{"id":5130,"date":"2018-11-05T17:02:11","date_gmt":"2018-11-05T16:02:11","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5130"},"modified":"2018-11-05T17:02:11","modified_gmt":"2018-11-05T16:02:11","slug":"helgakvida-hundingsbana-oennur-das-andere-lied-von-helgi-dem-hindingstoeter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5130","title":{"rendered":"Helgakvida Hundingsbana \u00f6nnur &#8211; Das andere Lied von Helgi dem Hindingst\u00f6ter"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Helgakvida Hundingsbana \u00f6nnur<br \/>\nDas andere Lied von Helgi dem Hindingst\u00f6ter<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">I.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">K\u00f6nig Sigmund, W\u00f6lsungs Sohn, hatte Borghilden von Bralund zur Frau. Sie nannten ihren Sohn Helgi und zwar nach Helgi, Hi\u00f6rwards Sohn. Den Helgi erzog Hagal. Hunding hie\u00df ein m\u00e4chtiger K\u00f6nig; nach ihm ist Hundland genannt. Er war ein gro\u00dfer Kriegsmann und hatte viel S\u00f6hne, die bei der Heerfahrt waren. Unfriede und Feindschaft war zwischen den K\u00f6nigen Hunding und Sigmund: sie erschlugen einander die Freunde. K\u00f6nig Sigmund und seine Nachkommen hie\u00dfen W\u00f6lsungen und \u00dclfinge (W\u00f6lfinge). Helgi fuhr aus und sp\u00e4hte insgeheim an Hundings Hofe. H\u00e4ming, K\u00f6nig Hundings Sohn, war daheim. Als aber Helgi fortzog, begegnete er einem Hirtenbuben und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sag du dem H\u00e4ming, da\u00df es Helgi war,<br \/>\nDen in das Risenhemd M\u00e4nner h\u00fcllten,<br \/>\nDen ihr im Hause wolfsgrau h\u00e4ttet,<br \/>\nAls ihn f\u00fcr Hamal Hunding ansah.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hamal hie\u00df der Sohn Hagals. K\u00f6nig Hunding sandte M\u00e4nner zu Hagal, den Helgi zu suchen, und Helgi, da er nicht anders entrinnen konnte, zog die Kleider einer Magd an und ging in die M\u00fchle. Sie suchten den Helgi und fanden ihn nicht. Da sprach Blind, der unheilvolle:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Scharf sind die Augen der Schaffnerin Hagals,<br \/>\nNicht gemeinen Mannes Kind steht an der M\u00fchle:<br \/>\nDie Steine brechen, die M\u00fchle zerspringt.<br \/>\nEin hartes Los hat der Held ergriffen,<br \/>\nDa hier ein K\u00f6nig Gerste mahlen mu\u00df.<br \/>\nBesser st\u00fcnde so starker Hand wohl<br \/>\nDes Schwertes Griff als die Mandelstange.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hagal antwortete und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das mu\u00df nicht wundern wenn die M\u00fchle dr\u00f6hnt,<br \/>\nDa eine K\u00f6nigsmaid die Mandel r\u00fchrt.<br \/>\nH\u00f6her schwebte sie sonst als Wolken,<br \/>\nDie gleich Wikingen wagte des Kampfs zu walten<br \/>\nBevor sie Helgi gef\u00fchrt zur Haft.<br \/>\nDie Schwester ist sie Sigars und H\u00f6gnis:<br \/>\nDrum hat scharfe Augen der \u00dclfinge Magd.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\nII.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi entkam und fuhr auf Kriegsschiffen. Er f\u00e4llte K\u00f6nig Hunding und hie\u00df nun Helgi der Hundingst\u00f6ter. Er lag mit seinem Heere in Brunawagir, lie\u00df am Strand das Vieh zusammen treiben und a\u00df rohes Fleisch mit den Helden. H\u00f6gni hie\u00df ein K\u00f6nig; dessen Tochter war Sigrun. Sie war Walk\u00fcre und ritt Luft und Meer. Sie war die wiedergeborene Swawa. Sigrun ritt zu Helgis Schiffen und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wer l\u00e4\u00dft die Flotte flie\u00dfen zum Strande?