{"id":5168,"date":"2018-11-05T17:17:41","date_gmt":"2018-11-05T16:17:41","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5168"},"modified":"2018-11-05T17:17:41","modified_gmt":"2018-11-05T16:17:41","slug":"solarliod-das-sonnenlied","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=5168","title":{"rendered":"Solarliod &#8211; Das Sonnenlied"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Solarliod<br \/>\nDas Sonnenlied<\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\">Gut und Leben raubte lang allen Lebenden<br \/>\nJener grimme Greis:<br \/>\n\u00dcber die Wegscheide, die er bewachte,<br \/>\nKonnte keiner lebend kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Einsam immer sa\u00df er und a\u00df,<br \/>\nLud nie den Mann zum Mahl,<br \/>\nBis m\u00fcd und matt und unverm\u00f6gend<br \/>\nJetzt ein Gast die Gasse gegangen kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Des Tranks bed\u00fcrftig beteuerte sich der Fremdling<br \/>\nUnd hei\u00dfen Hunger zu haben;<br \/>\nMit verzagtem Herzen zeigt er Vertrauen<br \/>\nZu dem \u00fcbel gearteten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Trank und Speise spendet er dem M\u00fcden<br \/>\nGern aus ganzem Herzen,<br \/>\nGedachte Gottes und gab dem Bed\u00fcrftigen,<br \/>\nWeil er sich verworfen wu\u00dfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf stand jener mit \u00fcblem Vorsatz;<br \/>\nNicht bedurfte der Wandrer der Wohltat.<br \/>\nDie S\u00fcnde schwoll: im Schlaf ermordet er,<br \/>\nWie weis er war, den Reuigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den Gott im Himmel um Hilfe flehte der<br \/>\nAls er verwundet erwachte;<br \/>\nAber der andere nahm seine S\u00fcnden auf sich,<br \/>\nDer ihn schuldlos erschlug.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Heilige Engel schwebten vom Himmel hernieder<br \/>\nUnd bargen seine Seele:<br \/>\nEin lauteres Leben lebt sie ewig<br \/>\nBei Gott dem Allg\u00fctigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Besitz und Gesundheit sind keinem sicher,<br \/>\nWie gut es ihm ergehe.<br \/>\nOft verderbt uns, woran wir am wenigsten dachten;<br \/>\nNiemand setzt sich selbst sein Schicksal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nicht versahen sich&#8217;s S\u00e4waldi und Unnar,<br \/>\nDa\u00df ihr Gl\u00fcck so bald zerbr\u00e4che;<br \/>\nDoch mu\u00dften sie nackt, da nichts ihnen blieb,<br \/>\nWie W\u00f6lfe fliehen zum Walde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zum Fall hat viele die Liebe gef\u00fchrt;<br \/>\nViel Schmerzen schufen die Frauen:<br \/>\nMein befleckte manche, die der m\u00e4chtige Gott<br \/>\nDoch so sch\u00f6n geschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schwertbr\u00fcder waren Swafudr und Swarthedin,<br \/>\nMochten nicht ohn einander sein.<br \/>\nEines Weibes wegen wurden sie sich feind:<br \/>\nDie stand ihnen zum Sturz bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Alles verga\u00dfen sie \u00fcber dem Glanz der Sch\u00f6nen,<br \/>\nScherz und sch\u00f6ne Tage,<br \/>\nSie schlugen alles sich aus dem Sinn<br \/>\nBis auf der Lieben lichten Leib.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Da wurden ihnen d\u00fcster die dunkeln N\u00e4chte,<br \/>\nSie schliefen den s\u00fc\u00dfen Schlaf nicht mehr.<br \/>\nAus diesem Harme erwuchs der Ha\u00df<br \/>\nZwischen Bundesbr\u00fcdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Allzuoft wird Unenthaltsamkeit<br \/>\nGrimmig vergolten,<br \/>\nDen Holmgang gingen sie um das holde Weib<br \/>\nUnd lagen beid im Blute.