00f6nne, ist f\u00fcr alle Zeiten verloren.<br \/>\nLob und Genossen haben ihr Versprechen redlich gehalten, und sich, in Erinnerung der grauenhaften Nacht, wo sie beinahe dem Teufel verfallen, nie mehr mit Dingen abgegeben, die dem besten Christen allenfalls den Hals und die Seligkeit kosten k\u00f6nnen. Aber alle Vier sind jung gestorben, an einem Knax, gerade nicht am K\u00f6rper, aber im Herzen, und den haben sie nicht verwinden k\u00f6nnen ihr Leben lang.<br \/>\nPastor Pech schlummerte am 25. April 1808 in die Geheimnisse des Jenseits hin\u00fcber. Seine Frau hatte er schon fr\u00fcher durch den Tod verloren. W\u00e4hrend ihres Begr\u00e4bnisses, als der Sarg schon vor der Pfarrwohnung stand, soll die Selige aus einem Fenster im ersten Stock ihrer Beerdigung zugesehen haben. Alles war erstarrt vor Erstaunen und Furcht, der Pfarrer aber, schnell gefa\u00dft, hat ein wei\u00dfes Taschentuch hervorgezogen und nach dem Fenster hinauf gewinkt, darauf ist der Schatten sogleich verschwunden.<br \/>\nAls Pech endlich selbst der Natur ihren Tribut bezahlte, will man, w\u00e4hrend er bestattet wurde, seine ehrw\u00fcrdige Gestalt an einer Mauer\u00f6ffnung des Thurmes bemerkt haben. Vor seinem Tode hatte er seinen Angeh\u00f6rigen befohlen, einige seiner B\u00fccher, namentlich das sechste und siebente Buch Moses, in deren Besitz er war, nach seinem Abscheiden zu verbrennen. Als dies nicht geschah, lie\u00df sich der Geist des Pfarrers mehrmals mahnend sehen; einmal soll er sogar durch die Esse, gleich einem Sturme, eingefahren sein, wor\u00fcber eine Magd bis auf den Tod erschrak und starb. Die B\u00fccher wurden endlich vernichtet und der Spuk h\u00f6rte auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">nach m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung von Eduard Kauffer<\/p>\n<h2>Der Churf\u00fcrsten Georg III. und IV. Bezauberung durch die Frau von Reitsch\u00fctz<\/h2>\n<p>Die Frau von Reitsch\u00fctz, eine geborene von Haugwitz, Mutter der bekannten Gr\u00e4fin von Rochlitz, soll, wie aus den Untersuchungsacten, welche nach dem Tode ihrer Tochter \u00fcber deren Verh\u00e4ltni\u00df zum Churf\u00fcrst Georg IV. gef\u00fchrt wurden, hervorgeht, eine arge Zauberin gewesen sein. Es ward constatirt, da\u00df sie Fledermausherzen unter ihrem Stuhle genagelt hatte, um im Spiele zu gewinnen, sie trug ihr Spielgeld in einem Beutel von Fledermaush\u00e4uten und soll einen Diebsdaumen gehabt haben.<br \/>\nSie pflegte Umgang mit einer gewissen Zauberin Namens Baumeisterin, der Hexe Margarethe aus dem Dorfe Zinnig im Spreewald, der Traummarie, dem Dresdner Scharfrichter Melchior Vogel und vier andern Zauberinnen. Eine ihrer Vertrauten, Namens Krappin, soll ausgesagt haben, die Gr\u00e4fin, sie und die Margarethe h\u00e4tten durch Zauber den Churf\u00fcrsten Georg III. umgebracht, indem sie (wahrscheinlich ein w\u00e4chsernes Bild von ihm) ihn im Feuer get\u00f6dtet, so da\u00df sein Herz im Leibe gebrannt wie ein Licht: und allerdings fand sich auch bei der Section des K\u00f6rpers sowohl das Herz als der ganze Leib blutleer. Sie hat auch ihre Tochter gelehrt, gewisse Zaubercharactere, die ihr ihr Sprachlehrer Saladin mitgetheilt, sich mit einer Rabenfeder in die Hand zu schreiben, wenn sie den Churf\u00fcrsten