{"id":289,"date":"2018-02-28T13:51:53","date_gmt":"2018-02-28T12:51:53","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=289"},"modified":"2018-02-28T13:51:53","modified_gmt":"2018-02-28T12:51:53","slug":"kultplatz-sagen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=289","title":{"rendered":"Kultplatz-Sagen"},"content":{"rendered":"<h1>Kultplatz-Sagen<\/h1>\n<h2>Der Teufel in der Oberlausitz<\/h2>\n<p>Viele Orte beider Lausitzen haben Namen und Spureen vom Teufel. Einst wollte er von der Landskrone einen Stein auf die Peterskirche zu G\u00f6rlitz schleudern, allein eine h\u00f6here Macht l\u00e4hmte seine Rechte, er lie\u00df ihn auf dem Wege dahin bei Biesig fallen, und man sieht die Eindr\u00fccke der gl\u00fchenden Teufelskralle noch daran. Ein anderer Stein, vom Teufel nach der Kirche zu Ludwigsdorf geschleudert, fiel ebenfalls weit vom Ziele nieder, man kann ihn bei Hennersdorf noch liegen sehen. Auf dem Gipfel des Todtensteins bei K\u00f6nigshayn hat er seine Krallen eingedr\u00fcckt. Auf dem Hochsteine daselbst hat er gesessen und sich die Kleider geflickt. Man sah noch vor 1807 die Vertiefung, wo er gesessen, und andere kleine, wo der Zwirnknaul und anderes N\u00e4hzeug gelegen, alle diese L\u00f6cher aber wurden im genannten Jahre bei Aufrichtung von Stangen zu Messungen unkenntlich. Beim Bau der Bautzner gro\u00dfen M\u00fchle hat er wieder wacker mitgeholfen, sich aber daf\u00fcr einen Mahlgang reservirt. Bei Arnsdorf ist im Busche ein Ruhestein des Teufels. Zwischen Gr\u00f6ditz und Weicha am L\u00f6bauer Wasser in der sogenannten Stala ist in einem Felsen ein Teufelskeller, welcher bis unter den Altar in G\u00f6rlitz fortgehen soll. Da der Teufel von einem Geistlichen unter den Altar gebannt ward, so entschl\u00fcpfte er durch diesen Gang.<br \/>\nZwischen Plischkowitz und Kleinbautzen findet man einen aus drei Steinmassen bestehenden alten altarf\u00f6rmigen Felsen, welcher ein etwas irregul\u00e4res, von Osten nach Westen zu 6 Ellen langes und 9 Ellen breites Viereck bildet, jedoch von der durch und durch gehenden ungef\u00e4hr eine Elle weiten Spaltung in zwei Theile getrennt wird; an der \u00f6stlichen Seite dieses sogenannten Teufelssteins bemerkt man einige Stufen, und an einem wahrscheinlich sonst oben darauf gewesenen, bei der Zerst\u00f6rung dieses Altars in jene Kluft geworfenen 5 Ellen langen, 4 Ellen breiten und 3\/4 Ellen dicken Steine sind zwei ovalrunde beckenf\u00f6rmige, sehr glatt ausgeh\u00f6hlte Vertiefungen eingehauen, die f\u00fcr Eindr\u00fccke des Teufels gehalten werden. Nach der Volkssage r\u00fchren diese Eingrabungen davon her, da\u00df der Teufel auf diesem Steine seine Hosen ausbesserte, welche er einst von einem listigen M\u00fcller, mit dem er ein B\u00fcndni\u00df gemacht, auf ein M\u00fchlrad verlockt, besch\u00e4digt hatte, und hier seine Scheere, Nadel und Fingerhut niederlegte. Nach einem andern Berichte h\u00e4tte hier einmal ein Riese gesessen, der so gro\u00df war, da\u00df er von da blos einen Schritt nach Klein-Saubernitz n\u00f6thig hatte, seine F\u00fc\u00dfe reichten gerade bis zu dem gro\u00dfen Teiche, der jetzt aber bes\u00e4et ist, wo er sich dieselben wusch, seine Pfeife z\u00fcndete er sich bei der Gleierschen Windm\u00fchle an, auch schleuderte er einen gro\u00dfen ovalen Stein, der noch vorhanden ist, bis zu jenem Saubernitz, wo auch noch der Eindruck seiner Fu\u00dftapfen zu sehen ist.<br \/>\nAuch bei Kamenz giebt es einen solchen Teufelsstein, eine Stunde von der Stadt und gegen 500 Schritte \u00f6stlich von der Senftenberger Stra\u00dfe. Dieser gegen 10 Ellen hohe Granitblock diente nicht blos zu einer Grenzscheide, sondern jedenfalls auch zum Opferaltare, und hatte eine fast froschartige Gestalt. Da wo er jetzt zum Theil abgesprengt ist, befand sich fr\u00fcher eine kesselartige Aush\u00f6hlung von mehreren kleinen L\u00f6chern umgeben. Man erz\u00e4hlt, da\u00df, als das erste Gottenshaus in Camenz erbaut werden sollte, der Teufel den Baumeister zu verf\u00fchren gesucht und ihm angelegen habe, jenen Fels dazu mit zu benutzen, weshalb er ihn auch zur bestimmten Stunde an Ort und Stelle schaffen wolle, allein der Teufel hatte seine Kraft \u00fcbersch\u00e4tzt. Er legte zwar eine gro\u00dfe Kette um den Stein, wovon als Eindruck noch jetzt an der \u00f6stlichen Seite l\u00e4ngs des untern Theils des Steins eine Vertiefung l\u00e4uft, und hob ihn in die H\u00f6he, allein er marterte sich vergeblich damit ab, denn als mit dem Schlage 12 Uhr der Mitternacht des bestimmten Tages es ihm noch nicht gelungen war, lie\u00df er ihn aus Verdru\u00df wieder umfallen, so da\u00df er noch jetzt ganz schief, nach Biela zu hoch, nach Camenz zu geneigt liegt, und fuhr auf und davon. In einigen, noch vor 50 Jahren neben dem Steine vorhanden gewesenen tiefen Gruben, Erdkessel oder Teufelsgruben genannt, hat de Teufel zuweilen gekocht, und man hat dann in der Tiefe der L\u00f6cher es einem Hirsebrei gleich plappern h\u00f6ren, doch ist es gef\u00e4hrlich gewesen, Steine hinabzuwerfen. Ein Paar Hirtenknaben aus Biela, welche einst ihr Vieh daselbst h\u00fcteten, und den Teufel necken wollten, warfen Steinchen in