{"id":7212,"date":"2019-02-23T17:12:34","date_gmt":"2019-02-23T16:12:34","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7212"},"modified":"2020-10-30T14:13:18","modified_gmt":"2020-10-30T13:13:18","slug":"anleitung-zum-faerben-mit-pflanzlichen-stoffen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7212","title":{"rendered":"Anleitung zum F\u00e4rben mit pflanzlichen Stoffen"},"content":{"rendered":"<h1>Anleitung zum F\u00e4rben mit pflanzlichen Stoffen<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Handwerk des F\u00e4rbens ist schon uralt, denn schon unsere Steinzeitvorfahren haben Farbe herstellen k\u00f6nnen. Die Menschen haben beizeiten bemerkt, das gewisse Pflanzen, Wurzeln und vor allen Beeren eine bestimmte Farbe hinterlassen k\u00f6nnen. Als Kind haben wir unseren Spa\u00df gehabt mit unserer Zunge, die von Heidelbeeren ganz lila geworden ist, oder wie wurde geschimpft wenn die Wiese unsere Hosen gr\u00fcn gef\u00e4rbt hat.<br \/>\nDiese Erfahrung wurde immer mehr bewusst genutzt und es wurde ein eigenes Handwerk daraus. Die Vielfalt der Mittel aus der Flora und Fauna geben uns die M\u00f6glichkeit eine gro\u00dfe Palette an Farben herstellen zu k\u00f6nnen. Diese M\u00f6glichkeiten bestanden schon zum Anfang der Zeitrechnung und es ist bis heute machbar, Farben selbst herzustellen.<br \/>\nAuch schon im Mittelalter hat es die Farben von gelb, orange, \u00fcber rot zu blau, bis hin zum grau gegeben. Ihr werdet euch allerdings sagen, das es die Beizmittel so ja noch gar nicht im Mittelalter gegeben hat. Richtig. Ihr k\u00f6nnt es auch auf die rein biologische Art machen, die Farben werden dann aber ziemlich blass. Wollt ihr kr\u00e4ftige Farben m\u00fcsst ihr bedenken, das die Pflanzen oxidieren m\u00fcssen, entweder mit den passenden Pflanzen (Rezept findet ihr im sp\u00e4teren Text) oder mit Urin. Egal f\u00fcr was ihr euch entscheidet, es wird auf alle F\u00e4lle stinken. Mit den chemischen Beizen geht es zu dem schneller und ihr erzielt den gleichen Effekt.<br \/>\nIm Nachfolgenden beschreibe ich euch wie man f\u00e4rbt, was man dazu braucht und beachten solltet. Die Rezepte werde ich allgemein halten, denn sie unterscheiden sich nur in den Mengenangaben der Pflanzen und Beizen. Diese k\u00f6nnt ihr aus der F\u00e4rbetabelle bzw. im Text \u00fcber die Beizmittel erfahren. Das einzige F\u00e4rbeverfahren was stark von den anderen abweicht ist das F\u00e4rben mit Indigo. Dazu werdet ihr im Anschluss ein Rezept finden.<br \/>\nIch w\u00fcnsche euch viel Spa\u00df und viel Erfolg beim F\u00e4rben und wenn ihr Fragen oder auch Anregungen habt, dann schreibt mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Utensilien braucht man<\/strong><br \/>\n&#8211; eine Feuerstelle<br \/>\n&#8211; mehrere direkt beheizbare Waschzuber, je nach F\u00e4rbung<br \/>\n&#8211; Siebe, Waage, Mixer, M\u00f6rser, Thermometer, Trichter, gro\u00dfe L\u00f6ffel, Zangen, Handt\u00fccher, Eimer, Handschuhe<br \/>\nIhr m\u00fcsst bei f\u00fcr jeden Gegenstand das euch liebste Material raussuchen. Bedenkt aber, das die Werkzeuge die Farben kaum noch loswerden, vor allen wenn sie aus Holz sind. Ger\u00e4tschaften aus Edelstahl haben sich am meisten bewert.