{"id":297,"date":"2018-02-28T14:06:27","date_gmt":"2018-02-28T13:06:27","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=297"},"modified":"2018-02-28T14:06:27","modified_gmt":"2018-02-28T13:06:27","slug":"nixen-in-sachsen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=297","title":{"rendered":"Nixen in Sachsen"},"content":{"rendered":"<h1>Nixen in Sachsen<\/h1>\n<h2>Sage vom Wassermann bei Oelsnitz<\/h2>\n<p>Wie fast jeder Flu\u00df hat auch die Elster ihren Wassermann. Ich erinnere mich desselben aus mancherlei Gespr\u00e4chen in meinen Kinderjahren. Derselbe soll eine kleine Figur haben, gr\u00fcne Augen und gr\u00fcne Haare und \u00f6fters um die Mittagszeit in der N\u00e4he der Zahnm\u00fchle zu sehen sein, wo er am Ufer sitzt und sich die Haare k\u00e4mmt. Viele Kinder und auch Erwachsene r\u00fchmen sich, ihn gesehen zu haben. Ihm soll es zuzuschreiben sein, da\u00df die Elster jedes Jahr einen Menschen will. Zur Zeit meines Aufenthaltes im \u00e4lterlichen Hause fanden allerdings Viele ihren Tod in der Elster, theils freiwillig, theils durch Verungl\u00fcckung, ob aber dies gerade in jedem Jahr der Fall war, wage ich nicht zu behaupten. Wie es in neuerer Zeit sich verh\u00e4lt, ist mir unbekannt. Jedenfalls w\u00e4re es interessant, aus den Kirchenb\u00fcchern eine Uebersicht zusammen zu stellen, wann und wie oft Leute in den Fluthen der Elster den Tod fanden, um zu beweisen, ob der Wassermann wirklich jedes Jahr einen Menschen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus der Erinnerung mitgetheilt von Julius Schanz<\/p>\n<h2>\nDie Wassermannsfrau und die Wehmutter<\/h2>\n<p>Es ging einmal in der Gegend des nach Bautzen geh\u00f6rigen Dorfes D\u00f6bsch\u00fctz eine Wehmutter am See vor\u00fcber. Da begegnete ihr eine gro\u00dfe Kr\u00f6te. Die Kr\u00f6te sa\u00df traurig am Ufer und sah die Wehmutter mit betr\u00fcbten Augen an und bat sie, sie m\u00f6chte doch mit ihr gehen, ihre Herrin sei in Kindesn\u00f6then und wolle geb\u00e4ren, sie w\u00fcrde sie gewi\u00df reichlich belohnen. Die Wehmutter bedachte sich ein Weilchen, dann sagte sie: &#8222;ja! ich will mit Dir gehen, f\u00fchre mich nur!&#8220; Da sprang die Kr\u00f6te sofort ins Wasser, das Wasser theilte sich und zeigte eine breite Treppe. Auf der Treppe aber stand ein junges M\u00e4dchen, das sagte ganz freundlich zu der Wehmutter: &#8222;steige nur getrost hinab, es wird Dir kein Leid widerfahren!&#8220; Denn die Frau f\u00fcrchtete sich. Doch sie stieg hinab ins Wasser, dasselbe schlo\u00df sich wieder \u00fcber ihr und nun gelangte sie an der Hand ihrer F\u00fchrerin in einen wundersch\u00f6nen Palast von lauter durchsichtigen und gl\u00e4nzenden Krystallen und es war Alles sehr sch\u00f6n und prachtvoll eingerichtet und auf einem seidenen Ruhebette lag eine wundersch\u00f6ne Frau in Kindesn\u00f6then. Als Alles vor\u00fcber war und ein munteres Kn\u00e4blein zur Welt gef\u00f6rdert worden war, da erz\u00e4hlte die W\u00f6chnerin der Wehmutter, sie habe einst im See gebadet, da habe sie der Nix geraubt; anf\u00e4nglich habe sie sich vor ihm gef\u00fcrchtet, aber hernach sei sie seine liebe Frau geworden. Einmal kam auch der Nix ins Wohnzimmer, liebkosete die Frau und das Kind und belohnte die Wehmutter sehr reichlich und au\u00dferdem ward sie da unten f\u00fcrstlich bewirthet. Als alle Gefahr vor\u00fcber war, f\u00fchrte das junge M\u00e4dchen die Wehmutter wieder auf die Oberwelt und das Wasser schlo\u00df sich wieder hinter ihr. Von ihrem reichlichen Lohne aber hat sie lange gelebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Lausitzer Magazin&#8220; 1842<\/p>\n<h2>Der Wassermann in der Lausitz<\/h2>\n<p>Der Wassermann, Nykus genannt, sowie seine Gemahlin verlocken an See und Fl\u00fcssen die Vor\u00fcbergehenden und ertr\u00e4nken sie sodann. Er thut dies auch mit Jedem, der in seinen Bereich kommt, denn er mu\u00df alle Jahre seine gewisse Anzahl Opfer bekommen, es seien nun Menschen oder Thiere. Wenn seine Frau an dem Ufer der Gew\u00e4sser W\u00e4sche trocknet, so ist regnerische Witterung und gro\u00dfes Wasser zu erwarten. Er erscheint in einer von einem Menschen in nichts unterschiedener Gestalt, und ist er auf trockenem Lande, so ist er unkr\u00e4ftig und man kann ihn gefangen nehmen und zu enem Diener machen. Mit seiner Frau zeugt er auch Kinder und diese gehen mit den Kindern der Menschen um. Die T\u00f6chter kommen auch wohl zum Tanze und verlieben sich in die h\u00fcbschen Burschen. So kamen z.B. die T\u00f6chter des Wassermannes, wenn in der Schenke zu Lohsa Musik war, vor alten Zeiten auch immer dahin und tanzten ohne Scheu mit den jungen Burschen. Sie waren sehr sch\u00f6n und dabei h\u00fcbsch geputzt und von den andern M\u00e4dchen nur dadurch zu unterscheiden und als T\u00f6chter des Wassermannes zu erkennen, da\u00df ihr Rock stets einen nassen Saum hatte. Die eine verliebte sich in einen Burschen, welcher der sch\u00f6ne Georg hie\u00df, ebenso er sich in sie, aber er scheute sich doch, in ihre Wohnung mitzugehen. Der Wassermann hatte aber damals seine Wohnung in dem an der Spree gelegenen und der Herrschaft geh\u00f6rigen Teiche, welcher den Namen Ramusch f\u00fchrt und durch den jetzt der Flu\u00df geleitet ist. Er begleitete seine Geliebte \u00f6fters bis hierher und ging auch endlich mit ihr. Der sch\u00f6ne Georg erz\u00e4hlte hierauf, sie habe, als sie zu dem Teiche gekommen, eine neue Gerte genommen und damit ins Wasser geschlagen. Dieses habe sich nun getheilt und sie w\u00e4ren auf einem sch\u00f6nen gr\u00fcnberasten Wege zu der Wohnung des Wassermannes gekommen und in dieselbe hieingegangen. Dort w\u00e4re es sehr sch\u00f6n gewesen und man habe ihn au\u00dferordentlich gut aufgenommen etc.