{"id":6965,"date":"2019-01-27T11:21:08","date_gmt":"2019-01-27T10:21:08","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6965"},"modified":"2020-10-30T14:51:52","modified_gmt":"2020-10-30T13:51:52","slug":"halbschuhe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6965","title":{"rendered":"Halbschuhe"},"content":{"rendered":"<h1>Halbschuhe aus Hirsch- \/ Rindsleder<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6910\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild3.gif\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"119\" \/> Ich rate jedem Wahnsinnigen, der denkt, er mu\u00df unbedingt Schuhwerk selber bauen, zuvor sich in kleineren, \u00fcberschaubareren Objekten zu \u00fcben, seine Arbeitswut zu k\u00fchlen. Das ist nicht ohne Grund gesprochen. Sachen wie der Geldbeutel, die G\u00fcrteltasche und der K\u00f6cher sind ein Kinderspiel im Vergleich mit Schuhen &#8211; von Stiefeln ganz zu schweigen. Diese Aufgabe erfordert eine Menge Selbstdisziplin und Opferwillen.<br \/>\nSchuhmacherei gef\u00e4hrdet Ihre Gesundheit, weil man die Nahrungsaufnahme und andere essentielle Bed\u00fcrfnisse einfach vergi\u00dft. Schuhmacherei gef\u00e4hrdet Ihre Beziehung, weil jegliche Kommunikation zum Erliegen kommt und niemand im Stande ist, Sie aus dieser Art Trance zu rei\u00dfen. Nicht Ihr Partner, nicht Ihre Kinder oder sonstige Haustiere. Ihre Umgebung wird Sie meiden, da es das zwischenmenschliche Beisammensein nicht eben positiv beeinflu\u00dft, wenn man st\u00e4ndig in Nadeln tritt und sich eingewachste F\u00e4den und Lederschnipsel im Wohnzimmer ausbreiten. Rechnet mit schwerwiegenden Konsequenzen oder la\u00dft es bleiben.<br \/>\nNach dieser Warnung aber nun endlich zum Thema:<br \/>\nWie baut man sich mittelalterliche Schuhe?<br \/>\nEs ist ratsam, sich an die Arbeitsschritte wie in &#8222;<a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6908\">Grunds\u00e4tzliches zur Lederbearbeitung<\/a>&#8220; beschrieben zu halten. Besonders sorgsam ist bei der Erstellung der Schnittmuster vorzugehen, weil sich etwaige Ungenauigkeiten oder Schlampereien nicht mehr revidieren lassen. Das f\u00fchrt dazu, da\u00df die gesamte Arbeit unbrauchbar wird, die bis zum Bemerken geleistet worden ist. Konzentration!<br \/>\nSchnitte mache ich in zwei Schritten: Einen ersten groben aus Papier, um erst mal eine Vorstellung der Ausma\u00dfe zu bekommen und zu wissen, an welchen Stellen Probleme auftreten k\u00f6nnen, wo N\u00e4hte besonders beansprucht werden, mehr Nahtzugabe erforderlich ist etc. Auch merkt man hier schon, aus wie vielen Teilen der Schuh bestehen mu\u00df, wo die N\u00e4hte am g\u00fcnstigsten liegen.<br \/>\nPapier l\u00e4\u00dft sich aber nur in gewissen Grenzen als Lederersatz verwenden, weshalb ich einen zweiten Schnitt aus grobem, steifem Stoff mache (Jeans o.\u00e4.), wo die letzten Feinheiten definiert werden.<br \/>\nEin Schuh besteht aus den Teilen \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6970 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">SOHLE<\/a>\r\n\r\n (5-6 mm starkes Rindsleder, ziemlich hart und elendig steif), \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6972 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">BRANDSOHLE<\/a>\r\n\r\n (weich, aber z\u00e4h und enorm rei\u00dffest, ebenfalls vom Rind) , OBERLEDER (weich und geschmeidig, dehnbar, im Beispiel Hirschleder). Letzteres gliedert sich in \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6974 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">KAPPE<\/a>\r\n\r\n und \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6976 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">SPITZE<\/a>\r\n\r\n.