{"id":7046,"date":"2019-01-27T12:37:07","date_gmt":"2019-01-27T11:37:07","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7046"},"modified":"2019-01-27T12:38:11","modified_gmt":"2019-01-27T11:38:11","slug":"die-fiebel-vom-treppenhauer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7046","title":{"rendered":"Die Fiebel vom Treppenhauer"},"content":{"rendered":"<h1>Die Fiebel vom Treppenhauer<\/h1>\n<h3>(eine nicht ganz nachgewiesene Geschichte)<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als noch niemand von dem Erzreichtum im Berg im Zschopautal wusste lebte dort ein Riesenvolk, das Volk der Riesenwinger. Der K\u00f6nig der Riesenwinger hatte eine wundervolle, mutige Tochter, die sich jedoch nie wie die Tochter eines K\u00f6nigs, wie eine Prinzessin benahm. In dem Dorf um die gro\u00dfe K\u00f6nigshalle des Riesenk\u00f6nigs Turambar lebte der begabteste Schmied des ganzen Riesenlandes. Niemand vermochte das Metall des gro\u00dfen Volkes so gut zu biegen, zu h\u00e4mmern, zu formen, dem Schatz der Erde solch wundervolle Form und Gestalt zu geben, wie er. Zudem war der Schmied noch sehr jung, wenn man das bei der enorm langen Lebensdauer der Riesen sagen kann, und sehr h\u00fcbsch. Er war nicht so ungeschlacht wie die anderen Riesenschmiede, rotbraune Locken rahmten sein kantiges Gesicht mit den hohen Wangenknochen \u00fcppig ein und aus den Augenh\u00f6hlen blitzten einen jeden zwei dunkle Amethyste an. Kurz gesagt: Turin war kein gew\u00f6hnlicher Riese. Das Schicksal wollte es, dass die Riesenprinzessin aus ihrem goldenen K\u00e4fig floh. Auch sie, Isidira, war au\u00dfergew\u00f6hnlich sch\u00f6n. Ihre blonden glatten Haare reichten ihr bis zu den Kniekehlen und ihre Augen waren so blau wie der kleine Teich hinter der K\u00f6nigshalle, an dem sie so gern sa\u00df. Die Schergen ihres Vaters waren auf der Suche nach ihr und Isidira floh in das Dunkel von Turins Schmiede. Und der rechtm\u00e4\u00dfige Bewohner der umgebauten Scheune fand sie zusammengekauert auf dem Boden hinter seiner Holzkohle hocken und dachte, sie sei eine der Ge\u00e4chteten, die in letzter Zeit ihr Unwesen in dem Dorf trieben und scheuchte sie auf. &#8222;So was \u00e4rgerliches!&#8220; fing Isidira an zu schimpfen, als sie unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde, weil Turin sie mit Kohlenst\u00fccken beschoss. &#8222;Kann man sich nicht mal in Ruhe vor seinem Vater verstecken!&#8220; keifte sie weiter. &#8222;Was?&#8220; Erschrocken stellte der Riesenschmied den Beschuss ein. &#8222;Ihr seid die Tochter des Riesenk\u00f6nigs!? Ihr seid es, die gesucht wird?!&#8220; &#8222;Schmei\u00dft mich gegen die Wand, dann seh ich besser aus und verwandle mich in die Prinzessin, die ich bin, wenn ich nicht in irgendwelchen Scheunen rumsitze.&#8220; Turin brach in lautes Gel\u00e4chter aus, denn nat\u00fcrlich kannte er die Geschichte mit der Riesenk\u00f6nigin, die den Ochsenfrosch gegen die Wand warf und einen Prinzen zur\u00fcck erhielt. Aber sie sah in seinen Augen so liebreizend aus, dass er es nie wagen w\u00fcrde, sie gegen die Wand zu schmei\u00dfen. Er war verliebt, bis \u00fcber beide Riesenohren. Und nun schaute Isidira Turin an und auch ihr Herz erw\u00e4rmte sich f\u00fcr den Riesen. Doch Isidira wurde gefunden und zur\u00fcck zu ihrem Vater geschafft. Ohne dass es jemand bemerkte, schlich sie sich immer wieder zu Turin in die Schmiede; er besuchte sie an dem kleinen Teich. Eines Tages brachte er ihr ein Geschenk mit. Eine Fiebel, aus dem reinsten Metall der