{"id":5106,"date":"2018-11-05T16:50:44","date_gmt":"2018-11-05T15:50:44","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5106"},"modified":"2018-11-05T16:50:44","modified_gmt":"2018-11-05T15:50:44","slug":"hymiskvida-die-sage-von-hymir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5106","title":{"rendered":"Hymiskvida &#8211; Die Sage von Hymir"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Hymiskvida<br \/>\nDie Sage von Hymir<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Einst nahmen die Walg\u00f6tter die erwaideten Tiere<br \/>\nZu schlemmen gesonnen noch unges\u00e4ttigt:<br \/>\nSie sch\u00fcttelten St\u00e4be, besahen das Opferblut,<br \/>\nUnd fanden, \u00c4girn fehle der Braukessel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sa\u00df der Felswohner froh wie ein Kind,<br \/>\nDoch \u00e4hnlich eher der dunkeln Abkunft.<br \/>\nIhm in die Augen sah Odins Sohn:<br \/>\n&#8222;Gib alsbald den G\u00f6ttern Trank.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Ungest\u00fcme schuf Angst dem Riesen;<br \/>\nDoch rasch erdachte der Rach an den G\u00f6ttern:<br \/>\nEr ersuchte Sifs Gatten: &#8222;Schaff mir den Kessel,<br \/>\nSo brau ich alsbald das Bier euch darin.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den mochten nicht die m\u00e4chtigen G\u00f6tter<br \/>\nIrgendwo finden, die F\u00fcrsten des Himmels,<br \/>\nBis Tyr dem Hlorridi getreulich sagte,<br \/>\nIhm allein, Auskunft und Rat:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Im Osten wohnt der Eliwagar<br \/>\nDer hundweise Hymir an des Himmels Ende.<br \/>\nEinen Kessel hat mein kraftreicher Vater,<br \/>\nEin r\u00e4umig Gef\u00e4\u00df, einer Raste tief.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Meinst du, den Saftsieder sollten wir haben.? &#8211;<br \/>\n&#8222;Mit List gelingt es ihn zu erlangen.&#8220;<br \/>\nSie fuhren schleunig denselben Tag<br \/>\nVon Asgard hin zu des \u00dcbeln Haus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Selbst stallt er die B\u00f6cke, die stattlich geh\u00f6rnten;<br \/>\nSie eilten zur Halle, die Hymir bewohnte.<br \/>\nDer Sohn fand die Ahne, die er ungern sah;<br \/>\nSie h\u00e4tte der H\u00e4upter neunmal hundert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Eine andre kam allgolden hervor,<br \/>\nWei\u00dfbrauig, und brachte das Bier dem Sohn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Verwandte der Riesen, ich will euch beide,<br \/>\nIhr k\u00fchnen M\u00e4nner, unter Kesseln bergen.<br \/>\nManches Mal ist mein Geselle<br \/>\nG\u00e4sten gram und grimmen Mutes.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der \u00fcbel Gesinnte sp\u00e4t abends kam,<br \/>\nDer hartmutge Hymir, heim von der Jagd.<br \/>\nEr ging in den Saal, die Gletscher dr\u00f6hnten;<br \/>\nIhm war, als er kam, der Kinnwald gefroren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Heil dir, Hymir, sei hohen Muts:<br \/>\nDer Sohn ist gekommen in deinen Saal,<br \/>\nDen wir erwartet von langem Wege.<br \/>\nIhm folgt hierher der Freund der Menschen,<br \/>\nUnser Widersacher, Weor genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Du siehst sie sitzen an des Saales Ende,<br \/>\nSo bangen sie, da\u00df die S\u00e4ule sie birgt&#8220;,<br \/>\nDie S\u00e4ule zersprang von des Riesen Sehe,<br \/>\nUnd entzweigebrochen sah man den Balken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Acht Kessel fielen, und einer nur,<br \/>\nEin hart geh\u00e4mmerter, kam heil herab.