<br \/>\nWo habt ihr Helden eure Heimat?<br \/>\nWorauf wartet ihr in Brunawagir?<br \/>\nWohin gel\u00fcstet euch die Fahrt zu lenken?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nHamal l\u00e4\u00dft die Flotte flie\u00dfen zum Strande;<br \/>\nIn Hlesey haben wir unsre Heimat.<br \/>\nFahrwind erwarten wir in Brunawagir;<br \/>\n\u00d6stlich gel\u00fcstet uns die Fahrt zu lenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun:<br \/>\nWo hast du, K\u00f6nig, Kampf erweckt,<br \/>\nWo die V\u00f6gel der Kriegsschwestern gef\u00fcttert?<br \/>\nWie ist dir mit Blut die Br\u00fcnne bespritzt!<br \/>\nUnter Helmen e\u00dft ihr ungesottnes Fleisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nDas \u00fcbt ich zuj\u00fcngst, ein \u00dclfingensohn,<br \/>\nWestlich des Meers, wenn dich&#8217;s zu wissen l\u00fcstet,<br \/>\nDa\u00df ich B\u00e4ren jagte in Bragalund<br \/>\nUnd mit Spie\u00dfen s\u00e4ttigte der Aare Geschlecht.<br \/>\nNun wei\u00dft du, Maid, warum es geschieht:<br \/>\nDrum ist selten gekochte Kost hier am Meer.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun:<br \/>\nDu zielst auf Kampf; von Helgi bezwungen<br \/>\nSank Hunding im Kampf auch, der K\u00f6nig, aufs Feld.<br \/>\nEin Kampf auch war&#8217;s, da ihr Verwandte r\u00e4chtet,<br \/>\nUnd die Schneiden bespritztet der Schwerter mit Blut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nWie magst du wissen, da\u00df die es waren,<br \/>\nVielkluge Frau, die ihre Freunde r\u00e4chten?<br \/>\nTapfer im Kampf sind der Krieger viel,<br \/>\nDer Feindschaft voll auch unsern Freunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun:<br \/>\nIch war nicht fern, F\u00fchrer des Schlachtkeils,<br \/>\nDa mancher Held durch mich dir hinsank.<br \/>\nDoch nenn ich dich schlau, Sigmunds Erbe,<br \/>\nDa\u00df du in Kampfrunen k\u00fcndest die Schlacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich sah dich fahren vorn auf dem Langschiff,<br \/>\nDa du standest auf dem blutgen Steven<br \/>\nVon urkalten Wellen umspielt.<br \/>\nNun will sich hehlen der Held vor mir;<br \/>\nAber H\u00f6gnis Maid kennt ihren Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\nIII.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Granmar hie\u00df ein m\u00e4chtiger K\u00f6nig, der zu Swarinsh\u00fcgel sa\u00df. Er hatte viel S\u00f6hne: Einer hie\u00df H\u00f6dbrodd, der andere Gudmund, der dritte Starkad. H\u00f6dbrodd war in einer K\u00f6nigsversammlung und lie\u00df sich Sigrun, H\u00f6gnis Tochter, verloben. Als sie das h\u00f6rte, ritt sie fort mit Walk\u00fcren durch Luft und Meer und suchte Helgi. Helgi war da auf Logafi\u00f6ll und hatte mit Hundings S\u00f6hnen gek\u00e4mpft: da f\u00e4llte er Alf und Eyolf, Hi\u00f6rward und Herward, und war nun ganz kampfm\u00fcde und sa\u00df unterm Aarstein. Da fand ihn Sigrun und fiel ihm um den Hals und k\u00fc\u00dfte ihn und sagte ihm ihr Gesuch, wie es im alten W\u00f6lsungenliede gemeldet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun suchte den freudigen Sieger;<br \/>\nHelgis Hand zog sie ans Herz,<br \/>\nGr\u00fc\u00dfte und k\u00fc\u00dfte den K\u00f6nig unterm Helme.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da ward der F\u00fcrst der Jungfrau gewogen,<br \/>\nDie l\u00e4ngst schon hold war von ganzem Herzen<br \/>\nDem Sohne Sigmunds eh er sie gesehn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Dem H\u00f6dbrodd ward ich vor dem Heere verlobt;<br \/>\nDoch einen \u00e4ndern zur Ehe wollt ich.