{"id":5158,"date":"2018-11-05T17:13:37","date_gmt":"2018-11-05T16:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5158"},"modified":"2018-11-05T17:13:37","modified_gmt":"2018-11-05T16:13:37","slug":"atlakvida-die-sage-von-atli","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5158","title":{"rendered":"Atlakvida &#8211; Die Sage von Atli"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Atlakvida<br \/>\nDie Sage von Atli<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Gudrun, Giukis Tochter, r\u00e4chte den Tod ihrer Br\u00fcder, wie das weltber\u00fchmt ist. Sie t\u00f6tete zuerst Atlis S\u00f6hne, darauf t\u00f6tete sie den Atli selbst und verbrannte die Halle mit allem Gesinde. Davon ist diese Sage gedichtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Atli sandte einst zu Gunnar<br \/>\nEinen klugen Boten, Knefr\u00f6d genannt.<br \/>\nEr kam zu Giukis Hof und Gunnars Halle,<br \/>\nAn der Bank des Herdes zu s\u00fc\u00dfem Gebr\u00e4ude.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Gesinde trank &#8211; noch schwiegen die Listigen &#8211;<br \/>\nIn der Halle den Wein in Furcht vor den Hunnen.<br \/>\nDa k\u00fcndete Knefr\u00f6d mit kalter Stimme,<br \/>\nDer s\u00fcdliche Gesandte; er sa\u00df auf der Hochbank:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Sein Gesch\u00e4ft zu bestellen, sandte mich Atli<br \/>\nAuf knirschendem Ro\u00df durch den unkunden Dunkelwald,<br \/>\nAuf seine B\u00e4nke euch zu bitten, Gunnar:<br \/>\nIn h\u00e4uslichen H\u00fcllen suchet Atli heim.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da m\u00f6gt ihr Schilde w\u00e4hlen und geschabte Eschen,<br \/>\nHellgoldne Helme und hunnische Schwerter,<br \/>\nSchabracken goldsilbern, schlachtrote Panzer,<br \/>\nGescho\u00df kr\u00fcmmende, und knirschende Rosse.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Er gibt euch auch gerne die weite Gnitaheide,<br \/>\nGellenden Ger nebst goldnem Steven,<br \/>\nHerrliche Sch\u00e4tze und St\u00e4dte Danps,<br \/>\nUnd das sch\u00f6ne Gestr\u00e4uch, Schwarzwald genannt.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Haupt wandte Gunnar, zu H\u00f6gni sprach er:<br \/>\n&#8222;Was r\u00e4tst du uns, Rascher, auf solche Rede?&#8220;<br \/>\n&#8222;Gold wu\u00dft ich nie auf Gnitaheide,<br \/>\nDa\u00df wir nicht sollten so gutes besitzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sieben S\u00e4le haben wir der Schwerter voll,<br \/>\nGold gl\u00e4nzen die Griffe jedem.<br \/>\nMein Schwert ist das sch\u00e4rfste, der schnellste mein Hengst,<br \/>\nDie Bank zieren Bogen und Br\u00fcnnen von Gold,<br \/>\nHell gl\u00e4nzen Helm und Schild aus Kjars Halle gebracht.<br \/>\nIch achte meine f\u00fcr besser als alle hunnischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Was riet uns die Schwester, die den Ring uns sandte,<br \/>\nIn Wolfskleid gewickelt? Sie warnt uns, d\u00fcnkt mich.<br \/>\nMit Wolfshaar umwunden gewahrt ich den roten Ring:<br \/>\nGef\u00e4hrlich ist die Fahrt, die wir fahren sollen.&#8220; &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht rieten&#8217;s die Neffen, noch die n\u00e4chsten Verwandten,<br \/>\nNicht Rauner und Rater noch reiche F\u00fcrsten.<br \/>\nGunnar gebot da, so geb\u00fchrt es dem K\u00f6nig,<br \/>\nMunter beim Mahl aus mutiger Seele:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Steh nun auf, Fi\u00f6rnir, la\u00df um die Sitze kreisen<br \/>\nDer Helden Goldh\u00f6rner durch die H\u00e4nde der Knechte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Wolf wird des Erbes der Niflungen walten<br \/>\nMit grauen Granen, wenn Gunnar erliegt;<br \/>\nBraunzottge B\u00e4ren das Bauland zerw\u00fchlen<br \/>\nZur Erg\u00f6tzung der Hunde, kehrt Gunnar nicht heim.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den Landherrn geleiteten herrliche Leute,<br \/>\nDen Schlachtordner, seufzend aus den S\u00e4len Giukis.<br \/>\nDa sprach der junge H\u00fcter des h\u00f6gnischen Erbes:<br \/>\n&#8222;Fahrt nun froh und heil, wohin euch der Geist f\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00dcber Felsen fliegen freudig lie\u00dfen sie<br \/>\nDie knirschenden Pferde durch den unkunden Dunkelwald.<br \/>\nDie Hunnenmark hallte, wo die Hartmutgen fuhren,<br \/>\nDurch tiefgr\u00fcne T\u00e4ler, trabten, baumhassende.