{"id":5162,"date":"2018-11-05T17:15:14","date_gmt":"2018-11-05T16:15:14","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5162"},"modified":"2018-11-05T17:15:14","modified_gmt":"2018-11-05T16:15:14","slug":"gudrunarhvot-gudruns-aufreizung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5162","title":{"rendered":"Gudrunarhvot &#8211; Gudruns Aufreizung"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Gudrunarhvot<br \/>\nGudruns Aufreizung<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Da ging Gudrun ans Meer, nachdem sie Atli get\u00f6tet hatte. Sie ging in die See, sich umzubringen, mochte aber nicht versinken. Da wurde sie von den Fluten \u00fcber den Sund getragen an das Land K\u00f6nig Jonakurs. Der nahm sie zur Ehe. Ihre S\u00f6hne waren S\u00f6rli, Erp und Hamdir. Dort wurde Swanhild, Sigurds Tochter, erzogen und J\u00f6rmunrek, dem reichen, zur Ehe gegeben. Bei dem war Bicki: der gab den Rat, da\u00df Randwer, des K\u00f6nigs Sohn, sie zur Ehe n\u00e4hme. Das verriet Bicki dem K\u00f6nig. Da lie\u00df der K\u00f6nig Randwern henken und Swanhilden von Pferden zertreten. Als Gudrun dies h\u00f6rte, sprach sie den S\u00f6hnen zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nie h\u00f6rt ich Worte so herzzerschneidend,<br \/>\nAus t\u00f6dlicher Trauer emporgetragen,<br \/>\nAls da die grimme Gudrun die S\u00f6hne<br \/>\nZur Rache reizte mit der Rede Sch\u00e4rfe:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Was sitzt ihr s\u00e4umig, verschlaft das Leben?<br \/>\nWie freut euch f\u00fcrder noch frohes Gespr\u00e4ch,<br \/>\nDa J\u00f6rmunrek die bl\u00fchend junge<br \/>\nVon Pferden zerstampfen lie\u00df, eure Schwester,<br \/>\nAuf offenem Wege von wei\u00dfen und schwarzen,<br \/>\nGrauen, gangz\u00e4hmen gotischen Rossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sehr ungleich seht ihr Gunnars Geschlechte,<br \/>\nNicht hohes Herzens wie H\u00f6gni war.<br \/>\nIhr w\u00fcrdet ihr, w\u00e4hn ich, nicht weigern die Rache,<br \/>\nH\u00e4ttet ihr Mut wie meine Br\u00fcder<br \/>\nUnd hunnischer Herrscher herben Sinn.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da hub Hamdir an aus hohem Mut:<br \/>\n&#8222;L\u00e4ssiger warst du wohl H\u00f6gni zu loben,<br \/>\nAls er Sigurden vom Schlaf erweckte.<br \/>\nDeine Bettdecken waren, das blauwei\u00dfe Stickwerk,<br \/>\nRot von des Gatten Blut, ganz von dem Schwall bedeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zu rasch warst du mit der Rache der Br\u00fcder,<br \/>\nDie S\u00f6hne zu schlachten mit grausamem Sinn.<br \/>\nWir k\u00f6nnten die junge nun an J\u00f6rmunrek<br \/>\nAtlis S\u00f6hnen gesellt, die Schwester, r\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch hole das Heerger\u00e4t der Hunnenk\u00f6nige,<br \/>\nWeil zum Waffenspiel du uns erwecktest.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie gerne ging da Gudrun zum R\u00fcstsaal,<br \/>\nNahm aus den Kisten k\u00f6niglichen Helmschmuck<br \/>\nUnd breite Br\u00fcnnen, brachte sie den S\u00f6hnen.<br \/>\nDie Mutigen luden den M\u00e4hren sich auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da hub Hamdir an aus hohem Mut:<br \/>\n&#8222;Dir kehren nicht mehr die Mutter zu schauen<br \/>\nDie Fechter, gef\u00e4llt im Volk der Goten,<br \/>\nBis uns du allen das Erbmal r\u00fcstest,<br \/>\nSwanhilden gesamt und deinen S\u00f6hnen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ging da Gudrun, Giukis Tochter,<br \/>\nBei Seite sitzen mit Leid beschwert.