seinen Brei, doch hat er dies sehr \u00fcbel genommen, denn drei gro\u00dfe schwarze Raben sind auf sie zu geflogen, und haben sie und ihr Vieh, welches sp\u00e4ter lange Zeit Blut statt Milch gegeben hat, mit Fl\u00fcgeln und Schn\u00e4beln so \u00fcbel zugerichtet, da\u00df sie zur eiligsten Flucht in&#8217;s Dorf gen\u00f6thigt wurden; darauf ist es lange Zeit den Hirten verboten gewesen, in der N\u00e4he des Steines zu h\u00fcten. (Nach Gr\u00e4ve soll der Teufel alle Male am Vorabend der Walpurgisnacht hier sein Nachtmahl halten, sich von h\u00f6llischen Geistern bedienen lassen, und nachdem er sich f\u00fcr den Walpurgisabend mit Spei\u00dfe und Trank gest\u00e4rkt und der Ruhe gepflegt hat, dann seine Reise fortsetzen.) Auch dem bauer, welcher das Obere des Steines absprengte, ist dies theuer zu stehen gekommen, denn seitdem ha er wenig gesunde Stunden mehr auf der Welt und von allen B\u00e4dern, die er besuchte, keinen Nutzen gehabt. Da\u00df Sch\u00e4tze, eine ganze Braupfanne voll Gold unter diesem Steine liegen, wird in der Umgegend als gewi\u00df versichert, denn man hat sie oft brennen sehen, auch zuweilen Geld dabei gefunden. Doch aber soll das Nachgraben darnach sehr gef\u00e4hrlich sein, da man den Zauberspruch nicht kennt, wodurch der den Schatz bewachende Geist zu bannen ist, wie es denn auch denen, welche es versuchten, gew\u00f6hnlich schlecht bekommen sein soll. Einst versuchten beherzte Leute aus den obengenannten umliegenden D\u00f6rfern zur Hebung des Schatzes den Stein zu untergraben. Doch obwohl es an einem sch\u00f6nen Vormittage geschah, ist doch pl\u00f6tzlich ein furchtbares Wetter mit Sturm und Gewitter entstanden, und ein herbeispringender Mann von verd\u00e4chtigem Aussehen rief ihnen zu: &#8222;seht Ihr Verwegenen denn nicht, da\u00df Eure D\u00f6rfer in hellen Flammen stehen?&#8220; Erschrocken aufblickend haben die Arbeiter auch wirklich nichts als Rauch und Flammen gesehen, und sind sogleich nach ihren Orten geeilt. Doch dort angelangt, hat die Sonne freundlich geschienen, und ist nichts von einer Feuersbrunst zu bemerken gewesen, dadaurch aber die Lust wiederum nachzugraben allen Umwohnenden auf immer vergangen.<br \/>\nEinst war der Teufel auf dem Wege, um Kneschki,d.h. kleine Herren, Junker auszus\u00e4en. Als er nun von der Bautzener Gegend aus \u00fcber Wittichenau, Hoyerswerda und Senftenberg kam, um in der Niederlausitz seine Saat fortzusezen, verlor er bei dem Dorfe Skoda bei Senftenberg einen solchen Kneschk. Aergerlich sagte er: to je skoda (das ist Schade)! weil er den Junker hatte f\u00fcr die Niederlausitz aufsparen wollen, wo es noch an solchen mangelte, und davon hat dann jenes Dorf seinen Namen erhalten.<br \/>\nVon Schwepnitz aus, nordwestlich in der Haide befindet sich eine kleine, kaum bemerkbare Anh\u00f6he, der Teufelsberg oder das Teufelskanapee genannt. Dieses soll der Fleck sein, auf welchen der Teufel, als er vom Himmel herab gest\u00fcrzt wurde, fiel, den er allj\u00e4hrlich an dem Tage, wo es geschah, besucht, und daselbst seine Ruhe pflegt, da man ihn denn ganz genau im damaligen Cost\u00fcm mit zerbrochener Krone und zersplittertem Scepter schauen kann.<br \/>\nUeberhaupt giebt es noch in Sachsen viele Ortsnamen, die auf Teufelssagen anspielen, so einen Teufelsberg zwischen der Stadt Colditz und dem Dorfe Lastau, ein Teufelsgehau, eine Crottendorfer Amtswaldung zwischen Rittersgr\u00fcn und Wiesenthal mit dem Teufelsbrunnen, den Hauptquell des Erbisbaches, einen Teufelsgrund hinter Wehlen in der s\u00e4chs. Schweiz, einen anderen am Hartenberge bei Ro\u00dfwein, eine Teufelskluft oder die Prinzenh\u00f6hle, wo von Mosen und Sch\u00f6nfels sich 1455 mit dem Prinzen Ernst versteckt hatten, eine Teufelsm\u00fchle bei Pirna unter dem Wilischberge, einen Teufelsstein 1 1\/2 Stunde von Johann Georgenstadt am Schwarzwasser, eine Teufelswand bei Unterblauenthal; Teusdorf bei Syhra ohnweit Frohburg hei\u00dft in Urkunden Teufelsdorf; zwischen Geithayn und Colditz n\u00f6rdlich von der Mark Otttenhain liegt ein Teufeslgrund, in welchem das in Urkunden erw\u00e4hnte Teufelsdorf gestanden haben soll; den Teufelsgraben bei Coselitz kennen wir aus unsern Sagen, bei Pirna liegt ein Gut, Kleinseidewitz, das die H\u00f6lle genannt wird, denselben Name f\u00fchrt ein einzelnliegendes Wirthshaus zwischen Sch\u00f6nau und Wiesenburg an der Mulde, die H\u00f6lle hei\u00dft ein Thal bei Johnsdorf und dem Oybin, einen H\u00f6llengrund finden wir bei Hinterhermsdorf in der s\u00e4chsischen Schweiz, und bei Oberp\u00f6bel im Amte Altenberg, einen Teufels- oder H\u00f6llengrund bei Rittersgr\u00fcn, H\u00f6llenstegen hei\u00dfte ein entlegener Theil von Posseck bei Oelsnitz, sonst giebt es noch einen H\u00f6llhammer bei Klingenthal, ein H\u00f6llhaus im Amte Schellenberg, ein H\u00f6llkruken, Amtsgut unter Lauterbach bei Oelsnitz, zwei H\u00f6llenm\u00fchlen, eine bei Augustusburg, die andere bei Rochsburg, eine H\u00f6llenwiese bei Blauenthal, einen Teufelssee hinter Arensfeld etc.