{"id":6596,"date":"2019-01-11T17:40:32","date_gmt":"2019-01-11T16:40:32","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6596"},"modified":"2020-08-22T10:46:08","modified_gmt":"2020-08-22T08:46:08","slug":"huegelgrab-im-prignitzer-land","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6596","title":{"rendered":"H\u00fcgelgrab im Prignitzer Land"},"content":{"rendered":"<h1>H\u00fcgelgrab im Prignitzer Land<\/h1>\n<h2>Das K\u00f6nigsgrab von Seddin<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6597\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/wald.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/wald.jpg 320w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/wald-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>\u00a0Im Prignitzer Land herrschte vor \u00fcber 2700 Jahren ein gro\u00dfer Semnonenk\u00f6nig, der sp\u00e4ter von allen K\u00f6nig Hinz genannt wurde. Man erz\u00e4hlte sich tausende von Jahren die Sage, er liege in einem dreifachen Sarg aus Gold, Silber und Bronze, er trage seine Kleinodien bei sich und sein Schwert an seiner Seite. Im n\u00e4chsten Grabh\u00fcgel sei sein Fingerring &#8211; Zeichen seiner Herrschergewalt und im dritten H\u00fcgel eine Schatztruhe.<br \/>\nEnde des 19.Jh. wollte es der Seddiner Bauer, auf dessen Gel\u00e4nde der &#8222;Hinzeberg&#8220; liegt, genau wissen. Er glaubte fest daran, dass er zu &#8222;K\u00f6nig Hinz&#8220; vorsto\u00dfen k\u00f6nnte, wobei es ihm weniger um das Kulturgut, als mehr auf den goldenen Sarg ankam. Au\u00dferdem konnte man seinerzeit die gro\u00dfen Findlinge f\u00fcr teuer Geld an den Stra\u00dfenbau weiterverkaufen. Der Bauer und sein Knecht buddelten, hackten und w\u00fchlten im Schwei\u00dfe ihres Angesichts, doch sie wurden nicht f\u00fcndig. Der &#8222;Hinzeberg&#8220; ist f\u00fcr vier F\u00e4uste zu gro\u00df. Also verkaufte der Bauer seinen Berg an einen Unternehmer, der nun wirklich konzentriert loslegt. Eine Kolonne von Arbeitern gr\u00e4bt sich zielstrebig und energisch in den H\u00fcgel, der 11 Meter hoch ist, 85m im Durchmesser betr\u00e4gt und einen Erdaushub von 30000 Kubikmetern aufweist. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6598\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/innenachaussen.jpg\" alt=\"\" width=\"306\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/innenachaussen.jpg 306w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/innenachaussen-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/> Am 20.September 1899, nach 2 Jahren, war es dann soweit: die Arbeiter sto\u00dfen auf eine Steinkammer, die einen Durchmesser von 2 Metern und eine H\u00f6he von 1,75 m hatte. Die W\u00e4nde der Kammer waren mit einem sorgsam gegl\u00e4tteten Wandverputz aus Lehm versehen, der eine rote m\u00e4anderartige Bemalung aufwies. Der Kammerboden bestand aus einem glatten braunen Lehmestrich, der noch heute komplett erhalten ist, aber von einer Betonplatte vor Verfall gesch\u00fctzt wird. Die Decke ist kuppelartig. In der Mitte der Kammer steht eine gro\u00dfe Tonurne und in dieser wiederum eine wertvolle mit Buckeln verzierte Bronzeamphore, die den Leichenbrand des K\u00f6nig Hinz enthielt. Au\u00dferdem die Zehenknochen eines Marders, ein gehenkeltes T\u00fcllenbeil, ein Ringgriffmesser und eine Bronzetasse mit eingeh\u00e4ngtem Ring. Neben dem Tongef\u00e4\u00df stack das Schwert des K\u00f6nigs