{"id":5138,"date":"2018-11-05T17:05:33","date_gmt":"2018-11-05T16:05:33","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5138"},"modified":"2018-11-05T17:05:33","modified_gmt":"2018-11-05T16:05:33","slug":"fafnismal-das-lied-von-fafnir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5138","title":{"rendered":"Fafnismal &#8211; Das Lied von Fafnir"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Fafnismal<br \/>\nDas Lied von Fafnir<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd und Regin fuhren aufw\u00e4rts zur Gnitaheide und fanden da Fafnirs Weg, auf dem er zum Wasser kroch. Da machte Sigurd eine gro\u00dfe Grube im Weg und stellte sich hinein. Als aber Fafnir von seinem Gold kroch, blies er Gift von sich und das fiel dem Sigurd von oben aufs Haupt. Als aber Fafnir \u00fcber die Grube wegglitt, stach ihm Sigurd das Schwert ins Herz. Fafnir sch\u00fcttelte sich und schlug mit Haut und Schweif. Da sprang Sigurd aus der Grube, wo dann einer den andern sah. Fafnir sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gesell und Gesell, welcher Gesell erzeugte dich,<br \/>\nWas bist du mir ein Menschenkind?<br \/>\nDer in Fafnir f\u00e4rbtest den funkelnden Stahl;<br \/>\nMir haftet im Herzen dein Schwert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber Sigurd verhehlte seinen Namen, weil es in alter Zeit Glaube war, da\u00df eines Sterbenden Wort viel verm\u00f6chte, wenn er seinen Feind mit Namen verw\u00fcnschte. Er sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wundertier hei\u00df ich, ich wank umher,<br \/>\nEin Kind, das keine Mutter kennt.<br \/>\nAuch mi\u00df ich den Vater, den Menschen sonst haben,<br \/>\nIch gehe einsam, allein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nMissest du den Vater, den Menschen sonst haben,<br \/>\nWelches Wunder erzeugte dich?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nMein Geschlecht ist dir schwerlich kund<br \/>\nUnd ich selber auch nicht.<br \/>\nSigurd hei\u00df ich, Sigmund hie\u00df mein Vater;<br \/>\nMeine Waffe verwundete dich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nWer reizte dich? Wie lie\u00dfest du dich reizen<br \/>\nMein Leben zu morden,<br \/>\nKlar\u00e4ugiger Knabe? K\u00fchn war dein Vater:<br \/>\nDem Ungebornen vererbt er den Sinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nMich reizte das Herz; die H\u00e4nde vollbrachten&#8217;s<br \/>\nUnd mein scharfes Schwert.<br \/>\nKeiner ist k\u00fchn, wenn die Jahre kommen,<br \/>\nDer von Kindesbeinen bl\u00f6d war.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nW\u00e4rst du erwachsen an der Verwandten Brust,<br \/>\nMan kennte dich k\u00fchn im Kampfe;<br \/>\nIn Haft bist du hier, ein Heergefangner:<br \/>\nStets, sagt man, bebt der Gebundne.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nWelcher Vorwurf, Fafnir, als ob ich fern war<br \/>\nMeinem Mutterlande?<br \/>\nNicht war ich in Haft hier, auch als Heergefangner;<br \/>\nDu f\u00fchlst wohl, da\u00df ich frei bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nEinen Vorwurf findest du in freundlichem Wort;<br \/>\nAber eins verk\u00fcnd ich dir:<br \/>\nDas gellende Gold, der glutrote Schatz,<br \/>\nDiese Ringe verderben dich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nGoldes walten will ein jeder<br \/>\nStets bis an den einen Tag.<br \/>\nDenn einmal mu\u00df jeder Mann doch<br \/>\nFahren von hinnen zu Hel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nDu nimmst f\u00fcr nichts der Nornen Spruch,<br \/>\nMein Wort f\u00fcr unweise Rede.<br \/>\nDoch ertrinkst du im Wasser, ob du beim Winde ruderst:<br \/>\nAlles sterbt ihn, der sterben soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Schreckenshelm sch\u00fctzte mich lange,<br \/>\nDa ich \u00fcber Kleinoden kroch;<br \/>\nAllein daucht ich mich st\u00e4rker als alle<br \/>\nUnd fand selten meinen Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nKeinen mag sch\u00fctzen der Schreckenshelm,<br \/>\nWo Zornige kommen zu k\u00e4mpfen.<br \/>\nWer mit vielen ficht befindet bald:<br \/>\nKeiner ist allein der K\u00fchnste.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nGift blies ich, da ich auf dem Golde lag,<br \/>\nDem vielen, meines Vaters.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nWohl warst du furchtbar, du funkelnder Wurm;<br \/>\nEin hartes Herz erhieltest du.