<br \/>\nIhr werdet noch verschlie\u00dfbare, dunkle Gl\u00e4ser f\u00fcr die Beize brauchen. Denkt bitte daran, das einige L\u00f6sungsmittel beinhalten und damit giftig sind, also schlie\u00dft sie vor allem f\u00fcr Kinder gut weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie f\u00e4rbt man<\/strong><br \/>\n1. Material ( Garne, Stoffe, Rohmaterial) waschen und trocknen<br \/>\n2. Vorbeizen<br \/>\n3. F\u00e4rbebr\u00fche vorbereiten<br \/>\n4. F\u00e4rben<br \/>\n5. evl. Nachbehandeln<br \/>\n6. Sp\u00fclen\/ Trocknen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Waschen\/ Trocknen<\/strong><br \/>\nDieser Arbeitsschritt ist sch\u00f6n einfach. Wiegt das Material im Trockenzustand ab. Die Grammangaben in der F\u00e4rbetabelle stehen immer zu 100g Wolle oder anderes zu f\u00e4rbendes Material ( wenn ich im nachfolgenden Text nur noch von Wolle schreibe, gilt das auch f\u00fcr andere Materialien).<br \/>\nDas hei\u00dft z. B. 100g Wolle zu 200g Birkenbl\u00e4tter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorbeizen<\/strong><br \/>\nEs wird nun schon ein wenig aufw\u00e4ndiger.<br \/>\nDas Beizmittel wird in hei\u00dfen Wasser aufgel\u00f6st, die Wolle eingelegt und etwa eine Stunde gekocht. Die Grammangaben f\u00fcr die Beizmittel sind ungef\u00e4hre Angaben. Bitte seid vorsichtig beim Dosieren, um so mehr ihr von den Beizmitteln nehmt, um so dunkler wird es. Nehmt lieber etwas weniger und f\u00e4rbt nach Bedarf nach. Ich kann euch leider keine genauen Angaben machen, denn in jeder Lekt\u00fcre steht etwas anderes. Beim Eisensulfat verh\u00e4lt es sich so, das es die Farben nachdunkelt und nur zur Nachbehandlung ben\u00f6tigt wird. Auch hier gilt, umso mehr ihr davon nehmt umso dunkler die Farbe.<br \/>\nDie Beizmittel erhaltet ihr in Apotheken, dort werden sie aber nur den chemischen Begriff kennen.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Alaun<\/td>\n<td>Kaliumaluminiumsulfat<\/td>\n<td>15 g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kupfersulfat<\/td>\n<td>Cuprumsulfuricum<\/td>\n<td>5 g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Chromkali<\/td>\n<td>Kaliumdickromat<\/td>\n<td>5 g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zinnchlorid<\/td>\n<td>Stanumchloratum<\/td>\n<td>5 g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eisensulfat<\/td>\n<td>Ferrumsulfuricum<\/td>\n<td>2-10 g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Weinstein<\/td>\n<td>Kaliumhydrogentatrat<\/td>\n<td>10 g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Pottasche<\/td>\n<td>Kaliumcabonat<\/td>\n<td>10 g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Tannin<\/td>\n<td>Gerbs\u00e4ure<\/td>\n<td>nur zusammen mit <span style=\"text-align: justify;\">Alaun ansetzen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nun zu den pflanzlichen Beizen.<\/strong><br \/>\nAls Ersatz f\u00fcr Alaun eignet sich: B\u00e4rlapp und Vogelmiere. F\u00fcr Eisensulfat nehmt Eichengall\u00e4pfel, Sauerampfer oder Erle. Kocht diese Pflanzen in einem rauhen ALU- Beh\u00e4lter aus. Sie m\u00fcssen eine Reaktion mit dem Aluminium eingehen, das Metall mu\u00df angreifbar sein. Lasst diese Br\u00fche dann ein paar Tage stehen, bis es anf\u00e4ngt zu faulen. Dann nehmt die Pflanzenbestandteile heraus und tragt sie weit, weit weg. Die Fl\u00fcssigkeit k\u00f6nnt ihr dann wie die oben genannten Beize verwenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00e4rbebr\u00fche<\/strong><br \/>\nGehen wir einen Schritt weiter.