<br \/>\nSie z\u00e4hlte der Freunde Unf\u00e4lle sich auf,<br \/>\nHin und her, die Harmbeschwerte:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Drei H\u00e4user h\u00e4tt ich, drei Herdgluten,<br \/>\nDrei Gatten ward ich ins Haus begleitet.<br \/>\nSigurd allein war mir werter als alle;<br \/>\nMeine Br\u00fcder haben ihn umgebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So bittern Leides ward mir nicht Bu\u00dfe.<br \/>\nNoch mehr gedachten sie mich zu betr\u00fcben,<br \/>\nAls mich die Edlinge dem Atli gaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die k\u00fchnen Knaben kost ich herbei:<br \/>\nIch sollte nicht S\u00fchne der Schmerzen gewinnen<br \/>\nBis ich vom Halse hieb der Niflungen Haupt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den Nornen gram ging ich an den Strand,<br \/>\nDer Falschen Verfolgung wollt ich entfliehn.<br \/>\nMich hoben, nicht schlangen die hohen Wellen:<br \/>\nZu l\u00e4ngerm Leben stieg ich ans Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Im neuen Ehebett hofft ich Verbesserung,<br \/>\nZum dritten Mal verm\u00e4hlt einem K\u00f6nig.<br \/>\nKinder gewann ich zu W\u00e4chtern des Erbes,<br \/>\nZu Sch\u00fctzern des Erbes die S\u00f6hne Jonakurs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4gde sa\u00dfen um Swanhilden;<br \/>\nDer Erzeugten liebt ich z\u00e4rtlicher keinen.<br \/>\nSo schien Swanhild in meinen S\u00e4len<br \/>\nWie ein Sonnenstrahl die Sinne labte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich gab ihr Gold und gutes Gewebe<br \/>\nEh sie gegiftet ward ins Gotenreich.<br \/>\nDa hab ich den h\u00e4rmsten Harm empfunden,<br \/>\nAls die leuchtenden Locken Swanhildens<br \/>\nIn den Staub stie\u00dfen stampfende Rosse.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das war mir das schwerste, als den Sigurd sie,<br \/>\nDen siegberaubten, mir erschlugen im Bett,<br \/>\nUnd das am grimmsten, da Gunnarn dort<br \/>\nDas Leben fra\u00dfen die falschen Schlangen;<br \/>\nAber am sch\u00e4rfsten schnitt mir ins Herz,<br \/>\nDa sie lebend zerteilten den tadellosen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Viel Leides gedenkt mir, viel langen Kummers.<br \/>\nS\u00e4ume nicht, Sigurd! Dein schimmernd Ro\u00df,<br \/>\nDas laufgeschwinde, lenk es hierher.<br \/>\nNun sitzt hier weder Schnur noch Tochter,<br \/>\nDer Gudrun g\u00e4be goldene Zierden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gedenke, Sigrud, was wir sprachen,<br \/>\nDa wir beide im Bette sa\u00dfen:<br \/>\nDa\u00df du kommen wollest. K\u00fchner, zu mir<br \/>\nAus der Halle der Hel, mich heimzuholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schichtet nun, Jarle, die Eichenscheite,<br \/>\nDa\u00df sie hoch sich heben unter dem Himmel,<br \/>\nDie leidvolle Brust mir das Feuer verbrenne,<br \/>\nVor Hitze der Harm im Herzen schmelze.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Allen M\u00e4nnern werde sanfter zu Mut,<br \/>\nAllen Sch\u00f6nen lindre es die Schmerzen,<br \/>\nWenn sie mein Harmlied zu Ende h\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gudrunarhvot Gudruns Aufreizung Da ging Gudrun ans Meer, nachdem sie Atli get\u00f6tet hatte. Sie ging in die See, sich umzubringen, mochte aber nicht versinken. Da wurde sie von den Fluten \u00fcber den Sund getragen an das Land K\u00f6nig Jonakurs. Der nahm sie zur Ehe. 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