{"id":5166,"date":"2018-11-05T17:16:49","date_gmt":"2018-11-05T16:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5166"},"modified":"2018-11-05T17:16:49","modified_gmt":"2018-11-05T16:16:49","slug":"grotta-songr-das-muehlenlied","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5166","title":{"rendered":"Grotta songr &#8211; Das M\u00fchlenlied"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Grotta songr<br \/>\nDas M\u00fchlenlied<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun kamen wir her zu des K\u00f6nigs Haus<br \/>\nVorwissende Frauen, Fenja und Menja.<br \/>\nBei Frodi werden, Fridleifs Sohne,<br \/>\nDie m\u00e4chtigen Maide als M\u00e4gde gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Man f\u00fchrte zur M\u00fchle die Frauen alsbald,<br \/>\nDie Schrotsteine sollten sie r\u00fchren.<br \/>\nEr lie\u00df ihnen l\u00e4nger nicht Ruhe lassen<br \/>\nAls solang er h\u00f6rte die M\u00e4gde singen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da lie\u00dfen sie knattern die knarrende M\u00fchle:<br \/>\n&#8222;Umschwingen wir Starken den leichten Stein.&#8220;<br \/>\nNur mehr zu mahlen bat er die M\u00e4gde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie sangen und schwangen den schnaubenden Stein<br \/>\nBis Frodis Volk in Schlaf verfiel.<br \/>\nDa sang Menja, die mahlen sollte:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Wir mahlen dem Frodi Macht und Reichtum<br \/>\nUnd goldenes Gut auf des Gl\u00fcckes M\u00fchle.<br \/>\nEr sitz&#8216; ihm im Scho\u00df und schlaf auf Daunen<br \/>\nNach Wunsch erwachend: das ist wohl gemahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nie soll hier einer dem andern schaden,<br \/>\nHinterhalt legen, Unheil ersinnen,<br \/>\nMit scharfem Schwerte nicht Wunden schlagen,<br \/>\nUnd fand er gebunden des Bruders M\u00f6rder.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da war es das erste Wort, das er sprach:<br \/>\nHaltet nicht l\u00e4nger ein als der Hauskuckuck schl\u00e4ft,<br \/>\nOder nur w\u00e4hrend eine Weis ich singe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Nicht warst du, Frodi, vorsichtig genug,<br \/>\nDen Mannen holdselig, als du M\u00e4gde kauftest:<br \/>\nAuf St\u00e4rke sahst du und sch\u00f6nes Antlitz;<br \/>\nAchtetest ihrer Abkunft nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Hart war Hrungnir und hart sein Vater,<br \/>\nDoch st\u00e4rker als sie scheint mir Thiassi.<br \/>\nIdi und \u00d6rnir sind unsere V\u00e4ter,<br \/>\nDer Bergriesen Br\u00fcder, die uns beide zeugten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht war Grotti gekommen aus grauem Felsen,<br \/>\nNicht der schwere Schrotstein aus dem Scho\u00df der Erde,<br \/>\nNicht r\u00fchrte den Mandel des Bergriesen Tochter,<br \/>\nW\u00e4re das wem der Menschen bewu\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir waren Gespielen neun Winter lang,<br \/>\nDa unter der Erde man uns erzog:<br \/>\nDa \u00fcbten wir M\u00e4gde schon manche Gro\u00dftat,<br \/>\nFa\u00dften Felsen sie fort zu r\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir w\u00e4lzten die Steine zu den Riesenwohnungen:<br \/>\nDie Erd im Grunde begann zu zittern.<br \/>\nWir stie\u00dfen und st\u00fcrzten den Stein, da\u00df er \u00e4chzte,<br \/>\nDie ragende Felswand ward Menschen erreichbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Seitdem geschah&#8217;s, da\u00df in Schweden wir<br \/>\nVorwissende Frauen die Heerschar f\u00fchrten,<br \/>\nB\u00e4ren pirschten, Schilde brachen,<br \/>\nEntgegen gingen grau geschientem Heer.<br \/>\nWir st\u00fcrzten Stammf\u00fcrsten, st\u00fcrzten andre:<br \/>\nGutthorm dem guten gaben wir Beistand,<br \/>\nFeierten nicht fr\u00fcher bis Knui fiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Solcherlei schufen wir Sommer und Winter<br \/>\nBis wir als K\u00e4mpen wurden bekannt.<br \/>\nMit scharfen Speeren schlugen wir Wunden<br \/>\nIn Fleisch und Gebein und f\u00e4rbten die Klingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun sind wir gekommen zu des K\u00f6nigs Haus<br \/>\nUnd werden unmenschlich als M\u00e4gde behandelt:<br \/>\nGrus fri\u00dft die Sohlen und K\u00e4lte die Glieder;<br \/>\nWir mahlen dem Feinde: schlimm ist&#8217;s bei Prodi.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ruhet nun, H\u00e4nde, raste nun, Stein,<br \/>\nGenug von mir gemahlen ist nun.<br \/>\nDoch haben die H\u00e4nde hier nicht Ruhe<br \/>\nBis Frodi meint genug sei gemahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So greifet nun, Helden, zu harten Geren,<br \/>\nZu triefenden Waffen. Erwache, Frodi!<br \/>\nErwache, Frodi! Willst du lauschen<br \/>\nUnserm Singen und alten Sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Feuer seh ich brennen \u00f6stlich der Burg,<br \/>\nKriegsbotschaft kommt, das verk\u00fcndet die Glut.<br \/>\nEin Heer ist im Anzug, eindringt es hier,<br \/>\nUnd verbrennt alsbald die Burg dem F\u00fcrsten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht magst du mehr halten den Stuhl in Hieidra<br \/>\nMit roten Spangen und sp\u00e4hem Gestein.<br \/>\nM\u00e4chtiger mahlen wir M\u00e4gde noch.<br \/>\nNoch weilst du. Walmaid, dem Walfeld fern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Tapfer mahlt meines Vaters Tochter,<br \/>\nDenn vieler F\u00fcrsten Fall sieht sie nahn.<br \/>\nSchwere St\u00fccke springen von der M\u00fchle,<br \/>\nEisen beschlagene: doch immer gemahlen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nur immer gemahlen! Yrsas Sohn,<br \/>\nHalfdans Enkel wird Frodi r\u00e4chen.<br \/>\nEr wird von ihr gehei\u00dfen werden<br \/>\nSohn und Bruder; wir beide wissen&#8217;s!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die M\u00e4gde mahlten aus aller Macht:<br \/>\nDie jungen waren im Jotenzorn.<br \/>\nDie Mahlstange brach, die M\u00fchle ri\u00df,<br \/>\nDer m\u00e4chtige M\u00fchlstein fuhr mitten entzwei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Bergriesenbr\u00e4ute sprachen:<br \/>\n&#8222;Nun finden wir, Frodi, wohl Feierabend:<br \/>\nGenug gemahlen haben wir M\u00e4gde.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grotta songr Das M\u00fchlenlied Nun kamen wir her zu des K\u00f6nigs Haus Vorwissende Frauen, Fenja und Menja. Bei Frodi werden, Fridleifs Sohne, Die m\u00e4chtigen Maide als M\u00e4gde gehalten. Man f\u00fchrte zur M\u00fchle die Frauen alsbald, Die Schrotsteine sollten sie r\u00fchren. Er lie\u00df ihnen l\u00e4nger nicht Ruhe lassen Als solang er h\u00f6rte die M\u00e4gde singen. 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