<br \/>\nZuerst zerkleinert ihr die Pflanzen, die nach M\u00f6glichkeit frisch sein sollten (mit getrockneten Pflanzen geht es aber genauso gut) und weicht diese \u00fcber Nacht ein. An n\u00e4chsten Tag die Pflanzen in diesen Wasser eine Stunde lang kochen. Gie\u00dft dann die Pflanzen ab, denn ihr braucht nur die Br\u00fche. Somit habt ihr nicht die Arbeit die Pflanzenkr\u00fcmel aus der Wolle zu klauben. Diese Br\u00fche k\u00f6nnt ihr dann entweder gleich benutzen oder noch einmal einen Tag lang stehen lassen, wodurch die Farben intensiver werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00e4rben<\/strong><br \/>\nDie vorgebeizte Wolle befeuchten und in der F\u00e4rbebr\u00fche zum Kochen bringen. Das Material d\u00fcrft ihr nicht r\u00fchren, sondern nur unterdr\u00fccken. Am besten ihr hebt es heraus und lasst es wieder fallen (in den Topf). Wenn das ganze Zeug kocht, dann k\u00f6chelt es bei geringer Hitze noch etwa eine Stunde. Es k\u00f6nnen verschieden gebeizte Wolle gleichzeitig gef\u00e4rbt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachbehandeln<\/strong><br \/>\nDiesen Schritt k\u00f6nnt ihr ausf\u00fchren, wenn ihr die Farbe nochmal ver\u00e4ndern wollt. Wenn man seine Wolle nachbehandeln m\u00f6chte, sollte man dies gleich nach dem F\u00e4rben machen, die Wolle mu\u00df nicht erst ausgesp\u00fclt werden. Die entsprechende Beize wird direkt der F\u00e4rbebr\u00fche zugegeben. Die Wolle darin einlegen und eine weitere Stunde kochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sp\u00fclen\/ Trocknen<\/strong><br \/>\nMit Seifenlauge die Wolle so lange sp\u00fclen bis das Wasser klar bleibt. Anschlie\u00dfend zum Trocknen aufh\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ganz zum Schlu\u00df noch ein paar Rezeptvorschl\u00e4ge,<\/strong><br \/>\n<strong>damit ihr am Anfang etwas genaues habt von ganz einfach bis hin zu schwierig.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Braun mit Walnu\u00dfschalen<\/strong><br \/>\nF\u00fcr 1kg Wolle braucht ihr mind. 2 kg Walnu\u00dfschalen. Wenn ihr mehr habt, wird die Farbe intensiver. Legt diese Schalen 2-3 Tage in Wasser ein. Nach diesen Tagen legt ihr die Wolle dazu und la\u00dft es nocheinmal 1-2 Tage stehen. In diesen beiden Tagen solltet ihr die Wolle ab und zu bewegen und darauf achten, da\u00df die gesamte Wolle immer unter Wasser ist. Dann k\u00f6nnt ihr die Wolle herausnehmen, sp\u00fclen und trocknen. Mit den restlichen Sud kann man noch 2x warm f\u00e4rben, indem man die Schalen auskocht, dann ein halbes Kilo Wolle eine halbe Stunde mitkocht. Das Braun wird mit jeden Mal allerdings heller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hellbraun mit Rhododendrenbl\u00e4ttern<\/strong><br \/>\nF\u00fcr 1kg Wolle braucht ihr auch 1kg Bl\u00e4tter. Das Kilo Bl\u00e4tter mu\u00df \u00fcber Nacht in Wasser eingelegt werden. Am n\u00e4chsten Tag wiegt, wascht und trocknet ihr zuerst die Wolle. Nehmt diese Wolle und kocht sie mit 360 g Alaun etwa eine Stunde lang. La\u00dft sie dann abk\u00fchlen und sp\u00fclt sie aus. F\u00fcr die F\u00e4rbebr\u00fche nehmt ihr die eingeweichten