{"id":5096,"date":"2018-11-05T16:44:25","date_gmt":"2018-11-05T15:44:25","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5096"},"modified":"2020-10-30T17:15:28","modified_gmt":"2020-10-30T16:15:28","slug":"odins-runenlied","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5096","title":{"rendered":"Odins Runenlied"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Odins Runenlied<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich wei\u00df, da\u00df ich hing am windigen Baum<br \/>\nNeun lange N\u00e4chte,<br \/>\nVom Speer verwundet, dem Odin geweiht,<br \/>\nMir selber ich selbst,<br \/>\nAm Ast des Baums, dem man nicht ansehn kann<br \/>\nAus welcher Wurzel er spro\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie boten mir nicht Brot noch Met;<br \/>\nDa neigt ich mich nieder<br \/>\nAuf Runen sinnend, lernte sie seufzend:<br \/>\nEndlich fiel ich zur Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hauptlieder neun lernt ich von dem weisen Sohn<br \/>\nB\u00f6lthorns, des Vaters Bestlas,<br \/>\nUnd trank einen Trunk des teuern Mets<br \/>\nAus Odhr\u00f6rir gesch\u00f6pft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zu gedeihen begann ich und begann zu denken,<br \/>\nWuchs und f\u00fchlte mich wohl.<br \/>\nWort aus dem Wort verlieh mir das Wort,<br \/>\nWerk aus dem Werk verlieh mir das Werk.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Runen wirst du finden und Ratst\u00e4be,<br \/>\nSehr starke St\u00e4be,<br \/>\nSehr m\u00e4chtige St\u00e4be.<br \/>\nErzredner ersann sie, G\u00f6tter schufen sie,<br \/>\nSie ritzte der hehrste der Herrscher.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Odin den Riesen, den Alfen Dain,<br \/>\nDwalin den Zwergen,<br \/>\nAlswid aber den Riesen; einige schnitt ich selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wei\u00dft du zu ritzen? Wei\u00dft du zu erraten?<br \/>\nWei\u00dft du zu finden? Wei\u00dft zu erforschen?<br \/>\nWei\u00dft du zu bitten? Wei\u00dft Opfer zu bieten?<br \/>\nWei\u00dft du wie man senden, wei\u00dft wie man tilgen soll?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Besser nicht gebeten, als zu viel geboten:<br \/>\nDie Gabe will stets Vergeltung.<br \/>\nBesser nichts gesendet, als zu viel getilgt;<br \/>\nSo ritzt es Thundr zur Richtschnur den V\u00f6lkern.<br \/>\nDahin entwich er, von wannen er ausging.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Lieder kenn ich, die kann die K\u00f6nigin nicht<br \/>\nUnd keines Menschen Kind.<br \/>\nHilfe verhei\u00dft mir eins, denn helfen mag es<br \/>\nIn Streiten und Zwisten und in allen Sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein andres wei\u00df ich, des alle bed\u00fcrfen,<br \/>\nDie heilkundig hei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein drittes wei\u00df ich, des ich bedarf<br \/>\nMeine Feinde zu fesseln.<br \/>\nDie Spitze stumpf ich dem Widersacher;<br \/>\nMich verwunden nicht Waffen noch Listen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein viertes wei\u00df ich, wenn der Feind mir schl\u00e4gt<br \/>\nIn Bande die Bogen der Glieder,<br \/>\nSo bald ich es singe, so bin ich ledig,<br \/>\nVon den F\u00fc\u00dfen f\u00e4llt mir die Fessel,<br \/>\nDer Haft von den H\u00e4nden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein f\u00fcnftes kann ich: fliegt ein Pfeil gef\u00e4hrdend<br \/>\n\u00dcbers Heer daher,<br \/>\nWie hurtig er fliege, ich mag ihn hemmen,<br \/>\nErschau ich ihn nur mit der Sehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein sechstes kann