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Preusker &#8222;Blicke in die vaterl\u00e4ndische Vorzeit&#8220; 1845<\/p>\n<h2>Der Gotschdorfer Heilbrunnen<\/h2>\n<p>Bei Gotschdorf und Neukirch, eine halbe Meile von K\u00f6nigsbr\u00fcck, war in fr\u00fchern Zeiten ein heidnischer G\u00f6tzentempel mit einem heiligen Brunnen. Dieser Tempel wurde sp\u00e4ter in eine christliche Kirche verwandelt, aber nach wie vor kamen die Leute an gewissen Tagen, um in dem Brunnen zu baden und von seiner Wunderkraft immerw\u00e4hrendes Heil und Kraft zu erlangen, so da\u00df die christlichen Priester Geld daf\u00fcr nahmen und gro\u00dfe Sch\u00e4tze sammelten. Erst als eine der vorigen K\u00f6nigsbr\u00fccker Herrschaften ihn \u00fcberdecken lie\u00df, hat er seine Kraft verloren, aber doch nicht g\u00e4nzlich seine Heiligkeit eingeb\u00fc\u00dft. Noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts kamen an einem bestimmten Tage des Jahres die Neukircher Burschen, um den Brunnen feierlich zu reinigen. &#8211; Eine halbe Meile von K\u00f6nigsbr\u00fcck ist eine andere Quelle, welche die Eigenschaft haben soll, da\u00df Steine, welche man hineinwirft und einige Zeit darin liegen l\u00e4\u00dft, weich werden. Im Jahre 1646 lie\u00df der Freiherr v. Schellendorf, damaliger Besitzer von K\u00f6nigsbr\u00fcck, die Quelle untersuchen und fassen, und es fand sich bald ein Zulauf von Leuten aus allen St\u00e4nden, die ihr Wasser als Heilmittel brauchten. Ein Bauersmann kam auch dahin und gebrauchte den Brunnen. Da er aber nicht sogleich eine heilsame Wirkung versp\u00fcrte, verachtete er die Gottesgabe und sprach sp\u00f6ttisch: &#8222;Wasser ist Wasser, ich lobe mir eine Kanne Bier daf\u00fcr&#8220;, worauf ihn der Schlag auf der Stelle r\u00fchrte, da\u00df er stumm geworden und hierauf in einigen Tagen geestorben ist. In derselben Gegend sind auch sonst zwei Salzquellen gewesen, deren Wasser die Landleute zum Salzen der Butter gebraucht haben, welche davon sehr schmackhaft ward, allein in der Hussitenzeit sind sie mit Schlamm verstopft und mit Geh\u00f6lz \u00fcberwachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Haberkorn &#8222;Chronik von Camenz&#8220;<\/p>\n<h2>Die Sage vom Teufelsbruch<\/h2>\n<p>In der alten Zeit haben sich in diesem alten Steinbruche beim Dorfe Mockern s\u00fcdlich von Altenburg viele alte M\u00e4nner und Weiber, die unsern Glauben nicht annehmen wollten, verkrochen, sie beteten hier ihr Teufel an, einen Schnegel, einen B\u00f6gel, einen Thorl, einen Crodel u.m.a. Sie haben Hexereien getrieben, alte Weiber haben hier zu Walpurgis und am Dreik\u00f6nigstage gewahrsagt, auch das Vieh bezaubert; hierdurch sind die Leute furchtsam geworden und haben den Hexen, die gar nicht zu unserm Glauben zu bringen waren, viele Geschenke gemacht. In der katholischen Zeit, wo ein M\u00f6nch im Namen des Herrn Christus gro\u00dfe Wunder that, wurden doch die Hexen einmal kleinlaut, n\u00e4mlich der M\u00f6nch wettete mit dem obersten Hexenmeister, sein Herr Christus h\u00e4tte mehr Gotteskraft als der Hexen B\u00f6gel und Schnegel etc. Die Wette wurde mit zwei gro\u00dfen Steinen versucht, die zu der Zeit auf der H\u00f6he des Berges dort gelegen haben sollen, unter der Bedingung, wer von den G\u00f6ttern den gr\u00f6\u00dften Stein am weitesten von dem Berge herabtr\u00fcge, der solle f\u00fcr den allerbesten Gott gehalten werden. Eine Nacht wurde dazu bestimmt. Am Morgen nach dieser Nacht versammelten sich die von unserm Glauben h\u00e4ufig, um zu sehen, ob der Herr Christus st\u00e4rker als die Hexeng\u00f6tter gewesen w\u00e4re, und siehe der M\u00f6nch erz\u00e4hlte dem Volke mit gro\u00dfer Freude, da\u00df er einen Stein, in welchem der Eindruck einer Hand zu sehen war und welcher der gr\u00f6\u00dfere war, vom Herrn Christus vom Berge herab auf der Hand wie eine Feder getragen worden, w\u00e4hrend der Hexengott den andern, kleinern auf seinem Kopfe nicht so weit h\u00e4tte tragen k\u00f6nnen, als der Herr Christus den seinigen. In dem vom Teufel getragenen war der Eindruck des Horns auf dem Kopfe geblieben. Dadurch wurden viele Teufelsanbeter bekehrt und nahmen den christlichen Glauben an: von dem Eifer, mit welchem der M\u00f6nch sie getauft, hei\u00dft der dortige Grund noch der Eifergrund. Die andern Hexen, welche sich nicht bekehrten, trieben verborgen in dem Steinbruche ihre Hexereien fort, bis Finkenheinrich sie insgesammt zu Tode steinigen lie\u00df, weil sie seine Leute behext hatten. Doch spukten noch einzelne Teufel nach dieser Steinigung fort, bei Nacht mehr als bei Tag und bis auf die Gegenwart (es ist dies schon eine ziemliche Zeit her!) hat sich noch Furcht vor ihnen und der Name Teufelsbruch erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Mittheilungen aus dem Osterlande&#8220;<\/p>\n<h2>Der dreibeinige Hase<\/h2>\n<p>Am fr\u00fchen Pfingstmorgen ging ein Ronneburger mit seinem S\u00f6hnchen ins Johannisthal Maiblumen zu suchen. Wie sie an die sogenannten Schlachteichen kommen, siehe da sitzt mitten auf dem Wege ein Hase, auf den unser H\u00fcndchen zuspringt, aber gar bald heulend umkehrt und sich \u00e4ngstlich zwischen den F\u00fc\u00dfen seines Herrn verkriecht. W\u00e4hrend nun den Hund sogar Schl\u00e4ge nicht hervorbringen k\u00f6nnen, kommt auf einmal der Hase selbst auf die Drei los und richtig, es ist ein dreibeinig! Jetzt war nun das Davonlaufen an dem Herrn des Hundes, doch kamen sie gl\u00fccklich durch eine Hecke ins Freie und nach Hause. Nur hat der Hund nachher triefige Augen bekommen und hat sich so zusammengekr\u00fcmmt, da\u00df er drei Tage nachher mit einem Stein um den Hals hat ins Wasser getragen werden m\u00fcssen. An jenen zwei gro\u00dfen Eichen aber, welche die Schlachteichen hei\u00dfen, weil die alten Heiden dort ihr Vieh zu schlachten pflegten, geht Niemand gern vorbei.