{"id":395,"date":"2018-02-28T16:00:14","date_gmt":"2018-02-28T15:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=395"},"modified":"2018-11-05T17:58:53","modified_gmt":"2018-11-05T16:58:53","slug":"bergstadt-bleiberg-der-treppenhauer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=395","title":{"rendered":"Bergstadt Bleiberg &#8211; Der Treppenhauer"},"content":{"rendered":"<h1>Bergstadt Bleiberg &#8211; Der Treppenhauer<\/h1>\n<h2>Bergstadt Bleiberg damals<\/h2>\n<p>Die Entstehung der Bergstadt Bleiberg ist im weiteren Kontext zur Besiedlungsgeschichte des Erzgebirges zu betrachten. Die Region des Erzgebirges wie die des Erzgebirgsvorlandes war vom so gennanten Miriquidi bedeckt, einem schwer zug\u00e4nglichen Urwald, durch den lediglich eine einzige Handelsverbindung zwischen Halle und Br\u00fcx f\u00fchrte. Erste Silberfunde im Zusammenhang mit der Baugr\u00fcndung des Klosters Altzella (erste urkundliche Erw\u00e4hnung 1162) durch Markgraf Otto den Reichen (1156 &#8211; 1190) weckten das Interesse des Markgrafen an einer weiteren Erschlie\u00dfung und Besiedlung der s\u00fcdwestlichen Region der Markgrafschaft. Interessierte Siedler gewann Otto in den bis dahin landlosen Franken und zum Teil auch Niederl\u00e4ndern, deren Zahl im Laufe der Besiedlungsz\u00fcge und Niederlassungen in den zugewiesenen Hufen etwa insgesamt 300 000 erreichte. Bald folgten weitere Silberfunde, und die Suche nach Erz lockte zus\u00e4tzlich Bergbauerfahrene in die Region.<br \/>\nDurch welchen Zufall oder Umstand auf dem Treppenhauer erste Erzfunde get\u00e4tigt wurden, ist unbekannt. Wann, ist dank der Bodenfunde pr\u00e4ziser einzugrenzen. Demnach begannen auf dem H\u00fcgel zwischen Zschopau und Sachsenburg etwa um 1220 die ersten Bergleute nach Erz zu sch\u00fcrfen. Gefunden wurde \u00fcberwiegend Bleiglanz mit einem bescheidenen Silberanteil. Der Umstand, dass die Bergleute einerseits das Blei frei verkaufen konnten, lediglich das Silber (gegen Entgeld) an den Landesherren abzuliefern hatten und andererseits durch zunehmende sakrale Baut\u00e4tigkeit Blei in Gr\u00f6\u00dfenordnungen gebraucht wurde, lie\u00df die Zahl der Bergleute und die Siedlung bis zur Stadtgr\u00f6\u00dfe wachsen. Nicht zuletzt trugen dazu dringend ben\u00f6tigte dienstleistende Handwerker und andere Gewerbe zur Stadtentwicklung bei, deren H\u00e4user etwas abseits jener der Bergleute und deren Sch\u00e4chte eine Art Handwerkerstadt bildeten.<br \/>\nDer noch zum gr\u00f6\u00dften Teil vorhandene Wall-Graben, der ein Gebiet weit \u00fcber die Spuren montanen Wirkens hinaus umschlie\u00dft, deutet auf den Standort jener Handwerkerstadt hin und l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass die Einwohnerzahl zur Bl\u00fctezeit der Bergstadt etwa um die 2200 bis 2500 erreich haben mag. Bleiberg entwickelte sich mit dem dort ans\u00e4ssigen Bergmeister zum Verwaltungszentrum der Bergbauregion Biensdorf und Sch\u00f6nborn-Dreiwerden. Die Bewohner wurden reich. Zahlreiche Funde von spezifischen Import-, Gebrauchs- wie Luxuswaren lassen diese Schlussfolgerung zu.<br \/>\nEtwa um 1350 erloschen die Bergbauaktivit\u00e4ten. Die Stadt wurde w\u00fcst. Ursachen daf\u00fcr k\u00f6nnen nur vermutet werden. Eine davon k\u00f6nnte die kleine Eiszeit gewesen sein, die in Sachsen zu einer massiven Wirtschaftskrise beitrug. In der Summe waren es eher mehrere Faktoren, die den Treppenhauer f\u00fcr den Bergbau unattraktiv werden lie\u00df. Eine alte Legende deutet es an: Wegen des Reichtums und des damit einhergehenden ausschweifenden Lebens der Stadbewohner lie\u00df Gott das Erz taub werden. F\u00fcr eine nicht mehr lohnende Erzausbeute spricht auch die Tatsache, dass im 17. Jahrhundert Bergbaukativit\u00e4ten erneut aufgenommen, aber nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden.<br \/>\nWie nun exakt diese Stadt ausgesehen haben mag, ist lediglich ansatzweise nachzuvollziehen, da es sich ausschlie\u00dflich um Holzbauten, teilweise mit Trockenmauerfundamenten handelte. Anhand der teils noch sichtbaren rechteckigen oder quadratischen Gruben und jener Trockenmauerfundamente sind die Standorte und die Gr\u00f6\u00dfe der einstigen H\u00e4user als Grubenh\u00e4user (?), Blockh\u00e4user oder H\u00e4user in Blockbohlenbauweise historisch nur bedingt exakt rekonstruierbar.