anr\u00fchrte, und am Charfreitag in der Bartholom\u00e4uskirche zu Dresden ein Sch\u00e4chtelchen versiegelt und an sich genommen, worin sich verschiedene Gegenst\u00e4nde ihrer Tochter und des Churf\u00fcrsten, die mit dessen Schwei\u00df und dem Blute jener benetzt und in zwei S\u00e4ckchen gewickelt waren, um die Liebe beider unaufl\u00f6slich zu machen, befanden; vorher war es aber heimlich auf dem Altar, als man die Passion sang, gesetzt worden, um den Segen dar\u00fcber sprechen zu lassen.<br \/>\nBekanntlich starb nun die Rochlitz am 4.April 1694 an den Blattern und der Churf\u00fcrst, von denselben angesteckt, folgte ihr am 27.Apri 1694, und kurz nach seinem Tode ward ein Hexenproce\u00df gegen die Frau von Reitsch\u00fctz eingeleitet,worin sie angeklagt ward, den Churf\u00fcrsten Johann Georg III., um den Churf\u00fcrsten Johann Georg IV. zur Regierung zu bringen, durch Zauberei ermordet, und diesem durch Zauberei Liebe zu ihrer Tochter eingefl\u00f6\u00dft zu haben. In Folge davon ward der Leichnam der letztern aus der Hofgruft in der Sophienkirche ausgegraben, weil Verdacht vorhanden war, da\u00df ihr von ihrer Mutter nicht blos das Portrait des Churf\u00fcrsten mit einem gespaltenem Pensee-Bande, sondern auch in Papier eingewickelte Haare und das Haarband des Churf\u00fcrsten, trotzdem da\u00df dieses auf Anrathen des Leibmedicus der Leiche vorher abgenommen worden war, in den Sarg mitgegeben worden sei, und wirklich fanden sich, au\u00dfer verschiedenen Ringen, am Kinne der Leiche einige braune Haare in ein Papier gewickelt, am Beine ein gelber Schwamm und am linken Arm ein schwarzes mit Atlas \u00fcberzogenes Haarband, das sehr fest umgestreift war, und hinter dessen Ellenbogen Sr. Churf. Durchlaucht Portrait an den vier Enden mit gr\u00f6\u00dfern Diamanten besetzt, das mit einem ponceaufarbenen Bande stark verbunden, aber mit den weiten Aermeln wohl verdeckt war. Da\u00df mit allen diesen Dingen offenbar gewisse sympathische Wirkungen erzielt werden sollten, versteht Jeder, dem das sogenannte Bannen bekannt ist.<br \/>\nDer Proce\u00df endigte auch mit der Verurtheilung s\u00e4mmtlicher Inculpaten, die Traummarie ward dreimal gefoltert und kam an den Pranger, die Hexe Margarethe und der Scharfrichter starben, nachdem sie dreimal torquirt worden waren, im Gef\u00e4ngnis (1695), die alte Reitsch\u00fctz aber, welche ebenfalls den ersten Grad der Tortur ausgestanden, starb erst lange nachher (1713), eigentlich straflos, weil ihr Proce\u00df niedergeschlagen worden war, auf dem Gute Gaussig bei Bautzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Hitzig &#8222;Annalen f\u00fcr die Criminalrechtspflege&#8220; 1849<\/p>\n<h2>Der Melinenborn zu Leisnig<\/h2>\n<p>Den 9. November des Jahres 1615 wurde zu Leisnig eine Mutter mit zwei T\u00f6chtern wegen getriebener Zauberei lebendig verbrannt. Ehe solche zur Haft gebracht ward, f\u00fcrchtete sich Jedermann vor ihr, und weil es gehei\u00dfen, sie behexten die Leute, die ihnen nicht eine Gutthat erzeigten, so ward ihnen von allen Hochzeiten, Kindtaufen und sonst Speise geschickt. Sie haben auf der Neusorge gewohnt, und war die Brenns\u00e4ule noch im ersten Viertel des 18.Jahrhunderts zu sehen. Bei der Execution sollen schwarze Raben um und aus dem Feuer geflogen sein. Ihr