{"id":6393,"date":"2019-01-06T15:47:04","date_gmt":"2019-01-06T14:47:04","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6393"},"modified":"2019-01-13T16:43:25","modified_gmt":"2019-01-13T15:43:25","slug":"sehens-und-wissenswertes-ueber-ruegen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6393","title":{"rendered":"Sehens- und Wissenswertes \u00fcber R\u00fcgen"},"content":{"rendered":"<h1>Sehens- und Wissenswertes \u00fcber R\u00fcgen<\/h1>\n<h2>Stubbenkammer<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6394\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/17.jpg\" alt=\"\" width=\"336\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/17.jpg 336w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/17-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 336px) 100vw, 336px\" \/>Unser Urlaubsdomizil hatten wir in dem kleinen \u00d6rtchen Ranzow aufgeschlagen, das nur aus wenigen H\u00e4usern besteht, die von \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6401 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">H\u00fcgelgr\u00e4bern<\/a>\r\n\r\n f\u00f6rmlich umzingelt sind. Von da geht ein sch\u00f6ner Wanderpfad zum K\u00f6nigsstuhl.<br \/>\nNach etwa einem Kilometer durch den Wald kommt man an einem H\u00fcgelgrab mit einem Schalenstein (namens \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6406 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">\"Pfennigstein\"<\/a>\r\n\r\n) vorbei, wo wir auch gleich einen symbolischen Pfennig als Dankesch\u00f6n opferten. Weiter am Weg befindet sich der sogenannte &#8222;Opferstein&#8220;.<br \/>\nEinige findige Vertreter der Tourismusbranche meinten hier wohl den sch\u00f6nen Findling mit N\u00e4pfchenvertiefungen f\u00fcr die sensationsgierigen Touris etwas mit roter Farbe aufpeppen zu m\u00fcssen. Wirklich schade, da sollte man dringend mit B\u00fcrste und Scheuerpulver hin!<br \/>\nUnd wie ich gerad in dem wirklich empfehlenswerten Buch &#8222;Magische Steine&#8220; von Jan Mende lese, sind diese &#8222;Opfersteine&#8220; von einem Bauern im 19. Jh. erst extra aufgestellt worden, um &#8222;Fremden etwas zeigen zu k\u00f6nnen&#8220;. Na, das tuen sie heute noch, da passt die rote Farbe ja.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6395 alignright\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/08.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/08.jpg 333w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/08-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/>Doch weiter auf dem Weg, kurz vor dem K\u00f6nigsstuhl befindet sich der \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6411 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Herthasee<\/a>\r\n\r\n. Im 19. Jh., als die Deutschen ihre Nationalit\u00e4t und die Germanen als ihre Ahnen wiederfanden, wurde der Herthasee f\u00e4lschlich f\u00fcr einen Kultort der G\u00f6ttin Nerthus gehalten. Aber warum f\u00e4lschlich? Vielleicht haben unsere Ahnen nicht an diesem Gew\u00e4sser geopfert, vielleicht war ihnen der Teich nicht heilig, der G\u00f6ttin aber ist sicher jeder Teich heilig. Und etwas heiliges hat er schon, der Herthasee &#8211; man sollte nat\u00fcrlich hingehen, wenn nicht gerade gigantische Touristenherden sich achtlos am See vorbei zum K\u00f6nigsstuhl hochw\u00e4lzen.<\/p>\n<p>In diesem Falle sollte man sich dem Ostufer des Herthasees zuwenden, wo noch steile, gut erhaltene Erdw\u00e4lle von einer einstigen slawischen Burganlage des 11.\/12. Jh. zeugen. Diese Slavenburg war einer der letzten umk\u00e4mpften St\u00fctzpunkte &amp; Zufluchtsort der Slaven vor den christianisierenden D\u00e4nen, die 1168 ganz R\u00fcgen unterjochten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6396\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/09.