{"id":5114,"date":"2018-11-05T16:54:54","date_gmt":"2018-11-05T15:54:54","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5114"},"modified":"2018-11-05T16:54:54","modified_gmt":"2018-11-05T15:54:54","slug":"skirnisfoer-skirnirs-fahrt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5114","title":{"rendered":"Skirnisf\u00f6r &#8211; Skirnirs Fahrt"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Skirnisf\u00f6r<br \/>\nSkirnirs Fahrt<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Freyr, der Sohn Ni\u00f6rds, hatte sich einst auf HIidskialf gesetzt und \u00fcberschaute die Welten alle. Da sah er nach J\u00f6tunheim und sah eine sch\u00f6ne Jungfrau aus ihres Vaters Haus in ihre Frauenkammer gehen. Daraus erwuchs ihm gro\u00dfe Gem\u00fctskrankheit. Skirnir hie\u00df Freyrs Diener. Niordr bat ihn, Freyr zum Reden zu bringen. Da sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skadi:<br \/>\nSteh nun auf, Skirnir, ob du unsern Sohn<br \/>\nMagst zu reden verm\u00f6gen<br \/>\nUm das zu erkunden, wem der kluge wohl<br \/>\nSo bitterb\u00f6se sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\n\u00dcbler Antwort verseh ich mich von euerm Sohne,<br \/>\nWenn ich die Red an ihn richte<br \/>\nUm das zu erkunden, wem der kluge wohl<br \/>\nSo bitterb\u00f6se sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sage mir, Freyr, volkwaltender Gott,<br \/>\nWas ich zu wissen w\u00fcnsche:<br \/>\nWas weilst du allein im weiten Saal,<br \/>\nHerr, den heilen Tag?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Freyr:<br \/>\nWie soll ich sagen dir jungem Gesellen<br \/>\nDer Seele gro\u00dfen Gram?<br \/>\nDie Alfenbestrahlerin leuchtet alle Tage,<br \/>\nDoch nicht zu meiner Liebeslust.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nDein Gram mag so gro\u00df nicht sein,<br \/>\nDa\u00df du ihn mir nicht sagen solltest.<br \/>\nTeilten wir doch die Tage der Jugend:<br \/>\nSo m\u00f6gen wir zwei uns Zutraun schenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Freyr:<br \/>\nIn Gymirs G\u00e4rten sah ich gehen<br \/>\nMir liebe Maid.<br \/>\nIhre Arme leuchteten und Luft und Meer<br \/>\nSchimmerten von dem Scheine.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mehr lieb ich die Maid als ein J\u00fcngling mag<br \/>\nIm Lenz seines Lebens.<br \/>\nVon Asen und Alfen will es nicht einer,<br \/>\nDa\u00df wir beisammen seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nGib mir dein rasches Ro\u00df, das mich sicher<br \/>\nDurch die flackernde Flamme f\u00fchrt;<br \/>\nGib mir das Schwert, das von selbst sich schwingt<br \/>\nGegen der Reifriesen Brut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Freyr:<br \/>\nNimm denn mein rasches Ro\u00df, das dich sicher<br \/>\nDurch die flackernde Flamme f\u00fchrt;<br \/>\nNimm mein Schwert, das von selbst sich schwingt<br \/>\nIn des Beherzten Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir (sprach zu dem Rosse):<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dunkel ist&#8217;s drau\u00dfen: wohl d\u00fcnkt es mich Zeit<br \/>\n\u00dcber feuchte Berge zu fahren.<br \/>\nWir beide vollf\u00fchren&#8217;s, f\u00e4ngt uns nicht beide<br \/>\nJener kraftreiche Riese.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir fuhr gen J\u00f6tunheim zu Gymirs Wohnung. Da waren w\u00fctige Hunde an die T\u00fcre des h\u00f6lzernen Zaunes gebunden, der Gerds Saal umschlo\u00df. Er ritt dahin, wo der Viehhirt am H\u00fcgel sa\u00df und sprach zu ihm:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sage mir, Hirt, der am H\u00fcgel sitzt<br \/>\nUnd die Wege bewacht,<br \/>\nWie mag ich schauen die sch\u00f6ne Maid<br \/>\nVor Gymirs Grauhunden?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Hirt:<br \/>\nBist du dem Tode nah oder tot bereits<br \/>\n(Mann auf der M\u00e4hre R\u00fccken?)