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Eifel &#8222;Voigtl\u00e4ndisches Sagenbuch&#8220;<\/p>\n<h2>Der Ursprung und die Wahrzeichen von Ronneburg<\/h2>\n<p>Am Oberrheine herum existirte einst eine Stadt mit Namen Ronneburg. Die Oberrheinischen aber wendeten sich sp\u00e4ter ins Voigtland, wo sie sich eine Stadt erbauten und dieselbe mit ihrer Umgebung zum Andenken an ihren fr\u00fchern Wohnsitz Ronneburg nannten. Nach einer andern Sage h\u00e4tte aber an der Stelle des heutigen Schlosses ein dem Gott Rone oder Raune, auch Radegast gehei\u00dfen, geheiligter Hain sich befunden, und davon komme der Name.<br \/>\nAls Wahrzeichen der Stadt Ronneburg hat man spottweise stets den \u00fcber die Stadtmauer hinausgehenden Abtritt des Ortsgeistlichen angesehen. Ein anderes ist die Gasse, welche die Siebenberge hei\u00dft, die Stadt ist n\u00e4mlich, wie einst Rom, auf sieben H\u00fcgel gebaut und jene Gasse kam auf den siebenten zu stehen.<\/p>\n<h2>Die Sage vom Heidenkirchhof zu Radeburg.<\/h2>\n<p>Den Fu\u00dfweg, der vom St\u00e4dtchen Radeburg nach dem Dorfe Berbisdorf f\u00fchrt, durchschl\u00e4ngelt ein munterer Bach, der sogenannte Teis. Ein kleiner Steg bahnt dem Fu\u00dfe den Weg \u00fcber den selben, die Strecke aber, welche dem \u00fcberblickenden Auge im wechselvollen Durcheinander von \u00f6dem Sturzacker und Tannenwald entgegensteht, ist der Heidenkirchhof. Hier giebt es Urnengr\u00e4ber in Menge, aber wenn auch Pflugschaar und Hacke sich bem\u00fchen, die H\u00fcgel grauer Vorzeiten zu ebnen, die Seelen der dort Begrabenen sind noch nicht zur Ruhe gekommen. Jeder vermeidet deshalb diesen Ort, allein einst kamen im Winter dort zwei J\u00e4ger hin, um dem Wilde aufzulauern. Klar schien der Mond auf die beeisten Zweige der auch im Winter gr\u00fcnen Tannen und die silbernen Lichtreflexe des Gestirns brachen sich auf der schneeigen Flur in wunderlichen Gestaltungen. Die J\u00e4ger warten auf Waidmannsruhe und regen sich nicht, da endlich erreicht der leise ziehende Ton ihr Ohr, welcher dem Wechsel des Wildes vorangeht. H\u00f6rbar knackt der Hahn, mit welchem Jeder sein Gewehr in Anschlag bringt. Regungslos stehen die beiden Gestalten, aber das ge\u00fcbte Auge vermag trotz der Mondesklarheit nichts zu entdecken. Immer n\u00e4her, immer deutlicher h\u00f6ren sie den geheimnisvollen Ton, kein L\u00fcftchen r\u00fchrt sich, ein Klingen und Singen erf\u00fcllt die Atmosph\u00e4re und feiner Schnee wird den J\u00e4gern von unsichtbaren H\u00e4nden ins Gesicht geworfen. Die Erscheinung verst\u00e4rkt sich , aus dem Klingen und Singen wird Tausen und Brausen, kein feiner Schnee mehr, sondern gro\u00dfe feste Schneeb\u00e4lle und zackige Eisst\u00fccke werden auf die einsamen J\u00e4ger geschleudert, die, wie festgebannt, sich nicht von der Stelle zu r\u00fchren verm\u00f6gen. Endlich durchsaust ein rasender Sturm die entfesselten L\u00fcfte und sch\u00fcttelt mit dem verworrensten Stimmenget\u00f6n die Samenkapseln der B\u00e4ume (die sogenannten Tannenzapfen) auf die H\u00e4upter der zitternden J\u00e4ger. Als die n\u00e4chtliche Ruhe wieder eingetreten, begr\u00fc\u00dfte der Glockenschlag des Radeburger Kirchturms die erste Stunde des neuerwachten Morgens und die Gipfel der Tannen auf dem Heidenkirchhof gr\u00fcnten, vom sch\u00fcttelnden Sturme des winterlichen Schmuckes beraubt, w\u00e4hrend kein Luftzug die angrenzenden B\u00e4ume der Schnee- und Eiskruste beraubte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Sachsengr\u00fcn&#8220; 1861<\/p>\n<h2>Der Obelisk bei Oehna.<\/h2>\n<p>Auf einem Bergabhange bei Oehna unfern Bautzen steht eine Spitzs\u00e4ule mit dem Buchstaben B 1725 bezeichnet; dieselbe ist von dem Ortsbesitzer D. Brescius zum Andenken an den wendischen Gott Flins, dessen Bild man hier verehrt haben soll, errichtet worden.<\/p>\n<h2>\nDer Mordteich zu Schmannewitz bei Dahlen<\/h2>\n<p>Bei Schmannewitz, einem zu Dahlen bei Oschatz geh\u00f6rigen Dorfe, das seinen Namen von dem dort in einem heiligen Haine von den Daleminziern verehrten Gott Schwantewit empfing, befindet sich ein Teich, der Mordteich genannt, wo einige Jungfrauen, die ihre Unschuld sich nicht hatten rauben lassen, ermordet worden waren und heute noch umgehen sollen. Dadurch, da\u00df jeder Vor\u00fcbergehende ein Reis auf ihre Grabst\u00e4tte warf, schreibt sich die bedeutende Erh\u00f6hung des Bodens.