Name ist Meline gewesen und wird noch ein Born am Minkwitzer Me\u00dfwege auf einer Wiese von ihr bis diese Stunde Melinenborn genannt, weil sie bei demselben mit dem b\u00f6sen Geiste zu thun gehabt haben soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Kamprad &#8222;Chronik von Leisnigk und Colditz&#8220; 1753<\/p>\n<h2>Jemand wird an einen Ort gebannt<\/h2>\n<p>In den Th\u00fcrmen des Rochlitzer Schlosses, die man vor Zeiten die Rochlitzer Jupen nannte und von ihnen sagte, da\u00df, wer sie anhabe, der erfriere nicht und werde auch nicht von den W\u00f6lfen gefressen, lag im J. 1530 ein B\u00f6hmischer Edelmann gefangen. Der kam jedoch mit sonderbarer Behendigkeit an einem Strohseile heraus und ward frei. Da hat ein katholischer Pfaffe seine Zauberei gebraucht, da\u00df er nicht fortkommen konnte, ob er schon eine halbe Meile weg gewesen. Der Pfaffe kehrte n\u00e4mlich die Bilder in der Kirche um, da\u00df sie den R\u00fccken gegen das Volk zu wendeten. Nun sagte der wiedergefangene Edelmann aus, da\u00df er oft einen weiten Weg gegangen und gemeint, er w\u00e4re weiter als eine Meile von der Stadt, allein je weiter er gegangen, desto n\u00e4her w\u00e4re er wieder zum Schlosse gekommen. Doch ward ihm hernach das Leben geschenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Heine &#8222;Historische Beschreibung der Stadt und Grafschaft Rochlitz&#8220; 1719<\/p>\n<h2>Die unterbrochne Schatzgr\u00e4berei zu Schneeberg<\/h2>\n<p>Es befand sich zu Schneeberg ein Mann, Namens Bauer Schnurr, welcher mit etlichen Schatzgr\u00e4bern ein Complot gemacht, auf seinem Maltz-Haus-Boden durch ordentliche Citirung der Geister zu vernehmen, wo und wie man in dieser Gegend Sch\u00e4tze graben und finden k\u00f6nnte. Als nun die Obrigkeit hiervon Kenntni\u00df erhalten, hat sie durch Gerichtsdiener diese B\u00f6sewichter \u00fcberfallen und hatte man drei dieser Schatzgr\u00e4ber, einen Schmiedeknecht, einen Ingenieur aus Eisenach und einen M\u00fcller aus Wildenfels inhaftirt, einer aber, ein gewisser Hans Tietze aus Sangerhausen ist entsprungen, dem der sogenannte Bauer Schnurr auch gefolgt ist. Man hat nun aber folgendes gefunden. Unten auf dem Maltz-Haus-Boden war ein gro\u00dfer Kreis, 34 Ellen in der Runde geschlossen, mit Kreide dreifach hinter einander abgezeichnet. In dem einen waren viele Kreuze gemalt, in dem andern viele geistliche Spr\u00fcche eingeschrieben und in dem dritten wieder unterschiedliche Kreuze, auch andere Namen und Charactere mit Kreide abgezeichnet zu sehen und in der Mitte des Kreises stand ein mit einem wei\u00dfen Tuch bedeckter Tisch, der hin und wieder mit Blut besprengt war, \u00fcber diesem Zirkel und Tisch an der Decke waren angemalt allerhan Himmelszeichen und Sterne und auf die Papiere allerhand Spr\u00fcche geschrieben, so hingen. In der Mitte an der Decke war aber auf Papier abgemalt das Leiden Christi und allerhand Spr\u00fcche, ingleichen wiederum hebr\u00e4ische Buchstaben, unter dem Tische ein gro\u00dfes Kreuz, darauf der Tisch stand, dann auch eine R\u00e4ucherpfanne mit Kohlen und die Schatzgr\u00e4ber hatten an diesem Tische, worauf die Bibel, der Psalter und ein Evangeliumbuch, sowie ein h\u00f6lzernes Crucifix lagen, gesessen. Am Eingange des Kreises oder Zirkels war eine Oeffnung von 9 Ellen gelassen, auf selbiger aber fand man die Evangelisten und Apostel abgezeichnet, wobei wieder eine Bibel lag.