<br \/>\nDie Gr\u00f6\u00dfe der Sohle wird bestimmt, indem man seine F\u00fc\u00dfe auf einen Bogen Papier stellt und die Kontur 1:1 \u00fcbertr\u00e4gt. Sodann zieht man darum eine zweite Linie in o.5 cm Abstand. Das ist die Nahtzugabe. Auf H\u00f6he des Kn\u00f6chels macht man eine Markierung in die Mitte der Sohlenzeichnung, ebenso auf H\u00f6he des Ballens. Durch diese zwei Punkte zieht man eine Gerade, die also in L\u00e4ngsrichtung des Fu\u00dfes die Mittelachse angibt. Darauf liegt die Spitze des Schnabels. Die L\u00e4nge des Schnabels variiert historisch zwischen einer halben Fu\u00dfl\u00e4nge und deren drei (Vorrecht der oberen Adelsschichten, beim Laufen hinderlich und oft aus diesem Grund nach oben an G\u00fcrtel oder Bein befestigt).<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6966\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/schuhe2.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"291\" \/> Entscheidet sich jemand f\u00fcr die Prestigeausf\u00fchrung und will fortan auf &#8222;gro\u00dfem Fu\u00df&#8220; leben, sollte die Sohle anst\u00fcckeln, um nicht unn\u00f6tig gro\u00dfe des wertvollen Materials zu verschwenden. Oberleder und Brandsohle dagegen w\u00fcrde ich aus einem St\u00fcck machen, weil sie die Festigkeit bringen. Kurze Sohlen bis insgesamt zur doppelten Fu\u00dfl\u00e4nge k\u00f6nnen ruhig aus einem St\u00fcck geschnitten werden. Also markiert man sich die gew\u00fcnschte Schnabell\u00e4nge auf der Mittelachse der Sohle und verbindet diesen Punkt gerade oder in leicht nach au\u00dfen gew\u00f6lbtem Bogen mit der linken und rechten Au\u00dfenlinie der Fu\u00dfgrundfl\u00e4che.<br \/>\nDie Brandsohle wird \u00e4hnlich entworfen mit dem Unterschied, da\u00df hier eine Nahtzugabe von 1 cm ratsam ist (das lehrte mich langj\u00e4hrige Erfahrung: Sollte sich das Oberleder durchscheuern oder aus der Sohlennaht rei\u00dfen, kann man es ein zweites Mal an der Brandsohle befestigen, ohne da\u00df der Schuh kleiner wird, da es hier um zwei Nahtbreiten \u00fcberlappt. Die Brandsohle h\u00e4lt weiterhin an der Sohle. Der Schuh ist gerettet.). Au\u00dferdem -das ist eminent wichtig- mu\u00df die Brandsohle im Schnabelbereich (und nur dort!!) k\u00fcrzer sein als die Sohle, sonst steht der Schnabel nicht von selbst, sondern h\u00e4ngt schlaff in den Stra\u00dfenstaub &#8211; ein eher peinlicher Anblick, da solcherlei Beschuhung auch immer mit der Spannkraft des Tr\u00e4gers in Verbindung gebracht wurde (jedenfalls im Mittelalter). Pro Fu\u00dfl\u00e4nge des Schnabels empfehle ich zwei Zoll k\u00fcrzer zu bleiben, dann ringelt sich der Schnabel richtig sch\u00f6n nach oben und hinten. Aber das ist Geschmackssache. Ein Zoll tut`s auch, nur nicht weniger. Wie gehabt auf der Mittelachse der Brandsohle die L\u00e4nge antragen, verbinden, fertig.