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Hoffmann &#8222;Historische Beschreibung der Stadt Oschatz&#8220; 1813<\/p>\n<h2>Das G\u00f6tzenbild auf der alten Br\u00fccke zu Grimma<\/h2>\n<p>Auf der alten Br\u00fccke, die sonst zu Grimma \u00fcber die Mulde f\u00fchrte &#8211; die heutige ist aus viel sp\u00e4terer Zeit &#8211; stand noch lange, nachdem die Sorben unterworfen waren, ein G\u00f6tzenbild in Stein gehauen, welches drei K\u00f6pfe und Gesichter unter einem H\u00fctlein hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Albinus &#8222;Mey\u00dfnische Landchronica&#8220;<\/p>\n<h2>Der Goldkeller am Frageberg<\/h2>\n<p>Nordwestlich vom Czorneboh befindet sich der sogenannte Frageberg, den einige Felsen bilden: von diesen ist einer mit einem tiefen Loch versehen, in welchem sich die heidnischen Priester zu ihren Weissagungen begeistert haben sollen, wovon wahrscheinlich der Berg jetzt noch den Namen hat, und unter diesem Felsen befindet sich eine Felsenschlucht, in der ein gro\u00dfer Schatz begraben liegen soll. Einst weidete ein armer Hirte am Fu\u00dfe dieses Berges, m\u00fcde von des Tages Hitze legte er sich in&#8217;s Gras und hielt ein Schl\u00e4fchen, als er aber erwachte, fehlte ihm eine Kuh, er stieg eilig den Berg hinan sie zu suchen, siehe da stand er auf einmal vor der Schlucht, er trat hinein, und sah sich auf einmal an dem Eingange eines gro\u00dfen Gew\u00f6lbes, wo \u00fcberall Gold und kostbare Edelsteine herumlagen. Schnell legte er Hut und Hirtenstab ab, um desto bequemer sich die Taschen f\u00fcllen zu k\u00f6nnen, und nachdem er soviel genommen, da\u00df er es kaum fortbringen konnte, eilte er jauchzend an&#8217;s Tageslicht. Siehe da fiel ihm ein, da\u00df ihm sein Hut zur\u00fcckgeblieben sei, er eilte also schnell zur\u00fcck, st\u00fcrzte in das Gew\u00f6lbe, wo sein Hut noch unversehrt lag, allein als er dasselbe wieder verlassen wollte, da schlugen auf einmal die Pforten desselben zu, er war gefangen, seine Heerde kehrte ohne ihren F\u00fchrer in&#8217;s Dorf zur\u00fcck, und noch jetzt soll man des Nachts, wenn man sich dem Felsen n\u00e4hert, schweres Seufzen aus demselben vernehmen, die Klage des f\u00fcr alle Zeit hier eingesperrten Hirten.<\/p>\n<h2>\nDer Thronberg oder Kronenberg bei Ebend\u00f6rfel<\/h2>\n<p>Der Thronberg, bei dem eine Stunde von Bautzen entfernt gelegenen Dorf Ebend\u00f6rfel, welcher sonst auch Traum- oder Frageberg genannt wird, hei\u00dft auch der Kronenberg, weil er in seinem Innern 7 K\u00f6nigskronen bergen soll. Es sa\u00dfen n\u00e4mlich einst 7 wendische K\u00f6nige auf seinen Steinen und schauten hinab auf ihr Land und seufzten \u00fcber den harten Druck der Deutschen. Da beschlossen sie, freie M\u00e4nner zu werden, das aufgeb\u00fcrdete Joch anzusch\u00fctteln und einander beizustehen gegen die Feinde ihrer Nation. Eine blutige Schlacht entspann sich auf dem Berge, die 7 K\u00f6nige fielen im Gefechte und wurden mit ihren Kronen unter 7 Steinen dort oben begraben. Die Grabsteine sind eingesunken, aber noch zu sehen, und die Gebeine der F\u00fcrsten l\u00e4ngst zerfallen, aber ihre goldenen Kronen, auf welchen sie die Ihrigen, als sie das Schlachtfeld behauptet hatten, begraben hatten, liegen noch unversehrt da, von m\u00e4chtigen Geistern bewacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus K\u00f6hler &#8222;Der Czorneboh&#8220; 1853<\/p>\n<h2>Das Veilchen vom Czorneboh<\/h2>\n<p>Als noch das Wendenland im heidnischen Aberglauben versunken war, da verehrten die Sorben einen G\u00f6tzen, Czorneboh, von dem der Berg seinen Namen hat, weil er hier oben ein pr\u00e4chtiges Schlo\u00df bewohnte. Derselbe hatte aber ein liebliches T\u00f6chterlein, das er h\u00f6her sch\u00e4tzte, als alle seine Sch\u00e4tze. Wie nun aber das Christenthum sein Licht auch in diese Gegend trug, da wu\u00dfte er, da\u00df sein Reich auf dieser Welt zu Ende war, und als das Kreuz zum ersten Male auf dem Berg ergl\u00e4nzte, da war der G\u00f6tze zu Stein geworden und mit ihm sein stolzes Schlo\u00df, sein reizendes T\u00f6chterlein aber ward in ein bescheidenes Veilchen verwandelt. Alle 100 Jahre einmal in der Walpurgisnacht erwacht die Jungfrau zum Leben, und wem es beschieden ist, das Veilchen in diesem Augenblicke zu pfl\u00fccken, der erh\u00e4lt die holde Jungfrau mit allen Sch\u00e4tzen ihres Vaters.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus K\u00f6hler &#8222;Der Czorneboh&#8220; 1853<\/p>\n<h2>Sage von der Gr\u00fcndung L\u00f6baus<\/h2>\n<p>Auf dem Wege von Gro\u00dfschweidnitz nach L\u00f6bau befindet sich ein herrlicher Quell, mit welchem eine Sage von der Entstehung L\u00f6baus zusammenh\u00e4ngt. Vor l\u00e4nger als 1000 Jahren lebte ein junger Slavenh\u00e4uptling, der die Tochter eines andern reichen H\u00e4uptlings hoffnungslos liebte. Mlink, so hie\u00df der Verliebte, ver\u00fcbte Wunder der Tapferkeit, er k\u00e4mpfte mit den furchtbarsten Bestien der W\u00e4lder, b\u00e4ndigte die wildesten Rosse und warf den st\u00e4rksten Mann zu Boden, aber der Vater seines Liebchens blieb kalt und stolz gegen den J\u00fcngling und duldete kaum, da\u00df er mit der Jungfrau sprach. Da Marja, so hie\u00df dieselbe, nicht zugeben wollte, da\u00df der Geliebte sie entf\u00fchrte, gerieth dieser fast in Verzweiflung und sann unaufh\u00f6rlich auf Mittel, das Herz des Alten zu erweichen. Als er nun einst in stiller Mitternacht mit Marja am Ufer eines Stromes lustwandelte, erschien den Liebenden pl\u00f6tzlich die Wunderfee Pschipowicza und verk\u00fcndete Mlink, da\u00df er nur immer gegen Sonnenaufgang ziehen solle, dort w\u00fcrde er nach M\u00fchen und K\u00e4mpfen eine That verrichten, durch die er in Marja&#8217;s Besitz gelangen solle. Der junge H\u00e4uptling schied voll s\u00fc\u00dfer Hoffnung von der Geliebten, bestieg sein treues Ro\u00df und zog den angegebenen Weg durch W\u00e4lder und S\u00fcmpfe, Ein\u00f6den und Schluchten, bis er nach vielen Gefahren und K\u00e4mpfen in eine Gebirgsgegend gelangte, wo ein herrlicher Bergstrom dahinrauschte. Das Thal war reizend, und der J\u00fcngling, entz\u00fcckt von den Sch\u00f6nheiten der Natur, rief aus: &#8222;Jow sso mi lubi, hier gef\u00e4llt es mir!