{"id":5156,"date":"2018-11-05T17:12:51","date_gmt":"2018-11-05T16:12:51","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5156"},"modified":"2018-11-05T17:12:51","modified_gmt":"2018-11-05T16:12:51","slug":"oddrunargratr-oddruns-klage","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5156","title":{"rendered":"Oddrunargratr &#8211; Oddruns Klage"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Oddrunargratr<br \/>\nOddruns Klage<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Heidrek hie\u00df ein K\u00f6nig, seine Tochter hie\u00df Borgny und Wilmund ihr Geliebter. Sie konnte nicht geb\u00e4ren bis Oddrun hinzu kam, Atlis Schwester. Die war Gunnars Geliebte gewesen, des Sohnes Giukis. Von dieser Sage ist hier die Rede.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich h\u00f6rte sagen in alten Geschichten,<br \/>\nDa\u00df eine Maid kam gen Morgenland.<br \/>\nNiemand wu\u00dfte auf weiter Erde<br \/>\nDer Tochter Heidreks Hilfe zu leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das h\u00f6rte Oddrun, Atlis Schwester,<br \/>\nIn schweren Wehen winde die Jungfrau sich.<br \/>\nSie zog aus dem Stalle den scharfgez\u00e4umten<br \/>\nUnd schwang dem Schwarzgaul den Sattel auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie spornte den schnellen den ebnen Sandweg<br \/>\nBis sie die hohe Halle stehn sah.<br \/>\nVon des Rosses R\u00fccken ri\u00df sie den Sattel,<br \/>\nTrat ein und schritt den Saal entlang.<br \/>\nDies war das erste Wort, das sie sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;In diesen Gauen gibt es was neues?<br \/>\nWas h\u00f6rt man Gutes in Hunnenland?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Eine Magd:<br \/>\nBorgny liegt hier \u00fcberb\u00fcrdet mit Schmerzen,<br \/>\nDeine Freundin, Oddrun: eil ihr zur Hilfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Oddrun:<br \/>\nWelcher der F\u00fcrsten f\u00fcgte den Schimpf dir?<br \/>\nWarum ist so bitter Borgnys Qual?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Magd:<br \/>\nWilmund hei\u00dft des Herrschers Vertrauter:<br \/>\nEr wand die Maid in warme Decken<br \/>\nF\u00fcnf volle Winter ohne des Vaters Wissen. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie sprachen, d\u00fcnkt mich, dies und nicht mehr.<br \/>\nMildreich sa\u00df sie der Maid vor die Knie.<br \/>\nKr\u00e4ftig sang Oddrun, m\u00e4chtig sang Oddrun<br \/>\nZauberlieder der Borgny zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da konnte den Kiesweg Knab und M\u00e4dchen treten,<br \/>\nHolde Spr\u00f6\u00dflinge des H\u00f6gnit\u00f6ters.<br \/>\nZu sprechen s\u00e4umte nicht die sieche Maid;<br \/>\nDies war das erste Wort, das sie sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;So m\u00f6gen milde M\u00e4chte dir helfen,<br \/>\nFrigg und Freyja und viel der G\u00f6tter,<br \/>\nWie du mich befreitest aus f\u00e4hrlicher Not.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Oddrun :<br \/>\nNicht h\u00fcb ich mich her dir Hilfe zu bringen<br \/>\nWeil du es wert w\u00e4rst gewesen irgend.<br \/>\nIch gelobte, und leistete mein Gel\u00fcbde jetzt,<br \/>\nBeistand zu leisten allen Leidenden,<br \/>\nAls die Edlinge das Erbe teilten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Borgny:<br \/>\nIrr bist du, Oddrun, und ohne Besinnung,<br \/>\nDa\u00df du im Eifer also sprichst.<br \/>\nWir lebten doch lange im Lande zusammen<br \/>\nZ\u00e4rtlich, wie zweier Br\u00fcder Erzeugte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Oddrun:<br \/>\nWohl noch wei\u00df ich, wie du des Abends sprachst,<br \/>\nAls ich Gunnarn das Gastmahl bereitete:<br \/>\nSo arge Unsitte, sprachst du eifernd,<br \/>\nWerde nach mir keine Maid mehr \u00fcben. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da setzte sich nieder die Sorgenm\u00fcde,<br \/>\nIhr Leid zu k\u00fcnden aus des Kummers F\u00fclle:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Oddrun:<br \/>\nIch wuchs empor in pr\u00e4chtiger Halle,<br \/>\nMich lobten viele und keinem mi\u00dffiel es;<br \/>\nDoch freut ich der Jugend und des Vaterguts<br \/>\nMich der Winter f\u00fcnf nur bei des Vaters Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da war es das letzte Wort, das er sprach<br \/>\nBevor er starb der stolze K\u00f6nig:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit rotem Golde begaben hie\u00df er mich<br \/>\nUnd s\u00fcdw\u00e4rts senden dem Sohne Grimhilds.