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/09.jpg 340w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/09-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/>Weiter Richtung K\u00f6nigsstuhl gelangt man zur Golchaschlucht, wo man serpentinartig entlang der Golchaquelle zum Strand hinabsteigen kann. Der Auf- &amp; Abstieg ist atemberaubender (In zweierlei Hinsicht ;)) als der Anblick, der sich vom Strand zum K\u00f6nigsstuhl bietet. man kennt ihn einfach schon von jeder Postkarte&#8230;<\/p>\n<p>Deshalb hatten wir auch keine Lust den &#8222;Eintritt&#8220; zu zahlen, nur um direkt vom K\u00f6nigsstuhl zum Meer blicken zu k\u00f6nnen. Doch der Kostenpflichtige Zutritt f\u00fchrt direkt \u00fcber ein bronzezeitliches H\u00fcgelgrab, das sich direkt in den Kreideklippen \u00fcber \u00fcber der Ostsee befindet. Nach einer Sage hat der K\u00f6nigsstuhl daher seinen Namen, dass der mutigste Bewohner R\u00fcgens, der es schaffte den 119m hohen Felsen von der Seeseite aus zu besteigen, auf dem Kreidefelsen zum K\u00f6nig bestimmt wurde.<\/p>\n<h2>Die Feuersteinfelder bei Mukran<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6397 alignright\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/21.jpg\" alt=\"\" width=\"339\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/21.jpg 339w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/21-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/>Das sogenannte \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6415 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">\"Steinerne Meer\"<\/a>\r\n\r\n liegt zwischen Mukran und Prora und nimmt eine Fl\u00e4che von ca. 40 ha ein. Das etwa 2 km lange Feuersteinfeld liegt etwas abseits der Stra\u00dfe im Wald und besteht aus 14 aufgeschobenen Steinw\u00e4llen, die zu ca 90% aus Feuersteinen besteht. Eine Serie von Sturmhochwassern bewirkte vor 3500-4000 Jahren die Formierung der Steinw\u00e4lle, die von der Kreidek\u00fcste der Jasmunder Halbinsel bis dahin transportiert wurden. 1935 wurden die Feuersteinfelder mit ihrer einzigartigen Heidelandschaft zum Naturschutzgebiet erkl\u00e4rt.<\/p>\n<h2>\r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6419 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Gro\u00dfsteingr\u00e4ber<\/a>\r\n\r\n bei Lancken-Granitz<\/h2>\n<p>Wenn man die Landstra\u00dfe von Lancken-Granitz aus Richtung S\u00fcdwesten nach Burlewitz\/Gro\u00df Stresow f\u00e4hrt, gelangt man an einige Felder auf denen sich 1829 noch 19 \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6419 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Gro\u00dfsteingr\u00e4ber<\/a>\r\n\r\n befanden. Heute kann man immerhin noch 7 St\u00fcck bestaunen. Alle sind auf dieselbe Art gebaut: Gro\u00dfdolmen, deren Kammern aus 3 Deckplatten bestehen, befinden sich innerhalb rechteckiger H\u00fcnenbetten oder einem Steinkreis. Ein Gang an der Stirnseite f\u00fchrt ins Innere der Kammer, die mit zwei T\u00fcrplatten verschlossen werden konnte. Zwei Grabkammern sind noch von Erdh\u00fcgeln bedeckt, von denen eine noch begehbar ist. Die Gro\u00dfsteingr\u00e4ber von Lancken-Granitz waren Sippengr\u00e4ber der Jungsteinzeit, in denen die Knochen und Gebeine mehrerer Generationen einer Familie gefunden wurden.<\/p>\n<h2>Arkona &#8211; Symbol f\u00fcr Widerstand &amp; Untergang des slawischen Heidentums<\/h2>\n<p>Hier stand der ber\u00fchmte Svantevit-Tempel, der inzwischen l\u00e4ngst von den Ostseewellen umsp\u00fclt wird.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6398\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/12.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/12.jpg 340w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/12-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/>Svantevit war der slawische Licht- &amp; Sieggott, der Gott der G\u00f6tter. Er hatte vier Gesichter, eins f\u00fcr jede Himmelsrichtung, und hielt ein Schwert und in seiner Rechten ein Methorn in H\u00e4nden. Erntedank war der H\u00f6hepunkt seines Kultes. Seine Priester f\u00fcllten jedes Jahr sein Trinkhorn mit Met und sagten 1 Jahr sp\u00e4ter nach dem Schwund der Fl\u00fcssigkeit die Ernte voraus. Zu Svantevit geh\u00f6rte auch ein Pferd, \u00e4hnlich wie Sleipnir zu Odin. Mit Hilfe der Pferde, die man im Svantevittempel hielt, wurde Erfolg oder Niederlage bevorstehender Feldz\u00fcge geweissagt. Trat das Pferd mit dem rechten Fu\u00df zuerst \u00fcber die vor dem Heiligtum liegende Lanzenreihe, galt das als gutes Omen.