&#8220; Er beschlo\u00df hier eine H\u00fctte zu bauen und eine Ansiedlung zu gr\u00fcnden. Mit H\u00fclfe der ihn besch\u00fctzenden Fee Pschipowicza kehrte er zur Geliebten zur\u00fcck und erz\u00e4hlte deren Vater von seinem Zuge und wie er ein neues Paradies entdeckt. Darauf zog der Alte an der Spitze seines Volksstammes nach dem reizenden Lande, lichtete hier die Urw\u00e4lder und erbaute das Dorf Altl\u00f6bau, wo der k\u00f6stliche Quell entspringt, an dem man die wohlth\u00e4tige Fee verehrte. Mlink und Marja aber wurden ein gl\u00fcckliches Paar.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus P\u00f6nicke &#8222;Album der Schl\u00f6sser und Ritterg\u00fcter in Sachsen&#8220;<\/p>\n<h2>Das wei\u00dfe Pferd zu L\u00f6bau<\/h2>\n<p>Die Stadt L\u00f6bau soll urspr\u00fcnglich auf dem heute noch sogenannten L\u00f6bauer Berge angelegt gewesen sein, was man aus den naheliegenden Steinen und einem gro\u00dfen Steinwalle, der sogenannten Stadtmauer, geschlossen hat, weil aber ein wei\u00dfes Pferd des Nachts allemal die Baumaterialien vom Berg wieder herabtrug, hat man den Bau auf dem Berge aufgegeben. Noch heute soll sich aber das Ro\u00df in der N\u00e4he des Goldkellers zeigen und wehm\u00fcthigen Blickes nach seinen heidnischen Priestern suchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Borott &#8222;Der L\u00f6bauer Berg&#8220; 1854<\/p>\n<h2>Der Semperstein<\/h2>\n<p>Im Johnsdorfer Thale bei Zittau ist ein Berg, der hei\u00dft der Semperstein. Er hat seinen Namen davon, da\u00df sich im Kriege eine W\u00f6chnerin dahin fl\u00fcchtete, und dort ein Kind gebar. Die alten Slaven hatten nun aber einen Gott Zemberis, der die Erde berfruchtete, und mit diesem wurde die weibliche Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Haupt &#8222;Lausitzer Magazin&#8220;<\/p>\n<h2>Der Mordteich zu Schmannewitz bei Dahlen<\/h2>\n<p>Bei Schmannewitz, einem zu Dahlen bei Oschatz geh\u00f6rigen Dorf, das seinen Namen von dem dort in einem heiligen Haine von den Daleminziern verehrten Gott Schwantewit empfing, befindet sich ein Teich, der Mordteich genannt, wo einige Jungfrauen, die ihre Unschuld sich nicht hatten rauben lassen, ermordet worden waren und heute noch umgehen sollen. Dadurch, da\u00df jeder Vor\u00fcbergehende ein Reis auf ihre Grabst\u00e4tte warf, schreibt sich die bedeutende Erh\u00f6hung des Bodens.<\/p>\n<h2>\nDer G\u00f6tterfelsen bei Mei\u00dfen<\/h2>\n<p>Einer der angenehmsten Spazierg\u00e4nge der Bewohner der Stadt Mei\u00dfen f\u00fchrt nach dem Buschbade im Triebischthale. Hoch \u00fcber dem Thalgrunde, der hier f\u00f6rmlich zum Kessel wird, erhebt sich ein Fels, dessen h\u00f6chste, steil abfallende Kuppe ein hohes eisernes Kreuz ziert. Diesen nennt man den G\u00f6tterfelsen (G\u00f6tterberg). Dieser Fels soll seinen Namen davon haben, da\u00df die Hermundurer auf ihm ihre Opferfeste hielten, und wahrscheinlich haben hier die Sorben ihren guten Gott, den Dobribog verehrt, wof\u00fcr der Name des nahe gelegenen Dorfes Dobritz spricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Hofmann &#8222;Das Mei\u00dfner Niederland&#8220;<\/p>\n<h2>Der Riesenstein in der Nassau<\/h2>\n<p>Auf dem Keilenberge bei K\u00f6nigsbr\u00fcck, der jetzt zum Andenken des K\u00f6nigs Friedrich August des Gerechten der Augustusberg hei\u00dft, wohnten in grauer Vorzeit Riesen, welche mit einer anderen Riesenfamilie auf dem Kulmberge bei Oschatz in Unfrieden lebten und sich mit Riesentannen und Steinwacken von vielen Centnern warfen. In beiden Familien war aber je ein J\u00fcngling zur Freude seiner Eltern \u00fcber alle seine Verwandten an Gr\u00f6\u00dfe und Sch\u00f6nheit hervorragend, und beide liebtenein M\u00e4dchen, die sch\u00f6ne Tochter des F\u00fcrsten des Elbgaues, Bila, der da, wo jetzt das Dorf Zadel liegt, auf einer Felsenburg thronte. Die Jungfrau erwiderte aber die Liebe der Riesens\u00f6hne nicht, und als dieselben bei ihrem Vater um ihre Hand warben, da gab ihnendieser die ausweichende Antwort, sie m\u00f6chten dieselbe erst zu verdienen suchen. Es hatte aber ein Anderer das Herz des M\u00e4gdleins gewonnen und zwar ein armer Hirte, der die L\u00e4mmer desselben an den sonnigen H\u00f6hen des Golkgebirges weidete und einst, als die Prinzessin am Ufer des dort flie\u00dfenden Gaserbaches (derselbe ergie\u00dft sich unterhalb der jetzigen Neum\u00fchle in die Elbe) eingeschlummert war, eine giftige Schlange, welche