<br \/>\nBr\u00fcndhilden hie\u00df er den Helm zu tragen,<br \/>\nWeil sie Wunschmagd zu werden bestimmt sei.<br \/>\nEs m\u00f6g unterm Monde so edle Maid<br \/>\nNicht geben, wenn g\u00fcnstig der Gott mir bleibe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Br\u00fcnhild wirkte Borten am Rahmen;<br \/>\nSie h\u00e4tte Land und Leute vor sich.<br \/>\nErde schlief noch und \u00dcberhimmel,<br \/>\nAls die Burg ersah der Besieger Fafnirs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Kampf ward gek\u00e4mpft mit welscher Klinge<br \/>\nUnd gebrochen die Burg, da Br\u00fcnhild sa\u00df.<br \/>\nNicht lange w\u00e4hrt es, nur wunderkurz,<br \/>\nSo kannte sie alle die schlauen K\u00fcnste.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sachen suchte sie so schwer zu r\u00e4chen,<br \/>\nDa\u00df wir alle \u00fcble Arbeit gewannen.<br \/>\nDas wei\u00df man soweit als Menschen wohnen<br \/>\nWie sie bei Sigurd sich selber t\u00f6tete.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber schon g\u00fcnstig dem Gunnar war ich,<br \/>\nDem Burgverschenker, wie Br\u00fcnhild gesollt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Rote Ringe boten die Recken gleich<br \/>\nMeinem Bruder und Bu\u00dfen viel.<br \/>\nF\u00fcr mich bot Gunnar der G\u00fcter f\u00fcnfzehn<br \/>\nUnd Granis R\u00fcckenlast, wenn er es gerne n\u00e4hme.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das weigerte Atli: er wolle nicht,<br \/>\nDa\u00df ihm Brautgabe g\u00e4ben Giukis S\u00f6hne.<br \/>\nDoch wir mochten nicht mehr die Minne bezwingen,<br \/>\nWenn ich des Ringbrechers Haupt nicht ber\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da murmelten manche meiner Verwandten,<br \/>\nSie h\u00e4tten uns beide auf Buhlschaft betroffen.<br \/>\nAber Atli meinte, solch Unrecht w\u00fcrd ich<br \/>\nSchwerlich begehen, mir Schande zu machen.<br \/>\nDoch solches sollte, so sicher niemand<br \/>\nVon den andern leugnen, wo Liebe waltet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Seine Sp\u00e4her sandte Atli,<br \/>\nIm tiefen Tann mein Tun zu belauschen.<br \/>\nSie kamen, wohin sie nicht kommen sollten:<br \/>\nWo wir selbander lagen unter einem Linnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Rote Ringe den Recken boten wir,<br \/>\nDa\u00df sie dem Atli alles verschwiegen,<br \/>\nAber alles dem Atli sagten sie;<br \/>\nSie hatten Hast nach Haus zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber der Gudrun g\u00e4nzlich hehlten sie&#8217;s,<br \/>\nDer es zu wissen doch doppelt geziemte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Goldhufige Hengste h\u00f6rte man traben,<br \/>\nDa die S\u00f6hne Giukis in den Schlo\u00dfhof ritten.<br \/>\nMan hieb dem H\u00f6gni das Herz aus dem Leibe<br \/>\nUnd senkte den Gunnar in den Schlangenturm.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun war ich einst wie \u00f6fter geschah<br \/>\nZu Geirmund gegangen das Gastmahl zu r\u00fcsten.<br \/>\nDer hohe Herrscher begann zu harfen:<br \/>\nHoffnung hegte der hochgeborne<br \/>\nK\u00f6nig, ich k\u00f6nnt ihm zu Hilfe kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da h\u00f6rt ich, und lauschte von Hlesey her,<br \/>\nWie harmvoll schollen die Saitenstr\u00e4nge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich mahnte die M\u00e4gde mit mir zu eilen:<br \/>\nFristen wollt ich dem F\u00fcrsten das Leben.<br \/>\nWir f\u00fchrten das Fahrzeug dem Forst vorbei<br \/>\nBis wir Atlis Wohnungen alle gew\u00e4hrten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da hinkte her die heillose<br \/>\nMutter Atlis: m\u00f6chte sie faulen!<br \/>\nUnd grub sich ganz in Gunnars Herz,<br \/>\nDa\u00df ich den ruhmreichen nicht retten mochte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Oft verwundert mich, Wurmbettgeschm\u00fcckte!<br \/>\nWie ich nun l\u00e4nger noch leben m\u00f6ge,<br \/>\nDie den Gewaltigen w\u00e4hnte zu lieben,<br \/>\nDen Schwertverschenker, mir selber gleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Du sa\u00dfest und lauschtest, dieweil ich dir sagte<br \/>\nUnerme\u00dfliches Leid, meines und ihres.<br \/>\nWir alle leben nach eignem Geschick:<br \/>\nHier ist Oddruns Klage zu Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oddrunargratr Oddruns Klage Heidrek hie\u00df ein K\u00f6nig, seine Tochter hie\u00df 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