ich, so wer mich versehrt<br \/>\nMit harter Wurzel des Holzes:<br \/>\nDen andern allein, der mir es antut,<br \/>\nVerzehrt der Zauber, ich bleibe frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein siebentes wei\u00df ich, wenn hoch der Saal steht<br \/>\n\u00dcber den Leuten in Lohe,<br \/>\nWie breit sie schon brenne, ich berge sie noch:<br \/>\nDen Zauber wei\u00df ich zu zaubern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein achtes wei\u00df ich, das allen w\u00e4re<br \/>\nN\u00fctzlich und n\u00f6tig:<br \/>\nWo unter Helden Hader entbrennt,<br \/>\nDa mag ich schnell ihn schlichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein neuntes wei\u00df ich, wenn Not mir ist<br \/>\nVor der Flut das Fahrzeug zu bergen,<br \/>\nSo wend ich den Wind von den Wogen ab<br \/>\nUnd beschwichtge rings die See.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein zehntes kann ich, wenn Zaunreiterinnen<br \/>\nDurch die L\u00fcfte lenken,<br \/>\nSo wirk ich so, da\u00df sie wirre zerst\u00e4uben<br \/>\nUnd als Gespenster schwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein elftes kann ich, wenn ich zum Angriff soll<br \/>\nDie treuen Freunde f\u00fchren,<br \/>\nIn den Schild fing ich&#8217;s, so ziehn sie siegreich<br \/>\nHeil in den Kampf, heil aus dem Kampf,<br \/>\nBleiben heil wohin sie ziehn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein zw\u00f6lftes kann ich, wo am Zweige h\u00e4ngt<br \/>\nVom Strang erstickt ein Toter,<br \/>\nWie ich ritze das Runenzeichen,<br \/>\nSo kommt der Mann und spricht mit mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein dreizehntes kann ich, soll ich ein Degenkind<br \/>\nIn die Taufe tauchen,<br \/>\nSo mag er nicht fallen im Volksgefecht,<br \/>\nKein Schwert mag ihn versehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein vierzehntes kann ich, soll ich dem Volke<br \/>\nDer G\u00f6tter Namen nennen,<br \/>\nAsen und Alfen kenn ich allzumal;<br \/>\nWenige sind so weise.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein f\u00fcnfzehntes kann ich, das Volkr\u00f6rir der Zwerg<br \/>\nVor Dellings Schwelle sang:<br \/>\nDen Asen St\u00e4rke, den Alfen Gedeihn,<br \/>\nHohe Weisheit dem Hroptatyr.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein sechzehntes kann ich, will ich sch\u00f6ner Maid<br \/>\nIn Lieb und Lust mich freuen,<br \/>\nDen Willen wandl ich der Wei\u00dfarmigen,<br \/>\nDa\u00df ganz ihr Sinn sich mir gesellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein siebzehntes kann ich, da\u00df schwerlich wieder<br \/>\nDie holde Maid mich meidet.<br \/>\nDieser Lieder, magst du, Loddfafnir,<br \/>\nLange ledig bleiben.<br \/>\nDoch wohl dir, wei\u00dft du sie,<br \/>\nHeil dir, beh\u00e4ltst du sie,<br \/>\nSelig, singst du sie!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein achtzehntes wei\u00df ich, das ich aber nicht singe<br \/>\nVor Maid noch Mannesweibe<br \/>\nAls allein vor ihr, die mich umarmt,<br \/>\nOder sei es, meiner Schwester.<br \/>\nBesser ist was einer nur wei\u00df;<br \/>\nSo frommt das Lied mir lange.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Des Hohen Lied ist gesungen<br \/>\nIn des Hohen Halle,<br \/>\nDen Erdens\u00f6hnen not, unn\u00fctz den Riesens\u00f6hnen.<br \/>\nWohl ihm, der es kann, wohl ihm, der es kennt,<br \/>\nLange lebt, der es erlernt,<br \/>\nHeil allen, die es h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesandten Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Odins 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