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00dcbermutes soll sich keiner vermessen:<br \/>\nDes ward ich wohl gewahr,<br \/>\nDenn abgefallen sind allermeist<br \/>\nVon Gott, die sich ihm ergaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Reich und m\u00e4chtig waren R\u00e4dey und Webogi,<br \/>\nLustig zu leben allein bedacht;<br \/>\nVon Feuer zu Feuer nun sieht man sie fahren,<br \/>\nDie schn\u00f6den Geschw\u00fcre zu b\u00e4hen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie hofften nur auf sich und dauchten sich hoch<br \/>\n\u00dcber alle Sterblichen;<br \/>\nAber den Lauf wies ihrem Lose<br \/>\nAnders der Allm\u00e4chtige.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sie lebten nach Lust und Laune dahin<br \/>\nUnd sparten im Spiele das Gold nicht:<br \/>\nDas b\u00fc\u00dfen nun beide, da sie bettelnd wechseln<br \/>\nZwischen Frost und Feuer.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dem Abg\u00fcnstigen traue nicht allzuviel<br \/>\nWie s\u00fc\u00df er redt und raune.<br \/>\nHeuchl ihm Freundschaft: fremden Trug<br \/>\nLassen wir weislich uns warnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">So erging es S\u00f6rli dem guten,<br \/>\nAls er sich in Wigolfs Gewalt gab:<br \/>\nEr traut ihm treulich; doch jener trog ihn,<br \/>\nDer seinen Bruder erschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Er gew\u00e4hrt ihnen Frieden als war es von Herzen;<br \/>\nMan verhie\u00df ihm Gold dagegen.<br \/>\nSie schienen vers\u00f6hnt beim s\u00fc\u00dfen Met;<br \/>\nNoch kam der Falsch nicht zum Vorschein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber darauf am andern Tag<br \/>\nAls sie Rygiartal erritten,<br \/>\nMit Schwertern erschlugen sie den Schuldlosen<br \/>\nUnd lie\u00dfen sein Leben schwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die H\u00fclle trugen sie auf heimlichen Wegen<br \/>\nUnd bargen im Brunnen die St\u00fccken.<br \/>\nSie wollten es hehlen: der Herr aber sah&#8217;s,<br \/>\nDer heilige, himmelhernieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Seele lud er, der s\u00fc\u00dfe Gott,<br \/>\nIn seine Freuden zu fahren;<br \/>\nDoch mag er wohl s\u00e4umig die Mordgesellen<br \/>\nIhres langen Leids erledigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Disen bitte, die Br\u00e4ute des Himmels,<br \/>\nDir holdes Herz zu hegen:<br \/>\nDeinen W\u00fcnschen werden sie in kommenden Wochen<br \/>\nAlles zu Liebe lenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das Werk des Unmuts, das auf dir lastet,<br \/>\nB\u00fc\u00dfe nicht B\u00f6ses h\u00e4ufend,<br \/>\nLiebestat vers\u00f6hne den Schwerverletzten:<br \/>\nDas, sagt man, frommt der Seele.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Um Gnadengaben flehe zu Gott,<br \/>\nDem m\u00e4chtigen, der uns Menschen schuf<br \/>\n\u00dcbels viel bef\u00e4hrt der Mann,<br \/>\nDer seinen Vater vers\u00e4umt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit br\u00fcnstigem Flehn erbitte dir<br \/>\nWes du dich bed\u00fcrftig d\u00fcnkst.<br \/>\nWer nichts erbittet dem bietet man nichts:<br \/>\nWer ersinnt des Schweigenden Sch\u00e4den?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Sp\u00e4t komme ich gefahren, fr\u00fche beschieden<br \/>\nVor des F\u00fcrsten T\u00fcre.<br \/>\nDa erhoff ich, was mir verhei\u00dfen ist:<br \/>\nKost erlangt wer verlangt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die S\u00fcnden sind schuld, da\u00df wir trauernd scheiden<br \/>\nAus dieser Welt des Wehs.<br \/>\nNiemand f\u00fcrchte sich, der nichts verbrach:<br \/>\nEin reines Herz errettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wolfsgestalt gewinnen alle,<br \/>\nDie wandelbaren Sinnes sind.<br \/>\nDas erf\u00e4hrt wohl jeder, der fahren soll<br \/>\n\u00dcber feuriger Flammen Glut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Freundlichen Rat und weise geflochtnen<br \/>\nSagt ich dir siebenfach:<br \/>\nVernimm ihn wohl und vergi\u00df ihn nie,<br \/>\nEr ist wohl wert zu wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erst will ich dir sagen wie selig ich war<br \/>\nIn dieser Welt des Wehs.