<br \/>\nNun f\u00fcrcht ich, F\u00fcrst, der Freunde Zorn:<br \/>\nDen alten Wunsch vereitelt ich dem Vater.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht wider ihr Herz sprach H\u00f6gnis Tochter:<br \/>\nHelgis Huld, sprach sie, m\u00fc\u00dfte sie haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nHege nicht Furcht vor H\u00f6gnis Zorn<br \/>\nNoch dem Unwillen deiner Verwandten.<br \/>\nDu sollst, junge Maid, mit mir nun leben:<br \/>\nDu bist edler Abkunft, das ist mir gewi\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi sammelte da ein gro\u00dfes Schiffsheer und fuhr gen Frekastein. Aber auf dem Meere traf sie ein m\u00e4nnerverderbendes Unwetter. Blitze fuhren \u00fcber sie hin und Wetterstrahlen schlugen in die Schiffe. Da sahen sie in der Luft neun Walk\u00fcren reiten und erkannten Sigrun. Alsbald legte sich der Sturm und gl\u00fccklich kamen sie ans Land. Granmars S\u00f6hne sa\u00dfen auf einem Berg, als die Schiffe zu Lande segelten. Gudmund sprang aufs Pferd und ritt auf Kundschaft von dem Berg nach dem Meer. Da zogen die W\u00f6lsungen die Segel nieder. Aber Gudmund sprach wie zuvor geschrieben ist im Helgilied:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie hei\u00dft der Herzog, der dem Heere gebeut,<br \/>\nDies furchtbare Volk zu Land uns f\u00fchrt?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dies sprach Gudmund, Granmars Sohn:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie hei\u00dft der F\u00fcrst, der die Flotte steuert,<br \/>\nDie goldne Kriegsfahne am Steven entfaltet?<br \/>\nNicht deutet auf Frieden das Vorderschiff.<br \/>\nWaffenr\u00f6te umstrahlt die Wikinge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sinfi\u00f6tli:<br \/>\nHier mag H\u00f6dbrodd den Helgi schauen,<br \/>\nDen fluchttr\u00e4gen F\u00fcrsten, in der Flotte Mitten.<br \/>\nEr hat das Besitztum deines Geschlechts,<br \/>\nDas Erbe der Fische, sich unterworfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gudmund:<br \/>\nDrum fechten wir l\u00e4nger nicht bei Frekastein<br \/>\nDen Streit zu schlichten mit sanften Worten:<br \/>\nZeit ist&#8217;s, H\u00f6dbrodd! Rache zu heischen,<br \/>\nOb l\u00e4nger ein leides Los uns f\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sinfi\u00f6tli:<br \/>\nEher magst du, Gudmund, Gei\u00dfen h\u00fcten<br \/>\nUnd durch Spalten schl\u00fcpfen auf schroffen Bergen,<br \/>\nAls Hirt die Haselgert in der Hand:<br \/>\nSchwertentscheidung geziemt dir schlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nEs st\u00fcnde besser dir, Sinfi\u00f6tli, an,<br \/>\nKampf zu fechten und Aare zu freuen,<br \/>\nAls euch mit unn\u00fctzen Worten zu eifern,<br \/>\nHehlen auch Helden den Ha\u00df nicht gern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auch mich nicht gut d\u00fcnken Granmars S\u00f6hne,<br \/>\nDoch ist&#8217;s Recken r\u00fchmlicher, reden sie Wahrheit.<br \/>\nSie haben&#8217;s gezeigt bei M\u00efnsheim,<br \/>\nDa\u00df ihnen Mut nicht gebricht, die Schwerter zu brauchen:<br \/>\nHelden sind sie hurtig und schnell.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gudmund ritt heim, die Kriegsbotschaft zu bringen. Da sammelten Granmars S\u00f6hne ein Heer, zu dem viel K\u00f6nige stie\u00dfen, darunter H\u00f6gni, Sigruns Vater, und seine S\u00f6hne Bragi und Dag. Da geschah eine gro\u00dfe Schlacht und fielen alle S\u00f6hne Granmars und alle ihre H\u00e4uptlinge; nur Dag, H\u00f6gnis Sohn, erhielt Frieden und leistete den W\u00f6lsungen Eide. Sigrun ging auf die Walst\u00e4tte und fand H\u00f6dbrodd dem Tode nah. Sie sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht wirst du Sigrun vom Sewafi\u00f6ll,<br \/>\nK\u00f6nig H\u00f6dbrodd, im Arme hegen.