<br \/>\nDen Wassermann, sowie seine Frau erkennt man, wenn sie sich in Menschengesellschaft begeben, auch an ihren triefenden Gew\u00e4ndern, und Ersterer tr\u00e4gt au\u00dferdem ein rothes K\u00e4ppchen auf dem Kopfe, Letztere dagegen rothe Str\u00fcmpfe an den F\u00fc\u00dfen. In der Zittauer Gegend sitzt er im ersten und letzten Mondviertel an den Ufern der Fl\u00fcsse und zwar an Stellen, wo sie langsam flie\u00dfen, tief sind und nicht rauschen. Sein Aussehen ist h\u00e4\u00dflich, er ist sehr bleich von Gesicht, und hat schwarze, lange bis auf die Schultern herabh\u00e4ngende Haare. Gekleidet ist er vom Fu\u00df bis zum Kopfe in braungelbes Leder, das aus lauter kleinen Fleckchen zusammengesetzt ist. Diese pflegt er beim Mondenschein laut zu z\u00e4hlen, wobei er sich mit den H\u00e4nden klatschend auf die Beine schl\u00e4gt. An diesem Tone erkennt man ihn. Neugierige und Vorwitzige, die von dem Tone gelockt sich ihm n\u00e4herten, sahen ihn dicht am \u00fcberh\u00e4ngenden Borde sitzen und suchten ihn durch einfallendes Mitz\u00e4hlen und Klatschen zu unterbrechen. Er st\u00fcrzte sich \u00fcberschlagend ins murmelnde Wasser, ohne da\u00df ihnen etwas geschah, daf\u00fcr aber hatten sie das unangenehme Vergn\u00fcgen, da\u00df sie nunmehr alle N\u00e4chte das Klatschen und Z\u00e4hlen vor ihrer Wohnung mit anh\u00f6ren mu\u00dften, bis es sich traf, da\u00df sie vor Aerger und Angst wieder einmal mitz\u00e4hlend einfielen, worauf sie ein lautes Gel\u00e4chter vernahmen und fortan nicht weiter in ihrer Ruhe gest\u00f6rt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Willkomm &#8222;Sagen und M\u00e4hrchen aus der Oberlausitz&#8220; 1845<\/p>\n<h2>\nDie Wasserfrau und der Fleischerbursche zu Zittau<\/h2>\n<p>Oft kam die Wassermannsfrau nach Zittau, um Fleisch einzukaufen. Sie pflegte dabei immer ihren Weg durch ein kleines Pf\u00f6rtchen in der Stra\u00dfenmauer zu nehmen. Einstmals kam sie auch zu einem Fleischer und wollte ein St\u00fcck Fleisch kaufen. Als es ihr der Bursche zurecht hacken wollte, hielt sie das andere Ende fest und der Bursche hackte ihr mit einem Beile aus Unvorsichtigkeit eine Finger ab. Die Wasserfrau schrie laut auf und rief zornig: &#8222;warte nur, daf\u00fcr solls Du schon noch mein werden!&#8220;, lief wehklagend davon und lie\u00df sich nicht wieder sehen. Der Meister lie\u00df nun den Burschen drei Monate lang nicht \u00fcber Land gehen um Eink\u00e4ufe zu machen, daamit ihn nicht etwa die Wasserfrau sammt dem Vieh mordete. Aber nach dieser Zeit erlaubte er es dem Burschen und schickte ihn aus, um auf einem nahe gelegenen Dorfe ein St\u00fcck Vieh zu holen. Der Bursche mu\u00dfte auf seiner Wanderung \u00fcber einen ganz kleinen Graben, in dem nur ein ganz klein wenig Wasser war. Als er dahin\u00fcberging, packte ihn die Wasserfrau, tauchte mit ihm unter und ertr\u00e4nkte ihn in der Pf\u00fctze.* * Dasselbe erz\u00e4hlt man von der Wasserfrau bei Rothenburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Lausitzer Magazin&#8220; 1842<\/p>\n<h2>\nDer Nixt\u00fcmpel bei Breitenhain<\/h2>\n<p>Unterhalb Breitenhain, einem Dorfe, nordwestlich von Altenburg, bei Lucka und der Luckaischen Flurgrenze ist am Reinbache eine sumpfige mit Geb\u00fcsch umgebene Wiese, der Nixt\u00fcmpel genannt, wo Nixen hausten, welche ihre W\u00e4sche trockneten, sich selbst im Dorfe Breitenhain sehen lie\u00dfen und auf dem Tanzboden in der Schenke mit tanzten, ja einst aus einem Hause ein Kind entf\u00fchrten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Altenburger Kirchengallerie&#8220;<\/p>\n<h2>\nDie Saalnixe bei Kahla<\/h2>\n<p>Auch die Saale birgt, wie die Mulde, Elbe und Elster, Nixen. Oberhalb Kahla erhebt sich am Flusse eine hohe Felswand, dort l\u00e4\u00dft sich zuweilen im Sommer eine Nixe sehen mit gr\u00fcngoldenem Haar, welche einen blitzenden Kamm in der hand h\u00e4lt und damit ihr Haar str\u00e4hlt. Die J\u00fcnglinge, die von ihrer Sch\u00f6nheit angelockt sich ihr n\u00e4hern, zieht sie zu sich hinab in die Wellen, und ein Opfer dieser Art verlangt die Saale wenigstens jedes Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Eifel &#8222;Voigtl\u00e4ndisches Sagenbuch&#8220;<\/p>\n<h2>\nDer Nixenstein bei Waldenburg.