{"id":7031,"date":"2019-01-27T12:16:14","date_gmt":"2019-01-27T11:16:14","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7031"},"modified":"2020-10-30T17:02:00","modified_gmt":"2020-10-30T16:02:00","slug":"der-treppenhauer-bei-sachsenburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7031","title":{"rendered":"Der Treppenhauer bei Sachsenburg"},"content":{"rendered":"<h1>Der Treppenhauer bei Sachsenburg<\/h1>\n<h2>Bergstadt Bliberge<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7032\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1-1-3.jpg\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"171\" \/><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber eine bewaldete Anh\u00f6he des Zschopautals nahe der Sachsenburg, den Treppenhauer, berichtete 1755 der Chronist Christian August Bahn: &#8222;Aus den Gr\u00e4ben und W\u00e4llen urtheilet der gemeine Mann und giebt vor, es h\u00e4tte in alten Zeiten eine Stadt auf diesem Berge gestanden.&#8220;<br \/>\nDabei bezog er sich h\u00f6chstwahrscheinlich auf die Bergstadt Bliberge (Bleiberg).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grabungsbefunde belegen, dass Bleiberg um 1220 entstand. Besonders interessant ist, dass es sich nicht um ein simples Bergarbeiterlager handelte, denn Funde von Spielzeug, Spinnwirtel, Glas und importierter Keramik legen nahe, dass auch die Angeh\u00f6rigen der Bergleute hier lebten. Nicht zuletzt spricht die gro\u00dffl\u00e4chige Ausdehnung f\u00fcr die Existenz einer richtigen fr\u00fchmittelalterlichen Stadt.<br \/>\nDie damalige Bev\u00f6lkerungszahl wird auf 1000 bis 1500 Menschen gesch\u00e4tzt; haupts\u00e4chlich Bergleute, aber ebenso Handwerker, Amtm\u00e4nner und H\u00e4nd ler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz zu anf\u00e4nglichen Mutma\u00dfungen wurden die Erze wohl auch sofort vor Ort ausgeschmolzen, das belegen \u00dcberreste von Schlacken und Bleigl\u00e4tte. Allerdings w\u00e4hrte diese fr\u00fche Bl\u00fctezeit s\u00e4chsischen Bergbaus nur etwa 150 Jahre lang. Zweierlei Umst\u00e4nde m\u00fcssen dazu gef\u00fchrt haben, dass Bleiberg schon nach dieser relativ kurzen Zeit wieder verlassen wurde:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Einen waren die oberfl\u00e4chennahen Erzvorkommen bald ersch\u00f6pft und der Abbau tieferer Schichten h\u00e4tte zu gro\u00dfen technischen Aufwand erfordert.<br \/>\nZum anderen war die Stadt zu einseitig auf den Bergbau orientiert, als dass sie nach Beendigung der F\u00f6rdert\u00e4tigkeiten mit den umliegenden Marktorten h\u00e4tte konkurrieren k\u00f6nnen. Solche Siedlungen, wie Frankenberg oder Mitt weida, waren f\u00fcr die b\u00e4uerliche Wirtschaft und den Handel bedeutend und blieben dadurch bestehen. Bleiberg verfiel allm\u00e4hlich, selbst die landgr\u00e4f liche Feste Sachsenburg wurde im Jahre 1364 verkauft.<br \/>\nDanach blieb es f\u00fcr lange Zeit still um den Treppenhauer. Gestr\u00e4uch \u00fcber wucherte die Pingen. Es fehlte am n\u00f6tigen Kapital, den Bergbau wiederzube leben; Epidemien und Kriege taten ihr \u00fcbriges.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst 1949 begann die damalige SDAG &#8222;Wismut&#8220; damit, die alten Stollen auf Uranerzvorkommen zu untersuchen.<br \/>\nAb 1977 interessierte sich auch die Arch\u00e4ologie f\u00fcr den Treppenhauer, und unter der Leitung von Herrn Dr. Schwabenicky wurden umfangreiche Forschungen angestellt.<br \/>\nNach den dabei zu Tage gekommenen Originalgrundrissen wird die Stadt seit 1998 vom Verein &#8222;Mittelalterliche Bergstadt Bleiberg e.V.&#8220; neu errichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allen Interessierten steht das Gel\u00e4nde in der Zeit zwischen Ostern und Ende Oktober jeden Samstag zwischen zehn und f\u00fcnfzehn Uhr offen. F\u00fchrungen rund um den Treppenhauer sind nach Voranmeldung ebenso m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen gibt es unter den Internetadressen<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mittelalterliche-bergstadt-bleiberg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.mittelalterliche-bergstadt-bleiberg.de<\/a> oder unter <a href=\"https:\/\/www.bergbau-im-zschopautal.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.bergbau-im-zschopautal.de<\/a>!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Caro.02-05-22<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">&#8230;eine Sage der Gegend<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sage nach hatte der Herr der Sachsenburg zwei S\u00f6hne, die der ganze Stolz ihres Vaters waren. Als eines Tages eine Nichte zu Besuch kam, verliebten sich beide S\u00f6hne in sie. Nachdem sie den J\u00fcngeren der Beiden zubevorzugen schien kehrte Zwietracht ein. Der Vater vermittelte zwischen ihnen und es sah tats\u00e4chlich so aus als ob der Friede wiederhergestellt sei. Doch bei einer kurz darauf veranstalteten Jagd, der auch die Nichte beiwohnte, entfesselte die Freude und Ausgelassenheit der Liebenden erneut die Eifersucht des \u00e4lteren Bruders. Es kam zum Handgemenge, in dessen Verlauf der J\u00fcngere t\u00f6dlich verletzt wurde. Der Vater erlitt beim Empfang der bitteren Nachricht einen Schlag und wurde zusammen mit seinem Sohn bestattet. Der M\u00f6rder floh, entsetzt \u00fcber seine Tat, und irrte viele Jahre in der Welt umher. Als er eines Tages nach Rom kam, beichtete er den Mord dem Heiligen Vater und bekam von diesem auferlegt, M\u00f6nch zu werden und allmorgendlich an der Stelle der Untat eine Seelenmesse zu lesen, bis deren Tausend voll seien. Weil er aber vorher starb, fand er bis heute keine Ruhe. So soll sein Geist noch immer umgehen. Vor allem auf der Stra\u00dfe am Fu\u00dfe des Treppenhauer will man ihn des \u00f6fteren gesehen haben, wie er im M\u00f6nchsgewand, ein Buch unter dem Arm, umherwandelt, den Blick verzweifelt zum Himmel gerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">aus &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Schwarzen_F%C3%BChrer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Schwarzen F\u00fchrer: Sachsen<\/a>&#8222;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Treppenhauer bei Sachsenburg Bergstadt Bliberge \u00dcber eine bewaldete Anh\u00f6he des Zschopautals nahe der Sachsenburg, den Treppenhauer, berichtete 1755 der Chronist Christian August Bahn: &#8222;Aus den Gr\u00e4ben und W\u00e4llen urtheilet der gemeine Mann und giebt vor, es h\u00e4tte in alten Zeiten eine Stadt auf diesem Berge gestanden.&#8220; Dabei bezog er sich h\u00f6chstwahrscheinlich auf die Bergstadt &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7031\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDer Treppenhauer bei Sachsenburg\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":7027,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-7031","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7031"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7031\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9663,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7031\/revisions\/9663"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}