<br \/>\nNach einem andern Bericht waren in dem ersten Zirkel der 12 Apostel Namen geschrieben und jedesmal zwischen ihren Namen ein Kreuz, dem andern Zirkel die 7 Planeten und nach allen vier Ecken dieses Zirkels ein Crucifix, am Eingange des Zirkels war ein gro\u00dfer Bogen Papier, welcher zum Eingehen \u00fcberschlagen wird, darauf das Evangelium Johannis stand. In dem mittlern Zirkel zwischen den Planeten standen allerhand Spr\u00fcche als &#8222;Gott bewahre mich, Gott beh\u00fcte mich etc.&#8220; und hebr\u00e4ische Buchstaben und au\u00dfer dem Zirkel war ein Stuhl gesetzt.<br \/>\nOb nun die Schatzgr\u00e4ber wirklich etwas tentirt und gefunden haben, desgleichen was mit ihnen geworden, dar\u00fcber verlautete nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">nach &#8222;Vorl\u00e4ufige kurze doch zuverl\u00e4ssige Nachricht von denen in Citirung der Geister begriffen gewesenen Schatzgr\u00e4bern, so am Sonntag L\u00e4tare, als den 22.M\u00e4rz 1716 in der Churs\u00e4chsischen Ober-Ertzgebirgischen Bergstadt Schneeberg auf Obrigk. Befehl \u00fcberfallen und theils in gef\u00e4ngliche Verhaft gebracht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Gedruckt nach dem Leipziger Exemplar 1716 in 4 S.a.Histor. Nachr. von unterird. Sch\u00e4tzen von Variamando; 1738<\/p>\n<h2>Eine Hexe wird zu Gro\u00dfenhayn verbrannt<\/h2>\n<p>Am 18.Sept. 1506 ward eine alte Frau, die schwarze Matthesin, zu Gro\u00dfenhayn als Hexe verbrannt, weil sie den Leuten b\u00f6se Beulen und Elben gemacht haben sollte und unter der Tortur (vor Schmerzen) ausgesagt hatte, da\u00df sie ein B\u00fcndni\u00df mit dem B\u00f6sen gemacht und mit ihm gebuhlt habe: es sei auch aus dieser Verbindung ein Molch hervorgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Chladenius &#8222;Materialien zur Gro\u00dfenhayner Stadtchronik&#8220; 1788<\/p>\n<h2>Eine Hexe wird zu Dresden verbrannt<\/h2>\n<p>Am 20.Julius des Jahres 1585 ist vor dem Wilsdruffer Thore zu Dresden eine Zauberin, Namens Helene Wiedemannin, verbrannt worden, welche vorher in der Tortur und auch sonst g\u00fctlich gestanden, wie sie in ihrer Jugend von einem M\u00f6nch zu Camenz die Zauberkunst gelernet und dieselbe 27 Jahre lang getrieben; unter andern h\u00e4tte sie Hannsen von Taubenheim zu Noschkowitz, welcher bei churf\u00fcrst August, um des von seinem Weibe getriebenen unfertigen Wesens Willen, in Ungnade gekommen, durch Zauberei wieder zu Gnade zu bringen sich beflissen. Auch h\u00e4tte sie bekannt, es w\u00e4re durch sie ein Weib zu Sebnitz, die Peter Hellin oder Strobischen genannt, geringer Ursachen und um Feindschaft wegen derma\u00dfen bezaubert worden, da\u00df sie vier stumme Kinder durch Gottes Verh\u00e4ngni\u00df nach und nach zur Welt gebracht, wie sich es dann auch in der Erkundigung also befunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Weck &#8222;Dresdner Chronik&#8220;<\/p>\n<h2>Hexen zu Dresden verbrannt<\/h2>\n<p>Am 23. Juli des Jahres 1585 ist zu Dresden auf dem Altmarkte Sophia von Taubenheim auf Noschkowitz enthauptet worden, weil sie die eheliche Treue gebrochen und hren Mann, der churf\u00fcrstlicher Hofrath war, wieder in die