<br \/>\nDas ist das andre: da\u00df alle Menschen<br \/>\nWider Willen Leichen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wollust und Stolz betr\u00fcgt die Sterblichen,<br \/>\nDa\u00df sie nach Sch\u00e4tzen schielen.<br \/>\nZu langem Leide wird das lichte Gold;<br \/>\nManchen bet\u00f6ren Taler.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Munter meist erschien ich den Menschen,<br \/>\nDenn wenig wu\u00dft ich voraus:<br \/>\nDie zeitliche Welt hat wollustreich<br \/>\nDer Sch\u00f6pfer geschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit Neigen sa\u00df ich und nickte lange;<br \/>\nDoch gro\u00df war die Lust zu leben.<br \/>\nAber des Waltenden Willen entschied,<br \/>\nZum Tode f\u00fchren Wege viel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Tage der Krankheit f\u00fchlt ich unsanft<br \/>\nMir um die H\u00fcfte geheftet;<br \/>\nZerrei\u00dfen wollt ich sie; aber sie waren st\u00e4rker:<br \/>\nLeichter geht sich&#8217;s lose.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Allein wu\u00dft ich, wie \u00fcberall<br \/>\nMir die Schmerzen schwollen.<br \/>\nHeim luden mich der H\u00f6lle T\u00f6chter<br \/>\nGraunvoll alle Abend.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sonne sah ich, das sch\u00f6ne Tagsgestirn,<br \/>\nSinken in die Welt des Schreiens,<br \/>\nUnd der H\u00f6lle Gitter h\u00f6rt ich mir zur Linken<br \/>\nSchaurig erschallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sonne sah ich blutrot scheinen,<br \/>\nWie ich von der Welt mich wandte;<br \/>\nDoch heller schien sie mir und herrlicher<br \/>\nAls ich sie noch je gesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sonne sah ich, sie war so sch\u00f6n,<br \/>\nAls sah ich Gott den Sch\u00f6pfer selbst.<br \/>\nIch neigte der herrlichen heut zum letzten Mal<br \/>\nIn dieser Welt des Wehs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sonne sah ich, so war ihr Glanz,<br \/>\nDa\u00df sonst mir nichts bewu\u00dft mehr war.<br \/>\nDie H\u00f6llenfl\u00fcsse hallten zur Linken mir<br \/>\nGemischt mit manches Menschen Blut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sonne sah ich bebenden Angesichts,<br \/>\nDer Schrecken voll und Schmerzen,<br \/>\nDenn mein Herz, das hart bedr\u00e4ngte,<br \/>\nZerging in Angst und Ohnmacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sonne sah ich noch selten verzagter;<br \/>\nIch war der Welt schier halb entwandt;<br \/>\nDie Zunge stand mir starr im Munde,<br \/>\nSo f\u00fchlt ich sie von Frost erfa\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Sonne sollt ich nicht wiedersehn<br \/>\nNach jenem tr\u00fcben Tage;<br \/>\nDer blaue Himmel verbarg sich mir,<br \/>\nIn Schmerzen entschwand die Besinnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Stern der Hoffnung (die Seele) in der Stunde der Neugeburt<br \/>\nEntflog der bangen Brust.<br \/>\nEr schwang sich hoch empor und setzte sich nirgends,<br \/>\nDa\u00df er zur Ruhe kommen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Aber am \u00e4ngstlichsten war mir die eine Nacht,<br \/>\nWo ich starr lag auf dem Stroh:<br \/>\nDa verstand ich erst ganz das g\u00f6ttliche Wort:<br \/>\nVom Staube stammen die Sterblichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das wiss&#8216; und erw\u00e4ge der waltende Gott,<br \/>\nDer die Welt und den Himmel wirkte,<br \/>\nWie einsam wir beim Abschied bleiben,<br \/>\nZ\u00e4hlten wir gleich der Freunde viel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Seiner Taten Frucht empf\u00e4ngt ein jeder:<br \/>\nSelig wer da wohl gewirkt!