Bl\u00e4tter und filtert das Wasser ab. Zu dieser Br\u00fche gebt ihr nochmal 20 l Wasser. Die feuchte und vorgebeizte Wolle in diesem Sud langsam eine Stunde k\u00f6cheln. Danach die Wolle abk\u00fchlen lassen, aussp\u00fclen und trocken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Blau mit Blauholz<\/strong><br \/>\nDie Wolle mu\u00df bei dieser Farbe ebenfalls vorgebeizt werden. Nehmt f\u00fcr 1kg Wolle 120g Alaun, 30g Weinsteins\u00e4ure, 30g Kupfervitrol und 20 g Eisenvitrol. F\u00fcllt den Topf mit Wasser bis die Wolle vollst\u00e4ndig bedeckt ist und kocht dies eine halbe Stunde. In einen anderen Topf werden 1kg Blauholzsp\u00e4ne eine dreiviertel Stunde gekocht. Das Wasser abseien und mit der vorgebeizten Wolle nochmals eine Stunde kochen. Dann braucht ihr nur noch die Wolle aussp\u00fclen bis kein Farbstoff mehr rauskommt und la\u00dft sie trocknen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Blau mit Waid<\/strong><br \/>\n1kg Waid- Pulver wird in 7,5 l kalten Wasser aufgel\u00f6st. Danach wird diesem Wasser 60g Hydrosulfit und 250ml 25% haltige Natronlauge zugef\u00fchrt. Das alles m\u00fc\u00dft ihr langsam auf 50 grad erhitzen und dann 15min intensiv bei der Temperatur r\u00fchren. Dann 1kg Wolle hinzugeben und etwa eine Stunde weiterkochen. Und nun wie gehabt: k\u00fchlen, sp\u00fclen, trocknen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Blau mit Indigo<\/strong><br \/>\nInsgesamt braucht ihr f\u00fcr 1kg Wolle: 40g Indigopulver<br \/>\n1,2 l Wasser<br \/>\n50 ml 25% Natronlauge<br \/>\n60g Hydrosulfit<br \/>\nZuerst die Stammk\u00fcpe: Das Wasser mit wenig Sp\u00fcli mischen und das Indigo einr\u00fchren. Natronlauge und Hydrosulfit dazugeben und gut r\u00fchren. Dies m\u00fc\u00dft ihr im Wasserbad auf 60 grad erhitzen. Wenn der Sud gelb und klar ist, ist die Stammk\u00fcpe fertig. Sie kann gelagert werden und aus Vorrat hergestellt werden.<br \/>\nNun macht ihr das ganze noch einmal auf fast die gleiche Art. 4l Wasser auf 50 grad erhitzen, 6ml Natronlauge und 4g Hydrosulfit hinzu f\u00fcgen und gut r\u00fchren. Dann la\u00dft es 20 min ruhen. Anschlie\u00dfend diese 4 l Wasser mit 300 ml der Stammk\u00fcpe verr\u00fchren. Nach weiteren 20 min Ruhezeit kann man die Wolle f\u00e4rben. Kocht die Wolle eine Stunde lang, nehmt sie dann heraus zum abk\u00fchlen. Zuletzt sp\u00fclen und trocknen wie gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Blau mit Indigo &#8211; Alternative<\/strong><br \/>\nIndigo auf Schwefels\u00e4urebasis &#8211; Verfahren f\u00fcr Seide und Wolle<br \/>\nBeize: 20 g Alaun, 2 g Weinstein<br \/>\nF\u00e4rben:25 g rauchende Schwefels\u00e4ure (12,5 ml) und 3 g fein pulverisierter Indigo werden in einem dickwandigen, gut verschlie\u00dfbaren Glasgef\u00e4\u00df mit einem Glasstab so lange ger\u00fchrt, bis eine dickfl\u00fcssige Paste entsteht. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis die richtige Menge erreicht ist (nicht gleich eine gr\u00f6\u00dfere Menge anr\u00fchren). F\u00fcr 100 g Stoff ben\u00f6tigt man 12 ml Indigopaste. Das gut verschlossene Gef\u00e4\u00df mit der Paste an einen lauwarmen Platz stellen und 24 Stunden ruhen lassen. Sie l\u00e4\u00dft sich ca. 3 Monate aufbewahren.