<br \/>\nDer Mut schwillt m\u00e4chtig den Menschens\u00f6hnen,<br \/>\nDie solchen Helm haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">La\u00df dich fragen, Fafnir, da du vorschauend bist<br \/>\nUnd wohl manches wei\u00dft:<br \/>\nWelches sind die Nornen, die notl\u00f6send hei\u00dfen<br \/>\nUnd M\u00fctter m\u00f6gen entbinden?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nVerschiedenen Geschlechts scheinen die Nornen mir<br \/>\nUnd nicht eines Ursprungs.<br \/>\nEinige sind Asen, andere Alfen,<br \/>\nDie dritten T\u00f6chter Dwalins.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nLa\u00df dich fragen, Fafnir, da du vorschauend bist<br \/>\nUnd wohl manches wei\u00dft:<br \/>\nWie hei\u00dft der Holm, wo Herzblut mischen<br \/>\nSurtur einst und Asen?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nOskopnir (unvermeidlich) hei\u00dft er, wo alle G\u00f6tter<br \/>\nDereinst mit Speeren spielen.<br \/>\nBifr\u00f6st bricht eh beide sich scheiden<br \/>\nUnd im Strome schwimmen die Rosse.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun rat ich dir, Sigurd, nimm an den Rat<br \/>\nUnd reit heim von hinnen.<br \/>\nDas gellende Gold, der glutrote Schatz,<br \/>\nDiese Ringe verderben dich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nRat ist mir geraten; ich reite dennoch<br \/>\nZu dem Hort auf der Heide.<br \/>\nDu Fafnir lieg in letzten Z\u00fcgen<br \/>\nBis du hin mu\u00dft zu Hel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fafnir:<br \/>\nRegin verriet mich, er verr\u00e4t auch dich,<br \/>\nEr bringt uns beiden den Tod.<br \/>\nSein Leben mu\u00df nun Fafnir lassen,<br \/>\nDeine Macht bemeistert mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Regin war fortgegangen, w\u00e4hrend Sigurd Fafnirn t\u00f6tete; er kam zur\u00fcck, als Sigurd das Blut vom Schwerte wischte. Regin sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Heil dir nun, Sigurd, du hast Sieg erk\u00e4mpft<br \/>\nUnd den Fafnir gef\u00e4llt.<br \/>\nVon allen M\u00e4nnern, die auf Erden wandeln,<br \/>\nAcht ich dich den unverzagtesten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nUngewi\u00df bleibt, wo alle vereint sind,<br \/>\nDer Siegg\u00f6tter S\u00f6hne,<br \/>\nWelcher der unverzagteste ist:<br \/>\nMancher ist k\u00fchn, der die Klinge nie<br \/>\nBarg in des andern Brust.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Regin:<br \/>\nStolz bist du, Sigurd, und siegesfreudig,<br \/>\nDa du Gram im Grase wischest.<br \/>\nDen Bruder hast du mir umgebracht;<br \/>\nDoch trag ich selbst der Schuld ein Teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nDu rietest dazu, da\u00df ich reiten sollte<br \/>\n\u00dcber die heiligen Berge her.<br \/>\nGut und Leben geg\u00f6nnt war dem gl\u00e4nzenden Wurm,<br \/>\nTriebest du mich nicht zur Tat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da ging Regin zu Fafnir und schnitt ihm das Herz aus mit dem Schwert, das Ridil hei\u00dft, und trank dann das Blut aus der Wunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Regin:<br \/>\nSitze nun, Sigurd; ich schlafe derweil,<br \/>\nUnd halte Fafnirs Herz ans Feuer.<br \/>\nIch will das Herz zu essen haben<br \/>\nAuf den Bluttrunk, den ich trank.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nFern entflohst du, w\u00e4hrend in Fafnir ich<br \/>\nR\u00f6tete das scharfe Schwert.<br \/>\nMeine St\u00e4rke setzt ich wider den starken Wurm,<br \/>\nSo lange du auf der Heide lagst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Regin:<br \/>\nLange liegen lie\u00dfest du auf der Heide<br \/>\nJenen alten Joten,<br \/>\nWenn du das Schwert nicht schwangst, das ich dir schuf,<br \/>\nDie wohlgewetzte Waffe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nMut in der Brust ist besser als Stahl,<br \/>\nWo sich Tapfere treffen.<br \/>\nDen K\u00fchnen immer sah ich erk\u00e4mpfen<br \/>\nMit stumpfem Schwerte den Sieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der K\u00fchne mag besser als der Bange kann<br \/>\nSich im Kriegesspiel versuchen.<br \/>\nMehr gelingt dem Muntern als dem M\u00fcrrischen<br \/>\nWas er hab in der Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd nahm Fafnirs Herz und briet es am Spie\u00df. Und als er dachte, da\u00df es gar w\u00e4re, und der Saft aus dem Herzen sch\u00e4umte, da stie\u00df er daran mit seinem Finger und versuchte, ob es gar gebraten w\u00e4re. Er verbrannte sich und steckte den Finger in den Mund. Aber als Fafnirs Herzblut ihm auf die Zunge kam, da verstand er der V\u00f6gel Stimmen. Er h\u00f6rte, da\u00df Adlerinnen auf den Zweigen zwitscherten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Eine von den Adlerinnen:<br \/>\nDa sitzt Sigurd blutbespritzt<br \/>\nUnd br\u00e4t am Feuer Fafnirs Herz.