<br \/>\nIch schatzentbl\u00f6\u00dfter kam auf ein Bett<br \/>\nVon schierem Sande zu liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Haut zu pflegen vergi\u00dft man der Pflicht:<br \/>\nDies d\u00fcnkt das erste Bed\u00fcrfnis;<br \/>\nDoch mir verleidete sich die Lauge solchen Bads<br \/>\n\u00dcber alle Ma\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf der Nornen Stuhl sa\u00df ich neun Tage,<br \/>\nWard dann auf den Hengst gehoben.<br \/>\nSchauerlich schien die Sonne der Riesin<br \/>\nAus Nacht und Nebel nieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Innen und au\u00dfen w\u00e4hnt ich alle sieben<br \/>\nUnterwelten zu durchwandern:<br \/>\nAuf und nieder sucht ich \u00e4ngstlich den Weg,<br \/>\nDer leidlicher zu wandern w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun ist zu sagen, was ich zuerst ersah,<br \/>\nAls ich zu den Qualorten kam:<br \/>\nVersengte V\u00f6gel, die Seelen waren,<br \/>\nFlogen wie Fliegen umher.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Von Westen drangen die Drachen des Wahns<br \/>\nUnd bedeckten die gl\u00fchenden Gassen.<br \/>\nSie schlugen die Schwingen als sollte der Himmel<br \/>\nBersten und die Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Den Sonnenhirsch sah ich von S\u00fcden kommen<br \/>\nVon zwein am Zaum geleitet;<br \/>\nAuf dem Felde standen seine F\u00fc\u00dfe,<br \/>\nDie H\u00f6rner hob er zum Himmel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Von Norden ritten der N\u00fcchternheit S\u00f6hne;<br \/>\nIhrer sieben sah ich.<br \/>\nVolle H\u00f6rner hoben sie des herrlichen Mets<br \/>\nAus des guten Gottes Brunnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Wind schwieg, die Wasser stockten:<br \/>\nDa h\u00f6rt ich kl\u00e4glichen Klang.<br \/>\nAus allen Kr\u00e4ften eifrige Weiber<br \/>\nMahlten den M\u00fcll zum Mahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Triefende Steine sah ich die traurigen Weiber<br \/>\n\u00dcbel handhaben;<br \/>\nBlutige Herzen hingen von ihren Br\u00fcsten<br \/>\nZu langem Leide nieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Viel M\u00e4nner sah ich matt von Wunden<br \/>\nAuf den gl\u00fchenden Gassen.<br \/>\nIhr Angesicht dauchte mich immerdar<br \/>\nRot von rauchendem Blut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Viele sah ich der Erde befohlen<br \/>\nOhne das letzte Geleit;<br \/>\nHeidnische Sterne umstanden ihr Haupt<br \/>\nVon Todesst\u00e4ben getroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manche sah ich da, die der Mi\u00dfgunst sich<br \/>\nUm anderer Gl\u00fcck ergeben,<br \/>\nBlutge Runen standen auf ihrer Brust<br \/>\nVermerkt des meinethalb.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manchen sah ich da, der weglos mu\u00dfte<br \/>\nIn der \u00d6de traurig irren.<br \/>\nDer Lohn wird dem, der dieser Welt<br \/>\nEitelkeit sich \u00e4ffen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die manches St\u00fcck<br \/>\nVon andrer Gut sich angeeignet;<br \/>\nIn Scharen gingen sie zu Schatzliebs Burg<br \/>\nUnd schleppten B\u00fcrden von Blei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die manchen hatten<br \/>\nEntleibt dem Gut zuliebe;<br \/>\nDie Brust durchbohrten den B\u00f6sewichtern<br \/>\nGrimme Giftdrachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die es missen wollten,<br \/>\nDie heiligen Tage zu halten;<br \/>\nIhre H\u00e4nde waren an hei\u00dfe Steine<br \/>\nNotfest genagelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die mehr als billig<br \/>\nDer Hochmut h\u00f6hnte.<br \/>\nIhr Gewand war wunderbar<br \/>\n\u00dcbergossen mit Blut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die manch Wort hatten<br \/>\nAuf andre Leute gelogen:<br \/>\nIhren H\u00e4uptern hackten die H\u00f6llenraben<br \/>\nEifrig die Augen aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Alle Schrecken mag einer nicht wissen,<br \/>\nDie die H\u00f6llenkinder qu\u00e4len.