<br \/>\n5 l Wasser auf 50\u00b0C erw\u00e4rmen, 3 Tropfen Indigo &#8211; Schwefel &#8211; Mischung zuf\u00fcgen und mit dem Glasstab verr\u00fchren. Das F\u00e4rbegut eintauchen und wenden. Der Indigo wird von dem Material aufgenommen. Sobald das Wasser wieder klar ist, wird das F\u00e4rbegut herausgenommen, und es werden wieder 3 Tropfen Indigo zugesetzt. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis das gew\u00fcnschte Blau erreicht ist. Wichtig: Die Indigomischung nie in kochendes Wasser geben, da die S\u00e4ure den Inhalt \u00fcberlaufen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indigo auf Hydrosulfitbasis &#8211; Verfahren f\u00fcr 100 g Wolle oder Seide<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stammk\u00fcpe:<br \/>\n4 g Indigo, 3 g Na &#8211; Dithionit, 3 ml Natronlauge 32%ig, ca. 100 ml Wasser<br \/>\n1. Indigo mit wenig warmen Wasser anteigen<br \/>\n2. Natronlauge dazugeben<br \/>\n3. Rest Wasser dazu<br \/>\n4. Auf 50\u00b0C &#8211; 55\u00b0C im Wasserbad erw\u00e4rmen<br \/>\n5. Na &#8211; Dithionit reinrieseln lassen, bis zum Rand mit warmen Wasser auff\u00fcllen, umr\u00fchren, mit Deckel verschlie\u00dfen<br \/>\n6. 20 &#8211; 25 Min. Im Wasserbad bei 50\u00b0C &#8211; 55\u00b0C stehenlassen. L\u00f6sung f\u00e4rbt sich gr\u00fcnlich und wird immer brauner<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00fcpenbad:<br \/>\n5 l Wasser, 1 Messerspitze Gelatine, ca. 5 ml Ammoniak 25% (Salmiakgeist), ca. 5 g Na &#8211; Dithionit<br \/>\n1. Wasser auf 50\u00b0C &#8211; 55\u00b0C erw\u00e4rmen<br \/>\n2. Gelatine in etwas kaltem Wasser 10 Min. quellen lassen<br \/>\n3. Zun\u00e4chst 2 ml Ammoniak dazugeben, umr\u00fchren<br \/>\n4. Na &#8211; Dithionit dazugeben, umr\u00fchren<br \/>\n5. Mit pH &#8211; Papier pr\u00fcfen ob schwach alkalisch, ansonsten Ammoniak nachgeben<br \/>\n6. Stammk\u00fcpe dazugeben, vorsichtig r\u00fchren, 20 min. ruhen lassen<br \/>\n7. F\u00e4rben ca. 20 Min., Wolle gut durchgefeuchtet und geschleudert bzw. Ausgewrungen<br \/>\n8. Vor jeder F\u00e4rbung pH &#8211; Wert \u00fcberpr\u00fcfen<br \/>\n9. Wolle aus dem Farbbad nehmen, schleudern (nicht sp\u00fclen) und 15 Min. an der Luft verblauen lassen<br \/>\n10. Abs\u00e4uern: 15 Min. in 10 l hei\u00dfem Wasser + 2 EL Essigessenz bzw. Eisessig<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zitronengelb mit Birkenbl\u00e4ttern<\/strong><br \/>\nIm Gegensatz zu allen anderen Rezepten handelt es sich hier um eine Einbadf\u00e4rbung, das hei\u00dft, da\u00df das F\u00e4rbegut nicht vorher gebeizt werden mu\u00df, sondern das das Beizmittel der Farbflotte zugesetzt wird. 200 g getrocknete oder 400 g frische Birkenbl\u00e4tter mit Wasser bedecken und mindestens 6 Stunden einweichen. Die Mischung eine Stunde kochen, dann abk\u00fchlen lassen und durch ein Mulltuch und ein Sieb filtern. Die Bl\u00e4tter gut ausdr\u00fccken. Die Fl\u00fcssigkeit mit Wasser auf 4 &#8211; 5 l auff\u00fcllen und 12 g Alaun, das in etwas hei\u00dfem Wasser gel\u00f6st wurde, zusetzen. Die auf 5 l aufgef\u00fcllte Farbflotte wird auf 30\u00b0C erw\u00e4rmt, das F\u00e4rbegut wird eingelegt und je nach Material auf 100\u00b0C oder 70\u00b0C erhitzt. Die F\u00e4rbezeit betr\u00e4gt eine Stunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gelb mit F\u00e4rbeginster<\/strong><br \/>\nBeize: 