<\/h2>\n<p>Wenn man von Waldenburg (Altstadt) aus \u00fcber den sogenannten Anger nach der Mulde zu geht, so erblickt man am Ufer des Flusses einen gro\u00dfen Steinkegel, der hei\u00dft der Nixenstein. Das kommt daher, weil, wie man sagt, unter diesem Steine eine Nixenfamilie wohnt. Dieselbe l\u00e4\u00dft sich auch den Umwohnern hin und wieder sehen, aber immer nur ein Glied derselben auf einmal. Die Einwohner von Waldenburg wollen sie daran erkennen, da\u00df die zu derselben geh\u00f6rigen Frauenspersonen, welche, wie gesagt, stets einzeln den Wochenmarkt in der Stadt besuchen, einen nassen Saum an ihrem Kleide haben. Geht man einer solchen Frauensperson bei ihrer R\u00fcckkehr aus der Stadt nach, so sieht man sie stets an dem gedachten Stein in der Erde verschwinden oder sich ins Wasser st\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">m\u00fcndlich von Herrn Dr. Krause<\/p>\n<h2>Sagen von Elsterberg<\/h2>\n<p>Im Brunnen des Schlosses Elsterberg wohnt ein gr\u00fcner Nix, der die Kinder hereinzieht. Er ist sehr tief und steht mit der Elster in Verbindung. Als die Herren von Loddaburg es bewohnten, warf einmal ein Diener eine Ente, der er ein rothes B\u00e4ndchen um den Hals gebunden hatte, hinein und siehe! er sah sie tief unten im Grunde auf der Elster schwimmen. Dort ist auch eine goldgef\u00fcllte Braupfanne, welche eine wei\u00dfe Jungfrau mit einem gro\u00dfen Schwerte bewacht. Man sagt auch, da\u00df die mittlere Glocke daselbst aus Silber bestehe, angeblich hat sie im 30j\u00e4hrigen Kriege ein General Namens Bose aus Gro\u00dfglogau entf\u00fchrt und hierher gebracht. Ein anderes Gl\u00f6ckchen auf der Stadtkirche zu St. Lorenz war von Silber und l\u00e4utete den Abla\u00df ein, der sich soweit erstreckte, als man ihren Schall h\u00f6rte und weil man dies in B\u00fcnau noch konnte, mu\u00dften die Bauern von da ein Fuder Getreide an die Elsterberger Geistlichkeit j\u00e4hrlich zinsen, ja viele N\u00fcrnberger lie\u00dfen sich auf dem dasigen Kirchhofe begraben, um jenes Ablasses theilhaftig zu werden. Im Schlosse wohnten einst Raubritter und diese hatten dasselbe mit einer andern Feste, die am Fu\u00dfe der We\u00dfnitz auf einem steilen H\u00fcgel errichtet war, durch unterirdische G\u00e4nge und eine lederne Br\u00fccke erst\u00fcrmt und ihre Besitzer hingerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">m\u00fcndlich \u00fcberliefert<\/p>\n<h2>Der Badenix bei Strehla an der Elbe<\/h2>\n<p>Bei dem dem Pflugkschen Geschlechte geh\u00f6rigen St\u00e4dtchen Strehla an der Elbe ist ein Felsen gelegen, der ungef\u00e4hr 16 Ellen in den Strom hineingeht und gegen 180 Ellen im Umkreis hat, derselbe hei\u00dft der Nixstein. Von diesem wird erz\u00e4hlt, da\u00df hier j\u00e4hrlich ein Mensch im Wasser umkommen m\u00fcsse; auch soll hier oft W\u00e4sche zum Trocknen aufgeh\u00e4ngt sein, so den Nixen geh\u00f6re, zuweilen aber eine Person darauf sitzen, welche Schuhe flicke, und verschwinde, wenn Jemand zu dem Steine komme. Zuweilen kommt von hier ein Frauenzimmer in die Stadt, deren Kleider an den F\u00fc\u00dfen herum na\u00df sind, die dann Waaren einkauft und wieder verschwindet.<br \/>\nZu Anfange des 17ten Jahrhunderts ist ein Mann zu Pferde gestiefelt und gespornt zur Wehmutter der Stadt gekommen und hat sie gen\u00f6thigt, mit ihm zu gehen, ihr auch heilig versichert, da\u00df ihr nichts geschehen solle. Wie sie an den Felsen gekommen sind, habe er mit einer Schwibruthe daran geschlagen, da hat derselbe sich aufgethan und sie sind in ein verziertes Gemach getreten, worin eine kreisende Frau gelegen hat. Diese hat mit H\u00fclfe der Wehmutter ein Kind zur Welt gebracht, darauf hat der Mann das Gemach verlassen und eine Mulde voll Ducaten hereingebracht und die Wehmutter aufgefordert, so viel zu nehmen, als ihr beliebe, diese aber hat nach vorhergegangener Warnung der W\u00f6chnerin nicht mehr davon genommen, als ihr geb\u00fchrte, worauf jener die Mulde mit den Worten &#8222;das hat dir Gott gerathen&#8220; wieder hinausgetragen und die Wehmutter ohne Schaden nach Hause gef\u00fchrt hat. Das erhaltene Geldst\u00fcck ist aber der Frau, so oft sie es ausgegeben, immer wieder von selbst in die Tasche zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Iccander &#8222;S\u00e4chsiches Kernchronicon&#8220; 1722<\/p>\n<h2>Der Nixenh\u00fcgel bei Rossendorf<\/h2>\n<p>Zwanzig Minuten von Eschdorf, nahe an der Bautzner Stra\u00dfe liegt das Dorf Rossendorf, und zu diesem geh\u00f6rt der sogenannte Rossendorfer Teich, in welchem die Prie\u00dfnitz entspringt, ein Fl\u00fc\u00dfchen, welches am Linckeschen Bade in Antonstadt-Dresden in die Elbe f\u00e4llt und dessen Wasser h\u00f6chst merkw\u00fcrdige Heilkr\u00e4fte auf Alle, die an Gicht und \u00e4hnlichen Krankheiten leiden, \u00e4u\u00dfert und seine heilsamen Theile wohl meist aus dem Lager von bitumin\u00f6sem Holze zieht, das sich unter dem Teiche hin erstreckt. Aus diesem Teiche, wo sich seit 1835 ein Inselchen mit einer Jagdh\u00fctte zum Schie\u00dfen wilder Enten befindet, ragte aber schon fr\u00fcher eine Erh\u00f6hung hervor, auf der sich nach einer Sage von 1690 fr\u00fcher sogar eine Kapelle, ein Altar der h. Barbara befunden haben soll, was freilich wenig zu dem Namen, der Nixenh\u00fcgel, welchen ihr das Volk gegeben hat, pa\u00dft. Die Entstehung desselben wird folgenderma\u00dfen erz\u00e4hlt. In der Heidenzeit hatten sich zu Eschdorf schon Christen angesiedelt, bei denen Tanz und Spiel gerade so in Mode war, wie in unsern Tagen. Nun fand sich bei dergleichen Festen oft ein wundervoll sch\u00f6nes, Allen unbekanntes M\u00e4dchen ein, die \u00e4u\u00dferst knapp und reinlich gekleidet war, aber immer an ihrem Kleide einen nassen Saum