<br \/>\nVorgingen die G\u00e4ste; der graue Riese<br \/>\nFa\u00dft ins Auge den Feind sich scharf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wenig Gutes sagte der Geist ihm voraus,<br \/>\nAls der Thursenbetr\u00fcber in den Vorsaal trat.<br \/>\nDa sah man Stiere drei geschlachtet,<br \/>\nDie alsbald zu braten gebot der Riese.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Man lie\u00df um den Kopf sie k\u00fcrzen beide<br \/>\nUnd setzte sie zum Sieden ans Feuer.<br \/>\nSifs Gemahl, eh er schlafen ging,<br \/>\nZwei Ochsen Hymirs verzehrt er allein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da schien dem grauen Gesellen Hrungnirs<br \/>\nHlorridis Mahlzeit so m\u00e4\u00dfig nicht:<br \/>\n&#8222;Nun m\u00fcssen wir drei uns morgen Abend<br \/>\nMit des Waidwerks Gewinn selber bewirten.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bereit war Weor ins Wasser zu rudern,<br \/>\nWenn der k\u00fchne J\u00f6tun den K\u00f6der g\u00e4be.<br \/>\n&#8222;Geh hin zur Herde, wenn du das Herz hast,<br \/>\nZerschmetterer des Berggeschlechts, und suche den K\u00f6der.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich wei\u00df gewi\u00df, dir wird nicht schwer<br \/>\nDie Lockspeise vom Stier zu erlangen.&#8220;<br \/>\nZum Walde wandte sich Weor alsbald:<br \/>\nDa fand er stehen allschwarzen Stier.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Thursent\u00f6ter, abbrach er dem Tiere<br \/>\nDer beiden H\u00f6rner erhabnen Sitz.<br \/>\n&#8222;Im Schaffen scheinst du schlimmer um vieles,<br \/>\nLenker der Kiele, als in bequemer Ruh.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da bat der B\u00f6cke Gebieter den Affengott,<br \/>\nFerner in die Flut das Seero\u00df zu f\u00fchren.<br \/>\nAber der J\u00f6tun gab ihm zur Antwort,<br \/>\nIhn l\u00fcste wenig noch l\u00e4nger zu rudern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da hob am Haken Hymir der starke<br \/>\nZwei Walfische aus den Wellen allein.<br \/>\nAm Steuer inzwischen Odins Erzeugter,<br \/>\nFestigte listig ein Fischseil Weor.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">An die Angel steckte der Irdischen G\u00f6nner<br \/>\nAls K\u00f6der den Stierkopf zum Kampf mit dem Wurm.<br \/>\nG\u00e4hnend haschte der gottverha\u00dfte<br \/>\nErdumg\u00fcrter nach solcher Atzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Tapfer zog Thor der gewaltige<br \/>\nDen schimmernden Giftwurm zum Schiffsrand auf.<br \/>\nDas h\u00e4\u00dfliche Haupt mit dem Hammer traf er,<br \/>\nDas felsenfeste, dem Freunde des Wolfs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Felsen krachten, Kl\u00fcfte heulten,<br \/>\nDie alte Erde fuhr \u00e4chzend zusammen:<br \/>\nDa senkte sich in die See der Fisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht geheuer war&#8217;s auf der Heimkehr dem Riesen:<br \/>\nDer starke Hymir verstummte ganz;<br \/>\nWider den Wind nur wandt er das Ruder:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Willst du die H\u00e4lfte haben der Arbeit:<br \/>\nEntweder die Walfische zur Wohnung tragen,<br \/>\nOder das Boot fest binden am Ufer?