verlorene Gunst des Churf\u00fcrsten August bringen wollte. Ihre Geh\u00fclfin im Zaubern, Helene Wiedemannin van Glash\u00fctte, welche in ihrer Jugend die Hexerei von einem M\u00f6nche zu Camenz erlernt und 27 Jahre getrieben haben sollte, hier aber des Churf\u00fcrsten Kleider gekocht hatte, war den 20.desselben Monats bereits vor dem Wilsdruffer Thore verbrannt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Hasche &#8222;Diplomatische Geschichte von Dresden&#8220;<\/p>\n<h2>Hexe zu Dresden hingerichtet<\/h2>\n<p>Im Jahre 1640 ist zu Dresden Elisabeth Hanitzschin hingerichtet worden, weil sie eine gewise Tischerin dadurch verdorrt hatte, da\u00df sie mit Hilfe des Teufels, der bei ihr den Namen Hauptmann Meden f\u00fchrte, der Tischerin Haar, eine Troddel von der Handquele, ein t\u00fcck von der Tischecke, einen Spahn von der Justiz (Galgen), f\u00fcr 3 Pfg. Darant (Enzian), f\u00fcr 3 Pfg. Wiederthon samt Rindsblut in Teufels Namen in einen Topf gethan, aufs Feuer gesetzt und einger\u00fchrt und dazu in Teufels Namen gesagt &#8222;Hauptmann Meden soll die Tischerin revidiren und mitnehmen&#8220;, worauf diese und ihr Mann auch gebrechlich wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Weber &#8222;Aus vier Jahrhunderten&#8220;<\/p>\n<h2>Die sechs Teufelsk\u00fcnstler in Leisnig<\/h2>\n<p>Als drittes Wahrzeichen zeigte man an einem Scheunthore vor dem Oberthore zu Leisnig sechs M\u00e4nner in Stein gehauen, welche mit ihren Leibern und Gesichtern in einem Kreise also auf der blo\u00dfen Erde liegen, da\u00df sie sich mit den F\u00fc\u00dfen alle einander ber\u00fchren, w\u00e4hrend in der Mitte ein Raum mit Charakteren bezeichnet ist. Dazu hat folgende Begebenheit Anla\u00df gegeben. Ein B\u00fcrger aus Leisnig, Namens Johann Richter, ein Kupferschmied, gerieth, als er im 17.Jahrhundert auf der Wanderschaft ist, zu Prag in B\u00f6hmen unter eine b\u00f6se Gesellschaft, welche, um Teufelsk\u00fcnste zu lernen, sich auf einen Kreuzweg begaben und sich nach oben beschriebener Figur mit ihren Leibern und Gesichtern auf die Erde legten und das Verlangte erwarteten. Dieser Johann Richter willigte aber nicht ein, sondern geht davon. Nach der Zeit erf\u00e4hrt er, da\u00df diese Gesellen allerlei K\u00fcnste an den Tag gaben, und was Andern nicht m\u00f6glich gewesen, ist bei ihnen m\u00f6glich geworden; er hat aber weiter auch in Erfahrung gebracht, da\u00df einer nach dem andern sch\u00e4ndlich ums Leben gekommen und nach anderthalb Jahren keiner von ihnen allen mehr am Leben war. Darum hat er Gott vielmals gedankt, da\u00df er ihn von dieser Gesellschaft geholfen, und diese b\u00f6se Geschichte zum Ged\u00e4chtni\u00df in Stein hauen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Kamprad &#8222;Chronik von Leisnigk und Colditz&#8220; 1753<\/p>\n<h2>Die Zaubermartha zu Wurzen<\/h2>\n<p>Im Jahre 1615 ist zu Wurzen eine Zauberin gewesen, die lange Martha genannt, welche bekannt hat, da\u00df sie etliche Kinder umgebracht, die Leute angehaucht und verderbt, auch mit dem Teufel 7 Jahre lang zu thun gehabt. Sie hat auch Christum verlacht, und ihre Uebelthaten wegen verbrannt werden sollen. Allein eines Tages hat man sie in dem gef\u00e4ngni\u00df vor dem Eilenburgischen Thore todt gefunden und hat an vorgegeben, sie sei