Riesen geschmiedet, auf dass die Fiebel nie zerfiel und ein kostbares Tuch, aus grauem Stoff mit zarten silbernen F\u00e4den. Mit der Magie, die jedem Riesen damals zustand, hatte er es selbst gewebt und damit seine Liebe zu Isidira eingewebt. Doch Isidiras Vater bemerkte diese Liebschaft und schickte ihn als Waffenschmied in den Krieg, denn seine Tochter sollte eines Tages den Drachenprinzen aus Gr\u00f6nland heiraten. Turin indes wurde im Krieg schwer verwundet und wusste, dass sein Ende nah war. Doch vor seinem Tod wollte er seine gro\u00dfe Liebe, die Riesenprinzessin Isidira wiedersehen und schleppte sich mit letzter Kraft zur\u00fcck nach Gro\u00dfstadt, wie die Siedlung um die K\u00f6nigshalle des Riesenk\u00f6nigs Turambar genannt wurde. Isidira sollte am selben Tag, an dem er im Wald vor Gro\u00dfstadt ankam, nach Gr\u00f6nland aufbrechen und bat ihren Vater um einen letzten Spaziergang im Wald, denn sie hoffte auf ein gl\u00fcckliches Wiedersehen mit Turin, am Ende, kurz bevor sie zu ihrem zuk\u00fcnftigen Ehemann reisen sollte. Doch das Wiedersehen wurde nicht gl\u00fccklich. Turin lag unter der Buche, unter der sie sich oft getroffen hatten, kurz davor in die Anderswelt zu scheiden. Mit einem Aufschrei, der zwischen den H\u00fcgeln des Riesenlandes lange Zeit nachhallte, rannte die Riesenprinzessin zu ihrem Geliebten. &#8222;So lange musste ich warten, so lange.&#8220; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7047\" src=\"http:\/\/shop.mittgard.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/riesenfibel.jpg\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"172\" \/>Turin schwor ihr ewige Liebe und daraufhin schied seine Seele aus den Gestaden der Welt. Isidira selbst grub ihm sein Grab, und so legte sie ihrem Liebsten das Tuch und die Fiebel, die sie einst von ihm erhalten hatte, ihm auf die Brust in sein Grab. Und dort lag ihr Geliebter, mit dem Tuch und der Fiebel auf der Brust, etwa 1200 Jahre lang, bis Siedler in die Gegend kamen und ihre Grubenh\u00e4user errichteten. Ein junges M\u00e4dchen fand diese Fiebel; sie allein war von dem Grab erhalten geblieben, da das Metall der Riesen nie rostete oder gar zerfiel. Nun war das M\u00e4dchen, das die Fiebel fand, f\u00fcr ihre Schlagfertigkeit und Sprachgewandheit bekannt. Und eine alte Frau sagte damals mit zittrigem Stimmchen: &#8222;Ihr Mund ist so gro\u00df wie der der Riesin.&#8220; Denn die alte Frau kannte die Geschichte. Man sagte, sie rede mit den Steinen, dem Wasser und den Pflanzen, und die h\u00e4tten ihr die Geschichte der Riesin erz\u00e4hlt. So behielt das M\u00e4dchen die Fiebel, und jeder wusste, dass sie &#8222;einen Mund so gro\u00df wie der der Riesin&#8220; hatte. Seit diesem Tag wurde die Fiebel immer an das sprachgewandteste und schlagfertigste M\u00e4dchen in dem Dorf weitergereicht. So kam die Fiebel zu uns, denn zur Zeit ist Louisa\/ bin ich das sprachgewandteste und schlagfertigste M\u00e4dchen im Dorf.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Text von Louisa Strahl<br \/>\nFiebel vom B\u00e4h dem Riesen \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fiebel vom Treppenhauer (eine nicht ganz nachgewiesene Geschichte) &nbsp; Als noch niemand von dem Erzreichtum im Berg im Zschopautal wusste lebte dort ein Riesenvolk, das Volk der Riesenwinger. Der K\u00f6nig der Riesenwinger hatte eine wundervolle, mutige Tochter, die sich jedoch nie wie die Tochter eines K\u00f6nigs, wie eine Prinzessin benahm. 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