eben im Begriff war, dieselbe zu stechen, erschlagen hatte. Die aus dem Schlummer aufgeschreckte Bila, welche eben von dem J\u00fcngling getr\u00e4umt, sah in ihm nun ihren Retter und versprach ihm auch voll Dankbarkeit Herz und Hand. Lange aber blieb das Geheimni\u00df der Liebenden den beiden Riesen nicht verborgen; einst sahen sie ihn seiner Bila, welche an jener Stelle des Baches auf ihn harrte, entgegen gehen, da erhoben beide, jener auf dem Keilen-, dieser auf dem Kulmberge ungeheure Steinbl\u00f6cke und schleuderte sie ihm entgegen, er aber blieb unversehrt, denn er stand unter dem Schutze der G\u00f6tter, weil er fromm und gut war. Als nun der alte F\u00dcrst das Begebni\u00df erfuhr, da nahm er ihn als Eidam an und errichtete zum Dank gegen die G\u00d6tter auf einem dieser Steine eine Opferst\u00e4tte. Dieser Stein ist unterhalb Zadel auf Golker Revier noch jetzt zu sehen: er f\u00fchrt den Namen Gose (Opferst\u00e4tte), das gemeine Volk nennt ihn aber den Riesenstein. Ein zweiter Riesenstein aber am Saume der Nassau giebt Zeugni\u00df von dem grimmigen Kampfe, in welchem die beiden Riesen, nachdem sie sich die sch\u00f6ne Bila f\u00fcr immer entrissen sahen, unter sich selbst entbrannten und bei welchem der Sieger den Besiegten nur noch kurze Zeit \u00fcberlebte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Gr\u00fcnewald &#8222;Mei\u00dfner Chronik&#8220; 1829<\/p>\n<h2>Ursprung der Stadt Go\u00dfenhayn<\/h2>\n<p>Im Kloster Zelle soll ein alter Stein gefunden worden sein, der besagte, die Stadt sei schon vor Christi Geburt durch Drusus Germanicus als Landesvestung gebaut worden. Er lautete also: &#8222;Hayn und Grimm, die \u00e4ltesten beyden St\u00e4dte in Osterland Lange vor Christi Geburt bekannt.&#8220; Wahrscheinlicher ist es aber, da\u00df diese Stadt, welche im 14ten Jahrhundert die Stadt zum Hayne genannt ward, ihren Namen von dem gro\u00dfen Haine hat, der einst um die Stadt herumging und worin die heidnischen Sorbenwenden ihren gr\u00f6\u00dften G\u00f6tzen, den Swantewiz, von dem das nahe bei der Stadt gelegene Dorf Wantewitz seinen Namen her haben soll, verehrten. Darum war auch in dem gro\u00dfen Riesensaale des im J. 1701 ausgebrannten Residenzschlosses in Dresden die Stadt Hayn mit einem gro\u00dfen Walde umgeben abgemalt, in dem ein geharnischter Ritter hielt. Nach einer andern Sage k\u00e4me aber der Name von den vielen Hagebuttenstr\u00e4uchen, so um die Stadt gestanden und deshalb ins Stadtwappen aufgenommen worden sind. (Heide wei\u00df, da\u00df das auf das selbe rauskommt)<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Chladenius &#8222;Materialien zur Gro\u00dfenhayner Stadtchronik&#8220; 1788<\/p>\n<h2>Der Wundersee zu Lommatsch<\/h2>\n<p>Etwas \u00fcber eine Meile von der Elbe und eine halbe Stunde von der Stadt Lommatsch befand sicch fr\u00fcher ein Brunnen, der durch seinen Abflu\u00df eine Art Teich bildete und Glomuczi oder Glomaci genannt ward und mit dem jetzigen Poltzschner See identisch sein soll. Bei diesem versammelten sich in den Zeiten des Heidenthums die Bewohner jenes Theils des heutigen Sachsens, die Daleminzier, jedes Jahr und fa\u00dften hier ihre politischen Beschl\u00fcsse, stellten hier auch ihre Gottheiten auf, und so kam es, da\u00df h\u00e4ufig zur Verehrung derselben hierher gewallfahrt ward. Man hatte n\u00e4mlich bemerkt, da\u00df, wenn Friede im Lande und ein fruchtbares Jahr bevorstehe, auf der Oberfl\u00e4che des Sees Weitzen, Hafer und Eicheln herumschwammen, wenn aber ein Krieg im Anzuge war, dann zeigte sich statt desselben Blut und Asche. Noch lange Zeit aber nach Einf\u00fchrung des Christenthums sollen die Bauern in der Umgegend diesem See mehr Glauben geschenkt haben, als einem christlichen Gebete in der Kirche. Von diesem Teiche sollen aber die Brunnen von Altlommatsch ihr Wasser und die Stadt selbst (fr\u00fcher Glomaci genannt) ihren Namen erhalten haben, und sonderbar ist es allerdings, da\u00df derselbe weder Zu- noch Abflu\u00df hat, und er bei anhaltenden Regen eher kleiner als gr\u00f6\u00dfer wird, wogegen er bei gro\u00dfer Trockenheit desto mehr Wasser hat und die nahe gelegenen Felder \u00fcberschwemmt. Des Nachts schw\u00e4rmen in seiner N\u00e4he viele Irrwische herum, und es soll \u00fcberhaupt nicht recht geheuer da sein. \u00c4hnlich war der heilige See zu Mockritz bei Dresden, der jetzige M\u00fchlteich, den die slavischen Priester ebenfalls zu Orakeln benutzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Hoffmann &#8222;Geschichte von Oschatz&#8220;<\/p>\n<h2>Der Queckbrunnen zu Dresden<\/h2>\n<p>Zwischen der Gerbergasse und dem Eingang zur Gr\u00fcnen Gasse vor dem jetzigen katholischen Waisenhause befindet sich noch heute ein Brunnenh\u00e4uschen, dessen Spitze ein Klapperstorch ziert, und welches der Queckborn hei\u00dft, und von dem ein Sprichwort sagt, da\u00df der Storch aus ihm die Kinder hole. Nach diesem ist schon um 1514 h\u00e4ufig gewallfahret worden, weil die Sage ging, da\u00df, so eine unfruchtbare Frau von seinem Wasser tr\u00e4nke, diese durch die Gnade der h.Jungfrau mit Kindern gesegnet w\u00fcrde. Darum hat der Bischoff Johann von Mei\u00dfen