hatte, als sei sie \u00fcber thauige Wiesen gegangen. Neid und Neugierde plagte die Dorfbewohnerinnen gewaltig, zu erforschen, wer wohl die fremde T\u00e4nzerin, die allen jungen Burschen den Kopf verdrehte, sein m\u00f6ge; allein Niemandem gelang es, den Schleier, der \u00fcber ihrem geheimni\u00dfvollen Kommen und Gehen ruhte, zu l\u00fcften, bis das M\u00e4dchen einmal einem h\u00fcbschen J\u00fcngling auf vieles Bitten erlaubte, sie nach Hause zu begleiten. Das M\u00e4gdelein f\u00fchrte ihnn \u00fcber den G\u00fcckelsberg nach dem Rossendorfer Teiche, der damals ein gro\u00dfer See war, und an dem Ufer angelangt, wollte sie von ihrem Begleiter Abschied nehmen; da derselbe aber noch nicht scheiden mochte, so sprach sie: &#8222;nun wohl! heute Nacht ist mein Vater nicht daheim, Du magst mich also in unsere H\u00fctte begleiten, kommt aber jener zur\u00fcck und findet Dich, so ist es um uns beide geschehen.&#8220; Der J\u00fcngling lie\u00df sich inde\u00df nicht abschrecken, sie schlug also mit einer Ruthe ins Wasser und siehe, das Wasser theilte sich, so da\u00df sie auf einem schmalen Pfad trockenen Fu\u00dfes die Insel in der Mitte des Gew\u00e4ssers erreichen konnten. Hier angekommen, schlug das M\u00e4dchen abermals in das Wasser, und alsbald war der Pfad wieder verschwunden. Als der Morgen d\u00e4mmerte, fing auf einmal der See zu brausen an, da rief die Nixe voll Schreck: &#8222;schnell verstecke Dich, mein Vater kommt, sonst sind wir verloren.&#8220; Kaum hatte sie ihren Liebaber in einen dastehenden Backtrog gesteckt, so trat ein riesiger Greis in die H\u00fctte, die Tochter sprang ihm entgegen und suchte durch Liebkosungen ihre Angst zu verbergen, der alte Nix aber schnopperte \u00fcberall herum und sprach finster: &#8222;es riecht mir hier nach Christen.&#8220; Da entgegnete das schlaue M\u00e4dchen: &#8222;wo sollen denn hier Christen herkommen? ich rieche aber vielleicht nach Christen, denn ich gestehe, da\u00df ich in Eschdorf ein wenig in deiner Abwesenheit zu Tanze war.&#8220; Der Alte schalt sie zwar etwas aus, allein er lie\u00df sich doch endlich beruhigen, suchte nicht weiter, sondern warf sich auf sein Schilfbett, und bald verk\u00fcndete ein heftiges Schnarchen, da\u00df er entschlafen war. Als nun die Nixe ihrer Sache gewi\u00df zu sein meinte, holte sie ihren T\u00e4nzer aus seinem Verstecke hervor und lie\u00df ihn auf dieselbe Weise wieder entfliehen, wie er gekommen war; allein derselbe hatte an der einen angstvoll verlebten Nacht genug, er besuchte die Ufer des Sees nicht mehr, aber auch das M\u00e4dchen sah Niemand wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Seidemann &#8222;Eschdorf und Dittersbach&#8220; 1840<\/p>\n<h2>Der Nix in der Wei\u00dferitz<\/h2>\n<p>Auch das kleine Wei\u00dferitzfl\u00fc\u00dfchen hat seinen Nix, derselbe h\u00e4lt sich aber gew\u00f6hnlich in Dresden auf und wollen ihn Viele indem hohen Wasserbette hinter den R\u00e4dern derHofm\u00fchle sitzen, sich baden und spielen gesehen haben in der N\u00e4he des Ausganges des An der Wei\u00dferitz genannten G\u00e4\u00dfchens in der Wilsdruffer Vorstadt.<\/p>\n<h2>\nDer Nix bei Grimma und am Schlosse D\u00f6ben<\/h2>\n<p>Wenn man die von der Stadt Grimma nach dem Kloster Nimptschen f\u00fchrende Stra\u00dfe geht, sieht man jenseits der Mulde einen gro\u00dfen hervorspringenden Felsen, der Trompeterfelsen genannt, weil im 30j\u00e4hrigen Kriege einmal ein von den Feinden verfolgter Trompeter hier mit seinem Rosse gl\u00fccklich in die vorbeiflie\u00dfende Mulde sprang und sie durchschwamm. Dieselbe ist hier unergr\u00fcndlich tief, und sieht man angeblich den Muldennix in wei\u00dfen Hosen mit seinen T\u00f6chtern im Sommer unter diesem Felsen sitzen und die Schwimmer anlocken. Auch verlangt derselbe j\u00e4hrlich hier sein Opfer von einem Menschenleben. Unter einer anderen Gestalt zeigt er sich unterhalb der Stadt Grimma beim Schlosse D\u00f6ben. Dieses alte Schlo\u00df liegt auf einem hohen, schroff von der Mulde aufsteigenden Felsen, an dessen Fu\u00dfe ein schmaler Fu\u00dfpfad, kaum f\u00fcr eine Person breit genug, nach der 1\/4 Stunde entfernten, romantisch gelegenen Golzerm\u00fchle f\u00fchrt. Vor einigen zwanzig Jahren h\u00f6rte man von den Bewohnern der dortigen Umgegend oft, der Muldennix zeige sich unter der Gestalt einer B\u00e4uerin in altfr\u00e4nkischer Tracht, in schwarzer Schoo\u00dfjacke und rothem Frie\u00dfrocke, den Kopf mit einer schwarzen Haube, die mit breiten wei\u00dfen gepre\u00dften Streifen besetzt sei, bedeckt. Diese sitze an hei\u00dfen Sommertagen gegen Abend auf dem erw\u00e4hnten Felsenpfade mit nach dem Wasser herabh\u00e4ngenden Beinen da, wenn aber Jemand sich n\u00e4here, \u00fcberschlage sie sich und springe in den Flu\u00df, der an dieser Stelle, ziemlich unter dem Schlosse, unergr\u00fcndlich tief ist und angeblich ein versunkenes Schlo\u00df in seinem Grunde birgt.