<\/p>\n<p>Das Svantevitorakel genoss so gro\u00dfes Vertrauen, dass er Geschenke aus allen Slavenl\u00e4ndern erhielt, und selbst von nichtslavischen Nachbarn wurden ihm Gaben geschickt. Geopfert wurde Wein und ein runder Honigkuchen, der so gro\u00df sein musste, dass man den dahinterstehenden Priester nicht sah. Dann erfolgte ein \u00fcppiges Gelage, bei dem niemand n\u00fcchtern bleiben durfte.<\/p>\n<p>R\u00fcgen war die letzte Feste des slavischen Heidentums und Arkona der Haupttempel aller Slaven. Nachdem Deutsche, D\u00e4nen und sp\u00e4ter auch die christianisierten Polen die Slaven vom Festland vertrieben oder zwangschristianisiert hatten, fl\u00fcchteten sie ins Meer. Die Ostseeslaven, die t\u00fcchtige Seefahrer und H\u00e4ndler waren, und die ganze Ostsee beherrschten, dass selbst die Wikinger nicht gegen sie bestehen konnten, wurden nun Seer\u00e4uber und R\u00fcgen wurde ihr ber\u00fcchtigtes Piratennest. Nun arbeiteten die Slaven mit den Wikingern zusammen, um sich an ihren Gegnern &#8211; vor allem den D\u00e4nen &#8211; zu r\u00e4chen. Eine Wende trat erst 1157 ein, da eine slavische Flotte von 1500 Schiffen vor der norwegischen K\u00fcste von einem Sturm vernichtet wurde. Durch diese Schw\u00e4chung der slavischen Seemacht gelang es K\u00f6nig Waldemar von D\u00e4nemark seine 10-j\u00e4hrige Offensive gegen R\u00fcgen zu starten.<\/p>\n<p>Jaromarsburg 1165 wurden die Ranen kurzzeitig sogar lehnspflichtig gegen\u00fcber D\u00e4nemark, doch 1167 konnten sie sich daf\u00fcr nochmals durch Verheerung der d\u00e4nischen K\u00fcste r\u00e4chen. Das letzte Mal. Denn 1168 r\u00fcstete K\u00f6nig Waldemar auf Zureden des Bischoffs Absolom ein gewaltiges Heer und zog mit Unterst\u00fctzung von Heinrich dem L\u00f6wen gen R\u00fcgen, um die Unabh\u00e4ngigkeit der Ranen zu brechen. Nach Belagerung der Jaromarsburg <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6399 alignright\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/11.jpg\" alt=\"\" width=\"339\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/11.jpg 339w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/11-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/>erst\u00fcrmten die D\u00e4nen, nachdem sie an einer unbewachten Stelle Feuer gelegt hatten, die Burg und vernichteten den Svanevit-Tempel in seinem Inneren. Das Standbild des Svanevit wurde gest\u00fcrzt, geschleift, zerhackt und anschlie\u00dfend verbrannt. Die heidnischen F\u00fcrsten mussten sich der d\u00e4nischen Oberhoheit unterwerfen und K\u00f6nig Waldemar Treue schw\u00f6ren. R\u00fcgen wurde 1169 dem Bischoff Absolom von Roskilde unterstellt, der auf Arkona sofort das erste christliche Gotteshaus auf R\u00fcgen errichten lie\u00df.<\/p>\n<p>Heute ist auf Arkona leider kaum noch etwas zu sehen. Nur ein Teil des \u00e4u\u00dferen Burgwalls, der sich immer noch m\u00e4chtig erhebt, zeugt von der einstigen Gr\u00f6\u00dfe der Anlage. Unternommene Ausgrabungen in den 90er Jahren des 20. Jh. haben h\u00e4ssliche L\u00f6cher in den Wiesen hinterlassen, in dene sich der M\u00fcll der vielen Touristen sammelt. Nur zwei Infoschilder berichten dem Interessierten von diesem geschichtstr\u00e4chtigen Ort. Vielleicht gibt`s in dem kleinen T\u00fcrmchen vor Ort etwas zu sehen? Als wir im Februar da waren, war er leider geschlossen. Das Einzige was einen tief im Herzen sp\u00fcren l\u00e4sst, wo man sich befindet, ist die wundersch\u00f6ne, neugestaltete \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6426 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Svanevitskulptur<\/a>\r\n\r\n.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">Quellen:<br \/>\nHG &#8222;R\u00fcgen&#8220;<br \/>\nJan Mende &#8222;magische Steine&#8220;<br \/>\nZdenek Vana &#8222;Die Welt der alten Slaven&#8220;<br \/>\nM\u00fcller-Wille &#8222;Opferkulte der Germanen und Slaven&#8220;<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehens- und Wissenswertes \u00fcber R\u00fcgen Stubbenkammer Unser Urlaubsdomizil hatten wir in dem kleinen \u00d6rtchen Ranzow aufgeschlagen, das nur aus wenigen H\u00e4usern besteht, die von f\u00f6rmlich umzingelt sind. Von da geht ein sch\u00f6ner Wanderpfad zum K\u00f6nigsstuhl. 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