<br \/>\nWas ich noch vergessen habe: Es werden grunds\u00e4tzlich nur die Schnittmuster von EINEM Fu\u00df abgenommen. F\u00fcr das Gegenst\u00fcck dreht man die fertigen Schnitte spiegelverkehrt. Damit keine Verwechslungen auftreten, mu\u00df vorher auf allen Schnitten die Seite vermerkt werden. Stelle ich also meinen rechten Fu\u00df auf`s Blatt, bekommt das es auf diese Seite ein R, auf die Unterseite ein L. Bei Spitze und Kappe wird zus\u00e4tzlich die Innenseite markiert. Was n\u00e4mlich rechts innen, ist links au\u00dfen! So kommt man nie durcheinander, wei\u00df immer, wie man die Teile miteinander verbinden mu\u00df. Nat\u00fcrlich taucht der jeweilige Buchstabe auch auf den zugeschnittenen Lederst\u00fccken auf&#8230;<br \/>\nNun zur Spitze. Die Spitze \u00e4hnelt in ihrer Form einem V. Die L\u00e4nge der Schenkel (s) soll so bemessen werden, da\u00df die Nahtstelle von Spitze und Kappe (\u00fcbrigens zwiegen\u00e4ht) noch vor dem Kn\u00f6chel des Fu\u00dfes zu liegen kommt. Daher ist es notwendig, sich die Stelle der Naht zuvor auf der Sohlenschablone (und auch auf der Brandsohlenschablone, kann nie schaden) zu markieren. Der Teil des Sohlenumfanges von diesen Punkten bis jeweils zur Spitze der Sohle entspricht der Schenkell\u00e4nge s. Wenn man bisher genau gearbeitet hat und keine schiefen F\u00fc\u00dfe hat, m\u00fc\u00dfte der linke Umfangsteil gleich dem rechten sein (siehe Schnittmuster). Als n\u00e4chste Gr\u00f6\u00dfe m\u00fcssen wir nun h ermitteln, um das Schnittmuster f\u00fcr die Spitze fertigzustellen. H gibt die H\u00f6he des Schuhes an und legt letztendlich fest, ob wir einen Halbschuh, angespitzte Stiefeletten oder Schnabelstiefel fabrizieren. Bei den Halbschuhen wie im Bild 1 w\u00e4hlte ich 6 cm (zuz\u00fcglich Naht). Immernoch fehlt uns ein Ma\u00df: p, die Spannh\u00f6he. Der Spann ist quasi der Nasenr\u00fccken des Fu\u00dfes. Es n\u00fctzt nichts, einen tollen Schuh gemacht zu haben, wenn er \u00fcber den Spann so flach ist, da\u00df man ihn nicht tragen kann. P wird einfach mit einem Ma\u00dfband am Fu\u00df gemessen, und zwar an der Stelle, wo die \u00d6ffnung (das Maul) im Schuh anfangen soll (\r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6978 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Skizze 1<\/a>\r\n\r\n). Nicht zu weit hinten, sonst wird das Maul zu klein und man kann seinen Fu\u00df nicht in den Schuh stecken, und nicht zu weit vorne, sonst schlappt der Schuh beim Laufen vom Fu\u00dfe (oder man mu\u00df noch ein Querriemchen mit Schnalle anbringen). Im Beispiel betr\u00e4gt die Entfernung von gro\u00dfer Zehenspitze bis zur p-Linie 3 \u0153 Zoll (8-9 cm). P definiert, wie weit sich die Schenkel des Vs \u00f6ffnen.<br \/>\nDas Fersenst\u00fcck ist eigentlich nur ein rechteckiger Lederfleck. Um einen Hauch von mittelalterlicher Mode hineinzubringen, gibt man der Oberkante zur Mitte hin einen Zipfel, was auch beim Anziehen eine Hilfe bietet. Wichtig ist nur, da\u00df f die restliche Strecke um die Ferse herum abdeckt, die noch geblieben ist. Am Fersenst\u00fcck oder der Kappe mu\u00df beidseitig eine doppelte Naht zugegeben werden. Das verleiht dem Schuh noch ein wenig mehr Seitenstabilit\u00e4t.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6967\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/schuhe3.jpg\" alt=\"\" width=\"311\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/schuhe3.jpg 311w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/schuhe3-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 311px) 100vw, 311px\" \/> Jetzt kommt das Einteilen der L\u00f6cher, was etwas mathematisches Verst\u00e4ndnis voraussetzt (nicht allzu viel, ich hab`s ja schlie\u00dflich auch hingekriegt). Was in den Skizzen mit den selben Buchstaben bezeichnet ist, mu\u00df zwangsl\u00e4ufig die selbe Anzahl von L\u00f6chern erhalten. Die L\u00f6cher sollten nicht enger als o.5 cm beisammenliegen. Man zersticht sich unn\u00f6tigerweise das Leder und macht sich doppelten und dreifachen Aufwand. Vor allem hier wichtig: Die Brandsohle mu\u00df ebenfalls die selbe Anzahl L\u00f6cher bekommen wie die Sohle, obwohl sie k\u00fcrzer ist!!! Im Bereich des Schnabels (und bitte nur dort!) r\u00fccken die L\u00f6cher n\u00e4her zusammen!!! An die doppelte \u00dcberlappung von Spitze und Kappe denken, sonst sticht man 4 L\u00f6cher zuviel in die Sohle! Das unterste Loch bei diesen beiden St\u00fccken ist das f\u00fcr die Sohlennaht!