{"id":5164,"date":"2018-11-05T17:16:03","date_gmt":"2018-11-05T16:16:03","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5164"},"modified":"2018-11-05T17:16:03","modified_gmt":"2018-11-05T16:16:03","slug":"hamdismal-das-lied-von-hamdir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5164","title":{"rendered":"Hamdismal &#8211; Das Lied von Hamdir"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Hamdismal<br \/>\nDas Lied von Hamdir<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Zeitig huben sich harmvolle Taten,<br \/>\nAls Alfe trauerten um des Tages Anbruch.<br \/>\nZur Morgenstunde erwachen den Menschen<br \/>\nDie Sorgen alle, die Herzen beschweren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht heute war es, noch war es gestern,<br \/>\nLange Zeit verlief seitdem,<br \/>\nDa\u00df Gudrun trieb, die Tochter Giukis,<br \/>\nDie jungen S\u00f6hne Swanhilden zu r\u00e4chen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Eure Schwester war es, Swanhild gehei\u00dfen,<br \/>\nDie der stolze J\u00f6rmunrek von G\u00e4ulen zerstampfen lie\u00df<br \/>\nAuf offnem Wege, wei\u00dfen und schwarzen,<br \/>\nGrauen, gangzahmen, gotischen Rossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verlassen lebt ihr, Lenker der V\u00f6lker;<br \/>\nIhr allein seid \u00fcbrig von all meiner Sippe.<br \/>\nIch auch bin einsam wie die Espe des Waldes:<br \/>\nMeine Freunde fielen wie der F\u00f6hre die Zweige,<br \/>\nAller Lust bin ich ledig wie des Laubs ein Baum,<br \/>\nWenn ihm ein Sommersturm die Zweige besch\u00e4digte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sehr ungleich seht ihr Gunnars Geschlechte<br \/>\nNicht hohes Herzens wie H\u00f6gni war.<br \/>\nIhr w\u00fcrdet ihr, w\u00e4hn ich, nicht weigern die Rache,<br \/>\nH\u00e4ttet ihr Mut wie meine Br\u00fcder<br \/>\nUnd hunnischer Herrscher herben Sinn.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da hub Hamdir an aus hohem Mut:<br \/>\nDa hast du tr\u00e4ger traun H\u00f6gnis Tat gelobt,<br \/>\nAls sie den Sigurd vom Schlaf erweckten:<br \/>\nDu sa\u00dfest im Bette und die Schacher lachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Deine Bettdecken flossen, die blauwei\u00dfen,<br \/>\nDas k\u00fcnstliche Stickwerk, von des K\u00fchnen Blut.<br \/>\nSigurd erstarb; du sa\u00dfest bei dem Toten<br \/>\nDem Lachen gram, so lohnte dir Gunnar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den Atli zu strafen erschlugst du den Erp<br \/>\nUnd Eitil dazu; aber am meisten<br \/>\nSchmerzt es dich selber. So sollte doch<br \/>\nEin jeder gebrauchen des durchbohrenden Schwertes<br \/>\nAndern zu schaden, sich selber nicht.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">S\u00f6rli sprach da aus weisem Sinn:<br \/>\n&#8222;Nicht will ich Worte wechseln mit der Mutter;<br \/>\nDoch eins gebricht an euern Reden:<br \/>\nWas verlangst du, Gudrun, das du vor Leid nicht sagst?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Du beklagst die Br\u00fcder und die holden Kinder<br \/>\nUnd spornst zu Streit die Sp\u00e4tgebornen.<br \/>\nDu wirst dich, Gudrun, um uns auch gr\u00e4men,<br \/>\nWenn wir fern im Gefecht von den Rossen fielen.&#8220; &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Unwirsch ritten sie aus dem Hofe.<br \/>\nDie tauigen T\u00e4ler durchtrabten die J\u00fcnglinge<br \/>\nAuf hunnischen M\u00e4hren den Mord zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie fanden Erp auf ihrem Wege,<br \/>\nDer k\u00fchn auf dem R\u00fccken des Rosses spielte.<br \/>\n&#8222;Was hilft es, dem Bl\u00f6den die Bahnen zu weisen?&#8220;<br \/>\nSie schalten den Edeln unehlich geboren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie fragten den Tapfern, da sie ihn trafen:<br \/>\n&#8222;Was w\u00fcrdest du fuchsiger Zwerg uns frommen?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erp gab zur Antwort, andrer Mutter Sohn:<br \/>\n&#8222;So will ich Beistand euch beiden leisten<br \/>\nWie eine Hand der andern hilft,<br \/>\nWie Fu\u00df dem Fu\u00df den Freunden helfen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Was frommt der Fu\u00df dem Fu\u00dfe wohl?<br \/>\nMag eine Hand der andern helfen?