15 g Alaun, 6 g Weinstein<br \/>\nF\u00e4rben: 75 g feingeschnittene Ginsterspitzen werden \u00fcber Nacht eingeweicht, eine Stunde lang ausgekocht und durch ein Tuch filtriert. Die auf 5 l aufgef\u00fcllte Farbflotte wird auf 30\u00b0C erw\u00e4rmt, das F\u00e4rbegut wird eingelegt und je nach Material auf 100\u00b0C bzw. 70\u00b0C erhitzt. Die F\u00e4rbezeit betr\u00e4gt eine Stunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hellbraun mit Faulbaumrinde<\/strong><br \/>\nBeize: 20 g Alaun<br \/>\nF\u00e4rben: 100 g Faulbaumrinde werden einen Tag lang eingeweicht und anschlie\u00dfend 2 Stunden ausgekocht. Der Absud wird durch ein Tuch gefiltert und das Farbbad auf 5 l Wasser aufgef\u00fcllt. Die Rinde bleibt im S\u00e4ckchen im Farbbad h\u00e4ngen. Die F\u00e4rbezeit betr\u00e4gt je nach Farbtiefe 1 bis 3 Stunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gelb mit Goldrute<\/strong><br \/>\nBeize: 20 g Alaun<br \/>\nF\u00e4rben: 100 g getrocknete (oder 500 g frische) geschnittene Goldrute werden einen Tag eingeweicht, 2 Stunden gekocht und durch ein Tuch gefiltert. Die auf 5 l aufgef\u00fcllte Farbflotte wird auf 30\u00b0C erw\u00e4rmt, das F\u00e4rbegut wird eingelegt und je nach Material auf 100\u00b0C bzw. 70\u00b0C erhitzt. Die F\u00e4rbezeit betr\u00e4gt eine Stunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Helles Rot mit Krapp<\/strong><br \/>\nBeize: 22 g Alaun, 4 g Weinstein<br \/>\nF\u00e4rben: 50 g zerkleinerten oder gemahlenen Krapp \u00fcber Nacht vor dem F\u00e4rben locker in einem Mulls\u00e4ckchen in 3 l Wasser einweichen. Das Einweichwasser auf 5 l aufgie\u00dfen und auf 30\u00b0C erw\u00e4rmen. Das Krapps\u00e4ckchen bleibt in der Flotte. Das F\u00e4rbegut einlegen und langsam unter R\u00fchren auf 70\u00b0C erw\u00e4rmen (Krapp soll bei Rotf\u00e4rbungen nicht \u00fcber 70\u00b0C erhitzt werden, bei h\u00f6heren Temperaturen f\u00e4rbt er braun). Die F\u00e4rbedauer betr\u00e4gt eine Stunde, das Material sollte h\u00e4ufig bewegt werden, um eine gleichm\u00e4\u00dfige F\u00e4rbung zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Goldgelb mit Saflor<\/strong><br \/>\nBeize: 20 g Alaun<br \/>\nF\u00e4rben: 100 g Saflorbl\u00fcten \u00fcber Nacht in 3 l Wasser in einem Mulls\u00e4ckchen einweichen. Die Farbflotte auf 5 l Wasser aufgie\u00dfen und auf 30\u00b0C erw\u00e4rmen. F\u00e4rbegut einlegen und auf 100\u00b0C (bei Seide 70\u00b0C) erhitzen und 1 Stunde auf der Temperatur halten. Langsam abk\u00fchlen lassen und aussp\u00fclen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gelb mit Schachtelhalm<\/strong><br \/>\nBeize: 15 g Alaun<br \/>\nF\u00e4rben: 200 g Schachtelhalm werden \u00fcber Nacht eingeweicht, eine Stunde lang ausgekocht und durch ein Tuch filtriert. Die auf 5 l aufgef\u00fcllte Farbflotte wird auf 30\u00b0C erw\u00e4rmt, das F\u00e4rbegut wird eingelegt und je nach Material auf 100\u00b0C oder 70\u00b0C erhitzt. Die F\u00e4rbezeit betr\u00e4gt 1 Stunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ocker mit Sch\u00f6llkraut<\/strong><br \/>\nBeize: 15 g Alaun<br \/>\nF\u00e4rben: 100 g Sch\u00f6llkraut werden \u00fcber Nacht eingeweicht, eine Stunde lang ausgekocht und durch ein Tuch filtriert. Die auf 5 l aufgef\u00fcllte Farbflotte wird auf 30\u00b0C