{"id":6998,"date":"2019-01-27T11:51:58","date_gmt":"2019-01-27T10:51:58","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6998"},"modified":"2020-10-30T14:55:02","modified_gmt":"2020-10-30T13:55:02","slug":"trippen-teil-1","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=6998","title":{"rendered":"Trippen Teil 1"},"content":{"rendered":"<h1>Trippen Teil 1<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Behufe der Erhaltung von Sch\u00f6nheit und Sauberkeit von empfindlichem Schuhwerk der verschiedensten Art sowie von leder- oder strickbesohlten Strumpfhosen (Z\u00fcrdelsocken) empfiehlt sich das Tragen von Trippen unter jenen.<br \/>\nTrippen (auch clogs, sabots, pattens im angels\u00e4chsisch-fr\u00e4nkischen Raum gehei\u00dfen, altdeutsch einfach Sapper) k\u00f6nnen die unterschiedlichsten Formen haben und aus Leder, Kork, Holz und Kombinationen daraus bestehen. Gemeinsam ist ihnen allen jedoch die Aufgabe, das Schuhwerk gegen Schmutz und Unrat der Stra\u00dfe zu sch\u00fctzen, den Fu\u00df im engeren Sinne also vor Kontakt mit Krankheitserregern und eklem Getier zu bewahren &#8211; eine hygienische Ma\u00dfnahme in Zeiten, in denen jeder seine Notdurft auf die Gassen verrichtet, unverkauftes Gr\u00fcnzeug am Ende des Markttages einfach festgetreten und selbst die Schlachtabf\u00e4lle wie Ohren, blutige Felle, Schw\u00e4nze und dergleichen noch obenauf gelegt werden, auf dass die r\u00e4udigen Hunde sie fressen. Da sich auch niemand f\u00fcr verendete Tiere zust\u00e4ndig f\u00fchlt, bleiben auch diese liegen\u0085 Verwesung und Gestank sind allenthalben in den St\u00e4dten pr\u00e4sent.<br \/>\nDoch auch sonst kommt einem das Tragen von Trippen zugute, wenn man nicht auf unbefestigtem Wege gleich bis zum Kn\u00f6chel im Schlamm versinken will. Alles also gute Gr\u00fcnde, sich beizeiten ein Paar dieser \u00fcberaus praktischen Untersetzer zu verschaffen.<br \/>\nWem die hierzu n\u00f6tigen finanziellen Mittel nicht von Gott gegeben wurden und er auch keinen Wucherer wei\u00df, das Geld zu leihen, dem sei folgende Abhandlung ans Herz gelegt:<\/p>\n<h2>Zur Herstellung von Trippen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie oben bereits erw\u00e4hnt, bestehen Trippen meist aus ordin\u00e4ren Materialien, wie sie jeder halbwegs mittelalterliche Mensch jederzeit im Hause hat. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6999\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/abb01.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/abb01.jpg 320w, https:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/abb01-300x173.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>F\u00fcr die einfachste Ausf\u00fchrung (Abb.01) ben\u00f6tigt man gerade ein St\u00fcck Weichholz (Fichte, Kiefer, Tanne, L\u00e4rche, wobei letztere aufgrund ihrer Dauerhaftigkeit sehr zu bef\u00fcrworten ist) von den Ma\u00dfen 5x10x27,5 cm (2x4x11 Zoll), wobei die lange Seite in Richtung der Faser liegt (\r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-7002 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">siehe hierzu Abb. 02<\/a>\r\n\r\n), zwei Streifen derbes Leder vom Schwein, nicht gr\u00f6\u00dfer als 5&#215;25 cm (2&#215;10 Zoll), vier d\u00fcnne Blechstreifen von etwa 1&#215;5 cm sowie geeignete Verbindungsmittel in Form von einem guten Dutzend Eisenn\u00e4geln der L\u00e4nge 2,5 cm (1 Zoll).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Holzklotz wird angerissen, dergestalt, dass man sich zuf\u00fcrderst auf die schmale L\u00e4ngsseite die Mittelachse l\u00e4ngs und quer zeichnet, quer zur L\u00e4ngsachse auch noch die entstandenen H\u00e4lften halbiert, so dass man Viertel erh\u00e4lt, die inneren zwei Viertel obendrein wiederum halbiert (siehe hierzu \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-7004 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Abb. 03<\/a>\r\n\r\n). Auf einer Achtellinien macht man sich ausgehend von der Mitte bei 1 cm rechts, auf der anderen Achtellinie bei 1 cm links eine Markierung. Durch diese Punkte gehen die Wellenberge der geschwungenen Trennlinie.<br \/>\nDurch das Mittelkreuz der Symmetrieachsen geht diese Trennlinie ebenfalls, weiterhin auch durch die Schnittpunkte von L\u00e4ngsachse und Viertellinien.<br \/>\nAn dem Ende des Klotzes, das weiter von der Markierung &#8222;1cm rechts von der Mitte&#8220; auf einer Achtellinie liegt (im Handwerkerjargon sogenanntes langes Ende), wird ebenfalls rechts von der Mitte ebenfalls im Anstand von 1 cm ein weitere Markierung angebracht, dito mit der linken Markierung.