{"id":5120,"date":"2018-11-05T16:57:27","date_gmt":"2018-11-05T15:57:27","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5120"},"modified":"2018-11-05T16:57:27","modified_gmt":"2018-11-05T15:57:27","slug":"rigsmal-das-lied-von-rig","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5120","title":{"rendered":"Rigsmal &#8211; Das Lied von Rig"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Rigsmal<br \/>\nDas Lied von Rig<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">So wird gesagt in alten Sagen, da\u00df einer der Asen, der Heimdall hie\u00df, auf seiner Fahrt zu einer Meeresk\u00fcste kam. Da fand er ein Haus und nannte sich Rig. Und nach dieser Sage wird dies gesungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Einst, sagen sie, ging auf gr\u00fcnen Wegen<br \/>\nDer kraftvolle, edle, vielkundige As,<br \/>\nDer r\u00fcstige, rasche Rig einher.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Weiter wandelnd des Weges inmitten<br \/>\nTraf er ein Haus mit offener T\u00fcr.<br \/>\nEr ging hinein, am Estrich gl\u00fcht es;<br \/>\nDa sa\u00df ein Ehpaar, ein altes, am Feuer,<br \/>\nAi und Edda in \u00fcblem Gewand.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zu raten wu\u00dfte Rig den Alten;<br \/>\nEr sa\u00df zu beiden der Bank inmitten,<br \/>\nDie Eheleute zur Linken und Rechten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da nahm Edda einen Laib aus der Asche,<br \/>\nSchwer und klebrig, der Kleien voll.<br \/>\nMehr noch trug sie auf den Tisch alsbald:<br \/>\nSchlemm in der Sch\u00fcssel ward aufgesetzt,<br \/>\nUnd das beste Gericht war ein Kalb in der Br\u00fche.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf stand danach des Schlafes begierig<br \/>\nRig, der ihnen wohl raten konnte,<br \/>\nLegte zu beiden ins Bett sich mitten,<br \/>\nDie Eheleute zur Linken und Rechten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da blieb er drauf drei N\u00e4chte lang,<br \/>\nDann ging er und wanderte des Wegs inmitten,<br \/>\nDanach vergingen der Monden neun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Edda genas, genetzt ward das Kind,<br \/>\nWeil schwarz von Haut gehei\u00dfen Thr\u00e4l (Knecht).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es begann zu wachsen und wohl zu gedeihn.<br \/>\nRauh an den H\u00e4nden war dem Rangen das Fell,<br \/>\nDie Gelenke knotig (von Knorpelgeschwulst),<br \/>\nDie Finger feist, fratzig das Antlitz,<br \/>\nDer R\u00fccken krumm, vorragend die Hacken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In kurzem lernt er die Kr\u00e4fte brauchen,<br \/>\nMit Bast binden und B\u00fcrden schn\u00fcren.<br \/>\nHeim schleppt er Reiser den heilen Tag.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da kam in den Bau die G\u00e4ngelbeinige,<br \/>\nSchw\u00e4ren am Hohlfu\u00df, die Arme sonnverbrannt,<br \/>\nGedr\u00fcckt die Nase Thyr die Dirne.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Breit auf der Bank alsbald nahm sie Platz,<br \/>\nIhr zur Seite des Hauses Sohn.<br \/>\nRedeten, raunten, ein Lager bereiteten,<br \/>\nDa der Abend einbrach, der Enk und die Dirne.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie lebten knapp und zeugten Kinder,<br \/>\nGehei\u00dfen, h\u00f6rt ich, Hreim und Fiosnir,<br \/>\nKlur und Kleggi, Keffir, Fulnir,<br \/>\nDrumb, Digraldi, Dr\u00f6t und H\u00f6swir,<br \/>\nLut und Leggialdi. Sie legten Hecken an,<br \/>\nMisteten \u00c4cker, m\u00e4steten Schweine,<br \/>\nH\u00fcteten Gei\u00dfen und gruben Torf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die T\u00f6chter hie\u00dfen Trumba und Kumba,<br \/>\n\u00d6ckwinkalfa und Arennefja;<br \/>\nYsja und Ambatt, Eikintiasna,<br \/>\nT\u00f6troghypia und Tr\u00f6nobeina,<br \/>\nVon ihnen entsprang der Knechte Geschlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Weiter ging Rig gerades Weges,<br \/>\nKam an ein Haus, halboffen die T\u00fcr.<br \/>\nEr ging hinein, am Estrich gl\u00fcht es;<br \/>\nDa sa\u00df ein Ehpaar gesch\u00e4ftig am Werk.