<br \/>\nWie ich kurz in &#8222;<a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6908\">Grunds\u00e4tzliches zur Lederbearbeitung<\/a>&#8220; geschrieben habe, wird das starke Sohlenleder VOR dem Stechen der L\u00f6cher t\u00fcchtig in kaltem Wasser eingeweicht. Auch die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr habe ich bereits genannt. Was noch nicht gesagt wurde, ist die Anleitung zum Setzen des Sohlenschnittes. Handwerkern unter euch wird diese Technik schon bekannt sein, allen anderen sei sie hier noch einmal erl\u00e4utert:<br \/>\nMan ergreift mit der linken Hand das Werkst\u00fcck -in unserem Fall die Sohle- und mit der rechten das Messer (es sei denn, man ist Linksh\u00e4nder, dann nat\u00fcrlich andersherum). Letzteres geschieht in einer Weise, da\u00df das Werkzeug wie ein Stift zum Schreiben in den Fingern liegt (Daumen und Zeigefinger halten den Stift und pressen ihn gegen den Mittelfinger, der das Utensil von unten unterst\u00fctzt). Mit einem kleinen Unterschied: Daumen und Zeigefinger m\u00fcssen das Messer allein halten und f\u00fchren! Der Mittelfinger wird dazu gebraucht, die Kante der Sohle abzutasten und die Schneide des Messers in konstantem Abstand (etwa 3 mm von der Kante) und konstanter Schr\u00e4glage (ca. 60\u00b0 zur Waagerechten) zu halten. Nun mu\u00df die linke Hand einen gewissen, gef\u00fchlvollen Gegendruck zur rechten aus\u00fcben, damit das Messer schneidet. Der Druck bestimmt die Schnitttiefe! Zwei Drittel der Materialst\u00e4rke sollte diese betragen (siehe hierzu \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6980 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Skizze 2<\/a>\r\n\r\n). Grundvoraussetzung f\u00fcr ein erfolgreiches Voranschreiten der Arbeit ist scharfes Werkzeug!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Wiederholung:<br \/>\n1) L\u00f6cher einteilen<br \/>\n2) Sohle einweichen<br \/>\n3) in der Zwischenzeit L\u00f6cher in die Teile stechen, die trocken verarbeitet werden (Brandsohle, Spitze, Kappe)<br \/>\n4) Sohlenschnitt setzen<br \/>\n5) L\u00f6cher in Sohle stechen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem diese H\u00fcrde genommen ist, kann das N\u00e4hen beginnen. F\u00fcr einen Schuh braucht ihr ungef\u00e4hr (das ist gut gerechnet) 15 Meter Hanfzwirn der St\u00e4rke o.6 mm. Man f\u00e4ngt an der Spitze an, wo es am engsten ist. Ihr habt euch f\u00fcr eine sehr elegante, handwerklich meisterhafte Schuhl\u00f6sung entschieden, bei der das Spitzenteil aus einem St\u00fcck besteht. Das macht beim N\u00e4hen zuallererst \u00dcbel. Hinterher wird euch jeder um so ein Kunstwerk beneiden. Nat\u00fcrlich geht es auch einfacher. Man teilt das Spitzenteil entlang seiner Symmetrieachse und gibt wiederum Naht zu. Dann n\u00e4ht man linkes und rechtes Spitzenteil separat an und schlie\u00dft erst zum Schlu\u00df und von au\u00dfen die Naht \u00fcber dem Spann. Wer sich noch nicht zu H\u00f6henfl\u00fcgen aufschwingen kann, ist mit dieser Abart besser beraten. Wer sich dagegen berufen f\u00fchlt, den Kunsthandwerkern vergangener