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hlorridi ging und ergriff am Steven,<br \/>\nOhn erst auszusch\u00f6pfen das Schiff erfa\u00dft er<br \/>\nAllein mit Rudern und Sch\u00f6pfger\u00e4t;<br \/>\nTrug auch die Fische des Thursen heim<br \/>\nIn das kesselgleiche Berggekl\u00fcft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber der J\u00f6tun wie immer trotzig,<br \/>\nMit Thor um die St\u00e4rke stritt er aufs neu:<br \/>\nDer Macht ermangle der Mann, wie er rudre,<br \/>\nK\u00f6nn er dort den Kelch nicht zerbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Als der dem Hiorridi zu H\u00e4nden kam,<br \/>\nZerst\u00fcckt er den starrenden Stein damit:<br \/>\nSitzend schleudert er durch S\u00e4ulen den Kelch;<br \/>\nIn Hymirs Hand doch kehrt er heil.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber die freundliche Frille lehrt ihn<br \/>\nWohl wichtgen Rat: sie wu\u00dft ihn allein:<br \/>\n&#8222;Wirf ihn an Hymirs Haupt: h\u00e4rter ist das<br \/>\nDem kostm\u00fcden J\u00f6tun als ein Kelch mag sein.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der B\u00f6cke Gebieter bog die Knie<br \/>\nMit aller Asenkraft angetan:<br \/>\nHeil dem H\u00fcnen blieb der Helmsitz;<br \/>\nDoch brach alsbald der Becher entzwei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Die liebste Lust verloren wei\u00df ich,<br \/>\nDa mir der Kelch vor den Knien liegt.<br \/>\nOft sagt ich ein Wort; nicht wieder sag ich&#8217;s<br \/>\nVon heut an je; zu hei\u00df ist der Trank!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Noch m\u00f6gt ihr versuchen ob ihr Macht habt,<br \/>\nAus der Halle hinaus zu heben die Kufe.&#8220;<br \/>\nZwei Mal ihn zu r\u00fccken m\u00fchte sich Tyr:<br \/>\nDes Kessels Wucht stand unbewegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber Modis Vater erfa\u00dft ihn am Rand,<br \/>\nStieg vom Estrich in den untern Saal.<br \/>\nAufs Haupt den Hafen hob sich Sifs Gemahl;<br \/>\nAn den Kn\u00f6cheln klirrten ihm die Kesselringe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie fuhren lange eh l\u00fcstern ward<br \/>\nOdins Sohn sich umzuschauen:<br \/>\nDa sah er aus H\u00f6hlen mit Hymir von Osten<br \/>\nVolk ihm folgen vielgehauptet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da harrt er und hob den Hafen von den Schultern,<br \/>\nSchwang den mordlichen Mi\u00f6lnir entgegen<br \/>\nUnd f\u00e4llte sie all, die Felsunget\u00fcme,<br \/>\nDie ihn anliefen in Hymirs Geleit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">[Sie fuhren nicht lange, so lag am Boden<br \/>\nVon Hlorridis B\u00f6cken halbtot der eine.<br \/>\nScheu vor den Str\u00e4ngen schleppt er den Fu\u00df:<br \/>\nDas hatte der listige Loki verschuldet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch h\u00f6rtet ihr wohl (wer hat davon<br \/>\nDer Gottesgelehrten ganze Kunde?),<br \/>\nWelche B\u00fc\u00df er empfing von dem Bergbewohner:<br \/>\nDen Schaden zu s\u00fchnen gab er der S\u00f6hne zwei.]<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Kraftger\u00fcstet kam er zum G\u00f6ttermahl<br \/>\nUnd hatte den Hafen, den Hymir besessen.<br \/>\nDaraus sollen trinken die seligen G\u00f6tter<br \/>\nAel in \u00c4girs Haus jede Leinernte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hymiskvida Die Sage von Hymir Einst nahmen die Walg\u00f6tter die erwaideten Tiere Zu schlemmen gesonnen noch unges\u00e4ttigt: Sie sch\u00fcttelten St\u00e4be, besahen das Opferblut, Und fanden, \u00c4girn fehle der Braukessel. 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