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Mann sch\u00e4lte die Weberstange,<br \/>\nGestr\u00e4hlt war der Bart, die Stirne frei.<br \/>\nKnapp lag das Kleid an, die Kiste stand am Boden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Weib daneben bewand den Rocken<br \/>\nUnd f\u00fchrte den Faden zu feinem Gespinst.<br \/>\nAuf dem Haupt die Haube, am Hals ein Schmuck,<br \/>\nEin Tuch um den Nacken, Nesteln an der Achsel:<br \/>\nAfi und Amma im eigenen Haus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Rig wu\u00dfte den Werten zu raten;<br \/>\nAuf stand er vom Tische des Schlafs begierig.<br \/>\nDa legt er zu beiden ins Bette sich mitten,<br \/>\nDie Eheleute zur Linken und Rechten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da blieb er drauf drei N\u00e4chte lang;<br \/>\n(Dann ging er und wanderte des Wegs inmitten.)<br \/>\nDanach vergingen der Monden neun.<br \/>\nAmma genas, genetzt ward das Kind<br \/>\nUnd Karl gehei\u00dfen; das h\u00fcllte das Weib.<br \/>\nRot war&#8217;s und frisch mit funkelnden Augen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Er begann zu wachsen und wohl zu gedeihn:<br \/>\nDa z\u00e4hmt er Stiere, zimmerte Pfl\u00fcge,<br \/>\nSchlug H\u00e4user auf, erh\u00f6hte Scheuern,<br \/>\nF\u00fchrte den Pflug und fertigte Wagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da fuhr in den Hof mit Schl\u00fcsseln beh\u00e4ngt<br \/>\nIm Ziegenkleid die Verlobte Karls;<br \/>\nSn\u00f6r (Schnur) gehei\u00dfen sa\u00df sie im Linnen.<br \/>\nSie wohnten beisammen und wechselten Ringe,<br \/>\nBreiteten Betten und bauten ein Haus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie zeugten Kinder und zogen sie froh:<br \/>\nHal und Dreng, H\u00f6ld, Degn und Smid,<br \/>\nBreidbondi, Bundinskeggi,<br \/>\nBui und Boddi, Brattskeggr und Segg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die T\u00f6chter nannten sie mit diesen Namen:<br \/>\nSnot, Bruda, Swanni, Swarri, Spracki,<br \/>\nFliod, Sprund und Wif, Feima, Ristil.<br \/>\nVon den beiden entsprang der Bauern Geschlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Weiter ging Rig gerades Weges;<br \/>\nKam er zum Saal mit s\u00fcdlichem Tor.<br \/>\nAngelegt war&#8217;s, mit leuchtendem Ring.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Er trat hinein, bestreut war der Estrich.<br \/>\nDie Eheleute sa\u00dfen und sahen sich an,<br \/>\nV\u00e4ter und Mutter an den Fingern spielend.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Hausherr sa\u00df die Sehne zu winden,<br \/>\nDen Bogen zu spannen, Pfeile zu Sch\u00e4ften;<br \/>\nDieweil die Hausfrau die H\u00e4nde besah,<br \/>\nDie Falten ebnete, am \u00c4rmel zupfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Im Schleier sa\u00df sie ein Geschmeid an der Brust,<br \/>\nDie Schleppe wallend am blauen Gewand;<br \/>\nDie Braue gl\u00e4nzender, die Brust wei\u00dfer,<br \/>\nLichter der Nacken als leuchtender Schnee.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Rig wu\u00dfte dem Paare zu raten,<br \/>\nZu beiden sa\u00df er der Bank inmitten,<br \/>\nDie Eheleute zur Linken und Rechten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da brachte die Mutter gebl\u00fcmtes Gebild<br \/>\nVon schimmerndem Lein, den Tisch zu spreiten.<br \/>\nLinde Semmel legte sie dann<br \/>\nVon wei\u00dfem Weizen gewandt auf das Linnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Setzte nun silberne Sch\u00fcsseln auf<br \/>\nMit Speck und Wildbret und gesottnen V\u00f6geln;<br \/>\nIn kostbaren Kelchen und Kannen war Wein:<br \/>\nSie tranken und sprachen bis der Abend sank.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Rig stand auf, das Bett war bereit.<br \/>\nDa blieb er drauf drei N\u00e4chte lang:<br \/>\nDann ging er und wanderte des Weges inmitten.<br \/>\nDanach vergingen der Monden neun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Mutter gebar und barg in Seide<br \/>\nEin Kind, das genetzt und genannt ward Jarl.