<br \/>\nKlug d\u00e4uchte mich der Ringverderber,<br \/>\nWenn er das leuchtende Lebensfleisch \u00e4\u00dfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die andere:<br \/>\nDa liegt nun Regin und geht zu Rat<br \/>\nWie er tr\u00fcge den Mann, der ihm vertraute;<br \/>\nSinnt in der Bosheit auf falsche Beschuldigung:<br \/>\nDer Unheilschmied br\u00fctet dem Bruder Rache.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die dritte:<br \/>\nHauptes k\u00fcrzer la\u00df er den haargrauen Schw\u00e4tzer<br \/>\nFahren von hinnen zu Hel.<br \/>\nSo soll er den Schatz besitzen allein,<br \/>\nWie viel des unter Fafnir lag.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die vierte:<br \/>\nEr d\u00e4uchte mich klug, ged\u00e4cht er zu n\u00fctzen<br \/>\nDen Anschlag, Schwestern, den ihr wohl ersannt.<br \/>\nEr berate sich rasch die Raben zu erfreuen,<br \/>\nDenn den Wolf erwart ich, gewahr ich sein Ohr.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die f\u00fcnfte:<br \/>\nSo klug ist nicht der Kampfesbaum,<br \/>\nWie ich den Heerweiser h\u00e4tte gew\u00e4hnt,<br \/>\nL\u00e4\u00dft er den einen Bruder ledig<br \/>\nUnd hat den andern umgebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die sechste:<br \/>\nSehr unklug scheint er mir, schont er l\u00e4nger noch<br \/>\nDen gemeingef\u00e4hrlichen Feind.<br \/>\nDort liegt Regin, der ihn verraten will;<br \/>\nEr wei\u00df sich davor nicht zu wahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die siebente:<br \/>\nUm den Kopf k\u00fcrz er den eiskalten Joten<br \/>\nUnd beraub ihn der Ringe.<br \/>\nSo sind die Sch\u00e4tze, die Fafnir besessen,<br \/>\nIhm allein zu eigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd:<br \/>\nSo verrat mich das Los nicht, da\u00df Regin sollte<br \/>\nMir zum M\u00f6rder werden:<br \/>\nBeide Br\u00fcder sollen alsbald<br \/>\nFahren von hinnen zu Hel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd hieb Regin das Haupt ab, und a\u00df Fafnirs Herz und trank beider Blut, Regins und Fafnirs. Da h\u00f6rte Sigurd, was die Adlerinnen sangen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit den roten Ringen bereife dich, Sigurd;<br \/>\nUm K\u00fcnftges sich k\u00fcmmern ziemt K\u00f6nigen nicht.<br \/>\nEin Weib wei\u00df ich, ein wundersch\u00f6nes,<br \/>\nGoldbegabt: war sie dir geg\u00f6nnt!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zu Giuki gehen gr\u00fcne Pfade:<br \/>\nDem Wandernden weist das Schicksal den Weg.<br \/>\nDa hat eine Tochter der teure K\u00f6nig:<br \/>\nDie magst du, Sigurd, um Mahlschatz kaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein Hof ist auf dem hohen Hindarfiall<br \/>\nGanz von Glut umgeben au\u00dfen.<br \/>\nIhn haben hehre Herrscher geschaffen<br \/>\nAus undunkler Erdenflamme.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf dem Steine schl\u00e4ft die Streiterfahrene,<br \/>\nUnd lodernd umleckt sie der Linde Feind.<br \/>\nMit dem Dorn stach Ygg sie einst in den Schleier,<br \/>\nDie Maid, die M\u00e4nner morden wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schaun magst du, Mann, die Maid unterm Helme,<br \/>\nDie aus dem Gew\u00fchl trug Wingskornir das Ro\u00df.<br \/>\nNicht vermag Sigdrifas Schlaf zu brechen<br \/>\nEin F\u00fcrstensohn eh die Nornen es f\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sigurd ritt auf Fafnirs Spur nach dessen Haus und fand es offen und die T\u00fcren von Eisen und aufgeklemmt. Von Eisen war auch alles Zimmerwerk am Haus, und das Gold war unten in die Erde gegraben. Da fand Sigurd gro\u00dfm\u00e4chtiges Gut und f\u00fcllte damit zwei Kisten. Da nahm er \u00d6gishelm und die Goldbr\u00fcnne und das Schwert Hrotti und viele Kostbarkeiten und belud Grani damit. Aber das Ro\u00df wollte nicht fortgehen, bis Sigurd auf seinen R\u00fccken stieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fafnismal Das Lied von Fafnir Sigurd und Regin fuhren aufw\u00e4rts zur Gnitaheide und fanden da Fafnirs Weg, auf dem er zum Wasser kroch. Da machte Sigurd eine gro\u00dfe Grube im Weg und stellte sich hinein. 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