<\/p>\n<h2>\nDie Nixkluft bei Waldheim<\/h2>\n<p>Es ist bereits bemerkt worden, da\u00df es in der Mulde Nixen geben soll, und hat schon Luther in seinen Tischreden (siehe &#8222;Vom Satan und seinen Werken&#8220;) ausdr\u00fccklich darauf hingedeutet, und die Sage l\u00e4\u00dft solche beim Kloster Zelle, in der Ro\u00dfweiner Gegend unter dem Schlosser Berge, dem Troschauer Winkel, Nonnenholze etc. in m\u00e4nnlicher und weiblicher Gestalt erscheinen. Allein namentlich erblickt man auch am Ufer der Zschopau bei Waldheim noch heute einen Felsen, in den vom Wasser aus eine H\u00f6hle hineingeht, welche die Nixkluft hei\u00dft und in die man jetzt nur auf K\u00e4hnen gelangen kann. Hier soll der Nixenf\u00fcrst der Zschopau seine Wohnung haben. Dieser hatte drei sch\u00f6ne T\u00f6chter, welche sich gern unter die Menschen mischten. Sie gingen oft im Neumond nach dem eine halbe Stunde von Waldheim gelegenen Dorfe Dietenhayn zu Tanze. Ihre Kleidung war wei\u00df, und trugen sie ls G\u00fcrtel ein Band von gr\u00fcnem Schilfrohr, um den Hals ein Perlenhalsband und am Busen eine Wasserrose. Hier tanzten sie die ganze Nacht mit den jungen Burschen des Dorfes, wenn aber das Wasserr\u00f6slein zu verwelken begann, dann gingen sie heim; denn dies bedeutete f\u00fcr sie, da\u00df die Morgenr\u00f6theim Anbruch begriffen sei. Sie lie\u00dfen sich auch von ihren T\u00e4nzern bis in den am Ufer befindlichen Wald bringen, dort aber bestanden sie stets darauf, da\u00df jene zur\u00fcckblieben. Dies thaten sie lange Jahre, denn ihre Sch\u00f6nheit bl\u00fchte unverg\u00e4nglich. Da fa\u00dften einmal drei junge Gesellen den Plan, sie \u00fcber die gew\u00f6hnliche Zeit zur\u00fcckzuhalten. Es gelang ihnen auch, durch s\u00fc\u00dfes Kosen die M\u00e4dchen so zu besch\u00e4ftigen, da\u00df sie das Welken ihrer Rosen erst bemerkten, als schon die ersten W\u00f6lkchen Auroras am Horizont erschienen. Sie eilten zwar schnell aus den Armen ihre Liebhaber ans Ufer zur\u00fcck, allein dort traf sie der erste sonnenstrahl und ihre K\u00f6rper zerflossen in drei Silberb\u00e4chlein, die durch die Wiesen nach dem Fusse rannen, mitten durch diese aber zog sich ein rother Faden und dies war ihr Lebensblut.<br \/>\nSeit dieser Zeit erschienen sie nicht wieder, ihr Vater aber verlangt jedes Jahr ein Opfer von einem Menschenleben in der N\u00e4he dieser Stelle.<\/p>\n<h2>\nDie drei Goldst\u00fccke der Familie von Hahn<\/h2>\n<p>In der N\u00e4he der Stadt Leipzig ward eines Tags eine vornehme Frau von Adel aus dem Geschlechte derer von Hahn durch eines Meerweibes Zofe gen\u00f6thigt mit ihr zur Wehmutter unter den Flu\u00df zu gehen. Da es denn geschehen ist, da\u00df sich das Wasser voneinander theilte, und sie beide durch einen luftigen Weg tief in das Erdreich geriethen. Da hat denn die adelige Frau ein krei\u00dfendes kleines Weiblein gefunden und ist flugs zu ihr hingebracht worden, ihr in den gegenw\u00e4rtigen Kindesn\u00f6then beizustehen und hilfreiche Hand zu leisten. Darauf hat sie wieder ihren Abschied begehrt und sich angeschickt nach Hause zu eilen. Indem sie wegfertig ist, ist ein kleiner Wassermann zu ihr gekommen und hat ihr ein Geschirr voll Asche zugelangt und sie erinnert, sie m\u00f6ge sich soviel herausnehmen als sie begehre f\u00fcr geleistete Bem\u00fchung. Darauf hat sie sich jedoch geweigert und nichts nehmen wollen. Wie dies geschehen, hat der Mann gesagt: das hei\u00dft Dir Gott sprechen, sonst h\u00e4tte ich Dich umbringen wollen. Hiermit ist sie fortgegangen und von der Zofe nach Hause gebracht worden. Wie sie nun dorthin gelangt, soll die Magd drei St\u00fccke Goldes hervorgezogen und der adeligen Frau verehrt haben, dabei gedenkend, sie solle solchen Schatz gar wohl verwahren und nicht abwendig von ihrem Geschlechte werden lassen, sonst werde ihre ganze Familie durch Armuth verderben, da sie sonst die H\u00fclle und F\u00fclle oder Ueberflu\u00df in allen Sachen haben k\u00f6nne, sofern sie dieses Andenken richtig verwahre. Darauf ist die Magd wieder weggegangen, die Frau aber soll das Geschenk nach ihrem Tode ihren drei S\u00f6hnen mit obenerw\u00e4hnter Vermahung \u00fcbergeben haben. Davon haben noch bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zwei Herren dieses Stammes ihr Goldst\u00fcck besessen, das dritte aber ist von iner Frau verwahrlost worden. Diese ist endich gar armselig zu Prag gestorben und hat also mit ihrer Linie eine Endschaft genommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Pr\u00e4torius &#8222;Neue Weltbeschreibung&#8220;<\/p>\n<h2>Die Magd bei dem Nix in der N\u00e4he von Leipzig<\/h2>\n<p>Um das Jahr 1664 lebte auf einem Dorfe bei Leipzig eine Magd, welche drei Jahre bei einem Nix unter dem Wasser gedient und ihrer Aussage nach ein gutes Leben und allen Willen daselbst gehabt hatte, nur da\u00df ihr Essen stets ungesalzen war. Deswegen hat sie Ursache genommen, wieder wegzuziehen. Weiter soll sie auch gesagt haben, da\u00df sie nach dieser Zeit nicht \u00fcber sieben Jahre leben w\u00fcrde, davon sie nur noch drei Jahre in Rest habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Pr\u00e4torius &#8222;Neue Weltbeschreibung&#8220;<\/p>\n<h2>Das Nixweibchen bei Leipzig<\/h2>\n<p>Sonst hat sich bei Leipzig auf der Stra\u00dfe oftmals ein Nixweibchen sehen lassen. Es ging unter andern Bauersweibern mit dem Tragkorbe auf den Wochenmarkt, um den Hausbedarf einzukaufen. In der Kleidung unterschied es sich von anderen dadurch, da\u00df seine Unterkleider jederzeit zwei H\u00e4nde breit na\u00df waren. Uebrigens redete