im J. 1512 die Erlaubni\u00df zum Bau einer Wallfahrtscapelle zu Unserer lieben Frauen Queckborn ertheilt, welche jedoch sp\u00e4ter wieder einging,insofern der Zudrang der Gl\u00e4ubigen dahin so stark war, da\u00df die \u00fcbrigen Kirchen, besonders die Kreuzkirche, weil ihre Eink\u00fcnfte dadurch geschm\u00e4hlert wurden, zu Rom um Aufhebung derselben einkommen mu\u00dften. Der Name Queckborn bedeutet \u00fcbrigens soviel, als Lebensborn (von Queck = lebendig), nicht aber Viehborn, wie man ihn der N\u00e4he der fr\u00fchern Viehweide (jetzt Sch\u00fctzenplatz genannt) wegen hat deuten wollen. Der Brunnen selbst ist \u00fcbrigens jetzt noch gangbar. (klingt mir sehr nach einem Brunnenheiligtum der Frigga bzw. Frau Holle)<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Hasche &#8222;Diplom. Geschichte von Dresden&#8220; 1781<\/p>\n<h2>Die Wunderburg bei Ro\u00dfwein<\/h2>\n<p>In der N\u00e4he der Stadt Ro\u00dfwein liegt ein H\u00fcgel, auf dem schon im J. 723 eine Burg gestanden haben soll, worin ein Raubritter mit seiner Geliebten wohnte. Von dieser sogenannten Wunderburg sieht man aber jetzt nichts mehr als einen aufgeworfenen Erdwall. Au\u00dfer diesem findet sich aber hier ein seltsamer Rasenkreis, ganz nach Art eines Labyrinths angelegt, wo sich fr\u00fcher die Jugend mit Tanzen zu belustigen pflegte. Dieser Kreis soll einst von einem zauberischen M\u00f6nche ausgetanzt worden sein, wie der Tanzkreis der B\u00f6hmenk\u00f6nigin Libussa auf dem Wischerad bei Prag, den man noch jetzt zeigt.<br \/>\n(Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine sogenannte Troiaburg, ein bronzezeitliches Labyrinth, das zu Ostara ausgetanzt wurde, um so die Bewegungen der Sonne zu versinnbildlichen, die zu Ostara, durch Luftspiegelung, drei Spr\u00fcnge macht)<\/p>\n<h2>\nDie Zaubereiche bei Gro\u00dfbucha<\/h2>\n<p>Bei Gro\u00dfbucha in der N\u00e4he des St\u00e4dtchens Lausigk stand fr\u00fcher eine uralte Eiche, die einen Umfabng von 27 Ellen hatte. Urspr\u00fcnglich bestand dieselbe aus zwei Zweigen, von diesen war einer l\u00e4ngst nich mehr vorhanden, der andere aber ist zu Anfange des 18.Jahrhunderts durch den Vorwitz eines Hirten, der darunter Feuer anmachte, umgest\u00fcrzt und aus ihm sind 42 Klafter Holz gemacht, so wie ein Kahn f\u00fcr 8 Personen geschnitzt worden. Diese Eiche hat man die Zaubereiche genannt, weil man bei ihr zur Zeit des Heidenthums Gottesdienst gehalten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Iccander &#8222;S\u00e4chsiche Kernchronik&#8220;<\/p>\n<h2>Das Marienbild zu Eicha bei Naunhof<\/h2>\n<p>Am linken Ufer der Parthe, drei Stunden nordwestlich von der Stadt Grimma und zwei Meilen von Leipzig liegt in der N\u00e4he von Naunhof das Vorwerk Eicha. Dieses soll seinen Namen von einem hohlen Eichbaum haben, der zur Zeit der Sorbenwenden hier stand und unter welchem diese ihre Abg\u00f6tterei trieben. Nachher ward der Ort angebaut und hier Messe gelesen. Denn im Jahre 1454 hat ein Fuhrmann, der bei b\u00f6sem und grundlosem Wege mit seinem beladenen Wagen unweit dieses Ortes halten blieb, in seiner gr\u00f6\u00dften Angst und bei scheinbar unm\u00f6glicher Hilfe an dieser Eiche eine Tafel mit einem Marienbilde erblickt, ist vor dasselbe niedergekniet und hat gesehen, da\u00df die Pferde den Wagen indessen fortzogen. Er hat darauf die Sage in Leipzig erz\u00e4hlt, man hat dann oft dahin gewallfahrt und von den gebrachten Opfern eine sch\u00f6ne Kirche der Jungfrau Maria zu Ehren gebaut.<\/p>\n<h2>\nDer Kirchbau in Crottendorf<\/h2>\n<p>Crottendorf, ein bedeutendes, zum Kreisamte Schwarzenberg geh\u00f6riges Dorf, welches besonders durch seine Marmorbr\u00fcche ber\u00fchmt ist, soll seinen Namen von dem einst in der Heidenzeit hier verehrten G\u00f6tzen Crodo erhalten haben &#8211; der in der N\u00e4he des jetzigen Erbgerichts daselbst befindliche Felsen, der Liebenstein, wird als die Opferst\u00e4tte desselben bezeichnet, &#8211; scheint aber noch eine ziemliche Zeit nach der Einf\u00fchrung des Christenthums seinem alten h\u00f6llischen Besitzer sehr am Herzen gelegen zu haben. Denn als man daselbst eine Kirche bauen wollen, suchte er es auf jede Art zu verhindern und den Bau aufzuhalten. Darum ri\u00df er das Mauerwerk, was die Maurer den Tag \u00fcber aufgef\u00fchrt hatten, in der Nacht wieder ein und das zugehauene Bauholz und die herbeigeschafften St\u00e4mme schleppte er weit bis an das andere Ende des Dorfes, so da\u00df am andern Morgen die Zimmerleute, statt in ihrer Arbeit fortfahren zu k\u00f6nnen, weiter nichts zu thun hatten, als das Ger\u00fcst wieder an seinen fr\u00fchern Platz zur\u00fcckzubringen. Da ging einst ein frommer Priester in demselben Augenblicke vor\u00fcber, wo sie eben besch\u00e4ftigt waren, den vom Teufel angerichteten Unfug wieder gut zu machen, der segnete das smmtliche Holz und Baumaterial und nun mu\u00dfte der Teufel dasselbe in Ruhe lassen, so da\u00df der Bau bald vollendet war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kultplatz-Sagen Der Teufel in der Oberlausitz Viele Orte beider Lausitzen haben Namen und Spureen vom Teufel. 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