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Himmelhoch in Atlis Land hoben die Warten sich.<br \/>\nSie sahn Verr\u00e4ter stehn auf der steilen Felsburg,<br \/>\nDen Saal des S\u00fcdervolks mit Sitzen umgeben,<br \/>\nGebundenen R\u00e4ndern und blanken Schilden,<br \/>\nLanzen bet\u00e4ubenden: da trank K\u00f6nig Atli<br \/>\nDen Wein im Waffensaal; W\u00e4chter sa\u00dfen drau\u00dfen<br \/>\nGunnars Kriegern zu wehren, wenn sie geritten k\u00e4men<br \/>\nMit hallenden Spie\u00dfen, dem Herrscher Streit zu wecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ihre Schwester sah dem Saale sich nahen<br \/>\nDie Br\u00fcder beide, wohl war sie bei sich.<br \/>\n&#8222;Verraten bist du, Gunnar! Reicher, wie wehrst du<br \/>\nHunnischer Hinterlist? Aus dem Hofe eile bald.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Besser die Br\u00fcnne, Bruder, tr\u00fcgst du<br \/>\nAls in h\u00e4uslichen H\u00fcllen Atli heimzusuchen.<br \/>\nS\u00e4\u00dfest besser im Sattel den sonnenhellen Tag<br \/>\nUnd lie\u00dfest bleiche Leichen leide Nornen klagen,<br \/>\nHunnische Schildm\u00e4gde Harm erdulden,<br \/>\nSenktest Atli selber in den Schlangenturm.<br \/>\nNun werdet den Wurmsaal bewohnen ihr beiden.&#8220; &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Zu sp\u00e4t ist&#8217;s, Schwester, nun, die Niflungen zu sammeln,<br \/>\nZu lang dem Geleite in dies Land ist der Weg<br \/>\nDurch rauhes Rheingebirg untadligen Recken.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da fingen sie Gunnarn und fesselten ihn<br \/>\nMit schweren Banden, der Burgunden Schw\u00e4ger.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sieben schlug H\u00f6gni mit scharfer Waffe;<br \/>\nDen achten warf er in hei\u00dfe Ofenglut:<br \/>\nSo soll sich der Wackre wahren vor Feinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">H\u00f6gni wehrte Gewalt von Gunnar.<br \/>\nSie fragten den F\u00fcrsten, ob Freiheit und Leben<br \/>\nDer Gotenk\u00f6nig mit Gold wolle kaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Mir soll H\u00f6gnis Herz in H\u00e4nden liegen:<br \/>\nBlutig aus der Brust des besten Reiters<br \/>\nSchneid es das Schwert aus dem K\u00f6nigssohn.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie hieben das Herz da aus Hiallis Brust:<br \/>\nBlutig auf der Sch\u00fcssel brachten sie&#8217;s Gunnarn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da sagte Gunnar, der Goten F\u00fcrst:<br \/>\n&#8222;Hier hab ich Hiallis Herz des bl\u00f6den,<br \/>\nUngleich dem Herzen H\u00f6gnis des k\u00fchnen.<br \/>\nEs sch\u00fcttert sehr hier auf der Sch\u00fcssel noch;<br \/>\nDa die Brust es barg bebt es noch mehr.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hell lachte H\u00f6gni, da sie das Herz ihm schnitten.<br \/>\nKeiner Klage gedachte der k\u00fchne Helmschmied.<br \/>\nBlutig auf der Sch\u00fcssel brachten sie&#8217;s Gunnarn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Froh sprach Gunnar, der fromme Niflung:<br \/>\n&#8222;Hier hab ich das Herz H\u00f6gnis des k\u00fchnen,<br \/>\nUngleich dem Herzen Hiallis des bl\u00f6den.<br \/>\nMan sieht es nicht sch\u00fcttern auf der Sch\u00fcssel hier;<br \/>\nDa die Brust es barg bebt es noch minder.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bleib, Atli, nun aller Augen so fern,<br \/>\nWie du stets den Sch\u00e4tzen sollst verbleiben.<br \/>\nAllein wei\u00df ich nun um den verborgnen<br \/>\nHort der Niflungen, da H\u00f6gni tot ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zweifel hegt ich zwar, da wir zweie waren;<br \/>\nNun ich nur \u00fcbrig bin, \u00e4ngst ich mich nicht mehr.<br \/>\nNur der Rhein soll schalten mit dem verderblichen Schatz,<br \/>\nEr kennt das asenverwandte Erbe der Niflungen.<br \/>\nIn der Woge gew\u00e4lzt gl\u00fchn die Waldringe mehr<br \/>\nDenn hier in den H\u00e4nden der Hunnens\u00f6hne.&#8220; &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Herbei nun mit dem Wagen! In Banden ist der Held.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf mutger M\u00e4hre fuhr der m\u00e4chtige Atli,<br \/>\nVon Schwertern bewacht sein Schwager daher.