es mit Niemandem, gr\u00fc\u00dfte und dankte auch Niemandem auf der Stra\u00dfe, wu\u00dfte beim Einkauf so gut wie andere Weiber zu dingen und zu handeln. Einst gingen ihr auf dem R\u00fcckwege zwei Personen nach. Diese haben gesehen, wie sie an einem kleinen Wasser ihren Tragkorb niedersetzte und wie derselbe, w\u00e4hrend sie ins Wasser tauchte, augenblicklich verschwand. Pr\u00e4torius erz\u00e4hlt im &#8222;Abenteuerlichen Gl\u00fcckstopf&#8220;, im Juni 1669 habe sich zwischen dem Ranst\u00e4dter und dem Barfu\u00dfthore etliche Male ein Nix schwimmend auf dem Wasser sehen lassen, und da sei am 9.Juli desselben Jahres hier der Sohn eines Eseltreibers, Brose genannt, ertrunken. \u00dcberhaupt soll der Nix in den Fl\u00fcssen Plei\u00dfe, Elster und Parthe gew\u00f6hnlich am Johannistage ein Opfer fordern.<\/p>\n<h2>\nDer Nix bei Lindenau<\/h2>\n<p>Zwischen Leipzig und Lindenau liegt eine M\u00fchle, da hat der Nixmann einen M\u00fcller zu Anfange des vorigen Jahrhunderts ins Wasser gezogen und ers\u00e4uft. Viele Leute haben denselben dort auch am hellen Mittag mit zerlumpten Kleidern um die Mittagsstunde neben dem Wasser sitzen und sich lausen sehen. Es lebten damals auch noch die Enkel einer Hebamme, welche einst des Nachts zu einer solchen Nixfrau gerufen ward und ihr zu einer gl\u00fccklichen Geburt verhalf, sie traf unter dem Wasser eine vollst\u00e4ndig eingerichtete Wirthschaft an, erhielt eine gute Belohnung und ward ohne na\u00df zu werden, durch das Wasser zur\u00fcckgebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Monatliche Unterredungen aus dem Reiche der Geister&#8220; 1731<\/p>\n<h2>Der Ottenstein bei Schwarzenberg<\/h2>\n<p>Ohngef\u00e4hr eine halbe Stunde \u00f6stlich von Schwarzenberg zwischen dem Schwarzwasser und der P\u00f6hl unweit der Chaussee nach Scheibenberg liegt das Vorwerk Ottenstein, welches angeblich seinen Namen von einem Kaiser Otto f\u00fchren soll, der einst hier \u00fcbernachtete. Anderes wei\u00df allerdings die Sage dar\u00fcber zu berichten.<br \/>\nEs soll n\u00e4mlich einst auf der Feste Schwarzenberg ein Ritter gehaust haben, der eine sch\u00f6ne M\u00fcndel besa\u00df, um welche ein Graf Otto von Siebeneichen, aus den Rheinlanden stammend, freite. Weil der Vormund aber sein M\u00fcndel lieber selbst ehelichen wollte, wies er die Antr\u00e4ge des fremden Ritters barsch zur\u00fcck. Derselbe beschlo\u00df nun sie zu entf\u00fchren. Nun war aber damals um Schwarzenberg herum alles Land von einem See eingenommen, der sich bis nach Untersachsenfeld hinzog. Der Ritter schlug nun seine Wohnung in einer Fischerh\u00fctte auf, von wo aus er durch die ins Schlo\u00df kommenden Bewohner derselben dem Burgfr\u00e4ulein Nachricht von seiner Ankunft gab und ihr den Tag bestimmte, wo er sie an einem Vollmondsabend auf einem Kahne \u00fcber den See weg abholen wollte. Inzwischen vergn\u00fcgte er sich selbst \u00f6fter mit Herumfahren auf dem Wasser. Da stieg einst, als er sp\u00e4t noch sich herumkahnte, ein wundersch\u00f6nes Frauenbild aus dem Wasser heraus, setzte sich an seine Seite und suchte ihn durch Liebkosungen zu verleiten, sie zu ihrem Krystallpalast unter den Welle, wo sie als die Nixe des Ses weilte, zu begleiten, er aber stie\u00df sie zur\u00fcck und sagte, er k\u00f6nne kein anderes Weib lieben, da er schon sein Herz einer anderen geschenkt habe. Traurig verlie\u00df ihn die sch\u00f6ne Nixe und er selbst lie\u00df sich niht wieder an dem See blicken, bis der Tag kam, wo er seine Geliebte abholn wollt. Endlich erschien dieser, der Vollmond warf sein bleichgl\u00e4nzendes Licht auf die Spiegelfl\u00e4che des Gew\u00e4ssers, gl\u00fccklich fuhr er nach dem gegen\u00fcberliegenden Ufer, wo seine Braut auf ihn wartete, als sie aber zur\u00fcckuhren, schienen pl\u00f6tzlich die Wogen in sich selbst aufzukochen, er vermochte den schwankenden Kahn nicht im Gleichgewicht zu erhalten, derselbe schlug um und ob er gleich seine Geliebte ergriff und sie durch Schwimmen ans jenseitige Ufer zu retten versuchte, unsichtbare H\u00e4nde entrissen sie ihm, er konnte sie nicht \u00fcber dem Wasser erhalten, sie versank, ihn trugen aber die Wellen nach der Fischerwohnung zur\u00fcck. Er verlie\u00df die Gegend nicht wieder, sondern baute sich im nahen Walde eine H\u00fctte, wo er fortan als Einsiedler lebte und seine Tage am Ufer des Sees verbrachte, der ihm sein Theuerstes geraubt hatte. Einst fanden ihn die Fischersleute todt auf dem See schwimmend, wie er dahin gekommen, wu\u00dfte Niemand. Man begrub ihn am Ufer und setzte ihm ein Kreuzlein mit seinem Namen. L\u00e4ngst ist dasselbe verschwunden, der See hat einen Abzug in Thal gefunden, aber der Berg, wo einst seine Klause stand, tr\u00e4gt von ihm heute noch den Namen &#8222;Der Otte(n)stein&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;Erzgebirgischer Volksfreund&#8220; 1874<\/p>\n<h2>Der th\u00f6rigte See bei Satzung<\/h2>\n<p>Oberhalb Satzung im erzgebirgischen Amte Wolkenstein liegt in einer \u00f6den morastigen Gegend eine kleine, nur 150 Ellen im Umkreis haltende Lache oder See, den man den th\u00f6rigten nennt. Niemand geht gern in seine N\u00e4he, denn seine Umgebung ist eine der traurigsten, die man sich denken kann, sein