<br \/>\nVorbei ist das Leben: das Beil naht,<br \/>\nGranmars Sohn, deinem grauen Haupt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hierauf fand sie den Helgi und freute sich sehr. Helgi sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht alles. Gute, erging dir nach Wunsch;<br \/>\nDoch tragen die Nornen ein Teil der Schuld.<br \/>\nIn der Fr\u00fche fielen bei Frekastein<br \/>\nBragi und H\u00f6gni: ich bin ihr T\u00f6ter!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bei Styrkleif sank K\u00f6nig Starkad,<br \/>\nUnd bei Hlebi\u00f6rg Hrollaugs S\u00f6hne.<br \/>\nSo grimmig gemuten wie Gylfi sah ich nie:<br \/>\nDer Rumpf hieb noch um sich, da das Haupt gefallen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zur Erde sanken allermeist<br \/>\nDeine lieben Freunde in Leichen verkehrt.<br \/>\nDu gewannst nicht beim Siege: es war dein Schicksal,<br \/>\nDurch Blut zu erlangen den Liebeswunsch.<br \/>\nDa weinte Sigrun; er aber sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Weine nicht, Sigrun, du warst uns Hilde,<br \/>\nNicht besiegen F\u00fcrsten ihr Schicksal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie sprach:<br \/>\nBeleben m\u00f6cht ich jetzt, die Leichen sind;<br \/>\nAber zugleich im Arm dir ruhn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\nIV.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi empfing Sigrun zur Ehe und zeugte S\u00f6hne mit ihr. Aber Helgi ward nicht alt. Dag, H\u00f6gnis Sohn, opferte dem Odin f\u00fcr Vaterrache. Da lieh Odin ihm seinen Spie\u00df. Dag fand den Helgi, seinen Schwager, bei Fi\u00f6turlund (Fesselwald); er durchbohrte Helgi mit dem Spie\u00df. Da fiel Helgi; aber Dag ritt gen Sewafi\u00f6ll und brachte Sigrun die Nachricht:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Betr\u00fcbt bin ich, Schwester, dir Trauer zu k\u00fcnden,<br \/>\nDie ich wider Willen zum Weinen brachte.<br \/>\nIn der Fr\u00fche fiel bei Fi\u00f6turlund<br \/>\nDer Edlinge edelster unter der Sonne.<br \/>\nViel F\u00fcrsten setzt er den Fu\u00df auf den Hals.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun:<br \/>\nSo sollen dich alle Eide scheiden,<br \/>\nDie du dem Helgi hast geschworen<br \/>\nBei des Leipt leuchtender Flut<br \/>\nUnd der urkalten Wasserklippe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Schiff fahre nicht, das unter dir f\u00e4hrt,<br \/>\nWeht auch erw\u00fcnschter Wind dahinter.<br \/>\nDas Ro\u00df renne nicht, das unter dir rennt,<br \/>\nM\u00fc\u00dftest du auch fliehen vor deinen Feinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Schwert schneide nicht, das du schwingst,<br \/>\nEs schwirre denn dir selber ums Haupt.<br \/>\nRache h\u00e4tt ich da f\u00fcr Helgis Tod,<br \/>\nWenn du ein Wolf w\u00e4rst im Walde drau\u00dfen<br \/>\nDes Beistands bar und bar der Freunde,<br \/>\nDer Nahrung ledig, du spr\u00e4ngst denn um Leichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dag:<br \/>\nIrr bist du, Schwester, und aberwitzig,<br \/>\nDa\u00df du dem Bruder Verw\u00fcnschung erbittest.<br \/>\nOdin allein hat an dem Unheil Schuld,<br \/>\nDer zwischen Verwandte Zwistrunen warf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dir bietet rote Ringe der Bruder,<br \/>\nGanz Wandilswe und Wigdalir;<br \/>\nHabe dir halb das Reich dem Harm zur Bu\u00dfe,<br \/>\nSpangengeschm\u00fcckte, den S\u00f6hnen mit dir.