{"id":6581,"date":"2019-01-11T17:23:12","date_gmt":"2019-01-11T16:23:12","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6581"},"modified":"2019-01-11T17:23:12","modified_gmt":"2019-01-11T16:23:12","slug":"der-mythos-um-castel-del-monte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6581","title":{"rendered":"Der Mythos um Castel del Monte"},"content":{"rendered":"<h1>Der Mythos um Castel del Monte<\/h1>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6582\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"255\" height=\"177\" \/>Im Mai 1240 gab Kaiser Friedrich II den Auftrag zum Bau eines Castels in der h\u00fcgelreichen Landschaft von Apulien in der N\u00e4he der Kirche Santa Maria de Monte, die heute nicht mehr erhalten ist. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten, doch die heutige Forschung ist sich inzwischen sicher, da\u00df der Bau erst im Jahre 1250 vollendet wurde. Wenn dem so ist, war Friedrich II wahrscheinlich nie oder nur ganz kurz im Castel del Monte. Von einigen Hochzeitsfeierlichkeiten abgesehen, wurde es sp\u00e4ter gr\u00f6\u00dftenteils als Gef\u00e4ngnis genutzt. Ab dem 18.Jh. stand es verlassen, bis es 1876 vom italienischen Staat f\u00fcr l\u00e4cherliche 25000 Lire erworben und bis in die 80er Jahre des 20.Jh. restauriert wurde.<br \/>\nDie einzigartige achteckige Form des Castel del Monte veranla\u00dft aber noch heute zu Spekulationen \u00fcber seine eigentliche Bestimmung und Nutzung, die Friedrich II vorschwebte. Ein Kastell kann es unm\u00f6glich gewesen sein, da es weder Zugbr\u00fccke und Schie\u00dfscharten zur Verteidigung, noch Unterk\u00fcnfte und St\u00e4lle f\u00fcr Soldaten und Pferde besitzt. Die trapezf\u00f6rmigen Innenr\u00e4ume waren wertvoll und \u00fcppig ausgestattet &#8211; zu wertvoll f\u00fcr ein Jagdschlo\u00df, hei\u00dft es. Zumal das Castel weder Lagerr\u00e4ume zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, noch eine K\u00fcche f\u00fcr deren Zubereitung besitzt. Die einsame Lage, die besonderen Feinheiten und Raffinessen in den geometrischen Abmessungen, die den Hauch von Mystik und Magie vermitteln, lassen vermuten, da\u00df das Castel del Monte der Repr\u00e4sentation kaiserlicher Macht und Kultur sowie als Symbol f\u00fcr Wohlstand und Wissen dienen sollte.<br \/>\nDas Achteck ist das Symbol des Wissens, dessen war Friedrich sich wohl bewu\u00dft. Acht ist die Ziffer des kosmischen Gleichgewichts. Die oktogonale Form des Castel del Monte ist der Versuch einer Verbindung zwischen Kreis und Quadrat, zwischen Himmel und Erde. Aus der Luft gleicht das Castel einem riesigen Brunnen. Aus dieser Sichtweise k\u00f6nnte man das Bauwerk als Synthese der drei kosmischen Ebenen Himmel, Erde und H\u00f6lle betrachten, ebenso wie als Zusammenspiel der drei Naturelemente Wasser, Erde und Luft. Das Bild des Brunnens steht au\u00dferdem f\u00fcr den &#8222;Brunnen der Weisheit und des Wissens&#8220;. Desweiteren ist der Brunnen Symbol der Auferstehung und erinnert an den Ritus des Eintauchens der T\u00e4uflinge, um so das ewige Leben zu erhalten.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6583\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/2-1.jpg\" alt=\"\" width=\"296\" height=\"161\" \/>Aber auch die Vermutung, das Castel sei eine riesige Sonnenuhr, bleibt bestehen. Das Castel del Monte ist genau nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet und seine Fassade orientiert sich gen Osten. Zu den beiden Tag- und Nachtgleichen f\u00e4llt der erste Sonnenstrahl durch das Fenster des oberen Stockwerks direkt \u00fcber dem Portal, durchquert den Saal, tritt aus dem Fenster zum Hof wieder aus und setzt sich fort bis auf eine rechteckige Vertiefung in der gegen\u00fcberliegenden Wand, wo sich einst ein Tiefenrelief befand von einer griechischgekleideten Frau, die die Huldigung einiger Verehrer entgegennimmt. In ihr wird die Erdg\u00f6ttin vermutet, die die Sonne als Br\u00e4utigam begr\u00fc\u00dft.<br \/>\nDie T\u00fcren der R\u00e4ume k\u00f6nnen nach dem Lauf der Sonne durchschritten werden. Fast alle R\u00e4ume haben zwei T\u00fcren &#8211; einen Eingang und einen Ausgang. Nur die zwei R\u00e4ume, die genau auf jene Punkte des Horizonts weisen, wo die Sonne zu den beiden Sonnenwenden inne h\u00e4lt und sich auf ihre alte Bahn zur\u00fcckbegiebt, haben nur eine T\u00fcr durch die man ein- und auch wieder austreten mu\u00df. Genauso wie die Sonne!<br \/>\nEiner der Fu\u00dfb\u00f6den ist mit einem Mosaik versehen, da\u00df eindeutig zur Ausf\u00fchrung von Zauberriten diente. Ein doppeltes Quadrat ausgerichtet nach den Himmelsrichtungen, die Ecken sind von einem Kreis umschlossen in denen die Adepten sa\u00dfen. In der Mitte befand sich vermutlich ein zweiter Kreis f\u00fcr den Magier. Au\u00dferhalb des Quadrats wiederholt sich im Fu\u00dfboden unendlich oft das Salomonssiegel.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6584\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/3-1.jpg\" alt=\"\" width=\"172\" height=\"200\" \/>Im Schlu\u00dfstein eines Saales findet man den &#8222;Bafometto&#8220; dargestellt, der geheimnisumwitterte Kopf der Templer.<br \/>\nDoch das Eingangstor, das nach dem Pentagramm und dem Goldenen Schnitt erbaut wurde, verr\u00e4t das Castel del Monte eindeutig als Initiations-Tempel. Das Pentagramm begegnet uns erneut in der Anordnung der f\u00fcnf Zisternen auf den T\u00fcrmen und den f\u00fcnf Kaminen in den R\u00e4umen, wobei die Zisternen das Element Wasser und die Kamine das Feuer symbolisieren.<br \/>\nSolche Beispiele liesen sich unendlich fortsetzen. Das Castel del Monte ist ein esoterisches Bilderbuch der Astronomie und voller Symbolik. Kein Wunder, da\u00df die Kirche Friedrich II f\u00fcr den Antichrist hielt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">Quelle: Stefania Mola &#8222;Castel del Monte&#8220;<br \/>\ndenise.mittgard.02-10<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mythos um Castel del Monte Im Mai 1240 gab Kaiser Friedrich II den Auftrag zum Bau eines Castels in der h\u00fcgelreichen Landschaft von Apulien in der N\u00e4he der Kirche Santa Maria de Monte, die heute nicht mehr erhalten ist. 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