Wasser ist schwarz und schlammig, verbreitet einen h\u00e4\u00dflichen Geruch, nur einige kr\u00e4nkliche Kiefern wachsen an seinem Uferund selbst das Moos, welches den Boden desselben bedeckt, erweckt einen traurigen Anblick. Einst hatte Veit Vogel von Satzung um selbige Gegend Vogel gestellt, da hat er von 9 bis 12 Uhr Mittags einen gro\u00dfen Tumult und Alarm von Jauchzen, Schreien, Geigen und Pfeifen geh\u00f6rt, da\u00df es nicht anders geschienen, als werde eine Bauernhochzeit oder lustiges Banquet in dem See gehalten, dergleichen Freudenget\u00f6n auch Andere zu anderer Zeit geh\u00f6rt haben. Einst hat ein Mann von Sebastiansberg, Georg Kastmann genannt, um diese Gegend Feuerholz gemacht. Zu diesem ist ein sch\u00f6ner Reiter auf einem gro\u00dfen Pferde geritten gekommen, mit einer langen Spie\u00dfruthe in der Hand, der den Holzhacker gr\u00fc\u00dfte und gefragt hat, ob er den th\u00f6rigten See wisse? Da der Holzhacker ja geantwortet, hat ihm der Reiter ein Trinkgeld versprochen, wenn er mit ihm gehe und ihm den Ort zeige. Da sie nun Beide hingekommen, ist der Reiter vom Pferde gesprungen und hat gesagt: &#8222;ich bin ein Wassermann, mir ist mein Weib von einem andern Wassermanne entf\u00fchrt worden, ich habe sie in der weiten Welt in vielen W\u00e4ssern und Seen gesucht und doch nicht gefunden und soll sie nun in einem so garstigen und wilden Orte finden? Halte mir mein Pferd fest, da\u00df es mir nicht nachspringt, ich will hinein und mir mein Weib herausholen.&#8220; Darauf hat er mit seiner langen Ruthe ins Wasser geschlagen, da\u00df es sich zertheilte, und ist hineingegangen. Sobald er aber darin gewesen, hat sich ein so j\u00e4mmerliches Geschrei und Wehklagen erhoben, da\u00df der Holzhacker nicht wu\u00dfte, wo er vor Angst bleiben sollte, weil sonderlich das Pferd sehr wild und ungeb\u00e4ndig war und immer ins Wasser springen wollte. Mittlerweile ist aber \u00fcber diesem Tumult das Wasser ganz roth geworden, und da hat de Reiter sein Weib hervorgebracht und gesagt, er habe sich nunmehr an seinem Feinde gerochen und den R\u00e4uber, der ihm sein Weib entf\u00fchrt, erw\u00fcrgt. Dann hat er sich sammt seinem Weibe auf sein Pferd geschwungen und ist davon geritten, zuvor hat er aber dem Holzhauer ein Beutelchen, darinein Kreutzer gewesen, zum Trinkgeld verehrt mit dem Versprechen, so oft er in diesen Beutel greifen werde, solle er, soviel als jetzt dari sei, finden. Der Ausgang hat es ach best\u00e4tigt, da\u00df also dieser arme Mann viel Geld zusammengebracht, weil er das Hineinf\u00fchlen oft versucht. Da er nun aber den Beutel zu frei und zu sicher gebraucht, ist er ihm endlich entwendet worden, doch hat der R\u00e4uber keinen Genu\u00df davon gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Lehmann &#8222;Obererzgebirgischer Schauplatz&#8220; um 1800<\/p>\n<h2>Sagen vom Wassermann im Erzgebirge<\/h2>\n<p>Zuweilen h\u00f6rt man aus dem Schwarz- und andern Wassern ein greuliches Geheul, wenn ein Ungl\u00fcck, Feuer- oder Wasserschaden bevorsteht. Im Jahre 1630, den Tag zuvor ehe Annaberg abbrannte, hat es im Elterleiner gro\u00dfen Teiche am Geyerischen Wege entsetzlich geheult, da\u00df des Zeugschmids Junge, der mehr Wasser aufschlagen sollte, mit Schrecken davongelaufen. Im Jahre 1645, den 10. Juli am andern Pfingsttage, heulte es fr\u00fch in einem Teiche zu Elterlein j\u00e4mmerlich, da\u00df eine Jungfer, die gerade \u00fcber den Teichdamm ging, aus Furcht eilend ausri\u00df, darauf ist ein Schulknabe, M. Rudels, des alten Richters Sohn, im Teiche ertrunken. Im Jahre 1632 lie\u00df Theophilus Groschupf, Stadtschreiber zu Scheibenberg, an den Erbisleiten einen Raum ausroden und zu Feld machen; da nun einer seiner Arbeiter um Mittag hinunter an einen Brunnen geht, um Trinkwasser zu holen, findet er einen \u00fcberaus h\u00e4\u00dflichen Mann dabei liegen, der ihm nicht allein auf seinen Gru\u00df nicht dankt, sondern auch im R\u00fcckwege auf ihn f\u00e4llt und ihn braun und blau dr\u00fcckt, da\u00df er 8 Wochen dar\u00fcber krank lag. Im Jahre 1613 wollten B\u00fcrger zu Gottesgabe einen alten Teich, der lange als Sumpf w\u00fcste gelegen, ausr\u00e4umen. Als nun zwei Bergleute den Sumpf abf\u00fchren und zu Grunde arbeiten wollen, f\u00e4hrt ein Wasserteufel im Sumpfe auf, w\u00fcthet und tobt und treibt die Bergleute mi Wasser und Koth ab, da\u00df sie ausrei\u00dfen m\u00fcssen. Zum Scheibenberg, eine starke Viertelstunde unter dem Elterleiner Wege, l\u00e4uft der tiefe Stolln aus in einen Teich; da hat es oft die Leute bei Tag und Nacht erschreckt und den Weg bald in eines gro\u00dfen ungeheuren Mannes, bald in eines Wolfs Gestalt vertreten oder sonst mit Tumult und Gerassel ganze Reitertrupps beth\u00f6rt, denn der Weg geht durch Wasser hoch in die H\u00f6he, als wenn sich zwei Pferde im Wasser mit einander schl\u00fcgen, dar\u00fcber erschrecken die Leute, laufen an die Heuschober, die b\u00f6sen Geister aber fahren aus den Teichen in die Heuschober, spielen damit in der Luft, fahren unter die Aecker hinaus und nehmen die Wipfel oben von den B\u00e4umen mit, wo sie angetroffen, bis gegen Crottendorf zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Lehmann &#8222;Obererzgebirgischer