erw\u00e4rmt, das F\u00e4rbegut wird eingelegt und je nach Material auf 100\u00b0C oder 70\u00b0C erhitzt. Die F\u00e4rbezeit betr\u00e4gt eine Stunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Altrosa mit Waldmeister<\/strong><br \/>\nBeize: 20 g Alaun<br \/>\nF\u00e4rben: 100 g Waldmeisterwurzeln werden in 3 l Wasser \u00fcber Nacht eingeweicht. Die Farbflotte auf 5 l aufgie\u00dfen und auf 30\u00b0C erhitzen. F\u00e4rbegut einlegen und auf 70\u00b0C erhitzen. Das F\u00e4rbegut h\u00e4ufig bewegen und nach 1 Stunde herausnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zitronengelb mit Wau<\/strong><br \/>\nBeize: 22 g Alaun, 3 g Weinstein<br \/>\nF\u00e4rben: 100 g Wau wird geschnitten und \u00fcber Nacht eingeweicht (auf 60 g Wau 3 l Wasser), anschlie\u00dfend eine Stunde gekocht und durch ein Tuch filtriert. Die Farbflotte wird auf 30 \u00b0C erw\u00e4rmt, 5 g Kreide (Calziumkarbonat) hinzugef\u00fcgt und das F\u00e4rbegut eingelegt. Allm\u00e4hlich wird die Farbflotte bis auf 80\u00b0C erhitzt. (Wau soll nicht kochen, da sonst die leuchtend gelbe Farbe verloren geht) und eine Stunde im Farbbad belassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gr\u00fcn mit Indigo und F\u00e4rberwau<\/strong><br \/>\nErste F\u00e4rbung: wie zuvor; nur ohne Sp\u00fclen trocknen.<br \/>\n\u00dcberf\u00e4rben mit Indigo: 4 l Wasser auf 40\u00b0C erw\u00e4rmen, 2-3 Tropfen Indigo &#8211; Schwefel &#8211; Mischung hinzuf\u00fcgen und gut umr\u00fchren. Das mit lauwarmen Wasser gut angefeuchtete F\u00e4rbegut hinzugeben, wenden und herausnehmen, nochmals 2 Tropfen Mischung hinzuf\u00fcgen und den Vorgang solange wiederholen, bis das gew\u00fcnschte Gr\u00fcn erscheint. Ca. 30 Min. auf 70\u00b0C in der letzten Farbflotte lassen, herausnehmen und trocknen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Sammlung von F\u00e4rbekr\u00e4utern und den damit zu erzielenden Farben findet Ihr unter <a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7216\">&#8222;Naturfarben&#8220;<\/a>.<br \/>\nNun viel Erfolg beim Ausprobieren w\u00fcnscht Euch die Aniko!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anleitung zum F\u00e4rben mit pflanzlichen Stoffen Das Handwerk des F\u00e4rbens ist schon uralt, denn schon unsere Steinzeitvorfahren haben Farbe herstellen k\u00f6nnen. Die Menschen haben beizeiten bemerkt, das gewisse Pflanzen, Wurzeln und vor allen Beeren eine bestimmte Farbe hinterlassen k\u00f6nnen. Als Kind haben wir unseren Spa\u00df gehabt mit unserer Zunge, die von Heidelbeeren ganz lila geworden &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/shop.mittgard.de\/?page_id=7212\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAnleitung zum F\u00e4rben mit pflanzlichen Stoffen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":108,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-7212","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7212"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7212\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9618,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7212\/revisions\/9618"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/108"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shop.mittgard.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}