Gr\u00f6\u00dfe nachzueifern, wird es sich nicht nehmen lassen, das Spitzenteil wie angegeben ungeteilt zu verarbeiten. Hier n\u00e4ht man mit zwei Paar Nadeln, die alle im vordersten L\u00f6cherpaar verknotet werden. Zwei Nadeln schlie\u00dfen die Naht im Uhrzeigersinn, zwei dagegen. Das ist leider unumg\u00e4nglich, weil man immer nur 5,6 Stiche machen kann. Dann mu\u00df man wechseln und mit dem anderen Paar weitermachen. Tut man dies nicht, kommt man weder mit Hand oder Fingern noch Nadel an die L\u00f6cher, die ja auch noch in der richtigen Reihenfolge und Richtung durchsto\u00dfen werden wollen (\r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-6982 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Skizze 3<\/a>\r\n\r\n).<br \/>\nSo arbeitet man sich langsam aber stetig links und rechts gleichzeitig am Schuh entlang Richtung Ferse. Endlich ist es soweit, die Kappe festzumachen (bitte an beiden Seiten die doppelte L\u00f6cherreihe \u00fcbereinander legen). Jetzt kann man nochmal die Anzahl der verbleibenden L\u00f6cher \u00fcberpr\u00fcfen. Stellt sich heraus, da\u00df in der Kappe eins oder zwei zuviel sind, \u00fcberspringt man diese und zurrt das weichere Kappenleder an diesen Stellen richtig an. Der entstehende H\u00f6cker ist vernachl\u00e4ssigbar und verschwindet unter der Brandsohle. Sollten L\u00f6cher zuwenig vorhanden sein, dehnt man die Kappe ein bi\u00dfchen und sticht zwischen zwei je ein weiteres, bis die Zahl stimmt. Danach geht`s weiter um die Ferse herum. Vorsicht: La\u00dft die F\u00e4den sich nicht genau in der Mitte treffen, das nifft h\u00e4\u00dflich. 2-3 cm daneben ist in Ordnung. Alsdann die doppelte Naht an der Seiten in Angriff nehmen. Oben am Saum beginnen und in einer Reihe nach unten arbeiten, an der Brandsohle umkehren und in der zweiten Reihe nach oben, verknoten, geschafft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6917 size-medium\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild5-297x300.jpg\" alt=\"\" width=\"297\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild5-297x300.jpg 297w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild5-100x100.jpg 100w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild5-350x354.jpg 350w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/bild5.jpg 530w\" sizes=\"auto, (max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/> Der Schuh sieht jetzt schon richtig aus wie ein solcher. Fehlt nur noch der Saum. Bei weichem Leder dehnt sich sonst vom An- und Ausziehen und Tragen das Maul unerw\u00fcnscht, bei h\u00e4rterem scheuert die Schnittkante an der Haut, auch nicht gerade angenehm. Also n\u00e4hen wir noch einen schmalen, langen Lederstreifen der selben Sorte wie das Oberleder \u00fcber die Kante der \u00d6ffnung, indem man vorne im Maul des Schuhes beginnt (und am Ende nach einer Runde wieder dort ankommt) und der Streifen innen und au\u00dfen um die Schnittkante gebogen wird und durchgen\u00e4ht.<br \/>\nWer es bis hierher geschafft hat, dem geb\u00fchren Anerkennung und Respekt.<br \/>\nVon mir schon mal im Voraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Loke Klingsor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halbschuhe aus Hirsch- \/ Rindsleder Ich rate jedem Wahnsinnigen, der denkt, er mu\u00df unbedingt Schuhwerk selber bauen, zuvor sich in kleineren, \u00fcberschaubareren Objekten zu \u00fcben, seine Arbeitswut zu k\u00fchlen. Das ist nicht ohne Grund gesprochen. 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