Schauplatz&#8220; um 1800<\/p>\n<h2>Die Irrlichter im Grundt\u00fcmpel zu Wildenau<\/h2>\n<p>Zu Wildenau (oder Willenau), einem Dorfe im Amte Gr\u00fcnhain, \u00f6stlich von Schwarzenberg am rechten Ufer der P\u00f6hl, die am untern Ende des Dorfes ins Schwarzwasser f\u00e4llt, befindet sich im P\u00f6hler Wasser ein unheimlicher Ort, der Grundt\u00fcmpel, wo sich das Wasser in dem Raum einer Stube immer herumdreht und sich \u00f6fters darin allerlei Spuknisse sehen lassen, als Weiber, M\u00e4nner, Pferde etc. Man hat auch um selbige Gegend bis nach Schwarzenberg und Sachsenfeld viele Irrwische und feurige Drachen ziehen und spielen sehen. Wenn die Leute aus Raschau nach Wildenau gingen oder von Schwarzenberg her\u00fcberkamen, hat es sie oft die ganze Nacht irre und ganz nahe an besagten T\u00fcmpel gef\u00fchrt, da\u00df, wenn der Tag anbrach, sie am Wasser sa\u00dfen. Theils hat es ihnen begegnet, wie ein Fischer mit Hamen und sie get\u00e4uscht bis in die Dorfh\u00e4user, da\u00df sie zu 10 bis 12 Wochen krank gelegen.<br \/>\nIm Jahre 1614 wollte A. Illings Vater am Wildenauer Berge mit seinem Pferde arbeiten, da kam ein fremdes wei\u00dfes Pferd mit allem Geschirr gelaufen und spannte sich selbst an, und nachdem es eine Weile hurtig herumgegangen, ahnte der Ackersmann nichts Gutes, wollte ausspannen und Mittag machen. Damit rei\u00dft das wilde Pferd mit den Harken und dem andern Pferde auf den T\u00fcmpel zu aus, der Ackersmann h\u00e4ngt sich an sein Pferd, schreit und giebt gute und b\u00f6se Worte, bis das Gespenst sich verloren und er mit seinem Pferde in gro\u00dfer Best\u00fcrzung gelassen worden.<br \/>\nEinst wohnte ein alter Fischer am Ufer der P\u00f6hl, der hatte eine wundersch\u00f6ne Tochter. Wie es aber so zu gehen pflegt, bald war ihr Herz nicht mehr frei und, so hatte sie sich denn aus der gro\u00dfen Anzahl ihrer Anbeter einen der h\u00fcbschesten jungen Burschen ausgesucht. Nun war sie aber heitern und muntern Sinnes und daher kamen oft aus dem benachbarten Dorfe die jungen M\u00e4dchen und Bursche bei ihrem Vater zusammen und vertrieben sich die Zeit mit heiteren Scherzen und Spielen. Da begab es sich einst am Andreasabend, da\u00df das junge Volk auch wieder beisammen war und im Scherz darauf kam, die Zukunft zu befragen. Man schaffte Blei herbei und ein Jedes versuchte sein Gl\u00fcck mit Gie\u00dfen. Als nun die Reihe auch an die sch\u00f6ne Fischerstochter kam, da spritzte auf einmal beim Gu\u00df helles Feuer aus dem Wasser, das Blei zerfuhr und nahm sich auf dem Wasser wie Blutstropfen aus. Das M\u00e4dchen schrie laut auf und Alles schwieg best\u00fcrzt ob des traurigen Anzeichens. Endlich schlug ihr Br\u00e4utigam vor, das Schicksal noch einmal zu befragen, n\u00e4mlich nach dem P\u00f6hlwasser zu gehen und dort Reiser zu suchen. Zwar wollte das M\u00e4dchen nicht mit fort, allein durch Zureden lie\u00df sie sich endlich bewegen, mitzugehen, alle ihre Begleiter brachen sich ihre Zweige, als aber das sch\u00f6ne Trudchen nach einem derselben langen wollte, glitt sie aus und ein Nix zog sie hinab in die Fluthen, der am ganzen Leibe blau aussah, auf dem Haupte aber ein Kr\u00f6nlein trug. Man kann sich die Verzweiflung des Br\u00e4utigams, der ihr nachspringen wollte, und des nun kinderlosen greisen Vaters vorstellen. Diesen entr\u00fcckte der Tod bald seinen irdischen Leiden, jener aber irrte jede Nacht am Ufer der P\u00f6hl in halbem Wahnsinn herum und behauptete, er sehe seine Braut in blauer Nixentracht aus der Fluth auftauchen, sie breite die Arme nach ihm aus und riefe ihm zu &#8222;in einem Jahre werde sie wieder mit ihm vereinigt sein&#8220;, dann werfe sie ihm feurige K\u00fcsse zu, die wie die Sternlein am Himmel gl\u00e4nzten, allein er verm\u00f6ge sie nicht zu erhaschen. So verging ein Jahr, der sonst so bl\u00fchende J\u00fcngling war zum Schatten zusammengeschwunden, und als wiederum die Andreasnacht kam, da war er an seinem gew\u00f6hnlichen Orte. Allein dieses Mal sah er seine Braut nicht mehr aus den Fluthen winken, als Leiche lag sie im Sande, und als der andere Morgen kam, da fand man ihn neben ihr todt liegen und begrub die Beiden in einem Grabe. Seit jenemTage sieht man dort unz\u00e4hlige Irrlichter auf- und abfliegen, die Manchen schon verf\u00fchrt haben, wo aber der Nix das M\u00e4dchen hinabzog, da ist das Wasser grundlos geworden, ohne Unterla\u00df wirbeln die Wellen dort im Kreise, und wehe dem Schwimmer, Kahn oder Flo\u00df, die sich dahin verirren, der Strudel zieht sie ohne Erbarmen in den Grundt\u00fcmpel hinab.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus Lehmann &#8222;Obererzgebirgischer Schauplatz&#8220; um 1800<\/p>\n<h2>Der Nixentumpf bei Weesenstein<\/h2>\n<p>Gleich unter Falkenhain an der Chaussee nach Weesenstein liegt eine sumpfige Wiese, mit Geb\u00fcsch bewachsen, und diese war fr\u00fcher ein Morast, wo des Nachts die Nixen tanzten. Obwohl er jetzt ausgetrocknet ist, lassen sie sich doch noch dort sehen:<br \/>\nman nennt ihn den Nixentumpf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nixen in Sachsen Sage vom Wassermann bei Oelsnitz Wie fast jeder Flu\u00df hat auch die Elster ihren Wassermann. 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