<br \/>\nWeiterf\u00fchrende Erkenntnisse sind durch die Wiederaufnahme der Grabungsaktivit\u00e4ten durch die Universit\u00e4t Bamberg seit dem Sommer 2005 zu erwarten, die \u00fcber den Zeitraum von drei Jahren jeweils in den Sommerwochen fortgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2>Bergstadt Bleiberg heute<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-396 size-full\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dorf.jpg\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dorf.jpg 444w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dorf-300x138.jpg 300w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dorf-350x161.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 444px) 100vw, 444px\" \/><\/p>\n<p>Was den Rekonstruktionsversuch innerhalb des Gel\u00e4ndes betrifft, so verstehen wir diesen als ein Konglomerat von Bauten aus der Zeit beginnend mit der Siedlungsgr\u00fcndung bis kurz vor der Aufgabe der Bergstadt.<br \/>\nAls erste Bauten k\u00f6nnen Grubenh\u00e4user als naheliegend betrachtet werden &#8211; der schnellste und einfachste Weg, in Verbindung mit nat\u00fcrlichem Baumaterialvorkommen, Schutz vor Wind, Regen und K\u00e4lte zu finden. Sp\u00e4ter, mit aufkommendem Wohlstand, wurden das eine oder andere Grubenhaus wahrscheinlich mit einem Blockhaus oder einem Haus in Blockbohlenbauweise \u00fcberbaut, womit mit der einstigen Grube gleichzeitig ein Keller entstand. Diese Variante ist jedoch nach den bisherigen Grabungsbefunden noch nicht eindeutig nachgewiesen, da eine \u00dcberbauung ein wie auch immer geartetes Fundament erfordert.<br \/>\nDie Bauten waren sicher allesamt in Kompositbauweise ausgef\u00fchrt, ob nun in Bohlen oder St\u00e4mmen, aber immer in Erg\u00e4nzung mit verlehmtem Weidengeflecht, zumindest an den Giebelseiten. Die noch im Bau befindliche Schreinerei dokumentiert ein Haus aus dem 14. Jahrhundert in der aus Franken importierten Fachwerkbauweise. Zumindest sind aus der Epoche der Hochgotik erstmals im Hausbau glatt behauene Balken nachgewiesen. Die Dachdeckung wird \u00fcberwiegend aus Schindeln oder Schwarten bestanden haben. M\u00f6glich ist auch vereinzelt eine Schilf- oder Strohdeckung, zumal Schilf in der Zschopauaue reichlich zur Verf\u00fcgung gestanden haben muss.<br \/>\nEine Rekonstruktion der H\u00e4user ist in der fundamentalen Basis nur nach den bisherigen Grabungsbefunden und oberhalb der Bodenlinie nur vage nach allgemein gesicherten Erkenntnissen mittelalterlichen Bauens m\u00f6glich. Wie Herdstellen und Rauchabz\u00fcge angelegt waren und funktionierten, ist haupts\u00e4chlich in der praktischen Erprobung nachvollziehbar, ebenso wie das \u00fcbrige Interieur welches nach wie vor nach den selben funktionalen Anforderungen nachgestaltet ist und entspricht wie im Hochmittelalter &#8211; ein Vorzug des Belebtseins unserer Siedlung.<\/p>\n<h2>Anfahrtskizze<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-399\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/skizze.png\" alt=\"\" width=\"552\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/skizze.png 552w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/skizze-300x230.png 300w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/skizze-350x269.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 552px) 100vw, 552px\" \/><\/p>\n<h3>Anfahrtbeschreibung<\/h3>\n<p>Autobahn A4 bei Abfahrt Frankenberg verlassen<br \/>\nund in Richtung Frankenberg fahren<br \/>\nErste Ampelkreuzung in Frankenberg nach rechts abbiegen<br \/>\nImmer der Hauptstrasse folgen<br \/>\nin Sachsenburg in Richtung Sch\u00f6nborn abbiegen<br \/>\nNach ca. 100 m dem Schild Freiluftmuseum folgen<br \/>\nund dann seid Ihr auch schon da&#8230;<\/p>\n<p>mehr Informationen findet Ihr direkt auf der Seite des Vereins:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mittelalterliche-bergstadt-bleiberg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bergstadt-Bleiberg<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">versch. Mitglieder des Vereins<br \/>\n&#8222;mittelalterliche Bergstadt Bleiberg e.V.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bergstadt Bleiberg &#8211; Der Treppenhauer Bergstadt Bleiberg damals Die Entstehung der Bergstadt Bleiberg ist im weiteren Kontext zur Besiedlungsgeschichte des Erzgebirges zu betrachten. Die Region des Erzgebirges wie die des Erzgebirgsvorlandes war vom so gennanten Miriquidi bedeckt, einem schwer zug\u00e4nglichen Urwald, durch den lediglich eine einzige Handelsverbindung zwischen Halle und Br\u00fcx f\u00fchrte. 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