<br \/>\nLicht war die Locke und leuchtend die Wange,<br \/>\nDie Augen scharf wie Schlangen blicken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Daheim erwuchs in der Halle der Jarl:<br \/>\nDen Schild lernt er sch\u00fctteln. Sehnen winden,<br \/>\nBogen spannen und Pfeile Sch\u00e4ften,<br \/>\nSpie\u00dfe werfen, Lanzen schie\u00dfen,<br \/>\nHunde hetzen, Hengste reiten,<br \/>\nSchwerter schwingen, den Sund durchschwimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aus dem Walde kam der rasche Rig gegangen,<br \/>\nRig gegangen ihn Runen zu lehren,<br \/>\nNannte mit dem eignen Namen den Sohn,<br \/>\nHie\u00df ihn zu Erb und Eigen besitzen<br \/>\nErb und Eigen und Ahnenschl\u00f6sser.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da ritt er dannen auf dunklem Pfade<br \/>\nDurch feuchtes Gebirg bis vor die Halle.<br \/>\nDa schwang er die Lanze, den Lindenschild,<br \/>\nSpornte das Ro\u00df und zog das Schwert.<br \/>\nKampf ward erweckt, die Wiese ger\u00f6tet,<br \/>\nDer Feind gef\u00e4llt, erfochten das Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun sa\u00df er und herrschte in achtzehn H\u00f6fen,<br \/>\nVerteilte die Sch\u00e4tze, alle beschenkend<br \/>\nMit Schmuck und Geschmeide und schlanken Pferden.<br \/>\nEr spendete Ringe, hieb Spangen entzwei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">36 Da fuhren Edle auf feuchten Wegen,<br \/>\nKamen zur Halle vom Hersir bewohnt.<br \/>\nEntgegen ging ihm die G\u00fcrtelschlanke,<br \/>\nAdlige, artliche, Erna gehei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie freiten und f\u00fchrten dem F\u00fcrsten sie heim,<br \/>\nDes Jarls Verlobte ging sie im Linnen.<br \/>\nSie wohnten beisammen und waren sich hold,<br \/>\nF\u00fchrten fort den Stamm froh bis ins Alter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bur war der \u00c4lteste, Barn der andere,<br \/>\nJod und Adal, Arfi, M\u00f6g,<br \/>\nNid und Nidjung; Spielen geneigt<br \/>\nSon und Swein, sie schwammen und w\u00fcrfelten;<br \/>\nKund hie\u00df einer, Kon der J\u00fcngste.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da wuchsen auf des Edeln S\u00f6hne,<br \/>\nZ\u00e4hmten Hengste, zielten Schilde,<br \/>\nSch\u00e4lten den Eschenschaft, schliffen Pfeile.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Kon der junge kannte Runen,<br \/>\nZeitrunen und Zukunftrunen;<br \/>\nZumal vermocht er Menschen zu bergen,<br \/>\nSchwerter zu stumpfen, die See zu stillen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">V\u00f6gel verstand er, wu\u00dfte Feuer zu l\u00f6schen,<br \/>\nDen Sinn zu beschwichtigen, Sorgen zu heilen.<br \/>\nAuch h\u00e4tt er zumal acht M\u00e4nner St\u00e4rke.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Er stritt mit Rig, dem Jarl, in Runen,<br \/>\nIn allerlei Wissen erwarb er den Sieg.<br \/>\nDa ward ihm gew\u00e4hrt, da war ihm geg\u00f6nnt,<br \/>\nSelbst Rig zu hei\u00dfen und runenkundig.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Jung Kon ritt durch Rohr und Wald,<br \/>\nWarf das Gescho\u00df und stellte nach V\u00f6geln.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da sang vom einsamen Ast die Kr\u00e4he:<br \/>\n&#8222;Was willst du. F\u00fcrstensohn, V\u00f6gel beizen?<br \/>\nDir ziemte besser Lanzen schwingen<br \/>\nHengste reiten und Heere f\u00e4llen!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dan hat und Danp nicht sch\u00f6nere Hallen,<br \/>\nErb und Eigen nicht reicher als Ihr.<br \/>\nDoch k\u00f6nnen sie wohl auf Kielen reiten,<br \/>\nSchwerter pr\u00fcfen und Wunden hauen.<br \/>\n(Der Schlu\u00df ist verloren.)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rigsmal Das Lied von Rig So wird gesagt in alten Sagen, da\u00df einer der Asen, der Heimdall hie\u00df, auf seiner Fahrt zu einer Meeresk\u00fcste kam. Da fand er ein Haus und nannte sich Rig. 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