<br \/>\nMit Harm sah Gudrun der Helden Leid:<br \/>\nDen Tr\u00e4nen wehrend trat sie in die tosende Menge:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;So ergeh es dir, Atli, wie du Gunnarn h\u00e4ltst<br \/>\nOft geschworen Eide, die ihr einst gelobt<br \/>\nBei der s\u00fcdlichen Sonne, bei des Sieggotts Burg,<br \/>\nBei des Ehbetts Frieden, bei Ullers Ring.&#8220;<br \/>\nDoch f\u00fchrte zum Tode den F\u00fchrer der Kampfschar,<br \/>\nDen H\u00fcter des Hortes ein knirschender Hengst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den lebenden F\u00fcrsten legte der W\u00e4chter Schar<br \/>\nIn den tiefen Kerker: da krochen wimmelnd<br \/>\nScheu\u00dfliche Schlangen. Es schlug Gunnar<br \/>\nDa einsam z\u00fcrnend mit den Zehen die Harfe.<br \/>\nHell schollen die Saiten: so soll das Erz<br \/>\nEin gabmilder K\u00f6nig den gierigen wehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Heimlaufen lie\u00df da Atli<br \/>\nDie knirschenden Rosse, kehrend vom Mord.<br \/>\nEs rauschte rings von der Rosse Dr\u00e4ngen<br \/>\nUnd der Krieger Waffenklang, da sie kamen von der Heide.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da ging entgegen Gudrun dem Atli<br \/>\nMit goldenem Kelch den K\u00f6nig zu ehren:<br \/>\n&#8222;Heil K\u00f6nig! Nun hast du in der Halle bei dir<br \/>\nAls Gudruns Gabe die Gere der Toten!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Atlis Aelbecher \u00e4chzten gef\u00fcllt,<br \/>\nDa hier in der Halle die Hunnen sich scharten,<br \/>\nRauhb\u00e4rtge Recken gereiht je zwei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Heiter schauend schritt sie ihnen Schalen zu reichen,<br \/>\nDie hehre Frau, den F\u00fcrsten, und Bissen vorzulegen;<br \/>\nDoch Atli erbleichte, da sie ihn anfuhr:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Du hast deiner S\u00f6hne, Schwerterverteiler,<br \/>\nBlutige Herzen mit Honig gegessen.<br \/>\nIch meinte. Mutiger, Menschenbraten<br \/>\nLiebtest du zu essen und zum Ehrensitz zu senden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht ziehst du k\u00fcnftig an die Knie dir<br \/>\nErp noch Eitil, die Aelfrohen beiden;<br \/>\nNie siehst du wieder vom hohen Sitze<br \/>\nDie Goldspender Gere schatten,<br \/>\nM\u00e4hnen schlichten und M\u00e4hren tummeln.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da erscholl auf den Sitzen lautes Schrein der M\u00e4nner,<br \/>\nDer Weiber \u00e4ngstlicher Wehruf: sie weinten die Hunnens\u00f6hne.<br \/>\nGudrun ganz allein nicht: die grimme weinte nie!<br \/>\nNicht die b\u00e4rk\u00fchnen Br\u00fcder noch die s\u00fc\u00dfen Gebornen,<br \/>\nDie zarten, unm\u00fcndgen, die sie mit Atli gezeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da s\u00e4te Gold aus die Schwanenwei\u00dfe,<br \/>\nMit roten Ringen bereifte sie die Knechte.<br \/>\nDen Vorsatz zu vollf\u00fchren lie\u00df sie flie\u00dfen das Erz;<br \/>\nDie Spenderin schonte der Schatzh\u00e4user nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Unklug hatte Atli sich \u00fcbertrunken;<br \/>\nUnbewehrt war er, ungewarnt vor Gudrun.<br \/>\nOft schien besser der Scherz, wenn sanft die beiden<br \/>\nSich \u00f6fters umarmten vor den Edelingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit dem Dolch gab sie Blut den Decken zu trinken<br \/>\nMit mordlustger Hand; sie l\u00f6ste die Hunde;<br \/>\nVor die Saalt\u00fcr warf sie, das Gesinde weckend,<br \/>\nDie brennende Brandfackel die Br\u00fcder zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Alles Volk in der Veste dem Feuer gab sie,<br \/>\nDie H\u00f6gnis Schl\u00e4chter und Gunnars aus dem Schwarzwald kehrten.<br \/>\nDie alten S\u00e4le sanken, die Schatzkammern rauchten,<br \/>\nDer Budlungen Bau; da brannten die Schildm\u00e4gde<br \/>\nUm die Jugend betrogen j\u00e4h in hei\u00dfer Glut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht ferner verfolg ich&#8217;s; keine Frau wird nun<br \/>\nDie Br\u00fcnne mehr tragen und die Br\u00fcder r\u00e4chen.<br \/>\nVolksk\u00f6nge drei hat die edle Frau<br \/>\nIn den Tod gesandt eh sie selber erlag.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ausf\u00fchrlicher ist dies in dem gr\u00f6nl\u00e4ndischen Atlamal erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atlakvida Die Sage von Atli Gudrun, Giukis Tochter, r\u00e4chte den Tod ihrer Br\u00fcder, wie das weltber\u00fchmt ist. 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