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aus der Scheide rissen sie die scharfe Klinge,<br \/>\nMit dem harten Eisen Hel zu erfreun.<br \/>\nSie schw\u00e4chten die St\u00e4rke sich selbst um ein Drittel,<br \/>\nDa ihr junger Bruder zu Boden st\u00fcrzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie sch\u00fcttelten die H\u00fcllen, die Schneide bargen sie,<br \/>\nKleideten, die K\u00e4mpen, sich in kampflich Gewand.<br \/>\nSie fuhren weiter unheimliche Wege,<br \/>\nSahn der Schwester Stiefsohn versehrt am Baum,<br \/>\nAm windkalten Wolfsbaum westlich der Burg,<br \/>\nAls rief er den Raben: da war \u00fcbel rasten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Laut in der Halle war&#8217;s von lustigen Zechern:<br \/>\nSie h\u00f6rten der Hengste Hufschall nicht<br \/>\nBis der sorgende W\u00e4chter das Horn erschallen lie\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie eilten und sagten dem J\u00f6rmunrek,<br \/>\nUnter Helmen w\u00fcrden Helden erschaut:<br \/>\n&#8222;Gebt weislichen Rat, die Gewaltigen nahn:<br \/>\nStarken M\u00e4nnern zum Schaden zerstampft ward die Maid.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">J\u00f6rmunrek schmunzelte und strich sich den Bart;<br \/>\nNicht wollt er sein Streitgewand: er stritt mit dem Wein.<br \/>\nDas Schwarzhaupt sch\u00fcttelt er, sah nach dem wei\u00dfen Schild<br \/>\nUnd kehrte keck den Kelch in der Hand:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Selig schien ich mir, schaut ich hier<br \/>\nHamdir und S\u00f6rli in meiner Halle.<br \/>\nIch b\u00e4nde sie beide mit Bogensehnen,<br \/>\nAn den Galgen h\u00e4ngt ich Giukis gute Kinder.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da rief der Erhabne von hohen Stufen,<br \/>\nDer Waltende warnte seine Verwandten:<br \/>\n&#8222;D\u00fcrfen diese so Dreistes wagen,<br \/>\nZwei M\u00e4nner allein zehn hundert Goten<br \/>\nBinden und b\u00e4ndigen in der hohen Burg?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hall ward im Hofe, die Humpen st\u00fcrzten<br \/>\nUnd M\u00e4nner ins Blut aus Menschenbr\u00fcsten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da hob Hamdir an aus hohem Mut:<br \/>\n&#8222;Ersehnst du, J\u00f6rmunrek, unser Erscheinen,<br \/>\nDer Vollbr\u00fcder beide in deiner Burg?<br \/>\nNun siehst du die F\u00fc\u00dfe, siehst deine H\u00e4nde,<br \/>\nJ\u00f6rmunrek, liegen und lodern in Glut.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dawider hob sich der hohe Berater,<br \/>\nDen die Br\u00fcnne barg, wie ein B\u00e4r hob er sich:<br \/>\n&#8222;Schleudert Steine, wenn Geschosse nicht haften<br \/>\nNoch scharfe Schwerter, auf die S\u00f6hne Jonakurs.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da hob Hamdir an aus hohem Mut:<br \/>\n&#8222;\u00dcbel tatest du, Bruder, den Mund zu \u00f6ffnen:<br \/>\nOft aus dem Munde kommt \u00fcbler Rat.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">S\u00f6rli:<br \/>\n&#8222;Mut hast du, Hamdir, h\u00e4ttest du auch Weisheit!<br \/>\nViel mangelt dem Mann, dem Mutterwitz fehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun l\u00e4ge das Haupt, war Erp am Leben,<br \/>\nUnser tapfrer Bruder, den wir herw\u00e4rts t\u00f6teten,<br \/>\nDen raschen Recken; \u00fcble Disen reizten mich:<br \/>\nDen wir heilig sollten halten, den haben wir gef\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht ziemt uns beiden, nach der W\u00f6lfe Beispiel<br \/>\nUns selbst grimm zu sein wie der Nornen Grauhunde,<br \/>\nDie gefr\u00e4\u00dfig sich fristen im \u00f6den Forst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sch\u00f6n stritten wir: wir sitzen auf Leichen,<br \/>\nVon uns gef\u00e4llten, wie Adler auf Zweigen.<br \/>\nHohen Ruhm erstritten wir, wir sterben heut oder morgen:<br \/>\nDen Abend sieht niemand wider der Nornen Spruch.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da sank S\u00f6rli an des Saales Ende,<br \/>\nHinter dem Hause fand Hamdir den Tod.<br \/>\nDies ist das alte Hamdismal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamdismal Das Lied von Hamdir Zeitig huben sich harmvolle Taten, Als Alfe trauerten um des Tages Anbruch. 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