als Miniatur im Boden, dazu ein kleiner T\u00fcllenmei\u00dfel, eine lanzettf\u00f6rmige Spitze, ein Rasiermesser und eine Pinzette, sowie ein Stangenknopf. Zwar ist man nicht auf Gold und Silber gesto\u00dfen, doch die uralte Sage hat sich als richtig erwiesen: Die Kammer, die t\u00f6nerne und die bronzene Urne zusammen waren der dreifache Sarg des &#8222;K\u00f6nig Hinz&#8220;. In der Grabkammer befanden sich noch zwei weitere Urnen mit dem Leichenbrand von zwei jungen Frauen. Die eine von ihnen starb in einem Alter von 20 &#8211; 30 Jahren, die andere etwas j\u00fcnger. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6599\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/grab.jpg\" alt=\"\" width=\"261\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/grab.jpg 261w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/grab-246x300.jpg 246w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/> Ihnen war eine Halskette aus Bronzedraht mit Fayence- und Glasperlen, 2 getriebene Schalen, ein Wendelring, ein Armreif, ein Lockenring, ein Kamm, eine \u00d6se mit Halbr\u00f6hre und 2 eiserne Nadeln, die den Beginn der Eisenzeit in der Prignitz bezeugen, mitgegeben. Hiermit findet sich das Zeugnis des Witwenopfers. In der Bronzezeit wurden vornehmen und reichen Toten im \u00dcbergang zur jenseitigen Welt ihre Frauen mitgegeben, an die sie hinieden gewohnt waren.<br \/>\nDer &#8222;Hinze Berg&#8220; liegt zwischen Perleberg und Pritzwalk in einer durch zahlreiche Grabh\u00fcgel gekennzeichneten Jungmor\u00e4nenlandschaft. Er ist der gr\u00f6\u00dfte erhaltene Grabh\u00fcgel im Land Brandenburg. Die Grabkammer, also das eigentliche K\u00f6nigsgrab, ist in ihrer Dimension und mit der Konstruktion des flachen Gew\u00f6lbes einzigartig unter den steinernen Grabeinbauten in Norddeutschland. Der Hinzeberg von Seddin verweist auf das Entstehen von Eliten &#8211; etwa 150 Arbeiter m\u00fcssten 1 Jahr lang besch\u00e4ftigt gewesen sein, den gro\u00dfen Grabh\u00fcgel mit dem umlaufenden Steinkreis auf ebenen Boden zu errichten.<br \/>\nJedes Jahr im Juli veranstaltet Seddin ein gro\u00dfes Feuerspektakel vor dem Grabh\u00fcgel, wo die K\u00f6nigsverbrennung mit drei gro\u00dfen Scheiterhaufen nachgestellt wird. Die gefundenen Ausgrabungsst\u00fccke sind zwar im Archiv Berliner Museen vergraben, aber in Seddin kann man ihre Nachbildungen bestaunen.<\/p>\n<p>verfasst um 2000. &#8211; Inzwischen wird immer wieder in Seddin neu gegraben und nach und nach wird ein ganzes bronzezeitliches Siedlungsareal enormen Ausma\u00dfes offen gelegt. Ein arch\u00e4ologischer Park und ein Grabungsschutzgebiet &#8222;Siedlungs- und Ritualraum K\u00f6nigsgrab Seddin&#8220; ist in Planung. N\u00e4heres dazu findet ihr hier: <a href=\"https:\/\/www.landkreis-prignitz.de\/de\/zu-gast-im-landkreis\/tourismus\/zao\/zao_seddin.php?fbclid=IwAR3lxvsVJ9ypwjyywxaYgiSiOQoFwn3D9p7PFW0964trEPYoehsv7tQnX1U\">https:\/\/www.landkreis-prignitz.de\/de\/zu-gast-im-landkreis\/tourismus\/zao\/zao_seddin.php?fbclid=IwAR3lxvsVJ9ypwjyywxaYgiSiOQoFwn3D9p7PFW0964trEPYoehsv7tQnX1U<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00fcgelgrab im Prignitzer Land Das K\u00f6nigsgrab von Seddin \u00a0Im Prignitzer Land herrschte vor \u00fcber 2700 Jahren ein gro\u00dfer Semnonenk\u00f6nig, der sp\u00e4ter von allen K\u00f6nig Hinz genannt wurde. 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