<br \/>\nNun will ein wohlgef\u00e4lliger Strich ausgehend von einem Ende des Klotzes (Markierung &#8222;1cm rechts von der Mitte&#8220;) erst ein St\u00fcck weit geradewegs, dann nach links abbiegend durch den Kreuzungspunkt Mittelachse-Viertellinie auf den ersten Wellenberg an der Position Achtellinie &#8222;1 cm links von der Mitte&#8220; zusteuernd, dort wieder zur Mittelachse sich wendend, um im Kreuzungspunkt von L\u00e4ngs- und Quermittelachse zu schneiden und auf den zweiten Wellenberg auf der zweiten Achtellinie &#8222;1 cm rechts von der Mitte&#8220; zuzusteuern. Von da aus biegt der Strich wiederum zur Mitte nach links, schneidet die L\u00e4ngsachse im Kreuzungspunkt mit der weiteren Viertellinie und l\u00e4uft nun auf die Markierung am entgegengesetzen Ende des Klotzes bei &#8222;1 cm links von der Mitte&#8220;, wobei wie am Anfang das letzte St\u00fcck wohl gerade ausgef\u00fchrt sein will. Das ganze sollte \u00c4hnlichkeit mit dem roten Strich in \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-7004 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Abb. 03<\/a>\r\n\r\n besitzen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7000\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/abb05.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"200\" \/>Entlang dieses Striches zers\u00e4gt man nun den Klotz und erh\u00e4lt durch diesen einen Arbeitsgang zwei v\u00f6llig gleich geformte Trippenrohlinge (\r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-7006 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Abb. 04<\/a>\r\n\r\n, Abb.05), wenn man die eine H\u00e4lfte dreht.<br \/>\nEin H\u00f6cker kommt unter den Fu\u00dfballen, der andere bildet den Absatz an der Ferse des Fu\u00dfes, so dass beim Abrollen des Fu\u00dfes beim Laufen die Trippen nach vorne abkippen.<br \/>\nNoch aber sind die Rohlinge rechteckig, wenn man sie auf die H\u00f6cker stellt. Sie sollen aber noch der Fu\u00dfform angepasst werden:<br \/>\nDazu fertigt man sich eine einfache Schablone seines rechten Fu\u00dfes an, indem man diesen auf einen Bogen Karton oder dickeres Papier stellt und mit einem Stift grob umf\u00e4hrt. Sodann zeichnet man darum einen zweiten Strich umlaufend mit dem Abstand von einem Zentimeter im Fersenbereich (bis auf die H\u00f6her der Kn\u00f6chel).<br \/>\nDiese abgesetzte Linie wird nun gerade mit den \u00e4u\u00dferen Enden der Fu\u00dfzehen verbunden. Der Fu\u00dfzehenbereich bekommt vorne einen leichten Bogen verpasst (bitte hier die L\u00e4nge der gro\u00dfen Fu\u00dfzehe auch f\u00fcr die anderen Zehen annehmen &#8211; es l\u00e4uft sich dann bequemer auf der Trippe! siehe auch \r\n\t<a class=\"paoc-popup-click paoc-popup-cust-7008 paoc-popup-simple_link paoc-popup-link\" href=\"javascript:void(0);\">Abb. 06<\/a>\r\n\r\n). Schon geschafft! Die Schablone erh\u00e4lt auf der Seite, wo der rechte Fu\u00df stand, ein &#8222;R&#8220;, auf der anderen Seite ein &#8222;L&#8220;. Diese Schablone wird nachfolgend auf die glatte Oberseite der Rohlinge gelegt und wieder mit dem Stich umfahren. Entlang des Striches ein weiteres Mal s\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun m\u00fcssen nur noch die Halteriemen, durch die man den beschuhten Fu\u00df steckt, angebracht werden. Am sichersten ist es, wenn man den letzteren direkt auf die Trippe stellt, im vorderen Bereich des Spanns einen Streifen von dem Schweinsleder quer dar\u00fcber legt und die Enden nach unten zu biegt. Damit wei\u00df man n\u00e4mlich ganz genau, wie weit die Schlaufe zu sein hat.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7001\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/abb07.jpg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"200\" \/> Andernfalls kann man auch den Riemen aus zwei Teilen machen, denen man dann jeweils das &#8222;m\u00e4nnliche&#8220; und &#8222;weibliche&#8220; Ende einer Schnalle anarbeitet (Abb.07).<br \/>\nDie Schnalle mu\u00df geschlossen sein (mittlere Stellung), wird ebenfalls quer auf den vorderen Spann des Fu\u00dfes gelegt und die Enden nach unten gebogen, wo man sich eine kleine Markierung macht (markante Stelle aussuchen, damit sie hinterher wieder zuordnen kann, etwa die glatte Oberkante des Holzk\u00f6rpers).<br \/>\nNaturgegeben wird dieser Riemen etwas nach vorn geneigt sein, da sich der Fu\u00df zur Spitze hin ja verj\u00fcngt. Nun von der Trippe steigen und den Riemen wieder so einrichten, wie er passend war. Die Trippe aufkanten (auf eine Seitenfl\u00e4che legen, so dass die andere nach oben zeigt) und \u00fcber den Riemen einen der d\u00fcnnen Metallstreifen legen (der vorher eventuell mit einem K\u00f6rner drei L\u00f6cher eingeschlagen bekommen hat) und vermittelst der N\u00e4gel an die Trippe heften, umdrehen (nicht Dich, sondern die Trippe!), und den Riemen auf der anderen Seite befestigen, ebenso mit der zweiten Trippe verfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten den Trippenmacher um die Ecke einfach um Rat bitten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heil Euch und euren Fingern!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Loke Klingsor<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7012\">zum Teil II<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trippen Teil 1 Zum Behufe der Erhaltung von Sch\u00f6nheit und Sauberkeit von empfindlichem Schuhwerk der verschiedensten Art sowie von leder- oder strickbesohlten Strumpfhosen (Z\u00fcrdelsocken) empfiehlt sich das Tragen von Trippen unter jenen. 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