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun:<br \/>\nNicht sitz ich mehr selig zu Sewafi\u00f6ll<br \/>\nFr\u00fch noch sp\u00e4t, da\u00df mich freute zu leben,<br \/>\nEs brech ein Glanz denn aus dem Grabe des F\u00fcrsten,<br \/>\nWigbl\u00e4r das Ro\u00df renne mit ihm daher,<br \/>\nDas goldgez\u00e4umte, den so gern ich umfinge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So schuf Helgi Schrecken und Angst<br \/>\nAll seinen Feinden und ihren Freunden,<br \/>\nWie vor W\u00f6lfen w\u00fctig rennen<br \/>\nGei\u00dfen am Berghang des Grauens voll.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So hob sich Helgi \u00fcber die Helden all<br \/>\nWie die edle Esche \u00fcber die Dornen<br \/>\nOder wie taubetr\u00e4uft das Tierkalb springt:<br \/>\nWeit \u00fcberholt es anderes Wild<br \/>\nUnd gegen den Himmel gl\u00fchn seine H\u00f6rner.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein H\u00fcgel ward \u00fcber Helgi gemacht; aber als er nach Walhall kam, bot Odin ihm an, die Herrschaft mit ihm zu teilen. Helgi sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun mu\u00dft du, Hunding, den M\u00e4nnern all<br \/>\nDas Fu\u00dfbad bereiten, das Feuer z\u00fcnden;<br \/>\nDie Hunde binden, der Hengste warten<br \/>\nUnd die Schweine f\u00fcttern eh du schlafen gehst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigruns Magd ging am Abend zum H\u00fcgel Helgis und sah, da\u00df Helgi zum H\u00fcgel ritt mit gro\u00dfem Gefolge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Magd:<br \/>\nIst&#8217;s Sinnentrug, was ich zu schauen meine,<br \/>\nIst&#8217;s der j\u00fcngste Tag? Tote reiten.<br \/>\nDie raschen Rosse reizt ihr mit Sporen:<br \/>\nIst den Helden Heimfahrt geg\u00f6nnt?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nNicht Sinnentrug ist&#8217;s, was du zu schauen meinst,<br \/>\nNoch Weltverw\u00fcstung, obwohl du uns siehst<br \/>\nDie raschen Rosse mit Sporen reizen;<br \/>\nSondern den Helden ist Heimfahrt geg\u00f6nnt.<br \/>\nDa ging die Magd heim und sprach zu Sigrun:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Geh schnell, Sigrun von Sewafi\u00f6ll,<br \/>\nWenn dich den Volksf\u00fcrsten zu finden l\u00fcstet.<br \/>\nDer H\u00fcgel ist offen, Helgi gekommen.<br \/>\nDie Kampfspuren bluten; der K\u00f6nig bittet dich,<br \/>\nDu wollest die weinenden Wunden ihm stillen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun ging in den H\u00fcgel zu Helgi und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun bin ich so froh dich wieder zu finden,<br \/>\nWie die aasgierigen Habichte Odins,<br \/>\nWenn sie Leichen wittern und warmes Blut,<br \/>\nOder tautriefend den Tag schimmern sehn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun will ich k\u00fcssen den entseelten K\u00f6nig<br \/>\nEh du die blutige Br\u00fcnne noch abwirfst.<br \/>\nDas Haar ist dir, Helgi, in Angstschwei\u00df geh\u00fcllt,<br \/>\nGanz mit Grabestau \u00fcbergossen der K\u00f6nig;<br \/>\nDie H\u00e4nde sind urkalt dem Eidam H\u00f6gnis:<br \/>\nWas bringt mir, Gebieter, die Bu\u00dfe daf\u00fcr?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nDu Sigrun bist schuld von Sewafi\u00f6ll,<br \/>\nDa\u00df Helgi trieft von tauendem Harm,<br \/>\nDu vergie\u00dfest, goldziere, grimme Z\u00e4hren,<br \/>\nSonnige, s\u00fcdliche eh du schlafen gehst,<br \/>\nJede fiel blutig auf die Brust dem Helden,<br \/>\nGrub sich eiskalt in die angstbeklommene.