<br \/>\nS\u00fc\u00dfe S\u00fcnden werden schwer geb\u00fc\u00dft;<br \/>\nHochmut kommt vor dem Fall.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die manchen Schatz<br \/>\nGott zuliebe gegeben:<br \/>\nHimmlische Kerzen \u00fcber ihren H\u00e4uptern<br \/>\nBrannten lichterloh.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die gro\u00dfm\u00fctig<br \/>\nDen Armen geholfen hatten:<br \/>\nHeilige B\u00fccher lasen die Himmlischen<br \/>\n\u00dcber ihren H\u00e4uptern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die sich gemartert<br \/>\nHatten viel mit Fasten.<br \/>\nIhnen neigten die Engel Gottes:<br \/>\nDas ist s\u00fc\u00dfe Seligkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">M\u00e4nner sah ich da, die ihrer Mutter<br \/>\nDas Mahl zum Mund gef\u00fchrt.<br \/>\nIn Himmelsstrahlen standen ihnen<br \/>\nDie Betten gebreitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Himmlische M\u00e4dchen wuschen ihnen<br \/>\nDie Seele rein von S\u00fcnden,<br \/>\nDie freiwillig mit keuschem Fasten<br \/>\nSich manchen Tag gemartert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Himmlische Wagen sah ich zum Himmel fahren<br \/>\nEmpor die g\u00f6ttlichen Gassen.<br \/>\nM\u00e4nner lenkten sie, die unter M\u00f6rderhand<br \/>\nLedig sanken aller Schuld.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Allm\u00e4chtiger Vater, gleichm\u00e4chtiger Sohn,<br \/>\nHeiliger Geist des Himmels,<br \/>\nDich bitt ich, nimm die du erschaffen hast<br \/>\nUns aus dem Elend alle.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Beugw\u00f6r und Listw\u00f6r sitzen vor des Hirten Tor<br \/>\nAuf dem Orgelstuhl,<br \/>\nFl\u00fcssiges Eisen entflie\u00dft ihren Nasen;<br \/>\nSo weckten sie Ha\u00df und Wut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Frigg, Odins Frau, f\u00e4hrt auf der Erde Schiff<br \/>\nZu der Wollust Wonne,<br \/>\nIhre Segel senkt sie sp\u00e4t,<br \/>\nDie an harten Tauen hangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erbe, dein Vater allein verhalf dir<br \/>\nMit Solkatlis S\u00f6hnen<br \/>\nZu des Hirschen Horn, das aus dem H\u00fcgel nahm<br \/>\nDer weise Wigdwalin.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Das sind die Runen, die da ritzten<br \/>\nNi\u00f6rds T\u00f6chter neun,<br \/>\nRadw\u00f6r die \u00e4lteste und Kreppw\u00f6r die j\u00fcngste,<br \/>\nMit ihrer Schwestern sieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Welche Gewalttaten wirkten nicht<br \/>\nSwafund Swaflogi!<br \/>\nBlut weckten sie, Wunden sogen sie<br \/>\nT\u00f6dliche, bitterb\u00f6se.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dieses Lied, das ich dich lehrte,<br \/>\nSollst du vor dem Volke singen:<br \/>\nDas Sonnenlied wird selten wohl<br \/>\nDen Leuten zu l\u00fcgen scheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hier la\u00df uns scheiden; am sch\u00f6nen Tag<br \/>\nFinden wir uns wieder.<br \/>\nGebe Gott den Begrabnen Ruhe<br \/>\nUnd verleihe den Lebenden Frieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Tr\u00f6stliche Lehre ward dir im Traum gesungen<br \/>\nUnd Wahrheit ward dir enth\u00fcllt.<br \/>\nVon allen Lebenden war niemand so gelehrt,<br \/>\nDa\u00df er das Sonnenlied singen h\u00f6rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<span style=\"font-size: 8pt;\">Unser Dank gilt Dungeon Keeper f\u00fcr den zugesanden Text.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solarliod Das Sonnenlied Gut und Leben raubte lang allen Lebenden Jener grimme Greis: \u00dcber die Wegscheide, die er bewachte, Konnte keiner lebend kommen. 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