<br \/>\nZu sprechen ungeg\u00f6nnt bleibt dir immerdar<br \/>\nMit Gymirs g\u00f6ttlicher Tochter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nK\u00fchnheit steht besser als Klagen ihm an,<br \/>\nDer da fertig ist zur Fahrt,<br \/>\nBis auf einen Tag ist mein Alter bestimmt<br \/>\nUnd meines Lebens L\u00e4nge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerd:<br \/>\nWelch Get\u00f6se ert\u00f6nen h\u00f6r ich<br \/>\nHier in unsern Hallen?<br \/>\nDie Erde bebt davon und alle Wohnungen<br \/>\nIn Gymirsgard erzittern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Magd:<br \/>\nEin Mann ist hier au\u00dfen von der M\u00e4hre gestiegen<br \/>\nUnd l\u00e4\u00dft im Grase sie grasen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerd:<br \/>\nBitt ihn einzutreten in unsern Saal<br \/>\nUnd den milden Met zu trinken,<br \/>\nObwohl mir ahnt, da\u00df hier au\u00dfen sei<br \/>\nMeines Bruders M\u00f6rder.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wer ist es der Alfen oder Asens\u00f6hne,<br \/>\nOder weisen Wanen?<br \/>\nDurch flackernde Flamme was fuhrst du allein<br \/>\nUnsre S\u00e4le zu schauen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nBin nicht von den Alfen noch den Asens\u00f6hnen,<br \/>\nNoch den weisen Wanen;<br \/>\nDurch flackernde Flamme doch fuhr ich allein<br \/>\nEure S\u00e4le zu schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der \u00c4pfel elf hab ich allgolden,<br \/>\nDie will ich, Gerd, dir geben,<br \/>\nDeine Liebe zu kaufen, da\u00df du Freyr bekennst,<br \/>\nDa\u00df dir kein liebrer lebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerd:<br \/>\nDer \u00c4pfel elf nehm ich nicht an<br \/>\nUm eines Mannes Minne,<br \/>\nNoch mag ich und Freyr, dieweil wir atmen beide,<br \/>\nJe zusammen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nDen Ring geb ich, der in der Glut lag<br \/>\nMit Odins jungem Erben.<br \/>\nAcht enttr\u00e4ufeln ihm ebenschwere<br \/>\nIn jeder neunten Nacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerd:<br \/>\nDen Ring verlang ich nicht, der in der Lohe lag<br \/>\nMit Odins jungem Erben.<br \/>\nIn Gymirsgard bedarf ich Goldes nicht:<br \/>\nMir schont der Vater die Sch\u00e4tze.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nSiehst du, M\u00e4dchen, das Schwert, das scharfe, zaubernde,<br \/>\nDas ich halt in der Hand?<br \/>\nDas Haupt hau ich vom Hals dir ab,<br \/>\nSo du dich ihm weigern willst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerd:<br \/>\nZu keiner Zeit werd ich Zwang erdulden<br \/>\nUm Mannesminne.<br \/>\nWohl aber w\u00e4hn ich, gewahrt dich Gymir,<br \/>\nDa\u00df ihr K\u00fchnen zum Kampfe kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nSiehst du, M\u00e4dchen, das Schwert, das scharfe, zaubernde,<br \/>\nDas ich halt in der Hand?<br \/>\nSeine Schneide erschl\u00e4gt den alten Riesen,<br \/>\nF\u00e4llt deinen Vater tot.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit der Zauberrute zwingen werd ich dich,<br \/>\nMaid, zu meinem Willen.<br \/>\nDahin wirst du kommen, wo Kinder der Menschen<br \/>\nDich nicht mehr sollen sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf des Aaren Felsen in der Fr\u00fche sollst du sitzen,<br \/>\nWeg von der Welt gewandt zu Hel.<br \/>\nSpeise sei dir widriger als wem auf Erden<br \/>\nDer menschenleide Midgardswurm.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein scheu\u00dfliches Wunder wirst du drau\u00dfen,<br \/>\nDa\u00df Hrimnir dich angafft, dich alles anstarrt.<br \/>\nWeitkunder wirst du als der W\u00e4chter der G\u00f6tter:<br \/>\nGaffe denn hervor am Gitter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Einsamkeit und Abscheu, Zwang und Ungeduld<br \/>\nMehren dir Tr\u00fcbsinn und Tr\u00e4nen.