vom Teufel umgebracht worden. Ihre Gehilfin, Anna Zschauin ward am 18. Juli 1615 torquirt und aus dem Lande gejagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Sch\u00f6ttgen &#8222;Aus vier Jahrhunderten&#8220;<\/p>\n<h2>Die Wettermacher zu Leipzig<\/h2>\n<p>Einst haben zwei vornehme M\u00e4nner sich in Gegenwart M.J.R\u00fcdingers \u00fcber das, was sie in ihrer Jugend begangen, mit einander unterhalten ud Folgendes erz\u00e4hlt. Als sie zu Leipzig studiret, haben sie ihrem Famulus sein Schwarzk\u00fcnstlerbuch genommen und beim Spazierengehen mitgenommen und darin eine mit gewisse Worten und Characteren und sonderbaren Werken und Verrichtungen beschriebene Kunst, Wetter und Donner zu machen gefunden. Nun haben sie auf freiem Felde gesehen, da\u00df kein einziges W\u00f6lkchen am Himmel gewesen, und so hat einer von der Gesellschaft angefangen,ob sie nicht ein Kunstst\u00fcck aus ihres Famuli Buche versuchen wollten. Einige habe ja, Andere nein gesagt, da aber die meisten Stimmen gegolten, und diese daf\u00fcr gewesen, die Kunst zu probiren, hat Jeder etwas dabei thun m\u00fcssen. Der Eine hat den Kreis machen, ein Anderer ein Gr\u00fcblein graben, der Dritte Wasser holen und hinein gie\u00dfen, der Vierte die hineingemengte Materie umr\u00fchren, der f\u00fcnfte die Charactere malen, der Letzte aber die im Buche vorgeschriebenen Worte im Kreise vorlesen m\u00fcssen. Darauf hat es sich aber zugetragen, da\u00df, so hell der Himmel zuvor gewesen war, so dunkel er jetzt ward, und jemehr sie fortfuhren das vorgeschriebene Werk zu verrichten, desto schwerer hat sich das Gewitter gezeiget. Darauf sind sie auf die Kniee gefallen und haben mit aufgehobenen H\u00e4nden zu Gott gebetet, da\u00df er ihnen solches, was sie aus F\u00fcrwitz gethan, um des Teufels Macht zu probiren, um Christi Willen vergeben m\u00f6ge, sie wollten auch Zeit ihres Lebens es nimmermehr wiederthun und Alle davon abmahnen. Darauf ist allgemach das Gewitter wieder vergangen und der Himmel sch\u00f6n und hell geworden, sie haben aer das Buch in die nahe flie\u00dfende Plei\u00dfe geworfen, so zwar, da\u00df sie es vorher aufgebl\u00e4ttert und aufgesperrt und Steine an die Ecken gebunden, da\u00df es desto eher im Wasser verderbt w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Misander &#8222;Deliciae Historicae&#8220;<\/p>\n<h2>Der Teufelsbeschw\u00f6rer im Leipziger Universit\u00e4tscarcer<\/h2>\n<p>In Leipzig lebte zu Anfange des vorigen Jahrhunderts ein Advocat Namens Un.,der sich verschiedene ungesetzliche Dinge hatte zu Schulden kommen lassen und deshalb ins Paulinercarcer kam, dort beschlo\u00df er den Teufel zu citiren, der ihm so viele Sch\u00e4tze bringen sollte, als ern\u00f6thig zu haben meinte, um aus dem Carcer zu kommen. Er ie\u00df sich also einen vollst\u00e4ndigen Zauberkreis mit andern dazu geh\u00f6rigen Beschw\u00f6rungsinstrumenten dorthin bringen, um seine Absicht auszuf\u00fchren Es ist ihm auch nach Aussage der Zeugen die Sache soweit gelungen, da\u00df der Teufel nach seiner vorgenommenen Beschw\u00f6rung tanzen und singen mu\u00dfte, man hat auch von glaubw\u00fcrdigen Zeugen geh\u00f6rt, da\u00df man in seiner Kammer, in der er eingeschlossen war, bald einen Hahn kr\u00e4hen, bald eine Henne glucksen, bald einen Hund