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wohl sollen wir trinken k\u00f6stlichen Trank,<br \/>\nVerloren wir Lust und Lande gleich.<br \/>\nStimme niemand ein Sterbelied an,<br \/>\nSchaut er durchbohrt die Brust mir auch.<br \/>\nNun sind Br\u00e4ute verborgen im H\u00fcgel,<br \/>\nK\u00f6nigstochter, bei mir dem Toten!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun bereitete ein Bett im H\u00fcgel und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hier hab ich ein Bette dir, Helgi, bereitet,<br \/>\nEin sorgenloses, Sohn der \u00dclfinge.<br \/>\nIch will dir im Arme, Edling, schlafen,<br \/>\nWie ich dem lebenden K\u00f6nige lag.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi:<br \/>\nNun darf uns nichts unm\u00f6glich d\u00fcnken<br \/>\nFr\u00fch noch sp\u00e4t zu Sewafi\u00f6ll,<br \/>\nDa du dem Entseelten im Arme schl\u00e4fst<br \/>\nIm H\u00fcgel, holde H\u00f6gnistochter,<br \/>\nUnd bist lebendig, du K\u00f6nigsgeborne!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zeit ist&#8217;s, zu reiten ger\u00f6tete Wege,<br \/>\nDen Flugsteg das fahle Ro\u00df zu f\u00fchren.<br \/>\nWestlich mu\u00df ich stehn vor Windhelms Br\u00fccke<br \/>\nEh Salgofnir kr\u00e4hend das Siegervolk weckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Helgi ritt seines Weges mit dem Geleit und die Frauen fuhren nach Hause. Den anderen Abend lie\u00df Sigrun die Magd Wache halten am H\u00fcgel. Aber bei Sonnenuntergang, als Sigrun zum H\u00fcgel kam, sprach sie:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gekommen w\u00e4re nun, ged\u00e4chte zu kommen<br \/>\nSigmunds Sohn aus den S\u00e4len Odins.<br \/>\nDie Hoffnung ist hin auf des Helden R\u00fcckkehr,<br \/>\nDa auf Eschenzweigen die Aare sitzen<br \/>\nUnd alles Volk zur Traumst\u00e4tte f\u00e4hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Magd:<br \/>\nSei nicht so frevel allein zu fahren,<br \/>\nSki\u00f6ldungentochter, zu der Toten H\u00fctten.<br \/>\nSt\u00e4rker werden stets in den N\u00e4chten<br \/>\nDer Helden Gespenster als am hellen Tage.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigrun lebte nicht lange mehr vor Harm und Leid. Es war Glauben im Altertum, da\u00df Helden wiedergeboren w\u00fcrden; aber das hei\u00dft nun alter Weiber Wahn. Von Helgi und Sigrun wird gesagt, da\u00df sie wiedergeboren w\u00e4ren: Er hie\u00df da Helgi Haddingia-Held; aber sie Kara, Halfdans Tochter, so wie gesungen ist in den Kara-Liedern; und war sie Walk\u00fcre.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helgakvida Hundingsbana \u00f6nnur Das andere Lied von Helgi dem Hindingst\u00f6ter I. K\u00f6nig Sigmund, W\u00f6lsungs Sohn, hatte Borghilden von Bralund zur Frau. Sie nannten ihren Sohn Helgi und zwar nach Helgi, Hi\u00f6rwards Sohn. Den Helgi erzog Hagal. Hunding hie\u00df ein m\u00e4chtiger K\u00f6nig; nach ihm ist Hundland genannt. Er war ein gro\u00dfer Kriegsmann und hatte viel S\u00f6hne, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5130\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eHelgakvida Hundingsbana \u00f6nnur &#8211; Das andere Lied von Helgi dem Hindingst\u00f6ter\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":5025,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5130","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5130"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5131,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5130\/revisions\/5131"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}