<br \/>\nSitze nieder, so sag ich dir<br \/>\nDes Leides schwellenden Strom,<br \/>\nDen zweischneidigen Schmerz.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Trolle sollen dich \u00e4ngsten all den Tag<br \/>\nHier im Gehege der Joten.<br \/>\nVor der Hrimthursen Hallen sollst du den heilen Tag<br \/>\nDich kr\u00fcmmen kostberaubt,<br \/>\nDich kr\u00fcmmen kostverzweifelt.<br \/>\nLeid f\u00fcr Lust wird dir zum Lohn,<br \/>\nMit Tr\u00e4nen tr\u00e4gst du dein Ungl\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit dreik\u00f6pfigem Thursen teilst du das Leben<br \/>\nOder alterst unverm\u00e4hlt.<br \/>\nSehnsucht scheut dich<br \/>\nVon Morgen zu Morgen;<br \/>\nWie die Distel dorrst du, die sich gedr\u00e4ngt hat<br \/>\nIn des Ofens \u00d6ffnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zum H\u00fcgel ging ich, ins tiefe Holz,<br \/>\nZauberruten zu finden:<br \/>\nZauberruten fand ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gram ist dir Odin, gram ist dir der Asenf\u00fcrst,<br \/>\nFreyr verflucht dich.<br \/>\nFlieh, \u00fcble Maid, bevor dich vernichtet<br \/>\nDer G\u00f6tter Zauberzorn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">H\u00f6rt es, Joten, h\u00f6rt es, Hrimthursen,<br \/>\nSuttungs S\u00f6hne, ihr Asen selber!<br \/>\nWie ich verbiete, wie ich banne<br \/>\nMannes Gesellschaft der Maid,<br \/>\nMannes Gemeinschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hrimgrimnir hei\u00dft der Riese, der dich haben soll<br \/>\nHinterm Totentor,<br \/>\nWo verworfene Knechte in knotige Wurzeln<br \/>\nDir Gei\u00dfenharn gie\u00dfen.<br \/>\nAnderer Trank wird dir nicht eingeschenkt,<br \/>\nMaid, nach deinem Willen,<br \/>\nMaid, nach meinem Willen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Thurs schneid ich dir und drei St\u00e4be:<br \/>\nOhnmacht, Unmut, Ungeduld.<br \/>\nSo schneid ich es ab wie ich es einschnitt,<br \/>\nWenn es Not tut so zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerd:<br \/>\nHeil sei dir vielmehr, Held, und nimm den Eiskelch<br \/>\nFirnen Metes voll.<br \/>\nAhnte mir doch nie, da\u00df ich einen w\u00fcrde<br \/>\nVom Stamm der Wanen w\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nMeiner Werbung Erfolg w\u00fc\u00dft ich gesichert gern<br \/>\nEh ich mich hinnen hebe.<br \/>\nWann meinst du in Minne dem mannlichen Sohn<br \/>\nDes Ni\u00f6rd zu nahen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gerd:<br \/>\nBarri hei\u00dft, den wir beide wissen,<br \/>\nStiller Wege Wald:<br \/>\nNach neun N\u00e4chten will Ni\u00f6rds Sohne da<br \/>\nGerd Freude g\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da ritt Skirnir heim. Freyr stand drau\u00dfen, gr\u00fc\u00dfte ihn und fragte nach der Zeitung:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sage mir, Skirnir, eh du den Sattel abwirfst<br \/>\nOder vorr\u00fcckst den Fu\u00df,<br \/>\nWas du ausgerichtet hast in Riesenheim<br \/>\nNach meiner Meinung und deiner.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Skirnir:<br \/>\nBarri hei\u00dft, den wir beide wissen,<br \/>\nStiller Wege Wald:<br \/>\nNach neun N\u00e4chten will Ni\u00f6rds Sohne da<br \/>\nGerd Freude g\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Freyr:<br \/>\nLang ist eine Nacht, l\u00e4nger sind zweie:<br \/>\nWie mag ich dreie dauern?<br \/>\nOft daucht ein Monat mich minder lang<br \/>\nAls eine halbe Nacht des Harrens.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Skirnisf\u00f6r Skirnirs Fahrt Freyr, der Sohn Ni\u00f6rds, hatte sich einst auf HIidskialf gesetzt und \u00fcberschaute die Welten alle. 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