bellen, bald eine Katze miauen und dergleichen herrliche Musik mehr h\u00f6rte, ob er aber im Uebrigen seinen Zweck erreicht hat, ist nicht bekannt geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Monatliche Unterredungen aus dem Reiche der Geister&#8220; 1731<\/p>\n<h2>Der Schwarzk\u00fcnstler zu Geyer<\/h2>\n<p>Vor vielen Jahren ward zu Geyer ein Todtengr\u00e4ber gefangen genommen und in einen Thurm gesetzt, so da\u00df er mit den F\u00fc\u00dfen die Erde nicht hat ber\u00fchren k\u00f6nnen &#8211; man glaubte fr\u00fcher n\u00e4mlich, da\u00df Zauberer und Hexen, wenn sie die Erde nicht ber\u00fchren k\u00f6nnten, unsch\u00e4dlich w\u00fcrden, sperrte sie daher oft in eiserne K\u00e4fige ein -.Er hatte seine Frau ermorde, ihren Mund mit schwarzen Beeren angestrichen, als sei sie an der Pest gestorben, alsdann ihr den Kopf abgeschnitten, das Herz aus der Brust genommen, verbrannt, solches auf die Stra\u00dfe ausgestreut und wer dar\u00fcber gegangen, ist gestorben. Seines Kindes Kopf hat er an die Feuermauer geh\u00e4ngt, so viele Tropfen Blutes von ihm gefallen, so viele Menschen sind gestorben. Dann hat er die sterbenden Leute aufs Gesicht gelegt und ihr Sterben hat kein Ende genommen. Drei Ruthen hat dieser Mann ausgesteckt, eine nach Annaberg, die andere nach Schweinitz, die dritte nach Alterle (Elterlein?). Zuletzt hat er erz\u00e4hlt, wie viel Gl\u00fcck er mit seiner Kunst in gro\u00dfen St\u00e4dten gemacht habe. Er meinte, wenn er nur die Erde oder einen Kreuzweg oder eine Dachtraufe erreichen k\u00f6nnte, so wollte er sich schon die Freiheit verschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Lothar &#8222;Volkssagen und M\u00e4rchen&#8220; 1820<\/p>\n<h2>Die Hexen zu Schellenberg<\/h2>\n<p>Im Jahre 1529 sind zu Schellenberg im alten Schlo\u00df, welches an der Stelle der vom Churf\u00fcrst August erbauten Augustusburg stand, die beiden Hexen, die alte und junge Rodin, weil sie mehrmals zu Sch\u00f6nerst\u00e4dt au dem Hexensabbath gewesen, Diebsdaumen verkauft, untreue M\u00e4nner durch Zaubermittel zu iren Frauen zur\u00fcckf\u00fchren gelehrt, Hexen gesotten und Abwesende citirt, torquirt, und dann wahrscheinlich hingerichtet worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Weber &#8222;Aus vier Jahrhunderten&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Zauberer &amp; Hexen Die Zauberelse zu Zwickau Im Jahre 1557 den 22. Mai ist zu Zwickau die alte Zauber-Else gef\u00e4nglich eingezogen worden. Die hatte den Leuten Getr\u00e4nke gesotten, den M\u00e4gden Kinder abgetrieben, auch viele Menschen an ihren Gliedma\u00dfen, Armen, Beinen, Fingern, Br\u00fcsten und an den Fersen gesch\u00e4digt, auch viele andere Zauberei mehr getrieben. Sie &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=285\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e\u00dcber Zauberer &#038; Hexen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":136,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-285","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=285"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":286,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/285\/revisions\/286"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/136"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}